Tag 2541 – Auf dem Heimweg.

Ich wusste bis letzte Woche nicht, dass es im Flugzeug Dreipunktgurte gibt, und ich wüsste auch nicht so richtig, wozu das gut sein soll, aber egal. Nach einer Woche freue ich mich auf zu Hause, freue mich auf die Horizontale und freue mich auf Temperaturen unter 30 Grad. Mein Plan ist, zwischen den Mahlzeiten im Flugzeug durchzuschlafen. Mal sehen, ob das klappt. Cheers jedenfalls!

Ich sehe etwas mitgenommen aus, so schlimm ist es eigentlich gar nicht.

Übrigens haben wir aus Gründen etwas vom Hersteller geschenkt bekommen. Jeder und jede von uns eins:

Bestes Fidget-Toy.

Insgesamt war das alles sehr spannend und sehr gut. Hach. Den besten Job, den ich mir wünschen könnte, habe ich!

Tag 2527 – Kaltstart.

Heute Morgen habe ich verschlafen. Das ist auch schon was her, dass mir das passiert ist. Aber um zwanzig nach sieben wachte ich auf, versuchte, auf meine Handy-Uhr zu fokussieren, und dachte SCHEISSE. Ich hätte nämlich um halb neun bei der Arbeit sein sollen, und dann muss ich um halb acht im Zug sitzen. Naja, ich saß stattdessen um fünf vor acht im Zug, was ich beachtlich finde, besonders wenn man einbezieht, dass ich da angezogen und mit geputzten Zähnen, geschminkt und mit gemachten Haaren saß (ein Hoch auf die Kurzhaarfrisur und ein 5-Minuten-Basismakeup, das ich wahrscheinlich auch im Schlaf machen könnte).

Allerdings war ich, bis ich dann bei der Arbeit war, auch echt verstrahlt und neben der Spur.

Dafür habe ich aber heute meine Testcases durchgeorgelt und bin jetzt fertig. Morgen noch meine Chefin durch ihre drei Cases begleiten und dann ist die erste Runde durch. Wird auch Zeit, ich hab nach morgen eigentlich nur noch einen Arbeitstag an dem ich was testen könnte, dann ist Inspektion, dann ist Jetlag, dann sind Ferien.

20 Fehler im Akzeptanztest in meinem kleinen Bereich.

Die Kinder haben ab morgen um 12 Uhr Sommerferien. Ich bin ein bisschen neidisch. Michel tut schon so, als lese er ganz viel, weil es da einen Sommer-Lesewettbewerb gibt. Pippi ist erkältet, was zur Zeit heißt, dass sie zu Hause immer wenn sie da ist nur nölt, aber fast nie da ist, weil Sommer ist und alle Kinder der Reihenhaussiedlung, außer Michel, beieinander ein- und ausgehen.

Kaum zu glauben, dass schon wieder ein Schuljahr rum ist.

Tag 2524 – Kaputtgespielt.

Den ganzen Tag über positiv, kommunikativ, seriös gewesen, abends wollte ich eigentlich nur noch in irgendein Loch kriechen, stattdessen waren wir auf dem Sommerfest von Michels Stufe und mussten da auch noch Michels Klassenlehrerin verabschieden, die nächstes Schuljahr wieder mit einer 1. Klasse anfängt. Ich bin traurig, sie ist eine sehr gute Lehrerin, aus rein menschlichen Gesichtspunkten.

Danach bei Michel im Bett eingeschlafen, ich bin halt auch seit viertel nach fünf wach. Jetzt geht nichts mehr außer Bett.

Tag 2499 – Hätte, hätte.

Ich wollte früh ins Bett gehen, bin dann aber in ein Wikipedia-Loch gefallen. Hoppla.

Ich wollte früh ins Bett gehen, weil ich müde bin und Kopfschmerzen habe und dadurch auch Laune habe und überhaupt.

Es war einfach ein langer Tag und dezent doof noch dazu. Teilweise auch gut.

Vielleicht bin ich auch nur wieder mal frustriert, dass mein Tag nur 24 Stunden hat, von denen ich 1/3 eigentlich schlafen sollte, um klar zu kommen, maximal 1/3 arbeiten sollte und in den Rest soll irgendwie der Rest des Lebens passen, aber es ist so viel zu tun. Was mache ich am Ende? Wikipedia lesen. Spitze. So sinnvoll.

Tag 2490 und 2491 – Weggeworfene Zeit.

Gestern bin ich abends auf dem Sofa vom Schlaf übermannt worden. Tjanun.

Es gab aber auch nichts spannendes zu erzählen, außer, das ist natürlich sehr spannend: es hat geregnet. Den ganzen Tag! Das ist eine Meldung wert, das war nämlich, leider wirklich nicht übertrieben, das erste mal seit März, dass es geregnet hat. Vor lauter Schreck ist gleich der Rosmarin (Versuch Nummer 275) im Garten eingegangen und der Rest der Natur ist förmlich explodiert. Zack, Frühling, alles grün. Nur doof, dass der Korps gestern seine finale Marschübung hatte, ich bekam 3 (Herr Rabe marschiert als Begleitelter mit) sehr nasse Raben zurück, die erst mal in der Badewanne auftauen mussten.

In einem Land, in dem der komplette Strom aus Wasserkraft kommt, weiß man Regen gleich ganz anders zu schätzen.

Heute war auch nicht so ganz viel, um ehrlich zu sein. Ich arbeite so vor mich hin, ziemlich unproduktiv aber es saufen halt auch alle die billigen Desinfektionsmittel da, was soll man machen. Die Arbeitszeit fühlt sich ziemlich verschwendet an, oder wie man auf norwegisch sagt: weggeworfen.

Abends habe ich versucht, Pippi die Bräune aus dem Gesicht zu waschen, weil ich dachte, es sei Dreck. Sie hat einen sehr deutlichen Abdruck von ihrer Brille, das passiert mir ja tatsächlich einfach nie, deshalb dachte ich halt, das Braune muss Staub oder Dreck sein. Hoppla. Aber Pippi sieht natürlich auch mit einem weißen Balken auf der Nase ganz bezaubernd aus. Michel hat wieder Sommersprossen auf der Nase und den Wangen bekommen und sieht damit auch ganz hinreißend aus, wie immer. Ich muss neue Sonnencreme kaufen, die Restbestände habe ich alle aus Gründen wie „voller Sand“ entsorgt. Und meine ist leer, aber die kriege ich auch nicht im Supermarkt, die muss ich bestellen oder es wagen, in eine Parfümerie zu gehen. Da ich aber schon die letzten Male im Zug gern Leuten an die Gurgel gegangen wäre, weil sie zu penetrant nach Parfüm rochen, läuft es wohl auf bestellen raus. Ich frage mich, warum mir das jetzt so extrem auffällt? Ich war immer schon geruchsempfindlich, aber doch nicht so? Bei meinem letzten physischen Maskarakauf wollte ich am liebsten rückwärts den Laden wieder verlassen, weil ugggghhhh Parfüm. Werde ich seltsam mit den Jahren? Also noch seltsamer als eh schon? Ist es die Entwöhnung durch Pandemie? Egal was: ich wünsche mir von der Menschheit generell einen sparsameren Umgang mit Düften aller Art.