Es fühlt sich an, als hätten wir heute hauptsächlich *irgendwas* gemacht. Und dann bin ich zu einer Inspektion aufgebrochen.
Jetzt bin ich im Süden (von Norwegen). Am Meer. Wäre schön, das genießen zu können, aber grad ist da nur die Stimme, die sagt, was ich alles nicht gemacht habe.
Langsam macht mich das alles ein bisschen unglücklich, ich brauche mal wieder Alltag ohne Räumen und Packen und Putzen und Chaos.
Auch heute nur piep, weil mir die Augen zufallen. Der Tag war super lang und super anstrengend, aber auch gut. Wir waren bei der Bank und haben da viel geschafft, und ab nachmittags bis abends war ich beim Sommerfest der Zirkeltrainingsgruppe von der Arbeit, was sehr lustig und auch SEHR SEHR anders war, als Feste mit Den Direktoratsangestellten(TM) sonst so sind. Aber das war eben auch ein Fest mit lauter Leuten, die ich maximal mittel gut kenne und es war dann irgendwann (als die anderen anfingen, ziemlich verzaubert zu sein, während ich an meinem alkoholfreien Weihnachtsbier* herumnuckelte) auch echt laut. Da bin ich dann auch gegangen, aber es dauerte deutlich über einer Stunde bis nach Hause. Tjanun.
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*Umzugsfund und muss ja weg. Schmeckt aber noch und ich mag das sehr gerne, das ist wie ein helles und wesentlich weniger süßes Malzbier.
Es geht eigentlich gut voran, aber mich haben gleichzeitig Laune, müde und Migräne eingeholt. Außerdem habe ich mir vorgestern beim Rhabarber abschneiden (Pippi und ihre Freundin wollten welchen essen, ich wollte nicht, dass sie einfach random irgendwelche Stangen abschneiden) fies in den Daumen gesäbelt und mit dem Pflaster kann ich nicht tippen. Jetzt dauert alles viel zu lange und nervt mich sehr.
Die Fotos von unserem Haus sind da und sie sind richtig schön geworden. Also wirklich, ich würde unser Haus sofort kaufen.
Das war übrigens so: ich hatte Meetings bis 14:30. Da habe ich meinen Computer zugeklappt und umgehend das Rödeln angefangen. Der Fotograf war für 18 Uhr angemeldet und naja. Das war ambitioniert. Sehr. Während der Meetings habe ich schon für meine Reise gepackt, sonst hätte das alles im Leben nicht geklappt.
Die beste Mutter war ich Montag auch nicht, im Gegenteil, ich war so unter Strom, dass ich Pippi am liebsten draußen am Trampolin festgebunden hätte. Sie ignorierte unter anderem unser NEIN!!! zu „kann ich eine Klassenkameradin mit nach Hause bringen?“ und als besagte Klassenkameradin abgeholt wurde, war ich auch sehr kurz angebunden der Mutter gegenüber. Die denkt jetzt sicher, ich hab sie nicht alle und bin voll unhöflich. Tjanun.
Michel wurde ein bisschen eingespannt, unter anderem schickte ich ihn mit dem Rad und einer Einkaufliste zum Supermarkt. Dann hatte ich ihn auch von den Füßen, win-win.
Während ich noch im Wohnzimmer am Dekorieren war, klingelte es. Der Fotograf kam einfach mal 15 Minuten zu früh. Das waren dringend benötigte 15 Minuten. Und so kam es, dass ich, während der Fotograf mit einer Drohne ums Haus herum flog, drinnen noch hektisch dekorierte und im Wohnzimmer Teile des Fußbodens (wo nicht, nach wie vor, Kram stand) wischte. Als der Fotograf und Herr Rabe dann nach drinnen kamen und erst mal oben Fotos machten, weil da alles fertig war, schleppte ich alles mögliche (unter anderem drei Stühle, mehrere Kisten, alle möglichen Schuhe, Putzmittel, …) vom Wohnzimmer und Flur nach draußen und stapelte es unter dem Carport. Dann wischte ich den Rest vom Wohnzimmer und den Flur, wobei ich mich ins untere Bad wischte, wo ich dann auch das erste Mal seit Stunden ausatmete aufs Klo ging. Das war so schön.
Aber, huiuiui, keine Zeit. Ich fragte kurz, ob die Herren im Schlafzimmer schon fertig waren und als das mit Ja beantwortet wurde, wechselte ich mein total verschwitztes T-Shirt. Und dann fuhr ich ziemlich unzeremoniell zum Bahnhof. Als das Foto oben entstand, war ich schon am Bahnhof und zehn Minuten später am Flughafen. Oh the joys.
Der Fotograf und Herr Rabe machten noch eine halbe Stunde weiter, aber dann war alles vorbei. Und wir, Herr Rabe und ich, komplett durch.
Inspektion geht eigentlich, aber ich war den ganzen Tag zum Umfallen müde. Es war richtig Arbeit, mich wachzuhalten. Deshalb mache ich lieber jetzt auch das Licht aus.
Nach dem Abendessen habe ich noch einen Spaziergang gemacht, durch diesen Ort, der, laut Einheimischen, nicht wirklich eine touristische Perle ist. Ich lief einfach drauf los und fand Fjord, Hügel, einen Waldweg und am Ende des Waldwegs etwas total spannendes.
Habe furchtbar schlecht geschlafen, bin inzwischen in der Schweiz, wir haben auch schon einen sehr ausgiebigen Spaziergang durch den Ort gemacht und lecker gegessen. Meine Klimaanlage im Zimmer funktioniert nicht, hier ist es sehr warm. Fenster auf geht auch nicht, weil wirklich 20 Meter vorm Fenster alle paar Minuten Züge vorbeirattern. Habe gefragt, ob man IRGENDWAS machen kann, jetzt habe ich immerhin einen Standventilator.
Aber jetzt werde ich mal besser die Augen zu machen. Morgen wird auch ein langer Tag.
Gestern: wir waren alle zusammen in Oslo. Es gab einiges zu besorgen, weiße, kurzärmelige Hemden für die Kinder, geheime Geheimnisdinge für Menschen, die bald Geburtstag haben, glitzernde Stoffe und anderen Glitzerkram für mich, einen Anzug für Herrn Rabe und Pippi wollte gerne Haare schneiden. Haben wir alles gemacht, nur einen Anzug haben wir nicht bekommen. Pippis Fusselhaare sind jetzt unten begradigt und sehr viele kaputte Spitzen ab.
Außerdem war der Kauf eines BHs etwas frustig. Ich dachte, jetzt, wo ich meine BH-Größe kenne, könnte ich einfach in einen Laden gehen und einen günstigen BH in dieser Größe kaufen, aber nein. Die saßen alle s scheiße, auch in den Größen „drumrum“. Am Ende habe ich dann wieder im teuren Laden einen bestellt.
Heute hatte ich eine Geigenstunde, die war gut, wir haben ein bisschen Duett gespielt. Nur dass der Geigenlehrer mich mit Bartok-Duetten quält, ist etwas, äh, eher so mittel. Vorsichtig ausgedrückt. Das sind alles sowohl harmonisch als auch rhythmisch ungewohnte Dinge, mit random Taktartwechseln und ähnlichem. Ich möchte das nicht, ich möchte in Frieden Bach spielen, wo ich mich drauf verlassen kann, dass nicht plötzlich irgendwo ne kleine Prim als Doppelgriff auftaucht, oder munter zwischen 6/8-, 5/8- und 3/4-Takt hin und her gewechselt wird.
Den Rest des Tages habe ich erst (produktiv, zum Beispiel habe ich das Aquarium sauber gemacht und meine Sachen für morgen gepackt) prokrastiniert, und dann habe ich Intros für meinen Auftritt am 30. geschrieben, sowohl für die Show als auch für Social Media, ich habe Bilder hochgeladen und alles, urgs, ich hasse mich selbst zu promoten. Aber she’s a showgirl. Da gehört das dazu. Abgeschickt habe ich das 10 Minuten vor der Frist. Was die besten Bewerbungen sein können, die für meinen Job habe ich auch so abgeschickt.
Volle Tage, trotz (oder wegen) Feiertag. Aber es ist auch schon wieder echt spät. Mal sehen, wie weit ich komme, bevor mir die Augen zufallen.
Gestern hatten die Kinder den obligatorischen 1. Mai-Marsch mit dem Korps. Es war WARM. In erster Linie jedenfalls. Morgens habe ich noch in Windeseile Michels Hose unten ausgelassen und oben enger genäht und die ganze Sache dann gebügelt. Auf die letzte Minute fertig geworden. Jaja. Für den 17. Mai ist ähnliches Wetter angesagt, da müssen wir vorher den Kindern noch kurzärmelige Hemden kaufen. Die gehen sonst ein in den Uniformen.
Nachmittags waren Herr Rabe und ich 30 Minuten joggen und ich bin jetzt dabei (in dieser Zyklusphase) fitter als Herr Rabe. Hähä.
Heute war erst Arbeit, zwei dicke und doofe Brocken erledigt, drülf weitere nicht geschafft. Tjanun. Dann in Rekordzeit aus Homeofficeschlumpf ausgehfein für ne Drag-Show gemacht, in den Supermarkt gedüst, den Kindern Pizza besorgt, zum Bahnhof gedüst und in den Zug gesprungen. Im Zug schnell aufs Klo, dabei ein Loch in den halterlosen Strumpf (she‘s a showgirl!) gerissen. Nicht so schlimm, der rutschte eh. Herr Rabe bot an, Ersatz zu besorgen. Ich wollte eigentlich mich dann noch im Zug der kaputten und rutschenden Strümpfe entledigen, aber der Zug war so voll, dass ich nicht zum Klo durchkam. Macht nichts, dachte ich, geht schon. Ging nicht. Die rutschenden Strümpfe machten mich nach 10 Schritten wahnsinnig und waren auch das Gegenteil von elegant. Würdelos stolperte ich mit an den entblößten Knien hängenden Strümpfen in das abgeranzteste Einkaufszentrum Oslos (Gunerius, für die Ortskenntlichen) auf der Suche nach einer Toilette, aber da war keine. Was da war, war so eine Fotokabine. Da ging ich rein und zog, immer noch würdelos, die Strümpfe aus. Die wanderten auch direkt in den Müll. Und ich, mit nackten Beinen, Herrn Rabe treffen.
Die Drag Show war super, nur leider recht dünn besucht. Dies ist eine kleine Aufforderung, Kunst, die man mag, auch tatsächlich anzuschauen. Sowas stirbt sonst, weil es sich nicht rechnet. Wir haben sehr viel gelacht und uns insgesamt super amüsiert.
Was ich allerdings nicht noch mal mache: meinen, ich könnte auf meinen mörderisch hohen Absatzschuhen (she‘s a showgirl!) bis zum Bahnhof laufen. Ich hatte meine Turnschuhe im Rucksack, das war gar nicht nötig, auf dem Hinweg hatte ich die hochhackigen Schuhe auch nicht an. Aber auf dem Rückweg war ich dann zu stolz und meine Füße werden mir das sicher die nächsten Tage noch übel nehmen.
Das sind nämlich echt hohe Schuhe. Und steinhart sind sie auch. Aber hübsch.