Tag 3796 und 3797 – Stundenweise.

Gestern habe ich tatsächlich geputzt. Ich war dabei sehr gründlich und habe auch „alles“ gemacht, aber dabei die Kinderzimmer ausgelassen, die sind echt alt genug dafür, da selber mal staubzusaugen und ich bin nicht deren kostenloser Roomservice. Als Herr Rabe nach Hause kam, fragte er, was ich sonst so gemacht hätte, und ich sagte (was der Wahrheit entsprach), ich habe nichts anderes gemacht. Anders gesagt dauert das sehr gründliche Putzen dieses Hauses einen Arbeitstag. Uff.

Abends war wieder Orchester, das war schön.

Heute habe ich, nach dem Putztag, gar nichts gemacht erst mal ein paar Folgen The Bear geschaut und dann zweieinhalb Stunden Schnee geschippt. Als ich fertig (und durchgeschwitzt und ordentlich genervt) war, kam dann auch der Heini, der ganz gut bezahlt wird dafür, hier ein mal mit seinem Traktor rauf zu fahren. Die Wärmekabel funktionieren so lala und in der Mitte dazwischen sammelt sich halt auch Eis an. Wir wollen alle nicht, dass dieses Eis irgendwann 40 cm dick wird. Und ich persönlich könnte mir auch vorstellen, dass eine etwas breitere Spur dazu beiträgt, dass ich nicht jedes Mal irgendwo rutsche.

Als ich wieder im Haus (und hungrig) war, fiel erst mal der Strom aus. Der Strom blieb dann auch für 2 Stunden aus. Zwei Stunden im Dunkeln sind schon lange. Zwei Stunden ohne Heizung, wenn draußen -11 Grad sind, merkt man auch relativ fix (ok, ich hatte auch vergessen, die Lüftungsklappen überall zuzumachen). Naja, wir haben Teelichter, einen Kamin und ein Messer, mit dem man, sehr zu Michels Erstaunen, Brot abschneiden kann. Inzwischen haben wir wieder Strom, wir konnten also auch was richtiges essen, aber es war schon wirklich sehr dunkel in diesen 2 Stunden.

Wir müssen dringend für den Sommer anleiern, dass die eine Terrassentür ausgetauscht wird. Die ist so undicht, dass es, trotz Thermostat auf kuschligen 25 Grad, zur Zeit immer super kalt im Hobbyraum ist.

Es soll bitte bald Frühling werden.

Tag 2659 – Wie ich mal voll stolz war…

… zum Zahnarzt gehen zu können mit blitzsauberen Zähnen, dank High-Tech-Luxus-Zahnbürste. Löcher hab ich ja nur minimale in zwei Backenzähnen, die sind nicht mal gefüllt, weil das scheinbar out ist, Löcher zu füllen die nicht größer werden und keine Beschwerden machen. Das ist immer langweilig, der Zahnarzt (oder in Deutschland war es noch die Zahnärztin, so lange habe ich diese Minilöcher nämlich schon) piekt dran rum, sagt dann „das ist alles fest, einfach beobachten“, ein minibisschen Zahnstein entfernen, einmal polieren und dann in nem Jahr repeat.

Aber heute früh rief leider die Sprechstundenhilfe an, der Zahnarzt sei leider mit krankem Kind zu Hause. Tjanun. Neuer Versuch in drei Wochen. (Und willkommen in Norwegen. Kann mir nicht vorstellen, dass das in Deutschland so passieren würde, aus gleich mehreren Gründen).

Jedenfalls habe ich jetzt ganz umsonst blitzsaubere Zähne. Aber das macht gar nichts, weil ich das Gefühl total mag. Die Zahnbürste war eine sehr gute Anschaffung. Falls Sie sich fragen, welche: es ist glaube ich die Nummer 3 des aktuellen Stiftung Warentest-Tests. Warum ausgerechnet diese? Tja, die günstigeren, ebenfalls sehr gut getesteten Alternativen sind hier allesamt nicht erhältlich und diese war im Angebot immerhin halbwegs bezahlbar, im Gegensatz zu Nummer 1 und 2, die eben nicht im Angebot waren. Mit der Zahnbürste kommt eine Reihe Schnickschnack, wie eine App, die anzeigt, wo man im Mund putzen soll und diverse Programme an der Zahnbürste selbst. Ich mache gerne abends „gum health +“, mit extra Massagefunktion fürs Zahnfleisch nach dem eigentlichen putzen. Morgens lieber „white +“. Am Wochenende, fürs Luxusgefühl, auch mal „deep clean +“. Echt viele Möglichkeiten und – das kann ich jetzt am Zyklusende verkünden – keinerlei Probleme mehr mit blutendem Zahnfleisch. Nix. Nada.

Beste Anschaffung. Freue mich jetzt drei Wochen lang drauf, den Zahnarzt davon zu erzählen.

Tag 1562 – Hummelbürste.

Heute nur kurze Meldung, ich bin bei so etwa 15 Stunden Arbeits- und Reisezeit heute und kann kaum noch grade aus den Augen gucken.

Ich habe heute morgen vergessen, meine Zahnbürste einzupacken. Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände und ich brauche auch keine Tipps zum immer gepackten Dienstreisenkoffer unter der Treppe, danke. Jedenfalls musste ich am Flughafen eine Zahnbürste kaufen und weil ich mich schämte, wegen Trotteligkeit die Umwelt mehr als eh schon zu belasten, kaufte ich so eine Bambus-Zahnbürste mit Synthetikborsten und eingepackt in beschichtetes Papier das sich voll scheisse recyclen lässt. Die heißt auf Englisch „bescheidene Bürste“, Herr Rabe benutzt die auch und in meinem müden Kopf kichert ein infantiles Humörchen die ganze Zeit über Hummelbürste.

Nach dem 1. Zähneputzen kann ich jedenfalls für mich feststellen: ich mag kein Holz im Mund. Welch widerwärtiges Gefühl.