Tag 3045 – Viel los.

Theoretisch hätte ich heute was zu erzählen, der Tag war voll und bestand zu einem Teil aus Detektivarbeit, aber praktisch ist es total spät. Dann muss ich Ihnen ein anderes mal erzählen, wie Pippi meinen (!) einen (!!) rosa Ballettschuh verklüngelte. Alles gut, die Ballettschule fand ihn und wir sind wieder vereint, sie dachten sogar „das könnte Renanas sein…“ bevor ich schrieb „habt ihr zufällig einen einzelnen Bloch Schuh in Größe 6C gefunden, weil wenn nicht, ist Pippi schlagartig ca. 400 Kronen ärmer…“. Aber… Rübennase! Orrr.

Tag 3032 und 3033 – News vom IT-Projekt.

Kurz erklärt: weiterhin alle komplett bekloppt da. Wenn ich (ich!) schon Wogen glätte, damit Leute sich nicht in Gruppenchats an die Gurgel gehen, sind Dinge definitiv entgleist.

Ansonsten hab ich bei der Arbeit tatsächlich durch Gemecker positive Entwicklungen bewirkt. Hilft nur nicht gegen den Frust, der sich einstellte, als ich gestern das Ergebnis der Gehaltsverhandlungen erfahren habe, denn in meinem Fall ist das – wieder – ein schlechter Witz, was dabei rausgekommen ist.

Zu Hause ist alles wie immer, das eine Kind schreit den Computer an (bzw. sein Telefon, wo er mit seinem Kumpel spricht, nur dass sie bei der Lautstärke eigentlich gar kein Telefon bräuchten) und das andere Kind bastelt sehr fitzelige und detailreiche Spielzeuge aus Papier, kleine Figürchen mit ihren eigenen winzigen Zahnbürsten, Schlafmasken und Bubble-Tea-Bechern, mit Schuhen zum Wechseln und einem Bett zum drin schlafen. Natürlich kann man alles abnehmen und miteinander kombinieren, wie bei diesen Anzieh-Bildchen aus Pappe früher, nur viel kleiner und mit viel mehr Kram. Wir finden nach so Bastelexzessen manchmal kleine Artefakte und freuen uns.

Morgen ist den ganzen Tag und bis abends soziales HalliGalli bei und mit der Arbeit, vielleicht kann ich deshalb zur Vorbereitung schon mal nicht schlafen. Es wird schon gehen, schon klar, ich habe auch bereits Maßnahmen(TM) angekündigt, damit ich nicht hinterher (wieder) komplett tot bin, aber Lust habe ich offen gestanden nicht darauf. Einfach gar nicht.

Tag 2922 und 2923 – Dänemark Tag 7 und 8.

Huch, schon ne ganze Woche rum!

Wir haben es immer noch ferienmäßig gut, spielen viel (gestern bis so spät, dass bloggen einfach nicht mehr drin war), chillen, bauen Lego und kommen nach und nach im Ferienmodus an. Für mich heißt das, dass ich zum Beispiel mal spontan Lust auf Eis kriege und dann abends mit Herrn Rabe halt noch nen Spaziergang zum Supermarkt mache (weil um 17 Uhr die Eisdielen schließen).

Leider ist Michel seit gestern krank und liegt eigentlich nur im Bett. Fieber, Kopfschmerzen, laufende Nase. Das Bettzeug haben wir schon x mal gewaschen, wegen heftigem Nasenbluten. Er betreibt scheinbar Aderlass über die Nase. Heute geht es schon besser, aber noch nicht gut. Immerhin hat er aber wieder gegessen.

Die Mädels kriegt man nur selten zu Gesicht, die spielen die ganze Zeit irgendwas mystisches und versuchen, uns Erwachsenen Zutrittsverbot zur oberen Etage zu geben. Herr Igelbert hat sie trotzdem heute mal zum Aufräumen gezwungen, denn sie hatten sehr fleißig gebastelt – aber ohne die übrig gebliebenen Mount Everests aus Papierschnipseln zu entsorgen. Sehr süß ist, dass Pippi den anderen beiden ihre norwegischen Bücher vorliest. Das übersetzen muss sie noch ein bisschen üben, aber es ist trotzdem SO NIEDLICH!

Hachz.

Tag 2865 – Sommerlich.

Der freie Tag wurde zum Aufräumen und Aussortieren genutzt. So langsam sieht es wieder mehr so aus, wie ich mir das wünsche und nicht so wie es normalerweise hier aussieht. Der Witz ist ja, dass wir alle eigentlich lieber aufgeräumt leben, aber ein paar von uns es einfach nicht schaffen. Der Witz ist ein schlechter, denn die Aufräum-Schlagzahl ist genau umgekehrt proportional zur Chaosmach-Schlagzahl bei den Bewohnenden des Rabenhauses (Vierbeiner ausgenommen).

Um uns zu belohnen, gingen wir Erwachsenen dann noch ganz allein ein Eis essen. Ganz romantisch an der Tanke. Aber man kann da gut etwas über 10 Minuten hin spazieren und dann wieder zurück, dabei schien die Sonne, es herrscht explosionsartiger Frühling, die Vögel singen und eine knappe halbe Stunde nervt niemand. Das war sehr schön.

Derweil machte wohl Michel im Ort Mist, gefährlichen Mist, den er auch nicht noch mal machen wird, weil er 1. eingesehen hat, dass das gefährlicher Mist war (japp, durch Schmerz) und ihn 2. eine unbekannte ältere Dame im Ort deshalb rund gemacht hat. Das rund machen hätte sie vielleicht respektvoller machen können, es schien sie auch (von der Erzählung her) nicht sonderlich interessiert zu haben, ob sich irgendwer weh getan hat, aber in der Sache hatte sie durchaus recht. Ich glaube, Michel hatte sich erhofft, dass ich ihm uneingeschränkt recht gebe, aber mein Mitleid wegen des Anschisses hielt sich doch sehr in Grenzen und meine Reaktion war auch eher „war doof, merkste selbst, ne?“.

Kinder, ey.

Tag 2847 – Alles gut.

Der Auftritt liegt hinter mir, es lief so ganz gut, denke ich. Der unmittelbare Eindruck war, dass es ganz gut war. Aktive Erinnerungen habe ich fast keine, das ist normal, vor allem, wenn nichts schlimmes passiert ist. Die Choreografie kam zu großen Teilen aus dem Rückenmark, was auch gut ist, dann habe ich nämlich Zeit, Spaß zu haben. Einmal wäre ich fast sehr wenig elfengleich in den Vorhängen (man läuft ja ständig rein und raus…) ausgerutscht, bekam aber grad noch so die Kurve und war nur einen halben Schritt zu spät beim nächsten (nahtlos angeschlossenen) Teil. Aber sowas korrigieren kann ich noch von früher, das hat ziemlich sicher niemand gesehen. Apropos von früher: all unsere schönen Bilder und Reihen und Aufstellungen waren (nicht nur) ein bisschen off, habe ich aus dem Augenwinkel gesehen, die waren aber so durcheinander, dass es auch nichts mehr gerissen hätte, wenn ich irgendwohin korrigiert hätte. So what, wir sind 12 Erwachsene, die das aus Spaß an der Freude machen, keine Formation. Fotografieren war nicht erlaubt, verständlicherweise, da zogen sich ja überall Leute ständig um, aber ein Bild von einem Teil des Straßenschuhhaufens habe ich machen können, ohne dass Menschen drauf sind:

Jetzt ist Tanzpause für mich bis nach dem 17. Mai.

Ansonsten gibt es von heute nicht so viel zu erzählen, eine Anekdote vielleicht, als Pippis Freundin N. völlig aufgelöst weinend bei uns vor der Tür stand, wir fragten, was los sei und sie rief: „GUCK was ich anhab! Eine Hose UND eine Draußenhose! UND einen Pulli UND eine Jacke! PAPA HAT EINFACH GESAGT, MIR SEI KALT!“ Herrn Rabe und mich hat das, nachdem sich Pippis Freundin einigermaßen beruhigt hatte und die beiden draußen mit ihren Rollern herumfuhren, doch sehr amüsiert (genau genommen prusteten wir beide mit dem Türklapp vor Lachen los). Wir dachten wirklich, es sei irgendwas ganz schreckliches passiert, dabei sind andere Eltern nur ebenfalls so rücksichtslose Monster, die ihre Kinder – wenn auch mit zweifelhaften Argumenten – zu wetterangemessener Kleidung zwingen.

Jetzt müde. Der Auftritt war nervlich zwar weniger schlimm als auch schon, aber hat doch einiges an Energie gekostet.

Tag 2819 – Grüße vom Meer!

Es ist ja schon sehr schön, in Laufweite vom Meer zu urlauben. Von der Schwägerin läuft man zum Strand (Steine, aber angenehm runde) eine knappe halbe Stunde. Man kann über den „Schafspfad“ zurück laufen (hin eher nicht, es sei denn man steht drauf, direkt am Anfang einen sehr sehr steilen Aufstieg zu haben) und hat dann noch ein bisschen frischen Wind um die Nase. Mit Glück trifft man ein Schaf. Auf dem Hinweg läuft man durch den pittoresken Ortskern eines Vorortes von Brighton. Das ist schon alles sehr üdüllüsch. Heute haben wir das bei schönstem Sonnenschein gemacht. Die Kinder haben am Strand auch die Füße ins Wasser gehalten (Michel mit Schuhen noch dran, die sind jetzt also frisch gewaschen…), es gab noch ein Eis hinterher und dann war allen ganz überraschend total kalt. Also, uns Erwachsenen nicht, aber den Kindern. Gut, dass sie bei meinem Schwager mitfahren konnten, so hatten Herr Rabe und ich sogar eine halbe Stunde kinderfreie Zeit zusammen. Auf dem Schafspfad. Hach.

Tag 2816 – Mitten in London.

Wir sind angekommen. Alle haben die Reise überstanden. Mit den Kindern reisen ist wie mit zwei tauben Säcken Flöhen, die seit Tagen nur Red Bull saufen, reisen. Ich bin jetzt fix und alle, ehrlich gesagt. Die zwei haben ein super Gespür dafür, immer gleichzeitig und immer, wenn der Lärmpegel von außen eh schon auf Anschlag ist, irgendwas ganz dringendes von mir zu wollen. Wenn ich allein heute für jedes „Mama“ 10 Kronen bekommen hätte, könnten Herr Rabe und ich davon vermutlich recht nett essen gehen.

Andererseits – die sind schon so groß, dass sie selbständig aufs Klo gehen, sich nicht mehr mit halbverdauter Milch vollkotzen und die allerschlimmste Pupshumorphase (die, wo es einfach schon irre lustig ist, wenn man Pups sagt) ist auch vorbei. Das bekommt man in so einem Flugzeug ja auch gern mal wieder vor Augen gehalten. Was sie aber immer noch machen, ist, mit großer Begeisterung Maiswaffeln (!) essen. Ich war davon ausgegangen, dass die mein Snack sein würden, aber stattdessen mampften die zwei innerhalb kürzester Zeit die ganze Packung weg und verschmähten Schokoriegel und Cracker.

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Ich habe keine Ahnung, wie unser Gepäck bei der Schwägerin ins Auto passen soll. Not gonna happen, würde ich sagen. Also das Gepäck würde schon gehen, aber nicht mit 5 Personen dabei.

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Aus Fehlern lernend habe ich dieses Mal, auch wenn wir nur anderthalb Wochen weg sind, die Spülmaschine nicht auf dem Weg aus der Haustür noch schnell angestellt. Stattdessen habe ich gestern schon das Sieb sauber gemacht, sie heute noch mal laufen lassen und danach noch mal mit so einer Reinigungstablette laufen lassen. Die über den Tag angefallen Gläser und Co. habe ich mit der Hand gespült. Jetzt können wir uns auf die Rückkehr zu einer blitzsauberen Waschmaschine (gestern noch mal mit einem Spülmaschinentab laufen lassen) und Spülmaschine freuen.

Tag 2801 – Popo.

Also vom Tag gibt es wenig zu berichten, mein Webinar war ersticht Bügelfreundlich und endete in einem Workshop, in dem leider alle außer mir und der Moderatorin komplett still und unsichtbar waren. Das kann ich wirklich nicht verstehen, wir sind alle Inspekteur*Innen und sollen unser Fachfeld diskutieren und dann kommt da buchstäblich gar nichts???

Danach schrieb ich ein bisschen an einem Report, flippte kurz wegen des IT-Projekts ein bisschen aus, fuhr Pippi zum Tanzen, lernte, dass Kuss auf Koreanisch Popo heißt, lachte darüber unangemessen viel, spielte Geige und brachte Michel ins Bett. Eragon metzelt sich durch die Gegend, Michel findet das gut, besteht aber auf Kuscheln zum Einschlafen. Ist ok, solange wir nicht wieder in eine Situation kommen, wo er zum Einschlafen zwei Stunden braucht. Und solange er nicht auf meinem Bauch herumdrückt, bloß weil er den „so schön bouncy“ findet.

Tag 2800 – Weg mit der Sieben.

Siebenen sind unsympathisch. Total. Bäh.

Vom heutigen Tag gibt es so mittelviel zu berichten. Ich hatte bei der Arbeit ein Webinar (das geht auch morgen und Donnerstag noch weiter), das allerdings zu Anfang eher mäßige Relevanz für mich hatte, weshalb jetzt sämtliche Blumen/Topfpflanzen mal geduscht haben und mein Bügelstapel um 50% geschrumpft ist. Ich hasse Bügeln, warum habe ich überhaupt Kleidung, die gebügelt werden muss? Die zweite Hälfte vom Webinar habe ich aber tatsächlich konzentriert zugehört und was gelernt.

Danach ging der Arbeitstag aus Gründen steil bergab.

Um halb vier wunderte ich mich dann doch so langsam mal, wo Michel eigentlich bleibt. Der hatte halt nur seinem Vater Bescheid gesagt, dass er nach der Schule mit zu einem Kumpel geht. Der Vater war aber im Büro.

Abends war ich beim Ballett und bin jetzt komplett platt. 5 Minuten Kinder-Warm-up (wir hopsen im Kreis und so, wirklich wie beim Kindertanz), 20 Minuten Stange, 5 Minuten Mitte, 30 Minuten Choreografie. Mir lief schon nach der Hälfte der Stange der Schweiß. Die Choreografie ist noch neu und ich hab noch nicht raus, wo man schnell mal tief Luft holen kann, bevor es lächelnd und elfengleich weiter geht. Ächz. Wie Michel hinterher so lieb meinte (als ich ihm vorlas) „Mama, das ist nicht böse gemeint, aber ich glaub du musst mal duschen.“.

Tag 2790 – Knete.

Pippi hat heute Übernachtungsbesuch. Ihre Freundin M., mit der sie auch schon zusammen im Kindergarten war und jetzt in einer Klasse ist (meine erste Begegnung mit M. war, dass ein anderes Kind bei der Eingewöhnung von Pippi krähte „M. HAT IN DIE SPIELKÜCHE GEPULLERT!“ und mit Spielküche tatsächlich das Möbelstück meinte, aber das ist ein anderes Thema) ist heute schon seit mittags hier gewesen und wir waren unter anderem mit den beiden und dem Nachbarsmädchen N. Schlittschuhlaufen. Dieses Mal in strahlendem Sonnenschein statt im dichten Nebel, was wirklich sehr schön war. Ich hoffe, dass sich das Eis noch ein bisschen hält, für die Kinder ist das echt super und manche Erwachsene (also… wir) fahren ja auch sehr gern ein bisschen im Kreis herum. Aber ich schweife schon wieder ab. Auf der Rückfahrt unterhielten sich die Mädchen darüber wie lange sie sich schon kennen (naja, das halbe Leben ist schon auch nicht wenig) und was sie alles schon miteinander erlebt haben. Und so durften wir folgendes Gespräch belauschen:

„Weißt du noch, wie I. [Sohn der Nähmutter, Anm. d. Red.] im Kindergarten einen Wettkampf hatte, wer am meisten Knete essen kann?“ „Ja, hehe, du hast voll viel Knete gegessen.“ „Ja, ich hab gewonnen!“

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Related dazu wissen wir jetzt auch, dass Pippi nicht gern mit Knete spielt, weil sie das an den Händen eklig findet. Interessant. Und nein, Pippi war nicht das Kind, das den Kneteesswettbewerb gewonnen hat.