Tag 3634 und 3635 – Endspurt.

So, Urlaub. Morgen noch fünf Minuten arbeiten, weil eine Firma heute erst um halb acht abends was (fristgerecht) eingereicht hat und ich da schon am Grillen war. Aber dann ist es auch echt gut. Bis Mitte August. Hurra.

Gestern war ansonsten das ereignisreichste, dass die Züge zurück von der Arbeit nicht fuhren und Herr Rabe und ich ein bisschen in Oslo festsaßen, wo wir gezwungenermaßen Eis essen mussten. (Die Eisdiele erfordert bessere Planung. Merken für‘s nächste Mal. Es war voll und Leute standen vor dem Tresen und gingen davor auch immer wieder auf und ab und dann sollte ich bestellen, bevor ich überhaupt den ganzen Tresen gesehen hatte. Ahaha. Nein. Totale Überforderung. Und dann bin ich leider angehalten und es geht bei mir alles noch langsamer.)

Heute hatte Pippi einen Abenteuertag. Erst war sie mit Herr Rabe bei der Arbeit und hat jetzt eine neue Freundin, nämlich die Tochter der Chefin von Herrn Rabe, die auch mit zur Arbeit geschleift wurde. Abends waren wir Grillen mit Herr Rabes Band und die anderen beiden haben nur Söhne, also dümpelte Pippi mit vier Jungs zwischen 8 und 13 Jahren herum und machte sehr viel Quatsch. Irgendwann wollten sie zur neuen Schule (die ist da 100 Meter entfernt), was sie auch durften, da kletterte Pippi auf einen Baum und kam nicht mehr herunter, weil sie oben der Mut verließ. Mit gutem Zureden von Herr Rabe, den einer der Jungs geholt hatte, ging es dann. Zurück auf dem Hof brachten die Kinder Wasserbomben zum Platzen, weshalb wir ein triefnasses und dreckiges Kind mit nach Hause nahmen. Selbiges ging dann duschen und schlief danach wie ein Stein zufrieden ein.

Das andere Kind hat derweil heute ganze drei mal nach Bildschirmzeit gefragt (und drei mal 15 Minuten bekommen), scheint also eine gute Zeit zu haben.

Tag 3633 – Beim vierten Mal geht’s.

Heute habe ich Michel beim Korps-Sommerkurs abgeliefert. Dieses Mal ist er beim „roten“ Kurs, das heißt, er bleibt da jetzt bis Samstag und die Kinder sind älter, halt so Jugendschule-Alter, 8.-10. Klasse. Die Stücke sind auch fortgeschrittener. Gestern wollte Michel dafür extra schon ganz früh packen und war dann etwas angefressen, dass ich gesagt habe, er kann den Koffer noch nicht zu machen, er muss ja noch Zähne putzen und so. Heute trippelte er dann ab viertel vor neun neben mir rum, während ich noch eine Inspektionsankündigung verschickte, und wollte unbedingt los. Als wir da waren, setzte ich mich durch und bezog sein Bett, durfte dann gnädig noch mal schnell aufs Klo (und da haben die fancy Spülkästen, gucken Sie mal unten) und wurde dann mehr oder weniger höflich hinauskomplimentiert.

Ich freue mich ehrlich, dass Michel sich darauf freut und gerne da ist. Der Weg dahin war ja etwas holprig und im ersten Jahr, als er sich komplett weigern wollte und wir ein kreuzunglückliches Kind ablieferten (mit dem wir abgemacht hatten, dass wir es nach einer Nacht abholen, wenn es gar nicht geht) war ich offen gestanden sehr im Zweifel über unsere elterlichen Methoden, die beinhalten, dass man manche Kinder zu ihrem Glück manchmal zwingen muss. Aber dann holten wir nach dem Kurs ein sehr zufriedenes und mindestens 10 cm größeres Kind ab. Das zweite Jahr war dann etwas weniger Drama, das dritte Jahr nur noch symbolischer Protest (am schlimmsten war da, dass Pippi dort zeitgleich ihren Kurs hatte, glaube ich) und nach jedem Kurs fragte Michel, ob er im nächsten Jahr wieder zu dem Kurs könne. Und jetzt eben tatsächliche Vorfreude. Hach.

(Jaja, bestimmt Stockholmsyndrom. 50€ in die Therapiekasse.)

Tag 3626 – Huiuiui.

Der Tag begann mit einem hitzigen Gespräch bei der Arbeit, wo ich mich… Dingen verweigert habe. Und stolz drauf bin. Weil ich diese Dinge auch wirklich moralisch komplett daneben gefunden hätte und maximal unter Zwang gemacht hätte. Und in einer Umgebung, wo man mich dazu gezwungen hätte, hätte ich wohl nicht weiter arbeiten wollen. So kann ich vorerst meinen Job behalten und noch in den Spiegel schauen, yeah, I guess. Aber das Gespräch war von einer Qualität, die machte, dass Herr Rabe ab und an mal angespannt rüberguckte und wohl auch überlegte, ob er da bleiben muss, um mich hinterher zu trösten.

Danach atmete ich ein paar mal sehr tief durch und fuhr dann Pippi nach Hamar, zum Sommer-Korps-Kurs. Da ist sie jetzt bis Donnerstag. Das wird sicher gut, wir haben schon Bilder zugeschickt bekommen und mit ihr telefoniert. Nächste Woche ist dann Michel dran. So haben wir auch mal ne Weile jedes Kind alleine, das tut denen und uns auch mal gut.

Am Nachmittag passierten Dinge, die ich erst morgen fertig erzählen kann, weil ich nichts beschreien will. Da bin ich abergläubisch. Abends verbrachte ich deshalb aber wieder einige Zeit mit meiner Excel-Tabelle.

Zwischendurch holten wir noch Michels neue Brille ab. Das Modell, das er letzten Herbst bekommen hat, war zu hastig ausgesucht und wurde wegen unbequem dann nicht getragen und ging auch irgendwie dauernd auf mysteriöse Weise kaputt. Nun ja. Wir haben daraus gelernt, dass das ADHS-Kind, auch wenn es nicht will, Zeit darauf verwenden muss, eine Brille auszusuchen, die es dann auch trägt. Weil es sonst echt teuer wird.

Ebenfalls abends habe ich endlich mal wieder Geige gespielt. Das war seit dem Hauskauf komplett hinten rüber gefallen. Das hat mich unzufrieden gemacht und leider habe ich auch Hornhaut an den Fingern und Technik verloren. Jetzt muss ich mich langsam wieder dran gewöhnen. Daran, und an Sport. Letzteres habe ich heute aber lieber gelassen, nach den Ereignissen des Tages hatte ich Kopfschmerzen, erfahrungsgemäß ist Sport da nur so ne mittel gute Idee, leider. Aber da war ich auch nicht ganz so faul undiszipliniert aus der Routine, wie beim Geige spielen.

Jetzt Bett, es ist dringend nötig. Gestern war es viel zu spät.

Tag 3619 – Blöd alles.

Blöden Kacktag bei der Arbeit gehabt. Haus nicht verkauft. (Allerdings hatte der potentielle Käufer wohl davon gefaselt, um den Garten rum ganz viel Thuja zu pflanzen, damit bloß keine Nachbarn reingucken können und das fände ich dann doch ziemlich herzbrechend, da grabe ich den Holunder doch noch aus vorher.)

Abends einen ziemlichen Haufen Geld für Kinderunterwäsche ausgegeben und dann noch neue Brillen geordert. Hilft ja alles nichts.

Michel will seine Haare schneiden, wegen Gruppendruck von seinen Kumpels, in etwas, das ich pottenhässlich finde (einen Wolf Cut, ich finde das sieht aus wie nicht oder schlecht geschnitten). Ich würde das gerne verhindern, aber das wäre vermutlich schlechte Elternschaft. Außerdem geht man echt lange in den Knast für prophylaktische Serienmorde an sämtlichen norwegischen Friseur*innen.

Schön war, mit Herrn Rabe eine Folge The Residence zu gucken, das ist eine ganz schöne Serie auf Netflix. Man lernt dort viel über Vögel.

Gucken Sie mal, wie schön der Holunder blüht!

Leider gibt es keine Geruchsfotos, aber der Busch duftet meterweit.

Tag 3563 und 3564 – Normaler Arbeitswahnsinn.

Nach der Inspektion ist sowohl nach der Inspektion und auch nach der vorherigen Inspektion, als auch vor der nächsten Inspektion. Ich schreibe also zwei Reports und bereite die nächste Inspektion vor. Zwischendurch teste ich im IT-Projekt rum, wo sie in den letzten knapp drei Jahren NICHTS gelernt haben und wir wieder alles auf den letzten Drücker auf den Tisch kriegen und dann heißt es sinngemäß „wenn ihr dazu nicht ja sagt, verzögert ihr das ganze Projekt ganz massiv und das kostet dann irre viel Geld“. Ich hab das ja schon mehrfach gesagt, aber dieses Projekt geht mir SO auf den Senkel. Gestern habe ich gleich zwei Kolleginnen wirklich fies angeranzt, weil mein Geduldsfaden von diesem Projekt schon auf dem Weg zur Arbeit komplett aufgebraucht worden war. Also so, dass sich Leute umgedreht haben, wer da so rumkeift. Ich HASSE dieses Projekt.

Ach ja: es ist wieder soweit, es wird gemunkelt, dass wir dieses Jahr auch wieder streiken. Ich habe also heute Urlaub beantragt für die Tage, wo ich frei haben muss, weil ich private Pläne habe. Genehmigter Urlaub kann auch im Fall eines Streiks wahrgenommen werden. Überstunden abfeiern nicht. Aber ich habe echt viele Urlaubstage übrig, insofern passt das schon. Ich überlege immer noch, ob ich der Gewerkschaft schreibe, dass ich aus gesundheitlichen Gründen bitte vom Streik ausgenommen werden will. Letztes Jahr war wirklich kein Spaß und ich nicht nur am Rande des Nervenzusammenbruchs.

Heute hatten wir ein Gespräch mit der Schulleitung, um über die Situation mit der Klassenlehrerin von Michel zu sprechen und es war wirklich gut. Zum ersten Mal habe ich in einem ernsten Gespräch mit der Schule das Gefühl gehabt, dass uns erst mal geglaubt und zugehört wird und nicht in erster Linie die Schuld bei Michel gesucht und jeglicher Anteil, den die Erwachsenen an der Eskalation haben könnten, abgeblockt wird. Das geht jetzt so seinen Gang. Es sind aber auch nur noch 33 Schultage auf dieser Schule für Michel, es ist also, egal wie es läuft, ein Ende in Sicht. Ich wünsche mir für ihn nur, dass es ein gutes Ende wird und er nicht mit dem Gefühl, dass man von den Erwachsenen in der Schule keine Hilfe bekommt, wenn andere Erwachsene sich daneben benehmen, die Schule wechselt.

Pippi hat sich einen Milch-Eckzahn rausgerupft. Bis der endlich draußen war, war aber heute alles komplett falsch und ein riesiges Drama wegen jedem Pups. Ich finde das sehr anstrengend. Sie sicher auch. Aber ich hoffe echt, bis zum nächsten Wackelzahn ist es noch etwas hin.

Außerdem war heute irgendwas mit dem Wetter, am späten Nachmittag explodierte plötzlich mein Kopf und ich musste mich ins Bett legen, wo ich dann auch erst mal eingeschlafen bin. Bis dahin war alles gut, gestern bin ich sogar vor Energie überschäumend abends eine Runde joggen gewesen und es war zum ersten Mal nicht total ätzend sondern tatsächlich ok. (Meine Laufschuhe waren die Investition wert, ich merke, dass ich damit mehr bouncy laufe und nicht so hart in die Knie knalle. Das macht auch gleich mehr Spaß.)

Tag 3562 – Tanzshow und Rest vom Wochenende.

Heute hatte Pippi ihre Tanzaufführung und meine Güte, ist die groß geworden. Ich habe leider davon kein vernünftiges Foto machen können, weil die Zappelmaus ständig herumhampelt, aber mit so einem strengen Ballett-Dutt und einem Trägertopp mit Strickjäckchen drüber sieht sie einfach aus, wie ein richtiges Ballettmädchen. Da ich ihr außerdem meinen langen Hals vererbt habe und sie alterstypisch eigentlich nur aus Armen und Beinen besteht, nochmal extra doll. Natürlich hat sie auch am allerbesten von allen getanzt, da bin ich selbstverständlich ganz neutral und objektiv.

Was sie tatsächlich ist, ist die größte in ihrer Gruppe. Aber es steht ja auch an, dass sie die Gruppe wechselt, weil sie nach dem Sommer ja schon in die 5. Klasse geht. Meine Güte, wo ist die Zeit geblieben, die war doch neulich noch so (hier Andeutung von irgendwas in Oberschenkelhöhe vorstellen).

Ich sehe schon kommen, dass wir zum nächsten Semester schon wieder neue Ballettsachen kaufen müssen, weil sie da einfach rauswächst.

Auch der Rest der Show war sehr gut. Die haben da schon wirklich gute Tänzerinnen in der Ballettschule. Und eine nicht mal volle Hand Jungs, alle im HipHop und alle noch unter 12. Eine Schande.

Danach machten wir, also Herr Rabe und ich, Wochenenddinge, wie Sport, Bandprobe und Wechseln des Aquarienwassers. Wie immer halt.

Eine weitere wirklich gute Nachricht: der Frühling ist da. Besorgniserregend früh und viel zu trocken, Klimakrise sei dank, aber dass man ohne Winterjacke raus kann und alles wieder grün wird und die Vögel singen kann mich ja trotzdem freuen. Die dicken Hummeln sind auch wieder unterwegs (und sterben unter Linden, das macht mich traurig, warum sind Hummeln so dumm?). Ehrlich gesagt freue ich mich zu dieser Zeit über jedes Zeichen von Leben, selbst über die dicken Spinnen, die sich jetzt wieder auf den Terrassenplanken sonnen. (Solange die draußen bleiben, können die auch unter der Terrasse wohnen, da bin ich ja großzügig. Ich hätte nur gerne so nen Spinnen-Bannkreis etwa auf der Schwelle der Terrassentür.) Gartentechnisch bin ich gespannt, ob ich dieses Jahr die Weide zu starb beschnitten habe, auch wenn Herr Rabe sagt, das sei quasi nicht möglich.

Tag 3560 und 3561 – Yeah!!!

Als ich beim Kindertanz war, vor ganz vielen Jahren, hatten wir eine Choreografie auf Cancan (das One-Hit-Wonder von Offenbach). Die war sehr lustig und wir hatten bunte Röcke und Schlüpper mit Rüschen auf dem Po.

Heute habe ich wieder Cancan getanzt, aber ohne Rüschen auf dem Po. Die wiederum wurden als Burlesque-Kostüm vorgeschlagen. Aber heute war Ballett, ganz seriös also, und sehr wenig Showgirly (schade, aber da sind ja hauptsächlich Kinder, nicht das Moulin-Rouge-Publikum). Es hat sehr viel Spaß gemacht, obwohl das wirklich ein saumäßig anstrengender Tanz ist. Und ein bisschen Showgirl kann man ja trotzdem machen, zum Beispiel mit dem Gesicht. Wir hatten durchgesetzt, dass wir mehr Make-Up tragen durften als sonst so und man sieht zwar (im Gegensatz zum Burlesque) das Publikum nicht, aber das macht ja nichts, man kann ja trotzdem in das schwarze Loch reingucken und ein bisschen breiter lachen als sonst so. Wenn man tatsächlich Spaß hat, ist das auch ganz leicht. Ich weiß nicht, was da passiert ist, aber ich fand heute auf der Bühne stehen gar nicht gruselig schlimm, sondern sehr empowernd. Verrückt.

Allerdings ist mein linkes Bein jetzt echt Matsche und mein Rücken freut sich auch drauf, dass ich das mit dem Radschlagen erst mal wieder lasse.

Übrigens auch total verrückt: ich bin in der Balletttruppe die größte. Ich bin ja gar nicht groß, genau genommen bin ich exakt durchschnittlich groß, in Norwegen einen oder zwei cm unter dem Durchschnitt sogar. Es ist jedenfalls extrem ungewöhnlich, dass ich irgendwo die größte bin. Auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass Leute, die mich nur von Bildern kennen, denken, ich sei sehr groß irgendwie. Bin ich nicht. (Ich bin eine Sitzriesin, mein Oberkörper ist im Verhältnis zu den Beinen sehr lang, aber das ist eine andere Geschichte.)

Apropos groß: nach dieser aufregenden Sache war ich dann noch mit Michel Marschschuhe kaufen. Nachdem Pippi neulich ja schon Größe 37 brauchte, hat Michel jetzt Größe 39. Also meine Schuhgröße. Die wachsen echt wie Unkraut, diese Kinder. Und auch für Michel kommen die Schuhe jetzt aus der Damenabteilung, weil es Kinderschuhe bis maximal Größe 37 gibt (meist nicht mal das), Herrenschuhe aber erst ab 41. Keine Ahnung, was männliche Jugendliche machen sollen. Oder generell Männer mit kleinen Füßen. Gut, dass Füße sich nicht an den als für Frauen(TM) deklarierten Schuhen stören können.

Tag 3538 – 3540 – Viel.

Hier ist ein bisschen viel los und zusammen mit der Zeitumstellung von letzter Woche, die immer noch mit sich bringt, dass ich viel zu spät ins Bett komme, ist das alles nicht so gut.

Donnerstag war ich im Büro, dann da beim Sport und dann wollte ich mir noch kurz die Haare schneiden lassen, was dann aber länger dauerte wegen Wartezeit und dann war es nicht mal gut. Was mir aber erst heute so richtig auffiel, dass zum Beispiel um die Ohren rum nicht richtig geschnitten wurde, sodass da noch lange Haare abstehen. Jedenfalls war es Donnerstag dann am Ende spät.

Gestern habe ich einige Überstunden gemacht, damit ein Report eventuell Montag fertig werden kann. Das ist langweilig für Sie zu hören. Das interessanteste, was passiert ist, war, dass ich bei einem Zuhör-Meeting erfahren habe, dass manche Männer sich Eigenfett an ihren Willy transplantieren lassen, damit der dicker wird. Ja. The more you know.

Heute habe ich Michel und seine Kumpels ins Kino gebracht, die haben den Minecraft-Film angeschaut. Das war wohl gut. Danach bin ich mit Pippi nach Oslo gefahren (wo Herr Rabe heute einen Workshop hatte) und habe viel Geld ausgegeben. Pippi hat jetzt „Marschschuhe“, die ihr passen, also komplett schwarze, bequeme Turnschuhe mit guter Sohle, um damit am 17. Mai den ganzen Tag zu marschieren. Aus der Damenabteilung, weil Pippi für eine Neunjährige enorm große Füße hat. Außerdem hatte die Damenabteilung ein viel größeres Angebot. Ich habe jetzt richtige Laufschuhe, für meine gelegentlichen Joggingtouren. Mit Laufbandanalyse und Fußabdruck-Analyse und allem. Wenn man da hin geht und sagt „Ich hasse laufen, aber ich mache es halt und die Schuhe sollten mich vielleicht nicht auch noch daran hindern“ verstehen die das erstaunlich gut und jetzt habe ich einen soliden Hobbyschuh mit guter Dämpfung, der breit und stabil ist und mit dem man keine Rennen gewinnt, aber der die Gelenke nett behandelt. Das war auch ein relativ günstiges unter all den absurd teuren Modellen.

Pippi hat in Oslo ein Dubai-Eis gegessen, das ihr gar nicht mal so gut geschmeckt hat. Aber wenn man neun ist, muss man das grade trotzdem haben.

Danach war ich ziemlich gar und bin im Zug nach Hause eingeschlafen. Anstrengend, dieses draußen sein.

Tag 3533 – So groß!

Pippi, die kleine Zwergmaus, braucht für die Ballettaufführung ein weißes Spaghettiträgertop. Ein solches zu bekommen ist zur Zeit ein ziemliches Projekt. Denn Mädchen mit Größe (so grob) 140 tragen keine normalen, engen, weißen Spaghettiträgertops. Sie können ganz einfach nicht. Was sie tragen können, laut Läden, sind alle möglichen mehr oder noch mehr gruseligen Varianten von bauchfrei und gleichzeitig extrabreit. Für Mädchen in dem Alter einkaufen ist eh schwer, weil ich nicht finde, dass die rumlaufen müssen wie zu klein geratene 15-Jährige, aber die Läden finden das schon. Wenn man dann noch etwas ganz spezifisches braucht, das zwar simpel aber grad nicht in Mode ist… ja, viel Spaß.

Ich war wirklich drauf und dran, was zu nähen, aber scheue vor den Trägern zurück, die werden bei mir höchstwahrscheinlich ömmelig (sowohl aufgrund von Können als auch aufgrund von technischer Ausstattung, die ich hier habe). Lieber 15 T-Shirts als ein Spaghettiträgertop.

Aber dann fanden wir in exakt einem Laden ein einsames, weißes Spaghettiträgertop in XS für Damen. Das ist ein bisschen lang, weil vor allem die Träger zu lang sind, aber die kann man ja kürzen. Halleluja, Operation weißes Top abgeschlossen.

Pippi freut sich übrigens am meisten darauf, dass sie dann einen Ballettdutt kriegt. Denn dann müssen wir ihr Gel oder Ähnliches kaufen, um die fusseligen Härchen anzukleben. Bei der Ballettaufführung ist Haarspray verboten (ganz einfach weil man sonst in der Umkleide erstickt, wenn da 100 Mädels gleichzeitig ihre Haare mit Haarspray fixieren). Und ich sage es mal so: so lange die Diskussion ist, dass sie unbedingt Haargel haben will, und nicht, dass sie unbedingt rumlaufen will wie Christina Aguilera anno 1999, bin ich zufrieden. Weil letzteres kommt auch noch, ganz bestimmt.

(Ja, ich höre mich an wie meine eigene Mutter und beide Omas. Merke ich selber und finde ich in dem Fall auch gar nicht schlimm.)

Tag 3532 – Nicht viel zu erzählen.

Aber gute Nachricht: Pippi geht es viel besser. Sie quatscht einem wieder drei Schnitzel an die Backe und singt wieder den ganzen Tag. Sie verstreut zwar nach wie vor überall gebrauchte Taschentücher, aber auch das bedeutet immerhin, dass sie Taschentücher benutzt und nicht Ärmel und Ähnliches. Think pink.

Apropos Pippi singt: zur Zeit mag sie sehr gerne das Lied „Willst du“ von Alligatoah. Ich kann das verstehen, ich mag das auch. Allerdings hoffentlich aus ganz anderen Gründen. Weil ich hoffe, dass sie den Text nicht versteht. Ähäm. Generell ist Alligatoah jetzt vielleicht nicht die optimale Musik für eine Neunjährige. Dann doch lieber Nina Chuba.