Tag 3850 – Gut.

Geigenstunde war richtig gut. Also, ich hab gut gespielt von Anfang an (das ist ja schon mal was. Nach nur zwei oder drei? Jahren oder so habe ich aufgehört, mich jedes Mal vor meinem Lehrer halb einzupullern vor Angst). Dann habe ich Tipps bekommen und dann habe ich tatsächlich direkt noch besser gespielt und dann noch mal besser und das war alles sehr sehr gut fürs Selbstwertgefühl. Dann haben wir noch kurz die neuen Stücke fürs Orchester angeschaut, das ist moderner Folk, was ich einfach noch nie, überhaupt gar nicht, gespielt habe. Habe ein paar Tipps fürs Feeling bekommen und bin dann sehr zufrieden nach Hause gefahren.

Da habe ich Michel beim Aufräumen und Staubsaugen ein Stück weit geholfen (das war anstrengend) und dann hab ich kurz mit dem Lieblingskollegen telefoniert, was sehr nett war. Wir haben beide nämlich bis zur letzten Minute prokrastiniert, zu den angekündigten Organisationsänderungen unseren Senf dazu zu geben. Also haben wir kurz darüber gesprochen und dann… über alles mögliche andere. Musik, zum Beispiel.

Abends habe ich gekocht, sehr leckeres Curry mit Lachs, und dann versucht, Pippi ins Bett zu bringen. Das hat nicht so funktioniert, weil sie wieder nicht schlafen kann. Aber immerhin konnte ich bei dem Versuch Folge 5 von Heated Rivalry gucken (mit Kopfhörern und so, dass Pippi auf keinen Fall was davon zu sehen bekommt). Und Folge 6, nachdem Herr Rabe mich abgelöst hat. Hach, das war so schön. Wenn man einer Serie über schwule Icehockeystars nicht abgeneigt ist, in der es auch sehr viele sehr explizite Szenen gibt, ist das eine sehr schöne und romantische Serie. Der Hype ist wirklich gerechtfertigt.

Tag 3789 – Sofatag.

Ähm ja, ich habe das mit dem Alkohol heute früh bereut. Erst, weil ich mitten in der Nacht raus und pullern musste (ich hasse das. Da wird man kalt und wach bei. Wäh.), dann, weil ich sehr schlecht geschlafen habe und zu guter letzt, weil ich natürlich eine fulminante Migräne bekommen habe. Aber wozu hat man Urlaub, wenn nicht dazu auch mal einen Tag wirklich komplett durchzuhängen. Ich habe Tee und Kaffee auf dem Sofa getrunken, Kekse gegessen, Drag Race geguckt, Herrn Rabe beim PlayStation spielen zugeguckt und das war’s dann auch schon. Da mein Körper auch endlich den Zyklus beendet und einen neuen angefangen hat, fand ich, ich habe auch verdient, in eine Decke gewickelt vor mich hin zu leiden. Jetzt werde ich noch ein bisschen lesen und dann ist morgen ein neuer Tag mit mehr Aktivität.

Tag 1612 – Unzufrieden.

Heute den ganzen Tag im Großen und Ganzen vergammelt und das war zwar nötig, andererseits bin ich auch jetzt unzufrieden mit meiner doch sehr überschaubaren Gesamt-Tagesleistung. Dazu kommt, dass die Kinder dann auch nicht ausgelastet sind und eigentlich den ganzen Tag nur nerven, aka meine Aufmerksamkeit, aber, nee, ich bin mit Gammeln beschäftigt.

Gammeln brachte auch eine sehr ausgedehnte Social-Media-Runde mit sich und das tut mir auch grad (haha, grad, as if) alles nicht gut und da ist eine Pause fällig. Bald. Demnächst.

Es ist nicht wie eine Sucht, es ist eine.

Tag 1324 – Eigentlich…

… müsste ich ins Bett. Aber ich bin ja gar nicht müde. Morgen früh bin ich dann wieder super müde, jaja, aber jetzt halt nicht.

… müsste ich duschen. Dann muss ich nicht morgen früh duschen. Aber ich hab keine Lust.

… müsste ich noch mindestens einen Liter Wasser trinken. Und Sport machen. Ich möchte so viel. Nähen. Alte Freunde anrufen. E-Mails schreiben. Brotdosen fertig machen. Sinnvolle Blogeinträge schreiben.

Aber RuPaul läuft. Was will man machen? Es liegt hier quasi ein Sachzwang vor.

___

Eins muss ich aber noch kurz loswerden: heute haben wir im Kurs Übungsaufgaben für das Examen bearbeitet. Ich weiß jetzt

  • Der Kurs war eine sehr schlechte Vorbereitung auf das Examen
  • Mein Job ist eine sehr gute Vorbereitung auf das Examen
  • Das würde ich vermutlich mit links bestehen
  • Weil ich aber wieder! Andere! Qualifikationen! Nicht! Habe! (unter anderem fehlt mir ein (1) Monat Arbeitserfahrung), müsste ich ziemlich viel Überzeugungsarbeit in meinen Zertifizierungsantrag stecken, um zu zeigen, dass ich die formellen Kriterien trotzdem erfülle und werd mir das Examen wohl sparen

Ich könnte mich darüber aufregen, aber was soll’s. Das ist es nicht wert. Falls ich in 5 Jahren doch nen anderen Job haben will, passt das mit der Arbeitserfahrung und auch in 5 Jahren erledige ich das Examen auf ner halben Arschbacke. So what.

(Und erstmal 160 Stunden Kurs verlangen ist natürlich ein Top Geschäftsmodell für einen Kursanbieter slash Zertifizierungsbetrieb.)