Tag 3008 – Wochenendlich.

Hier passiert, was am Wochenende halt so passiert, außer dass Pippi nicht da ist (und dementsprechend auch nicht 1-3 Nachbarsmädchen plus Pippi hier rein und raus laufen als wären wir eigentlich nur eine drei-Häuser-WG). Herr Rabe war bei der Entsorgungsstation, Gartenabfall weg bringen. Ich war einkaufen. Morgen holen wir die Schweinchen rein. Die versuchen schon seit Wochen, sich Winterspeck anzufressen. Ich glaube ihr Ziel ist die Kugel, wir schmeißen schon ständig Futter rein und werden trotzdem, sobald wir uns in der Nähe des Käfigs zeigen, gierig angequiekt.

Heute Abend haben wir Erwachsenen mit Michel den ersten Teil der Hobbit-Reihe geguckt. Das war ganz schön, verdeutlichte aber auch, dass wir über kurz oder lang (eher kurz) einen neuen Fernseher werden kaufen müssen. Unser hat nämlich mittig einen grünen Fleck, der immer größer wird. Laut Internet ist das bei den 1. Generation OLED dieser Marke wohl manchmal so und machen kann man da nicht viel. Alles was man machen kann (Kalibrations-Kram und zurücksetzen und so weiter), haben wir versucht, aber erfolglos. Jetzt sehen halt alle Figuren immer aus, als müssten sie brechen. Und der weiße Ork ist hellgrün. Wunderschön. Nicht.

Ich habe eine neue Weirdo-Erkenntnis über mich. Ich habe ja quasi schon immer irgendwelche Musik über Kopfhörer gehört, während ich irgendwo hin gegangen bin, zur Bahn, zur Schule, nach Hause, egal. Immer Musik. Genauso lange bewege ich dabei auch meine Hände, meistens spiele ich Luftgitarre und/oder Luftschlagzeug oder Luftdirigiere. Auch genauso lange unterdrücke ich das auf ein Minimum, weil mir sehr klar ist, wie weird das aussieht. So langsam bin ich aber alt genug, um zu erkennen: who cares. Ich jedenfalls nicht. Ich höre Musik, ich habe den körperlichen Drang, mich dazu zu bewegen, es ist nur eine Stunde die Woche Tanzen* und mir ist echt egal, ob random Leute auf der Straße denken, die Frau da, die ist aber seltsam. In der letzten Woche habe ich das (abends, im Dunkeln, weil ganz so mega mutig bin ich da doch noch nicht) dann mal nicht unterdrückt und siehe da – es macht mich sehr sehr glücklich, wenn ich meine Arme einfach wedeln lassen kann. So glücklich, dass ich grinsend die Augen schließe und auch schon mal fast zu weinen angefangen habe. Das ist nicht mal sehr koordiniert, sondern einfach was ich zur Musik so fühle untermalend. Manchmal macht der Kopf auch noch mit und irgendwann heute hab ich sogar mitgesungen. Das sieht höchstwahrscheinlich schon von Weitem ziemlich außerhalb der Norm aus. Und es ist mir egal, es fühlt sich echt einfach so gut an. Ich hoffe, ich kann das auch irgendwann im Hellen. Also wenn Sie mal eine Frau Ende 30 mit Sonnenbrille die täglich gleiche** Route spazierrennen sehen, und diese Frau wedelt dabei sehr engagiert mit den Armen herum, sagen Sie ruhig… naja, seien wir ehrlich: sagen Sie nichts, ich bin dann sehr versunken und nicht auf angesprochen werden eingestellt, weshalb mich das sehr raus hauen würde. Winken Sie einfach im Vorbeigehen. Oder wedeln sie mit, das ist schön! Für mehr Luftgitarre im öffentlichen Raum.

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*es ist auch wirklich ein Rätsel, warum ausgerechnet Tanz. Körperlicher, kontrollierter Ausdruck von Gefühlen, angeleitet und mit einer genauen Vorschrift, zu Musik. Gleichzeitig so viele Faktoren, die man kontrollieren muss, dass es garantiert nicht langweilig wird und es immer noch was gibt, das perfektioniert werden kann. Ganz komisch, dass Leute wie ich das toll finden.

Das war ironisch gemeint.

**es gibt 4 Stufen, ganz kurz, kurz, länger, lang, für alle Bedürfnisse von 15-40 Minuten. Ich kann unterwegs entscheiden, wann ich rechts abbiege, das bestimmt die Länge der Tour. Meistens überlege ich mir das auf den ersten 100 Metern. Aber ja, im Grunde ist es immer die selbe Strecke, da kenne ich jeden Stein und zur Zeit auch jeden Pilz und auch das macht mich sehr froh. Herr Rabe hingegen geht gerne ganz abenteuerlich in der ganz anderen Richtung laufen und nimmt dann unbekannte Strecken. Wir sind halt alle verschieden, ne?

Tag 2860 – Schweden gewinnt.

Pippi und ich haben ESC geguckt. Ich ganz, Pippi so ca. bis 22 Uhr, da schlief sie auf meinem Schoß ein. Michel hatte keine Lust und Herr Rabe war Essen in Oslo. Nun hat also Schweden gewonnen (mit dem Paninigrill). Ach, naja. Die machen immerhin ne gute Show nächstes Jahr.

Ich fand Finnland jetzt auch nicht soooo überragend, aber ehrlich gesagt fand ich keinen Beitrag heute so überragend, dass der meiner Meinung nach unbedingt hätte gewinnen müssen. An Finnland fand ich die Tänzer und Tänzerinnen am Besten, wegen der absolut akkuraten Darstellung der völlig überzogenen Lateintänzer-Mimik und Gestik. Als einstmalige Lateintänzerin amüsierte mich das sehr.

Der Rest vom Tag war recht geruhsam, Gartenarbeit, Einkaufen, Geige üben, Gewitter von drinnen genießen. Kann gern öfter so sein.

Tag 2747 – Wochenende.

Fing nicht so super an, mit Migräne und Sozialkater. Ging irgendwann besser durch viel Selbst-Pampering, das aus Sport, Körperpflege, Geige und sich wie ein vollwertiges, verantwortliches, erwachsenes Familienmitglied fühlen (einkaufen, Essen machen, Wäsche waschen und so weiter) bestand. Abends habe ich The Bear zu Ende geguckt und jetzt ist mir ganz warm ums Herz. Die Serie war in norwegischen Medien wärmstens empfohlen worden, deshalb hab ich überhaupt rein geschaut. Anfangs war ich allerdings sehr skeptisch und brauchte ungelogen nach der Hälfte der ersten Folge eine Pause und konnte erst am nächsten Tag weitergucken. Keine Sorge, da ist nichts brutal oder so, aber die erste (und die siebte) Folge ist einfach unglaublich stressig, so sehr, dass ich mich fragte, ob irgendwer das freiwillig guckt. Eine Freundin versicherte mir aber, dass es besser wird und das wird es auch. Und es lohnt sich. Jetzt habe ich das Bedürfnis, die Serie direkt noch mal von vorne zu gucken, weil die so gut ist. So gut. 8 kurze Folgen sind auch ein überschaubarer Zeitaufwand. Disn** +. Hint hint.

Tag 2543 und 2544 – Alles. Nicht alle.

Ich kämpfe gegen den Jetlag. Es ist hart. Tagsüber müde, aber wenn ich endlich im Bett liege, bin ich erst mal wach.

Gestern war nicht so viel los, erst Arbeit (und davon zu viel und zu Ad-hoc, ich wünsche mir, dass diverse Hersteller jetzt einfach sofort Urlaub machen und nicht mehr mit irgendwelchen Katastrophen und Schnapsideen um die Ecke kommen), dann müde. Zwischendurch viel Kinder herumgefahre. Pippi hatte ihren letzten Hort-Tag vor den Ferien und Michel hat die Woche über an einem Redesign-Kurs teilgenommen, ca. 5000 Kissen aus Hosenbeinen und Pulloverärmeln genäht und wünscht sich jetzt eine Nähmaschine. Michel ist jetzt generell in den Ferien angekommen, viel entspannter als in der Schulzeit und labert uns Knöpfe an die Backe, wie früher. Hach. Gestern war er sogar so entspannt, dass er, halten Sie sich fest, Sushi probiert hat UND er hat gesagt, das sei ja gar nicht so schlecht. Etwas anderes als Sandwich und Würstchen und es war nicht mal Ketchup drauf!

Abends habe ich Geige gespielt, das war auch schön und hielt mich vom Schlafen ab.

Heute habe ich viel zu lange geschlafen und hatte dann schlechte Laune. Dann habe ich das Sofa bezogen. Neulich hatte ja niemand(TM) mit einem Nahtauftrenner ein großes Loch und mehrere kleine Löchlein in den Sofabezug geschnitten, was mich ärgerte, aber andererseits war der Bezug eh schon so verblichen und ich wollte schon länger einen neuen. Ist ja Ikea, dachte ich, kauft man einfach nach. Das Sofa an sich ist ja noch total ok. Haha, sagte Ikea, die Nockeby-Serie haben wir aber nicht mehr. Ätsch. Nach einigem wutschnaubenden Gegoogle fand ich aber heraus, dass es Läden gibt, die sich genau das zum Business gemacht haben, und die für alte Ikea-Serien Bezüge auf Bestellung nähen. Ich bestellte also ein paar Stoffproben und etwas später einen Bezug in „Tweed Denim“. Heute zog ich den auf, das klingt jetzt so locker flockig, aber war immens schweißtreibend und ich hatte zwischendurch großen Hass auf alles*. Als dann auch noch Michel reinkam und empört war, dass ich seinen Lieblingsplatz auseinandergenommen hatte, platzte mir ziemlich der Kragen und ich schmiss ihn aus dem Wohnzimmer.

Jetzt herrscht strengstes Ess- und Trinkverbot auf dem Sofa. Ich weihte es ein, nachdem ich geduscht hatte (Schweiß und Stoffstaub abwaschen), mit einem Kaffee in der Hand, weil ich groß bin und meine eigenen Regeln brechen kann wenn ich das will und kein Kind mich dabei sieht.

Der neue Bezug ist wunderbar weich, waschbar, ließ sich genauso gut oder schlecht aufziehen wie original Ikea, und hat uns vor der völlig unnötigen Anschaffung eines neuen Sofas bewahrt. Ich würde sagen, das hat sich gelohnt. Jetzt bestellen wir noch bei einem anderen Laden einen neuen Bezug für den Hocker, weil natürlich zu viel verlangt wäre, dass einer der beiden Läden für beide Modelle etwas anbietet. Dafür machen wir vielleicht beim Hocker ein bisschen Quatsch bei der Stoffwahl, ist ja nur der Hocker.

Alles in allem empfehlenswert. Dauert ein paar Wochen, aber dafür hat man auch eine viel größere Stoffauswahl. Echte Wolle aufs Kivik ziehen? Warum nicht.

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*Ich habe gesehen, dass es jetzt T-Shirts gibt, auf denen steht „Ich war beim Yoga und hasse jetzt alle etwas achtsamer“. Das ist auffällig nah an einem Tweet von mir aus 2016, „War beim Yoga und hasse jetzt alles etwas achtsamer“. Ich habe wenig Gefühle dazu, dass mein geistiges Eigentum ohne meine Zustimmung, die man sich recht problemlos hätte holen können, weil ich ja wenig Gefühle dazu habe, zum Gelderwerb verwendet wird. Bitte, macht**. Aber dann macht es doch bitte richtig. Ich hasse nicht alle. Ich hasse alles. Man könnte sagen, da sind Menschen inkludiert, aber ich möchte davon Abstand nehmen, Menschen generell zu hassen. Meist hasse ich Umstände, werde sauer auf Dinge (zum Beispiel die versch*ssene Dose meiner Levaxintabletten, die ich nicht aufbekomme, was mich zu meiner ersten Beschwerde an ein Pharmaunternehmen veranlasst hat) oder will gegebenenfalls allein in eine Höhle im Wald ziehen. Aber nicht, weil ich Menschen hasse. Ich bezeichne mich als Misanthrop, weil ich wünschte, es wäre so, dass mir Menschen egal sind oder ich sie grundsätzlich blöd finde. Die Wahrheit ist, ich verstehe Menschen oft nicht. Menschen machen ständig dumme Dinge, zum Beispiel dafür stimmen, dass Schwangere kein grundsätzliches Recht auf Abtreibung haben sollen. Das verstehe ich nicht und dann werde ich traurig weil ich schon wieder das Gefühl haben muss, nicht zur Herde zu gehören und da ist Hass das angenehmere Gefühl und dann hasse ich _die Entscheidung_. Nicht den Menschen, der sie getroffen hat, den kenne ich ja nicht. Vielleicht ist der ansonsten echt ok. Wer weiß das schon. Ich glaube, die wenigsten Menschen verdienen, gehasst zu werden. Definitiv verdienen das nicht alle und niemand grundlos.

Deshalb alles. Nicht alle.

Zu dem Tweet gibt es übrigens eine Geschichte und an dem Tag hasste ich WordPress, Twitter, Instagram und das Zusammenspiel von all dem mit einem Blogdruck-Anbieter. Dann war ich morgens beim Yoga, wo die Instruktorin ernsthaft sowas fallen ließ, was in die Richtung ging, wenn Hitler bloß achtsamer gewesen wäre, wäre der Holocaust nicht passiert. Ich fand das doch arg weit hergeholt und konnte nicht lassen, das in einen sehr kurzen und knackigen Tweet zu gießen, als Fortsetzung meines Rants über WordPress am Morgen.

Achtsamkeit ist ja auch so ein Thema. Das ist bestimmt gut für viele, aber mich stresst es, zusätzlich zu allem anderen auch noch achtsam sein zu sollen, weil mir das so unendlich fremd ist. Jetzt mache ich aber ganz achtsam das Licht aus und stelle mir für morgen einen Wecker, damit ich nicht gleich wieder mit schlechter Laune aufstehe.

**Andererseits hat die Bank grad unseren Zinssatz für den Hauskredit um 0,5 Punkte erhöht und wird wohl im August noch mal um 0,25 Punkte erhöhen, insofern muss ich das mit den Creative Commons doch noch mal überdenken.

Tag 2327 – Verzaubert.

Einen Tag, an dem ich am liebsten mindestens ein Kind (das Große) im Wald ausgesetzt hätte, auf dem Sofa beendet, als Familie mit Popcorn und dem ersten Harry Potter-Film. Das war eine sehr gute Idee. (Und ja, bevor Sie fragen, beide Kinder konnten zumindest gut einschlafen. Wir hätten das nicht gemacht, wenn wir nicht davon ausgehen würden, dass unsere Kinder das jetzt verdauen können.)

Tag 2138 – Neue Traditionen.

Ein neues Familiendings: wir gucken ESC. Japp, wir sind große Fans dieses Trash-Festes der Windmaschinen und Glitzerkleider. Also, die Erwachsenen. Die Kinder sind seit heute Fans von lange wach bleiben dürfen, mit Mama und Papa Fernsehen gucken und Popcorn futtern. Außerdem mag Michel die isländische Band (die Buchstaben enthält, die ich nicht ohne weiteres darstellen kann) schon seit letztem Jahr und feuert zusätzlich begeistert Norwegen, Deutschland und Litauen an (weil da zwei seiner Schulfreunde her kommen). Pippi ist Fan von allem, was glitzert. Beim ESC glitzert traditionell ja sehr viel.

All die Aufregung ließ aber keins der Kinder bis zu Norwegen durchhalten. Und so geht ein wunderbarer Familienabend damit zuende, dass wir die Kinder (die gar nicht mal mehr soooo klein sind) ins Bett tragen. Hach.

Tag 1997 – Rumschlunzen.

Manche haben schlecht und alle zu wenig geschlafen, weshalb wir den ganzen Tag seeeehr langsam waren und viel Kaffee getrunken haben. Das ist schon ein okayer Start ins neue Jahr.

Jetzt sind wir wieder zu Hause, haben die Schweinchen, die uns empört anquiekten, als wir zur Tür rein kamen, versorgt, haben lecker gegessen, Pippi ist beim Maus gucken am Abend eingeschlafen und wir Erwachsenen gehen gleich auch ins Bett.

Ein guter, ruhiger Tag, mit schalem Beigeschmack. https://www.nrk.no/norge/dette-er-de-savnede-etter-skredet-i-gjerdrum-1.15309985 (ich kenne keine der Personen. Aber ich hatte ganz kurz Hoffnung, dass man sagen könnte „Ach, die Familie! Die sind doch immer über Weihnachten und Silvester auf Gran Canaria!“)

Tag 1529 – Mehr Alltag.

Viel Kleinscheiß bei der Arbeit weggerödelt, bevor ich zwei Wochen lang quasi nicht im Büro sein werde. Leider hört der Kleinscheiß nie ganz auf und ich und meine Kollegin werden trotz all meiner Bemühungen eben weil wir jetzt zwei Wochen lang nicht da sind eine Frist reißen. Das stresst mich, lässt sich aber nicht (mehr) ändern, die Kollegin hat halt heute ihren eigenen Kleinscheiß gehabt.

Abends mit Michel zusammen auf dem Sofa eingeschlafen, wir wollten uns nur ganz kurz hinsetzen und Zack… aber nur für ca. 30 Minuten, dann war Pippi, die kleine Dreckspatz, mit Baden fertig.

Apropos baden. Die Tage der Kinderklappbadewanne sind gezählt, sie hat einen Riss. Leider geht ja momentan jede Øre die übrig ist aufs Auto-Konto. Ich möchte immer noch so gerne eine Badewanne haben. Und einen Durchlauferhitzer. Und Starkstrom im Bad, für den Durchlauferhitzer. Und überhaupt.

Mit Herrn Rabe „Exit“ geguckt, also zwei Folgen, eine norwegische Serie über superreiche Banker. Das hatte uns die Babysittermama empfohlen, aber vor den ersten 5 Minuten gewarnt, die seien echt übel. Ich sag es mal so: die Norweger sind ja schon irgendwie putzig. Ernsthaft, Ja, also da bumsen zwei recht explizit und man sieht einen erigierten Penis. Huiuiuiuiui. Übel! Penis. Hihi. Die Serie ist auch… naja. Überzogen, dabei aber wenig lustig. Sorry, norwegisches Fernsehen.

Morgen „ausschlafen“. So wie man eben ausschlägt mit Kindern. Aber besser als um halb sechs vom Wecker geweckt werden allemal.