Tag 2924 – Dänemark Tag 9.

Nur ein kurzer Abriss des Tages, weil es irgendwie schon wieder total spät ist (hups).

Ich hatte heute Mittag eine Geigenstunde, online. Das hat bei Bach schon mal ein bisschen geholfen, ich habe viele gute Tips zu Strichen, Fingern/Lagen und vor allem zum Üben bekommen. Nächste Stunde irgendwann im August, face to face.

Bis auf Michel, der sich zwar besser fühlte, aber noch nicht wieder richtig fit ist, waren danach alle hier im Ort im Zoo. Der ist überraschend groß und hat echt viele überhaupt nicht so dänische Tiere. Die Affen haben leider alle sehr kleine Gehege, andere Tiere waren wesentlich besser mit Platz versorgt. Was mir am Besten gefallen hat, war die riesige Voliere, in der viele verschiedene Vögel und diverse andere Tiere (Lemuren, Maras und die dort nicht hingehörenden aber freudig am Vogelfutter partizipierenden Ratten) einfach herumspazieren und -fliegen.

Selbstbildnis ich im Urlaub.

Der Zoo hat auch mehrere Schlangen und man konnte eine Boa anfassen. Aus reinen Recherchegründen *hust* habe ich das gemacht und bin immer wieder fasziniert. Ich weiß echt nicht, wie lange wir Michel da noch hinhalten können. Natürlich nur Michel! Niemand(TM) hat in Michels Alter ein Buch über Schlangen mehr oder weniger auswendig gelernt!

Auch im Schlangenhaus.

Nach dem Zoo gab es erst Spielplatz (noch im Zoo) und dann Eis für alle. Eis leider drinnen, weil es regnete. In dem Café war es LAUT. Aber besser als mit drei nörgelnden Kindern nass werden und mit Regenwasser verdünnten Kaffee trinken.

Abends machte ich mit Frau Wunnibar noch einen Spaziergang zum Strand, wo der Wind derart doll wehte, dass wir erst fast von der Düne gesandstrahlt wurden und dann am Wasser mit einer Salz-Sandkruste überzogen wurden. Beim Waschen hinterher gab das direkt ein Peeling dazu. Das war sehr schön, ordentlich durchgepustet.

Als sämtliche Kinder im Bett waren, spielten wir noch eine Runde Karten und es ist natürlich gänzlich unwichtig, dass ich gewonnen habe. Ähäm.

Tag 2922 und 2923 – Dänemark Tag 7 und 8.

Huch, schon ne ganze Woche rum!

Wir haben es immer noch ferienmäßig gut, spielen viel (gestern bis so spät, dass bloggen einfach nicht mehr drin war), chillen, bauen Lego und kommen nach und nach im Ferienmodus an. Für mich heißt das, dass ich zum Beispiel mal spontan Lust auf Eis kriege und dann abends mit Herrn Rabe halt noch nen Spaziergang zum Supermarkt mache (weil um 17 Uhr die Eisdielen schließen).

Leider ist Michel seit gestern krank und liegt eigentlich nur im Bett. Fieber, Kopfschmerzen, laufende Nase. Das Bettzeug haben wir schon x mal gewaschen, wegen heftigem Nasenbluten. Er betreibt scheinbar Aderlass über die Nase. Heute geht es schon besser, aber noch nicht gut. Immerhin hat er aber wieder gegessen.

Die Mädels kriegt man nur selten zu Gesicht, die spielen die ganze Zeit irgendwas mystisches und versuchen, uns Erwachsenen Zutrittsverbot zur oberen Etage zu geben. Herr Igelbert hat sie trotzdem heute mal zum Aufräumen gezwungen, denn sie hatten sehr fleißig gebastelt – aber ohne die übrig gebliebenen Mount Everests aus Papierschnipseln zu entsorgen. Sehr süß ist, dass Pippi den anderen beiden ihre norwegischen Bücher vorliest. Das übersetzen muss sie noch ein bisschen üben, aber es ist trotzdem SO NIEDLICH!

Hachz.

Tag 2920 und 2921 – Dänemark Tag 5 und 6.

Gestern passierte nicht so sonderlich viel, die anderen ließen sich alle am Strand sandstrahlen (und ließen Drachen fliegen), ich pröddelte ein bisschen allein herum, übte Geige und fuhr dann Spannbettlaken kaufen, weil zumindest ich vor den glatten Laken kapituliert habe. Ich wache da morgens in einem zerknüllten Haufen aus Laken auf, übrigens selbst wenn ich in Hotels schlafe, wo ja Profis die Betten machen. Familie Wunnibar-Igelbert schloss sich an, also kaufte ich gleich zwei Spannbettlaken. Jetzt kann ich nachts wühlen wie ich will, das Laken bleibt, wo es sein soll.

Heute war allerdings viel spannender, denn wir waren im Legoland! Yeahhhh! Es gab dieses Mal keine Zwischenfälle auf der Hinfahrt, außer verschwundener Gutscheine gestern. War doof, weil wir die Karten lange im Voraus gekauft hatten und da überall bei stand, dass man den Gutschein aber AUF JEDEN FALL PHYSISCH VORZEIGEN MUSS. Natürlich konnten wir auch nicht mal schnell neue (physische!) Gutscheine auftreiben. Aus Gründen probierte ich dann mit Michel einfach flugs aus, ob da wirklich doll kontrolliert wird wenn man mit einem elektronischen Ticket rein geht und… Nein. Es fiel nicht mal irgendwem auf, dass ich versehentlich zwei Kindertickets benutzte. Hoppla.

Im Legoland selbst war es dann aber wieder ganz wunderbar, nur auch laut und voll und allgemein anstrengend. Für Michel hatten wir deshalb auch ein Nimm Rücksicht-Armband besorgt, damit er wenigstens nicht auch noch in langen Schlangen zwischen Leuten eingequetscht stehen muss. Da er selbst bei den Hintereingängen ständig unruhig herumtigerte und alles anfasste, bis wir dran waren, bin ich heilfroh darum. Der Rest von uns hatte wieder Reserve and Ride-Pässe, sodass wir auch Dinge machen konnten, auf die Michel keine Lust hate.

Es war wirklich ein toller Tag. Jetzt tun zwar meine Füße und mein Rücken weh, aber das war es allemal wert.

Tag 2919 – Dänemark Tag 4.

Hier ist es immer noch sehr schön, auch bei nicht so gutem Wetter – da kann man sehr ausgiebig ein Spiel ausprobieren. Und feststellen, dass es überraschend langsam, komplex und wenig kooperativ ist. Und weil manche von uns dann aus unterschiedlichen Gründen unter Strom stehen, sagen sie gemeine Sachen zu anderen, die auch unter Strom stehen und die sind dann über alle Maßen verletzt davon (das liegt an einem Phänomen namens Rejection Sensitive Dysphoria) und für die ist der Tag dann leider ziemlich im Eimer, aber das wird zumindest bis Ende des Spiels überspielt. Sie dürfen sich gerne ausdenken, wer in diesem Fall welche Rolle gespielt hat, weil es im Prinzip auch egal ist, es hätte nahezu jede Kombination sein können.

Abends versuchte ich, meine angestaubten Musiktheoriekenntnisse hervorzukramen und das Stück zu analysieren, das der Geigenlehrer mir „aufgegeben“ hat. Es ist *Trommelwirbel, Fanfarenstoß* das Presto aus Bachs 1. Violinsonate. Zwei Seiten Sechzehntel. Durchgehend. Ich hatte das schon mal in Abschnitte unterteilt, Phrasen kann man das eigentlich nicht nennen. Das reicht mir aber irgendwie noch nicht, das Stück ist so effing komplex, dass ich dachte, vielleicht hilft eine kleine Analyse, wenigstens die Tonarten raussuchen, vielleicht finde ich ein Thema oder so? Hahaha Nein. Es fängt damit an, dass es g Moll ist (laut Titel), aber notiert ist es in d Moll. Es wird wild (wirklich WILD) moduliert, ja, g Moll ist da durchaus auch bei, außerdem B Dur, G Dur, d Moll, D Dur, Es Dur und gefühlt jede andere Tonart auf der oberen Hälfte des Quintenzirkels. Und das allein auf der ersten Seite bis zur Wiederholung. Weiter kam ich nicht, da hatte ich schon mehr als eine Stunde darüber gebrütet. Die „Abschnitte“/„Themen“/„Phrasen“ sind mal 5, mal 3, mal 8 Takte lang und zwischendurch gibt es immer mal „Überhänge“, wo diese Abschnitte über Taktgrenzen hinausgehen und alles kurz asymmetrisch wird, dann aber wieder zurück in den Takt findet… und das alles halt in 16teln, die einfach ohne Pause durchrattern. Selbst beim Hören tun sich da ständig neue Dimensionen auf und ich hab das durchaus schon viele Male gehört. Mein Fazit nach meiner kleinen Analyseübung ist jedenfalls ein beherztes WTF. Bach, Alter, was geht? Ich schwanke zwischen maßloser Bewunderung und ebenso großer Überforderung.

Danach machte ich einen Abendspaziergang zum Runterkommen, sah Sonnenuntergang mit Leuchtturm und trug eine sehr kleine Kröte, die mitten auf der Straße spazieren ging, auf die andere Straßenseite.

Tag 2918 – Dänemark Tag 3.

Wieder ein ganz wunderbarer Tag mit Minigolf, Eis, Abendspaziergang mit Frau Wunnibar und abendlichem Gesellschaftsspiel für Erwachsene. Pippi wünscht sich jetzt gepimpte* Ramen als Geburtstagsessen – wir ziehen wohl kleine Trashpandas heran.

Weiter sehr hachz.

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*man koche Ramen nach Anleitung und werfe an Gemüse dazu, was man mag, z.B. kurz gekochten Brokkoli, Möhrenstreifen, Pilze, Frühlingszwiebeln oder oder oder. Sehr lecker auch mit Chiliflocken. Das ist ein sehr schnell gemachtes Essen, in dem so viel Glutamat (im Ramen) steckt, dass selbst die Kinder ungewohnte Mengen verdrücken. Wir mussten heute noch mal zwei Packungen Ramen nachkochen, um die Meute satt zu bekommen, was aber ja nur zwei Minuten dauert und kein Problem darstellte. Und ich muss auch echt sagen: dafür, dass Michel drei Teller Abendessen isst und hinterher sagt, er sei jetzt sehr vollgestopft, würde ich jederzeit Ramen machen. Das macht es aus einer, schlecht essende Kinder zu haben.

Tag 2917 – Dänemark Tag 2.

Strandtag!

Es ist ganz herrlich, ich habe eigentlich keine großen Worte dafür. Wind, Wasser, Sandstrand, KEINE QUALLEN! und heute dazu sogar Sonne. Die Schultern senken sich spürbar um einige Meter.

Die Kinder haben auch Urlaub, die eigenen und die der Familie Wunnibar-Igelbert. Pippi und K1 sind direkt wieder zusammen gewachsen. Michel war heute eigentlich erst zu cool für alles, aber dann war es doch extrem verlockend, den Strand umzugraben und quiekend im Wasser herumzurennen. Zum Abendessen gab es Crêpes mit allem möglichen, für die Kinder also Nutella, Nutella, Nutella und Zimtzucker. Ich glaube, das passt schon so.

Das Wasser ist flach und recht warm (für uns Hilfsvikinger jedenfalls) und wir waren heute alle unterschiedlich weit im Meer, die Kinder allesamt komplett, Herr Rabe auch, ich bis zum Bauch. Es ist einfach alles ganz doll hachz grad.

Tag 2916 – Angekommen im Ferienhaus!

Die Fahrt verlief unspektakulär. Wie so eine Bilderbuchfamilie spielten wir UNO und Vier Gewinnt, da wir ja auf der Überfahrt gezwungenermaßen Digital Detox machen. Ich konnte die Herzchen in den Augen der anderen (älteren) Reisenden beim Essen förmlich sehen, was für wohlerzogene Kinder wir doch haben, die beim Essen gegenmiteinander Vier Gewinnt spielen, mit einem offenkundig aus den 90ern stammenden Set. So geht es doch auch, so gute Eltern!

Stimmt natürlich total. Beste Kinder, die streiten auch nie, gucken keinen Quatsch, üben auf ihren Instrumenten, räumen freiwillig auf, lieben Hausaufgaben und essen alles.

Zum Beispiel essen sie, wenn man sie lässt, und wir ließen sie, erst einen Anstandshappen Pommes und (aus Neugierde) Meeresfrüchte und danach drei Softeis.

Das diesjährige Ferienhaus, wieder mit Familie Wunnibar, ist an der anderen Küste, wo hoffentlich weniger Quallen sind, es hat ein Reetdach und ist etwas moderner eingerichtet. Wir haben dieses Jahr auch Bettwäsche dazu gebucht und das schon ein wenig bereut. So ganz angekommen bin zumindest ich aber noch nicht, ich bin auch echt müde und mache jetzt glaube ich einfach die Augen zu.

Tag 2915 – Vier winken von der Fähre.

Ha det, Norwegen, wir sehen uns in drei Wochen wieder!

Ich schreibe jetzt, weil irgendwann das Internet weg ist und WiFi dann unverhältnismäßig viel Geld kostet.

Die Abfahrt/ das Packen war… holprig, aber es hat am Ende alles geklappt. Aber wir wissen jetzt auch, was man so gar nicht braucht am Tag der Abfahrt in den Urlaub. Und zwar ist das ein verschwundener Pass. Michels Pass war ums Verrecken nicht aufzufinden. Alle Pässe sind immer am selben Ort, es sei denn wir haben sie dabei, weil wir grad auf Reisen sind. An diesem Ort lagen nur 3/4 Pässen und wir begannen deshalb heute alle sukzessive zu hyperventilieren. Herr Rabe krempelte schon die unmöglichsten Orte im Haus um, als ich aufgab und die Botschaft anrief. Die allerdings auch nur den Rat geben konnte, zu hoffen, dass sie auf der Fähre nicht nach den Ausweisen fragen, und sonst halt zum Beweis, dass Michel unser Kind ist, die Geburtsurkunde mitzunehmen. Ich suchte also, noch am Telefon, die Geburtsurkunde raus und DA! aus dem Stammbuch fiel Michels Pass. Da war er wohl zwischen gerutscht. Die Dame von der Botschaft wünschte noch eine gute Reise und gute Erholung und wir, spontan mehrere Jahre gealtert, nahmen etwas zerstreut das Packen wieder auf.

P.S. Natürlich fragten sie auf der Fähre nach den Pässen.

Tag 2914 – Alle(s) beisammen.

Wir haben heute die Kinder vom Korps-Camp abgeholt und es war wohl super, selbst Michel ist zufrieden und würde VIELLEICHT nächstes Jahr wieder hin gehen, aber nur VIELLEICHT! Es gab auch ein Abschlusskonzert und genau wie letztes Jahr bin ich echt vom Hocker, was die innerhalb von zwei, respektive drei Tagen so auf die Beine stellen.

Vorher und nachher gab es ein bisschen… Chaos, weshalb noch nichts so richtig gepackt ist, ähäm. Dafür ist es jetzt hier sauber, die Kinder sind sauber und die Meerschweinchen sind untergebracht, nur woanders als ursprünglich geplant. Ich sag mal so: wenn man im Mai zugesagt hat, dass man ab dem 6. Juli auf zwei Meerschweinchen aufpasst, dann ist es echt mal so gar nicht cool, auf diverse Nachrichten am 5. und 6. Juli nicht zu antworten, VOR ALLEM NICHT wenn es in den Nachrichten um „wann können wir sie denn abliefern und wo genau wohnst du?“ geht. Wenn du das machst, kriegt die Kundin irgendwann echt Panik und organisiert mit schweinemäßigem Glück kurzfristig eine Alternative, gurkt dafür dann aber ungeplant einmal bis nach Oslo und zurück. Die Kundin ist dann auch echt sauer, übrigens.

So, jetzt machen wir ganz schnell das Licht aus, morgen müssen wir ja noch den halben Hausstand einpacken.

Tag 2825 – Noch mehr Sonnenschein!

… und Leute. Viel zu viele Leute in Brighton selbst, weshalb ich mich ganz schnell wieder in den Vorort begeben habe. Selbst mit Musik über noise cancelling Kopfhörer war es kaum zu ertragen. Aber heute war weiter allerschönstes Frühlingswetter und die knapp zwei Stunden am Strand mit den Kindern richtig schön. Die Kinder sind ja groß genug, als dass sie selbst auf den Steinen klettern und mit den Füßen ins Wasser gehen können, wir müssen nicht mehr ständig in einer Armlänge Abstand sein und können einfach eine Weile auf einer Picknickdecke am Strand sitzen und in die Gegend gucken. Herrlich.

Langsam tritt doch sowas wie Erholung ein.