Tag 2821 – Frühlingsgefühle.

Bin grad voller Hachz, weil hier alles so schön grün ist. Die Bäume zwar noch nicht, aber Rasen und Ähnliches ist grün, Blumen (vor allem Narzissen) blühen, die Sonne scheint und es ist warm (für uns). Ich habe das Gefühl, meine Augen saugen die Farben auf, wie ein Schwamm Wasser. Endlich nicht mehr nur grau- und brauntöne, wie wir sie in Norwegen noch ca. einen Monat lang haben. Das hat sogar einen gewissen Entspannungseffekt, heute bin ich sogar ohne Sonnenbrille draußen rumgelaufen und habe es erst nach einer Stunde bemerkt. Wir waren in einem der hier überall verstreuten National Trust-Gärten, die einfach wunderschön sind. Pippi hat eine Ostereisuche mit allerlei Aktivitäten mit großer Hingabe mitgemacht, Michel hatte die ganze Zeit seine Nase in seinem Naruto-Manga. Wir Erwachsenen haben Blumen und alte Häuser angeguckt. Zwischendurch überkam mich der Wunsch, eine Fotoserie „Menschen machen Fotos von Narzissen und Magnolien“ zu machen, aber dem habe ich widerstanden. Die Narzissenmeere und riesigen, voll blühenden Magnolien waren aber auch wirklich fotogen. Das war schon alles wirklich schön.

Morgen passen Schwägerin, Schwager und Schwiegervater (ok, letzterer vielleicht nicht so sehr, der hat die Batterien an seinem Hörgerät ausgetauscht und seither geht irgendwas nicht mehr und so ein Hörgerät hat man ja nicht aus Spaß…) auf die Kinder auf und Herr Rabe und ich gehen ins Kino und vielleicht noch was Essen oder so. Wir gehen in einen Film, der nichts für Kinder ist und ich möchte in ein Restaurant, in dem keine Pommes auf der Karte sind und man komisch angeguckt wird, wenn man Nudeln ohne Soße bestellt. Müssen nur noch eins finden, aber das wird schön. Hach!

Tag 2819 – Grüße vom Meer!

Es ist ja schon sehr schön, in Laufweite vom Meer zu urlauben. Von der Schwägerin läuft man zum Strand (Steine, aber angenehm runde) eine knappe halbe Stunde. Man kann über den „Schafspfad“ zurück laufen (hin eher nicht, es sei denn man steht drauf, direkt am Anfang einen sehr sehr steilen Aufstieg zu haben) und hat dann noch ein bisschen frischen Wind um die Nase. Mit Glück trifft man ein Schaf. Auf dem Hinweg läuft man durch den pittoresken Ortskern eines Vorortes von Brighton. Das ist schon alles sehr üdüllüsch. Heute haben wir das bei schönstem Sonnenschein gemacht. Die Kinder haben am Strand auch die Füße ins Wasser gehalten (Michel mit Schuhen noch dran, die sind jetzt also frisch gewaschen…), es gab noch ein Eis hinterher und dann war allen ganz überraschend total kalt. Also, uns Erwachsenen nicht, aber den Kindern. Gut, dass sie bei meinem Schwager mitfahren konnten, so hatten Herr Rabe und ich sogar eine halbe Stunde kinderfreie Zeit zusammen. Auf dem Schafspfad. Hach.

Tag 2781 – Weiter Ferien!

Das Puzzle ist fertig, deshalb ist es auch schon so spät. Ich bin es am Ende systematisch angegangen und habe die übrigen Puzzleteile nach Form sortiert und dann nach bestimmten Teilen gesucht. Das Motiv ist sehr schön, aber das waren viele sehr gleich aussehende Teile zum Schluss. (Nicht schwarz übrigens, sondern ganz dunkles grün/blaugrün.)

Ich muss endlich das mit den Fotos fixen.

Heute habe ich aber gar nicht so viel gepuzzelt, sondern wir haben alle vier einen Ausflug nach Oslo gemacht. Michel hatte sich nämlich gewünscht, dass wir mal zum House of Nerds gehen und alte Nintendospiele ausprobieren. Das haben wir gemacht und Michel fand es auch „ein bisschen gut“, was mehr ist, als ich erwartet hatte, weil er eigentlich erst gar nicht rein wollte und dann die ganze Zeit unruhig herumtigerte, weil wir da ja nicht allein waren. Menschen! Fremde! Gruselig. Ich würd ihm da so gern helfen, aber da hilft ja nichts, außer der Erkenntnis, dass den anderen Menschen da ziemlich egal ist, wer man ist, wie man aussieht und was man macht. Wenn man nicht interagieren will, lässt man es eben, ist ja total ok. Dass wir ihn dann aber gezwungen haben, in der Mathalle sein Essen an einem Tisch, an dem auch die Jacken von zwei anderen Personen lagen (die Personen selbst waren nicht zu sehen und der Tisch auf 6-8 Personen ausgelegt und es einfach brechend voll) zu essen, war glaube ich in seinen Augen kurz vor Folter. So schnell hat er noch nie gegessen, vor lauter Angst, die Jackenbesitzenden könnten wieder kommen.

Michel weiß jetzt auch, dass Röhrenfernseher (die alten Super Nintendos und N64 kann man scheinbar nicht an moderne Fernseher anschließen) hochfrequent sirren/fiepen und findet das komplett inakzeptabel. Die Bedienung per Knopf am Gerät kam ihm auch sehr altertümlich vor. Vielleicht hätte ich noch routiniert in die Spielkassette pusten sollen, um ihn ganz aus dem Konzept zu bringen, aber ich will ihn ja auch nicht unnötig kirre machen.

Michel ist nach außen hin auffälliger seltsam als ich. Ich kriege nur Kopfschmerzen und bin nach so einem Nachmittag (Kinder, die sich völlig erratisch konstant bewegen, Pippi, die die ganze Zeit erzählt und Geräusche macht und Großstadt ist für mich keine optimale Kombination) so fertig, dass ich im Zug einschlafe. Und danach spiele ich ne Stunde lang Bach (weiterhin sehr schwer, aber es hilft, die Stücke so oft gehört zu haben, dass man sie auswendig kann) und puzzle noch anderthalb Stunden, zum Runterkommen.

Tag 2780 – Ferien!

Nicht arbeiten müssen ist echt schön! Habe den Tag über auch nicht so richtig was sinnvolles getan, außer morgens sehr viel Wäsche verräumt und ein bisschen die Reste aufgeräumt, damit die Putzhilfe (wir haben eine neue und die ist gut, wesentlicher Qualitätsunterschied zur vorherigen, dabei günstiger und viel zuverlässiger, win-win-win-win-win) putzen kann. Dann habe ich Michel beim Hogwarts Legacy spielen zugeguckt, ihm beim Endgegner gut zugeredet und war dann mit ihm sehr stolz, dass er den besiegt hat und jetzt die Hauptstory des ja nicht ganz unkomplexen Spiels durch hat. Auf Englisch! Als ich so alt war wie Michel, konnte ich auf Englisch grad mal sagen, wie ich heiße und wo ich herkomme, Michel kann problemlos Fernsehen auf Englisch gucken, vernünftige Gespräche mit Erwachsenen führen und also auch PlayStationspiele ohne Hilfe zocken. Faszinierend.

Danach machte ich Michel und mir was zu essen und mir einen Plan, was ich die Tage jetzt so machen könnte und dann machte ich als erstes das, was ich nicht machen MUSS sondern nur möchte und schon dreiundsiebzig mal vertagt habe, weil es immer irgendwas wichtigeres zu tun gab und habe gepuzzelt. 500 Teile, davon sind jetzt noch so ca. 50 übrig, aber die übrigen Teile sind alle schwarz und das mache ich jetzt nicht mehr bei künstlichem Licht fertig. Morgen ist ja auch noch ein Urlaubstag.

Tag 2578 – Urlaub!

Seit wir aus Dänemark wieder da sind, war heute der erste Tag, an dem ich frei habe und der gleichzeitig nicht überwiegend für irgendwelche Care-Arbeit* draufgegangen ist. Mit der Rahmenbedingung „Pippi abholen vor 17 Uhr“ konnte ich heute schalten und walten wie ich wollte, und da ist dann auch nicht so schlimm, einmal durch die Bude zu saugen (die neue Putzhilfe hat Magen-Darm und kommt deshalb erst Mittwoch statt heute, was nicht schlimm ist weil ich WIRKLICH kein Magen-Darm im Haus haben will), ein bisschen aufzuräumen, Eier zu holen und Kaffee zu kaufen. Das klingt viel, aber danach habe ich mir noch ein Kleid genäht, also so viel kann es nicht gewesen sein. Weil Food-Truck-Festival in Eidsvoll ist, musste auch niemand kochen und es gab einen sehr wilden Mix aus veganem indischen Curry, Dim Sum und Churros mit Nutella-Dip zum Abendessen. Danach waren wir eigentlich alle drei im Fresskoma, Pippi ging noch baden und jetzt schläft sie ganz alleine draußen im Zelt, auf eigenen Wunsch. Wir Erwachsenen hingen noch ein bisschen (ok, lange) in der Twitterkneipe ab, Herr Rabe eher passiv, ich mit kleinen Reparaturprojekten und Auftrennereien.

Jetzt noch zwei Wochen so frei haben, dann bin ich vielleicht wieder bereit für Arbeit. Noch möchte ich das alles nicht.

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*Mount Washmore besteigen, Pippi herumfahren, mit Michel zum Arzt gehen, Dinge organisieren, Matratze kaufen usw. usf.

Tag 2572 – Zu Hause.

Ja, hmm, hier ist es ja am schönsten, jadajada. ich freue mich auch auf bzw. über gewisse Dinge – einen anständigen Mülleimer in der Küche, die Wallbox, die Kaffeemaschine, mein großes Kopfkissen, unser breites Bett, unsere noch breitere Bettdecke, Steckdosen neben dem Bett. Aber im Urlaub war’s halt schöner. Meh.

Was auch schöner war: noch nicht zu wissen, dass unsere Putzhilfe im Laufe des Nachmittags wutentbrannt hinschmeißen würde, weil sie das extra rausgelegte Geld (für 4 mal putzen, weil es ja nicht ihr Problem ist, dass wir 3 Wochen weg sind, es war abgesprochen, dass sie in der Zeit 1 Mal kommt, wann sie will) nicht gesehen hat. Braucht kein Mensch sowas. Statt in ein sauberes Heim zurück zu kommen, müssen wir morgen also putzen.

Ebenfalls schöner war, noch nicht zu befürchten, dass die Schneckenmango eingegangen sein könnte. Mal gucken, ob sie sich noch berappelt, sie ist ja eigentlich erstaunlich robust und hatte zwischendurch auch schon mal nur ein Blatt. Die wasserdurstigen Avocados hingegen haben alle problemlos überlebt. Es ist seltsam mit den Pflanzen.

Tag 2571 – Ich möchte aber gar nicht.

Ob wir das nun wollen oder nicht, morgen ist Abreise. Es sieht schon alles sehr nach Abreise aus. Die Schränke sind leer, der Kühlschrank ist ziemlich leer, es wird besprochen, was hier bleibt (der Föhn, die Badvorleger) und niemand streitet sich um das Knoblauchsalz. Die Kinder wurden noch mal gereinigt und es sieht so aus, als würden wir mit nur einer Tüte Dreckwäsche nach Hause fahren (plus der dreckigen Bettwäsche, die ja morgen noch abgezogen werden muss).

Ich möchte das alles nicht, ich möchte eigentlich in Embryonalstellung auf dem Boden liegen oder mich ABER!!! brüllend an den Kamin kleben, weil ich weiter Urlaub haben will, ist grad so schön, nur noch ein paar Tage, ok?

Aber das mache ich natürlich alles nicht, sondern habe gepackt. Zwischendurch mit Laune zum was Anzünden, weil siehe oben.

Erwachsen sein stinkt manchmal.

Tag 2570 – Noch ein Mal Strand.

Bei bestem Wetter (nicht zu kalt, nicht zu warm, nicht zu windig, reichlich Sonne) sind wir heute noch mal alle an den Strand gegangen. Zusammen. Das war sehr schön.

Abends hatte uns (ebenfalls alle) Herr Rabes Familie zum Grillen eingeladen und das war auch sehr schön.

Ich werde ganz wehmütig, wenn ich daran denke, dass wir morgen packen und übermorgen fahren. Das ist alles falsch.

Meh.

Tag 2569 – Das Ende ist nah.

Das Urlaubsende. Aber darüber reden wir nicht, wir ignorieren das, dann geht es vielleicht von selbst weg.

Heute waren wir im Aalborg Zoo, das war sehr schön, ich hab aber nur blöde Fotos mit Spiegelungen überall außer von total exotischen Entenküken.

Ok, ich habe auch noch ein wildes Meerschwein:

Nawwww-Pavianmutter mit Pavianbaby:

Und die sich derweil konstant prügelnden Paviankinder:

Nawwwww. Wie unsere.

Aus Gründen war ich fast die ganze Zeit mit Michel alleine unterwegs, was sehr schön war.

Ebenfalls sehr schön war, wie sich die Kinder fünf Meter hinter dem Ausgang und nach zwei Minuten Zusammensein schon wieder in den Haaren hatten, ich sagte: „Müsst ihr euch eigentlich direkt wieder streiten?“ und die Kinder gleichzeitig inbrünstig „JA!“ antworteten. Immerhin da waren sie einig. Geschwisterplüsch!!!

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[WeiterhinhatteicheinenZwischenfallmitderHaustürdaistjetzteinGlaskaputthupsi. Peinlich und ein bisschen Aua, aber nichts, das sich nicht mit Kinderpflastern dekorativ und adäquat versorgen ließe. Hauptsächlich peinlich ohne Ende. Es war ein unbeherrschter Schlag gegen die Scheibe und dann war da ein Loch, als hätte ich voll mit nem Baseballschläger ausgeholt. Hupsi.]

Tag 2568 – Wasserratten.

Alle vier Kinder hier gehen gerne Schwimmen. Sie tun dann unterschiedliche Dinge, Michel hüpft eine Million mal vom 1-Meter-Brett, Pippi und Frau Wunnibars K1 tauchen nach Ringen, Pippi rutscht auch gern mal, Frau Wunnibars K1 kann schon richtig schwimmen, K2 hat Spaß am Herumpaddeln mit Schwimmflügeln und dem Kinderbecken. Zwischendurch ein Mal Schwimmbadpommes in die Kinder gefüllt und weiter geht’s.

Ach, schön war das. Nachdem ich den (komplett unvorhersehbaren, ähähähäm) Schock verdaut hatte, dass in so einem Schwimmbad sehr viele Menschen und viele Kinder in einer stark hallenden Umgebung sind, ging es auch bei mir halbwegs. Drei Erwachsene sind allerdings zur Betreuung von 4 Kindern (davon 2 Nichtschwimmern) wirklich komfortabel, da kann ich mir kurz leisten, mich geistig etwas zurückzuziehen und die Ohren zu schließen.

Nach dem Schwimmen waren alle rechtschaffen im Eimer, klein wie groß. So ist das eben. Die Kinder waren dann aber happy mit Bildschirmen bis zum Abendessen, um das sich die Männer maßgeblich kümmerten. Ich hab davon nicht so viel mitbekommen, ich habe Geige gespielt und kam erst aus dem Zimmer, als es schon gut roch. Eineinhalb Stunden üben (ca. 20 Minuten davon sind mein festes Warm-Up) wirken wie eine Reinigung für Schwimmbad-gestresste Nerven und Gehörgänge. Hach.

Bisher kann ich Urlaub zu vielen uneingeschränkt* empfehlen.

*Es sei denn man ist echt totale Eremitin, dann vielleicht nicht.