Tag 281 – Stößchen!

Lustig: nach einem Glas Sekt bin ich enthemmt genug, die Geschichte meiner Schwiegermutter über das tote Kleinkind des Zahnarztes einfach mit den Worten „Ja, die Geschichte kenne ich und ich will sie nicht nochmal hören!“ abzuwürgen. 

Nicht so lustig: nach einem Glas Sekt ist meine Schwiegermutter so durcheinander, dass sie Herrn Rabe für ihren Bruder hält und mich nach meinem Opa fragt, aber ihren Mann meint. 

Das ist alles ziemlich besorgniserregend. Wie man damit umgehen soll weiß man ja auch nicht. Und schon mal gar nicht, wenn man sich doch auch noch dauernd über die typischen Aufreger aufregt. Also irgendwie ist es alles traurig, und sauer sein gestattet man sich auch irgendwie nicht. An den Stellen, wo man eben doch sauer wird (Kind am Arm packen, Kind Blödsinn einreden von wegen alles ist gefährlich, Kind gegenüber leere und unsinnige Drohungen aussprechen…) fühlt man sich hinterher schlecht, sie weiß es ja nicht besser oder es ist Teil der Krankheit (die Sache mit den Gefahren scheint so ein typisches Demenz-Ding zu sein). Schwierig. 

(Kann ich bitte einen Orden haben? Ich hab gar nicht laut herausgebrüllt „DER ZAHNARZTTERMIN IST AM FREITAG UM ACHT HERRGOTT NOCHMAL!!1Elf!“. Sie ahnen nicht, wie schwierig das war.)

Ein Gedanke zu “Tag 281 – Stößchen!

  1. Irene schreibt:

    Der Umgang mit dementen Menschen ist wirklich schwierig, vor allem in der Phase, in der deine Schwiegermutter wohl noch ist.
    Wie steht dein Schwiegervater dazu? Sieht er das Problem ein?
    Für dich/euch als Hilfe: das Weltbild der Schwiegermutter könnt ihr nicht verändern, je mehr ihr versucht es zu „korrigieren“, um so mehr verwirrt und verärgert ihr sie. Meine Strategie ist ein „Ja“ und dann das Gespräch in die gewünschte Richtung zu lotsen. Also wenn sie sagt „der Arzttermin ist heute“ „Ja, und am Freitag um 8 ist noch einer“. Dann habt ihr beide recht 😉
    Die Mutter einer Bekannten hat mit ihr telefoniert, wobei sie von ihrer (einzigen!) Tochter im Kleinkindalter berichtete, die gerade neben ihr spiele… da braucht man einiges an Fantasie, um das „auszubalancieren“, dass die Mutter kein Problem mehr darin sieht, die gleiche Tochter erwachsen am Telefon und als Kleinkind neben sich wahrzunehmen.

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