Tag 417 – Fließband. 

Michel guckt zu viel Sendung mit der Maus. 

„Mama, ich muss eine Maschine haben.“

„Hmm?“

„Ja, eine Maschine, zum Kastanien transportieren!“

„Wo sollen denn die Kastanien hin?“

„Zu einer anderen Fabrik. Mit einem Fließband. In so einer Box. Können wir ein Fließband machen?“

„Was macht denn die Fabrik mit den Kastanien?“

„Ich hab das im Fernsehen gelernt. So wie mit den Kleiderbügeln. Die machen das so ab und dann so klein und dann machen die andere Sachen da draus. Mit einem Fließband. Ich muss auch ein Fließband haben.“

„Und die Fabrik macht dann Kleiderbügel aus deinen Kastanien?“

„Ja. Kann ich jetzt ein Fließband haben? Die Kastanien müssen in so einer Box auf dem Fließband transportiert werden!“

(Da sag noch einer, Fernsehen macht blöd. Mein Kind, noch nicht vier, sagt „transportieren“. Problem bei dem ganzen ist: wenn wir hier keinen Maus-getreuen Maschinenpark haben, ist die Wut groß. So nen Quatsch-Fließband tuts da nicht.)

Pippi geht’s besser, aber noch nicht gut. Wir waren nicht bei der Notfallpraxis, aber wenn morgen früh das Fieber wiederkommt, gehe ich mit ihr zum Arzt. Weil ja morgen das Holz (2000 L!) geliefert wird, hab ich mir eh frei genommen, da ist doch so ein Arzttermin eine willkommene Abwechslung*.

*Ironie. Ich hab total viel zu tun und komm zu nix. Ahhh, und Donnerstag nach Portugal. PANIK!

Tag 416 – Fiebermaus. 

Pippi hat weiterhin Fieber. Bis morgen muss das besser sein, sonst wäre es der vierte Tag mit >39 Grad, und da wäre dann wohl mal ein Besuch bei der Notfallpraxis angezeigt. Das macht aber keinen Spaß, nicht mal im Ansatz, meist sitzt man da lange rum, zwischen all den Leuten mit ihren Virenschleuderkindern oder ihren gebrochenen Gliedmaßen oder ihren Platzwunden (ja, alles schon da gesehen), dann kommt man nach so zwei Stunden irgendwann mal dran, CrP-Test, kurz in den Hals und die Ohren geschaut: hmmhmm, irgendeine Diagnose (vielleicht), irgendeine Medizin (noch vielleichter) und Tschüss. 

Wenn sie davon ja wenigstens gesund würde, würd ichs ja sogar machen. Es geht ihr nämlich echt schlecht. Wegen dem Fieber, das wir mit Ibuprofen/Paracetamol im Wechsel bekämpfen, wenn wirs nicht mehr mit angucken können, macht ihr Kreislauf oft schlapp. Ergebnis ist ein kaltes Kind mit glühendem Kopf, blauen Lippen und eiskalten Händen und Füßen. Heute Nacht gipfelte es in Schüttelfrost und einer Runde Mama vollkotzen. Zum Glück wirklich nur mich, ich bin ja abwaschbar, wir mussten nicht noch das Bett abziehen oder so. (Eindeutig ein Argument gegen ein Familienbett. Echt jetzt. Einer wach: alle wach. Einer kotzt: alle müssen raus.) Nach einem Zäpfchen schlief sie dann bis heute früh um halb zehn. Beim Abendessen brach sie dann nochmal, da wars aber nach einem Schleimhustenbiszumwürgen-Anfall. Also insgesamt echt nicht schön und sie tut mir furchtbar leid, auch wenn ich mir langsam auch vorstellen könnte, mal wieder was anderes zu machen, als mein 9,5 kg – Kind 24/7 an mir kleben zu haben.