Tag 486 – Von Zellen, vom Schwimmkurs und von Mandeln. 

Das Wichtigste vorweg: der Versuch ist bisher ganz gut gelaufen. Mit zwei Personen und zwei Zelllinien geht das viiiiieeeeeel entspannter als alleine mit drei Zelllinien. Es war fast schon zu einfach, es entstand nämlich eine etwa zweistündige Pause ohne was zu tun. Da dachte ich, ach komm, nächste mal eben die Abbildung, die der Chef haben will, fertig. Bisher sieht die so aus: 

Das hab ich in Excel gemacht, weil ich sowas in Excel in drei Minuten mit nem achtel Gehirn zusammenklicke. Übung und so. Was Excel aber nicht kann: für jeden Datenpunkt individuelle Fehlerbalken anzeigen. Also sollte ich Sigma Plot nehmen. Kein Problem, dachte ich, Sigma Plot habe ich damals auch für ein paar Abbildungen in meiner Masterarbeit benutzt, weil Excel nämlich auch nicht mehrere Y-Achsen pro Diagramm darstellen kann. Für Chromatogramme braucht man aber manchmal mehr. So… fünf oder so. Ist ja auch egal, ich machte mich also and Werk, installierte das Programm von unserer Uni-Programmbibliothek und… scheiterte kläglich. Nach den zwei Stunden war ich bereit, meinen ganzen Schreibtisch anzuzünden, als ich nämlich endlich geschafft hatte, ein halbwegs ansehnliches und vor allem nicht total falsche Daten enthaltendes Diagramm zu erzeugen stürzte das Programm ab, ich musste es kalt abwürgen, und danach hatte es alles vergessen, was ich mühselig erarbeitet hatte. Drecksprogramm. Alternativvorschläge werden gerne angenommen. 

Ich durfte heute mit Michel zum Schwimmkurs. Mein Großer. Er macht das echt super, am Anfang musste ich ihn zwar noch ein bisschen an die Hand nehmen, aber dann machte er anstandslos und mit großem Spaß alle Plantsch-Übungen mit. Nach Geplantsche im Wellenbecken (in einem extra abgesperrten, für Vierjährige Stehbaren Bereich und ohne Wellen) mit Sich-Gegenseitig-mit-Wasser-begießen und „Alle rennen so schnell sie können ans andere Ende und dann nochmal mit den Händen wie einen Pfeil vor uns geformt“ hopsten sie vom Rand ins tiefere Rutschenbecken. Da können die Zwerge nicht stehen, es geht darum Ihnen die Angst eben davor zu nehmen. Also hopste immer ein Kind in die Arme einer der Schwimmtrainerinnen, vorwärts, rückwärts, hoch, mit Quietschen und ohne. So niedlich. Und hab ich erwähnt, das Michel das unheimlich toll findet und ganz toll mitgemacht hat?

Ich saß übrigens die 45 Minuten einfach rum und strickte. Das war schön. Ab und an sah ich auf und lächelte Michel zu, zweimal hab ich sogar gewinkt. Die ruhigsten 45 Minuten der Woche: in einem Spaßbad. (Eine andere Mutter helikopterte brav ihrem Kind zum Rutschenbecken hinterher. Und zurück. In der Zwischenzeit hatten sich aber andere Leute an ihren Platz in der Eltern-Area gesetzt. Und kein Platz mehr frei. Fast gab es einen Eklat, ich packte schon vorsorglich die Stricknadeln fester um mich gegen eventuelle Angriffe verteidigen zu können, aber dann war der Kurs zu Ende und die Mama und ihr Kind zogen scharf ausatmend gen Dusche ab.)

Morgen ist im Kindergarten Weihnachtsfeier und jeder soll was zu Essen mitbringen. Mein Internet sagte im Vorfeld an verschiedensten, mir vertrauenswürdig erscheinenden Stellen, Gebrannte Mandeln selber machen sei total einfach. Ich mag sehr gerne gebrannte Mandeln und dachte deshalb schon am letzten Wochenende, dass ich das mal ausprobieren könnte. Der erste Versuch ging wegen Zaghaftigkeit in die Hose und ich fand auch einfach mal ca. tausend ziemlich ähnliche Rezepte, hier also das tausendunderste, mit Bildern, und sozusagen die Quintessenz aus allem was ich dazu las. 

Als erstes nimmt man Wasser und Zucker und Zimt, tut es in eine Pfanne und stellt den Herd auf Kernschmelze. Die Mengenverhältnisse sind so etwa 1:2-1:1 Zucker zu Mandeln, ca. 1:2 Wasser zu Zucker und Zimt nach Geschmack. Wir mögen Zimt: ich nahm für 500 g Mandeln einen Teelöffel. Und 400 g Zucker und 200 mL Wasser. Man kann wohl auch Vanille(-schote/-zucker) mit rein machen. Ich brauch das aber nicht. 

Naja, also das steht dann auf dem Herd, man kann das mal durchrühren, damit sich der Zimt etwas besser verteilt. Wenn es kocht, kommen die Mandeln mit rein. Man kann da aus dem Mandeln wohl auch ne Wissenschaft machen. Hier gibt es nur eine Sorte, die nahm ich. Das kocht dann eben so rum, ziemlich lange dauert das, bis das Wasser verkocht ist. Man kann das ab und an umrühren. 

Phase 1: noch Wasser da.


Wenn das Wasser dann endlich weg ist, wird das ganz schön trocken. Ab jetzt muss man rühren (und fotografieren wird schwierig). Beim 1. Versuch hab ich da abgebrochen, weil ich eins der tausend Rezepte so interpretiert hatte. Man kann, wenn einem sowas passiert, einfach alles nochmal in die Pfanne kippen, nen Schluck Wasser dazu und quasi von vorne anfangen. Hab ich ausprobiert. 

Phase 2: kein Wasser mehr da.


So, und jetzt rührt man so lange, bis man eine ansprechende Menge karamellisierten Zucker außen an den Mandeln kleben hat. 

Phase 3: der Zucker karamellisiert (n bisschen noch…)


Wenn man sich dann nicht mehr traut, weiter drauf rumzubraten, kippt man alles auf ein Backpapier. Abkühlen* lassen, fertig. 


* warm schmecken sie natürlich am Besten. Aber mit ein bisschen zu warm kann man sich echt fies die Zunge verbrennen. Machen Sie das nicht. 

5 Gedanken zu “Tag 486 – Von Zellen, vom Schwimmkurs und von Mandeln. 

  1. Als ich Boxplots (die brauchen Sie doch, oder?) für meine Verteidigung brauchte, hat mir die eine Kollegin mit SPSS gemacht. Ich selbst habe damit allerdings noch nie gearbeitet, weil für die Monografie die Excel Säulendiagramme ausgereicht haben. Aber vielleicht ist es ja eine Alternative.
    Liebe Grüße

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  2. Marsupilami schreibt:

    Hallo,
    ich kann GraphPad Prism für diese Art von Darstellungen wärmstens empfehlen. Damit kriegt man echt die besten Abbildungen hin, irgendwie ziemlich intuitiv zu bedienen. Und Statistik macht es auch noch 😉 dagegen ist Sigma Plot echt Schrott.
    Grüße,
    Marsupilami

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  3. Cowby schreibt:

    Nimm Prism wenn ihr an der Uni eine Lizenz dafür habt, ansonsten natürlich das Totschlag-“Tool“ R. Mit entsprechender Lernkurve. Aber da kann dir daheim sicher jemand weiterhelfen…

    Gefällt 1 Person

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