Tag der 602 – Gemischtes, aber viel davon

Begegnung beim Kaffee holen auf dem Weg zur Arbeit (zu Fuß, weil ich’s kann).

Ich: *betrete den Laden und stelle auf dem Weg schon die Kaffeemaschine an, ich routiniert coole Sau* „Einen großen Kaffee Latte bitte. Ich bezahle mit dem Handy.“

Kassenmensch: „Rrrrååååkul! [Endcool!] Yeah! Mobilepay! Endlich passiert hier mal was. Wissen Sie, es ist hier vormittags so langweilig…!“

Ich: „Hehehe, ja, haha, das, äh, verstehe ich. Danke und äh, tschüss.“ *kriegt Augenbrauenkrampf*

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Der Thermoblock bei der Arbeit ist kaputt. Ohne Deckel heizt er, wenn man aber den Deckel draufmacht, heizt plötzlich nur noch der Deckel. Wenn man das dann aber bei 95 °C macht, fliegt die Sicherung raus, weil der Deckel viel zu heiß wird. Yeah.

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Von meinen einstmals 40 Mikrogramm mRNA sind nach diversen Aufreinigungsschritten nur noch 7,7 Mikrogramm übrig und das frustriert mich ungemein. Orr. So sehr, dass ich möglicherweise mit dem Knie ein bisschen gegen den Schrank getreten habe, der unter dem NanoDrop (Konzentrationsmessdingsi, Anm. d. Red.) steht. Ich habe vielleicht sogar laut geflucht. Und eventuell ging währenddessen ein Professor an mir vorbei und sagte sowas wie „Nanana, so schlimm wirds schon nicht sein.“

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Pippi musste heute schon wieder wegen Phantomfieber aus dem Kindergarten abgeholt werden. Zu Hause hatte sie dann 37,4 °C und spielte fröhlich, so berichtet Herr Rabe. Ich bin von der Fiebermesserei wegen „sie war etwas schlapp“ inzwischen mehr als abgeneigt und freue mich deshalb schon auf das Elterngespräch nach Ostern.

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Weil ich Herrn Rabe mit der Kinderwache ablösen musste, weil der einen wichtigen Arbeitstermin hatte, musste ich unbedingt den einen Bus um 12:41 bekommen. Um 12:32 dachte ich, es wäre ja gar kein Problem, noch schnell einen Kaffee zu holen. Um 12:37 stand ich mit dem fertig getankten Kaffee in der Schlange. Vor mir 6 (!) Leute. So viele sind da sonst nie! Um 12:39 waren gerade mal 2 Leute abgefertigt und ich wurde zunehmend nervös. Um 12:40 sah ich den Bus. In Nanosekundenschnelle spielte mein Kopf die Optionen durch: Kaffee stehen lassen und losrennen (der gute Kaffee!); einfach so losrennen (DIEBIN!!!); den Bus ziehen lassen und ein Magengeschwür kriegen, weil ich nie für mich einstehe (ach nee); Bescheid sagen. Die letzte Option schien mir praktikabel, ich kaufe da jeden Tag ein bis zwei Kaffee, die kennen mich da alle. Ich scherte also aus der Schlange aus und rief der Kassiererin über den Tresen zu: „Du, sorry, ich bezahle den Kaffee hier morgen, ich muss den Bus kriegen, der da gerade kommt!“ Und rannte los, Kaffee in der Hand, im Rennen ein Busticket auf dem Handy kaufend, im Umdrehen hörte ich noch die Kassiererin „Oh, äh, okey…?“ Sagen. Der Busfahrer hatte mich rennen gesehen und netterweise gewartet, er war ja auch ne ganze Minute zu früh. Und so konnte ich dann an Herrn Rabes Arbeit Pippi im Kinderwagen in Empfang nehmen, drei Minuten vor Herr Rabes Meeting. Vereinbarkeit. So schön.

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Michel hatte heute ein Play date nach dem Kindergarten. Ich holte ihn von da ab, und war auch nur ganz kurz lost in norwegische Wohnsiedlung:


Der erste Bonus: Ich konnte alleine Auto fahren und obwohl ich beim schlimmsten Laden der Welt (Spielzeug’sim’ma) war um glitzernde Bügelperlen* zu kaufen, war das richtig schön. Ich liebe alleine Auto fahren. Der zweite Bonus: ich durfte die Katze bei Michels Kumpel streicheln. Eine ultra flauschige und tiefenentspannte (4 Kinder) Maine-Coon. Hachja. Ich hätte so gerne wieder ne Katze. Vielleicht in der nächsten Wohnung.

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Michel ist im Moment total geschlechterfixiert. Alles muss unterteilt sein in Junge/Mädchen. Farben, klar, Haarschnitte, Kleidung, klar, Tiere, selbst die dämliche geschlechtslose Babypuppe, die zwischen den Beinen mit nichts als einem glatten Plastikhügel glänzt, „ist ein Mädchen, weil die hat lange Wimpern“. SPRACH DAS KIND MIT DEN LANGEN, DUNKLEN WIMPERN! Mich bringt das total auf die Palme, da redet man sich viereinhalb Jahre den Mund fusselig und dann besteht das Kind doch drauf, dass das Badezeug mit dem rosa Tintenfisch drauf eben für Mädchen ist, weil rosa. Ahhhhhhhh.

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Noch was, was mich auf die Palme bringt: Michel hat im Kindergarten einen Kameraden, der genauso alt ist wie er. Die Eltern sind noch recht jung (also deutlich jünger als wir, würde ich sagen) und seit ca. Nem Jahr getrennt. Und scheinbar läuft es bei den Eltern nicht so rund nach der Trennung, die Kinder sind unruhig und klammern extrem und werden im Gegenzug von beiden Seiten mit Kram überhäuft. Und Michel möchte dann natürlich (wie alle anderen Kindergartenkinder auch) den gleichen Kram haben. Sowas wie „Wir kaufen keine Obst-Quetschies“ kann ich ja noch sachlich erklären und dabei ruhig bleiben, aber heute ist mir wirklich alles aus dem Gesicht gefallen, weil Michel meinte, zum Geburtstag bekäme er ein Handy. Weil der M.** ja auch eins hat. Sind denn alle verrückt geworden?

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Sehr viel schöner: die Schlaf-Gut-App. Ich bin Fan. Es ist im Grunde eine einfache Geschichte, wie ein Bilderbuch, nur zum klicken. Ganz ruhig vorgetragen von einer sonoren Männerstimme. Eine kleine Eule findet einen Zirkus, da wohnen viele Tiere und alle sind müde. Die Tiere können alle ein bis zwei kleine Kunststücke und dann muss man das Licht ausmachen, der Erzähler sagt Gute Nacht und die Tiere schlafen ein. Wenn alle schlafen, kann auch die kleine Eule schlafen gehen. Ich kann dabei auch herrlich wegdösen***, oder ich höre Pippi dabei zu, wie sie professionell mitkommentiert, oder ich entdecke mit Michel neue Sprachen****. Aber als mir Herr Rabe heute erzählte, dass Michel immer wenn er das Licht selbst ausmacht bei den Tieren sagt „Ich hab gewonnen“, musste ich herzlich lachen. So gesehen, gewinnen wir hier öfter mal alle beim Einschlafbegleiten gegeneinander…

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*weil „Mama, ich hab dir was geperlt, aber ohne Glitzer, weil die M., die hat alle Glitzerperlen aufgebraucht“.

**In diesem Kindergarten heißen alle Kinder M. Heute der Besuch war auch bei M. Und am Donnerstag geht Michel zu M. Auf den Geburtstag. Sind aber alles unterschiedliche Kinder.

***im „Autospiel“, wie sich Michel das Autoplay selbst übersetzt hat.

****Michel sucht sich eine aus, ich glaube, er geht da nach Fahnen-Optik. Gestern haben wir Türkisch gehört. 

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