Tag 608 – Wir sind da!

Yeah!

Wir sind in Bielefeld angekommen. Die Fahrt von Kiel nach Bielefeld war… interessant. Ich bin nichts mehr gewohnt und starb auf der Autobahn tausend Tode, weil dauernd Leute plötzlich von rechts rüber ziehen, von hinten angebraust kommen, vor einem bremsen oder alles das gleichzeitig passiert. Ich bin eigentlich keine ängstliche Beifahrerin, aber heute das war anstrengend. Sehr. Da kam es doch sehr gelegen, dass wir auf dem Weg noch in Hamburg etwas ablieferten und ein längeres  und sehr nettes Päuschen einlegten. 

In Bielefeld dann alles wie immer. Erschreckend so. Die Kinder jagten wir wegen Hummeln im Hintern noch ausgiebig auf den Spielplatz vor Opas Haustür, ich ging mit Opa in den Rewe um Milch zu kaufen (Pippi wird sich demnächst in eine Kuh verwandeln, wenn der Spruch „Du bist was du isst“ stimmt.) und bekam derweil das Update zu meiner Schwiegermutter und Opas Hausschuhen und überhaupt allem. Nach dem Abendbrot fielen die Kinder quasi einfach ins Bett und schlafen seither wie die Steine, hoffen wir mal, dass das so bleibt. Wie auch schon gestern haben wir sie zusammen in ein Bett gelegt.

Mit Fährengebrumme und leichtem Geschaukel schläft es sich gut. (Wenn man die Klimaanlage runter dreht.)


Danach noch ein bisschen in eine Tüte geatmet mit dem Opa gesprochen über ein paar Oma-Unterbringungs-Formalitäten. Als jemand, für dessen Kernfamilie eine private Krankenversicherung nienienienicht erreichbar war, ist es schwer zu ertragen, was da alles einer verbeamteten Person in den Hintern geblasen wird vergönnt ist. Ehrlich: für die ist es toll. Richtig toll. Und ich freue mich für meine Schwiegereltern, dass es dank der Beihilfe und drölfzig Zuschüssen alles für sie gut finanzierbar ist und eben keinen Ruin bedeutet, sollte meine Schwiegermutter noch 20 Jahre oder länger in dem Heim leben. Für alle anderen Menschen in diesem Land, die das mitfinanzieren, ohne auch nur in den Hauch des gleichen Genusses zu kommen (sofern sie nicht zusätzlich zu Sozialabgaben, Steuern und co. Umfangreich privat vorgesorgt haben, wozu man ja auch wieder das Geld haben muss…), ist es… ja, was? Ein Schlag ins Gesicht vermutlich. Ich möchte mir jedenfalls bei solchen Gesprächen die Finger in die Ohren stecken und laut LALALA singen, weil ich sonst leider mit der Ungerechtigkeit nicht klar komme. Hoffentlich muss meine Mutter nie in ein Heim.

___

Überhaupt Nachtrag zur Bootsfahrt: Total super! Wir waren ca. Anderthalb Stunden vor Abfahrt da, bekamen einen Platz „unten“ im Fahrzeugdeck, weil wir ja potentiell mit Kinderwagen reisten und deshalb irgendwie an einem Fahrstuhl rauskommen müssten. Aufs Boot durften wir dann nach etwa einer halben Stunde Warterei und der einzige Stressmoment war es dann, das ganze Geraffel (kleiner Koffer, zwei Rucksäcke, eine Tasche und eine Kühltasche mit Proviant, eine Tasche mit Regensachen, der Kinderkoffer und zwei Kinder, die sich um den Kinderkoffer stritten) auf einmal in die Kabine zu bekommen, zumal Michel in dem Fahrstuhl leicht klaustrophobisch wurde. Danach war alles ganz prima. Das Essen auf der Fähre hatten wir für abends schon vorbestellt und dadurch etwas Geld gespart. Bis 17 Uhr mussten wir uns die Zeit vertreiben, aber das geht ja ganz einfach auf so einem Boot, auf dem es einfach alles gibt. Wir tranken einen recht ordentlichen Kaffee im „Orient-Café“ und Michel und Pippi teilten sich (total friedlich!!1elf!) ein Eis auf dem Sonnendeck, wir sahen kurz und allesamt reichlich schockiert der Käpt’n Kid Clown Show zu (ich kann sowas ganz schlecht ertragen, aus vielen verschiedenen Gründen), Michel guckte noch eine halbe Folge Dinotrux, weil er damit im Auto nicht fertig geworden war und dann war es auch schon Zeit zu essen. Wir hatten das Buffet gewählt, das Essen war gut (frisch, genug da und die Auswahl war riesig, man musste sich wirklich keine Mühe geben um was zu finden, was man mag) und der Service schnell und freundlich. Für die Kinder gab es Kinderbuffet mit Kinderquatschessen und hätten wir nicht Michel kurz verloren wäre das Essen eine rundum positive Erfahrung geworden, so war es eben nur zu 95% positiv. Und nach dem Essen waren die Kinder so hundemüde, dass sie um 19:12 Uhr beide schliefen. EIgentlich hatten wir noch Schwimmbad geplant, aber das machen wir dann eben auf der Rückreise. 

Hier noch ein paar Impressionen von der Fahrt.

Michels neuer Schatz: der Kopfhörer.


Machte kurz vorher noch Theater und hatte sich aus dem Anschnallgurt gewurstet.


Nach dem Besuch bei unseren Osloer Freunden.


Meine Kinder spielen gerne großflächig.


… und alles was ist, dauert drei Sekunden: eine Sekunde für vorher, eine für nachher und eine für mittendrin.


In Hamburg musste erstmal in wechselnder Besetzung geschaukelt werden. Pippi kann schon sehr gut alleine schaukeln, sagt aber irgendwann einfach „fertig!“ und lässt im selben Moment los.

Ein Gedanke zu “Tag 608 – Wir sind da!

  1. M schreibt:

    Sehr herzige Bilder!!

    Und Peter Licht singt auch:
    Hauptsache wir sitzen am Ende alle im selben Heim… (scnr)

    In Österreich ist das mit dern Pflegeheimkosten vielleicht anders geregelt. Wer selbst nicht für die Kosten (ca 3.500 € /Monat) aufkommen kann, muss 80% seiner Rente an den öffentlichen Kostenträger abtreten und jegliches Vermögen über den „Schonbetrag“ von ~ 4.100,00 €. Dann zahlt die öffentliche Hand die restlichen Kosten. Kinder und Verwandte müssen (derzeit) nicht dazu zahlen. Trotzdem nicht ideal, weil auch hier zu wenig Personal etc.

    Jetzt an was Lustigeres denken:
    Wolf im Fuzzipelz! Und schönen Osterurlaub!

    Gefällt 1 Person

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