Tag 624 – Das muss doch alles irgendwie besser gehen. 

Ach Mann, jetzt ist es schon so spät geworden. Ich hatte doch so vor, mal ein paar meiner Leser*Innen nachhaltig zu vergraulen. Aber das wird mit jetzt für heute zu viel, morgen dann, ja? 

Weshalb ist es so spät? Weil Herr Rabe und ich uns noch über Erziehungsdinge angezickt unterhalten haben. Es ist nämlich so, dass im Moment hier dauernd meine Grenzen überschritten werden, einmal so ganz generelle (ich möchte mein Bett zurück) und dann auch ganz spezielle, Michel ist nämlich in einer krassen Knutschphase und ich kann das überhaupt nicht ab. Vor allem (!!!) nicht, wenn er irgendeinen Mist gemacht hat und dann als Übersprungshandlung mich anspringt und mich abknutscht oder ableckt (!!!!!!!). Ich sage ihm dann auch recht deutlich, dass ich das nicht will, weil ich das nicht mag und dass er aufhören soll. Er hört aber nicht auf. Herr Rabe sagt, ich muss das deutlicher machen, mich auch körperlich entfernen oder ihn wegschieben. Ich finde ‚Nein heißt Nein‘ muss reichen. Er findet, das kann Michel noch nicht verstehen, weil er ja erst 4,5 Jahre alt ist. Und da sind wir dann auch am Ende der Diskussion, weil ich es einfach nicht weiß, wann Kinder dazu in der Lage sind. Oder vielleicht ist Michel auch ein empathieloser Klotz. Gnäh. Nächstes Thema: Fernsehen Slash Bildschirmzeit. Wir sind zu inkonsequent und werden da jetzt mal andere Saiten aufziehen. Michel ist nämlich ein richtiger kleiner Bildschirmjunkie und hört einfach *nie* von selbst auf, wenn er genug hat (haben wir probiert, ja). Wir werden das auf eine halbe Stunde pro Tag begrenzen (nicht so wie es jetzt klingt, eher so: eine Sendung. Wenn die 20 Minuten dauert, ist danach Schluss. Wenn er gerade was spielt, was noch 5 Minuten dauert, machen wir auch nicht nach Punkt 30 Minuten das iPad aus, sodass er seinen Spielstand verliert oder was weiß ich. Wobei er so komplexe Dinge auch noch gar nicht spielt) und wenn es wegen der Begrenzung Theater gibt, ist am nächsten Tag komplett Pause. Wir rechnen mit Theater. 

Morgen ist dann passender Weise auch Elterngespräch im Kindergarten, da können wir dann so wunderbare Themen ansprechen wie „Warum messt ihr bei Pippi eigentlich dauernd Fieber?“, „Wie kommt Michel auf die Idee, dass alle Frauen lange Wimpern haben?“ und „Woher hat Michel die ganzen Schimpfwörter*?“.

Wunderbar. Ich freue mich schon totaaaaaal drauf. 

*wenns jetzt „Arsch“ oder „Wurst“ oder „verdammte Kacke“ wäre, würde es mich ja gar nicht wundern. Aber er sagt „dumming“ [Dummer], „luring“ [schwierig, å lure ist jemanden hereinlegen, ein luring müsste also ein Betrüger oder sowas sein?] und so weiter und vielleicht ist das auf Norwegisch ja alles gar nicht so schlimm**.

**vermutlich zumindest „dumming“ schon. 

6 Gedanken zu “Tag 624 – Das muss doch alles irgendwie besser gehen. 

  1. Ähnliche Probleme hier bei uns, nur sind die Kinder, die es betrifft bereits 10,11 & 12.
    Elektronik-Zeiten können prinzipiell nicht eingehalten werden, wir müssen da permanent kontrollieren, was wirklich keinen Spaß macht, immer Theater gibt und echt anstrengend ist, wenn man selbst gar nicht so konsequent ist. Aber es geht einfach manchmal nicht anders – ich wünsche Starke Nerven!
    Was das abkutschen angeht, ich kenne das auch von einem unserer Kinder. Er hält es einfach nicht aus, wenn man Böse auf ihn ist. Auch wenn er genau weiß, dass er Blödsinn gemacht hat und man sich zurecht ärgert, erträgt er es nicht, zu wissen, dass wir mal böse sind. In dem Alter von Michel hat er es noch weniger verstanden, aber selbst mit 10 ist es oft schwer, ihm das zu erklären und verständlich zu machen, wann wir Abstand brauchen. Was hilft, ist eigentlich nur viel Reden wenn gerade alles supi ist. Dann ist er am ehesten aufnahmefähig und kann unser Handeln (manchmal) nachvollziehen. Das ist aber übrigens nur bei uns Eltern so – bei anderen Personen ist er wirklich sehr empathisch.

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  2. ohmskine schreibt:

    Bei uns ist es ähnlich.
    Die jüngere (5 Jahre) hat sich angewöhnt bei jedem Essen etwas übrig zu lassen, was sie „nicht mehr schafft“. Das ist völlig unabhängig von der Menge/Qualität der Nahrung und ihrem Hunger/Appetit. Ich bin es leid, regelmäßig etwas aufzuessen/wegzuschmeißen. (Gerade steht noch das halbe Müsli von heute morgen auf dem Tisch. Sie wird es erst aufessen müssen, bevor sie etwas anderes bekommt.)
    Es ist offensichtlich ein Machtkampf (den ich gar nicht kämpfen will!).

    Die ältere (fast 8 Jahre) ist in „guten Zeiten“ verständig/vernünftig und trifft Absprachen mit uns, die sie aber im Alltag nur selten einhält. Sie vergisst sie wirklich (ADHS Spektrum). (Habe heute ein Gespräch mit der Klassenlehrerin zu den Themen „zu spät in die Klasse kommen“ und „eine 6 wegen Hausaufgaben vergessen“.)
    Das ist ein Kampf gegen Windmühlen, den wir wohl nicht gewinnen können.

    Seltsam, daß man von den eigenen Kindern zu Verhaltensweisen gezwungen wird, die man als Kind bei den eigenen Eltern unerträglich fand…

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  3. Bettina schreibt:

    Ich denke schon, dass er ein nein verstehen kann, bald. Wichtig ist, dass du ihm vielleicht erklärst, dass du ihn trotzdem ganz doll lieb hast, auch wenn du mal schimpfst. Wirst du bestimmt schon gemacht haben, aber ich glaube dass das immer mal wieder sehr wichtig ist. Eventuell kannst du mit ihm das knutschen „austauschen“ gegen, keine Ahnung, streicheln oder sonstwas, was du in dem Moment dann irgendwie ertragen kannst…Bestimmt fällt euch beiden was ein. Naja und konsequent sein, was Elektronik Zeiten angeht….aber manchmal kann man auch einfach nicht. Ist so. Aber versuchen, klare Regeln, Kinder brauchen das. Sagt die Frau, die da ein bisschen zu schlunzig war – ging aber nicht anders. So. Genug der Klugscheißerei😘

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  4. Mamamaj schreibt:

    Irgendwie hat mein Handy den mühsam getippt Kommentar gekillt, deswegen nun nur die Kurzversion 😉
    Kann dich gut verstehen, mich nervt so was auch. Nein muss er akzeptieren lernen, Konsequenz ist dafür finde ich notwendig. Beim Fernsehen ebenfalls konsequent bleiben, unsere Kinder (6 und 9, der Kleinste zählt noch nicht) haben die hier geltenden Regeln mittlerweile ganz gut verinnerlicht, auch wenn sie gerne versuchen, diese doch aufzuweichen… 🙂
    Ich wünsche einen langen Atem 😉
    LG Mamamaj

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