Tag 694 – Meine (total objektiven) Top Fünf der schrecklichsten Paper.

Nachdem jetzt über 200 wissenschaftliche Artikel (cooler Wissenschaftlerinnenslang: Paper) in meiner App sind, und ich davon auch die Hälfte ca. tatsächlich gelesen und die andere Hälfte zumindest angelesen habe, muss ich es doch mal langsam loswerden:

Es gibt echt furchtbare Paper.

Platz 5: So kompliziert, dass ich es auch beim dritten mal lesen nicht begreife. Meistens ist sowas im Journal „Cell Science and Nature“ und nach drölfzig Review-Runden dermaßen experimentell ausgeufert und gleichzeitig platzmäßig eingedampft, dass man ohne abgeschlossene Habilitation in *genau dem* Fachuntersubnischengebiet nichts mehr kapiert. Wird aber zitiert wie verrückt, weil ja quasi auch die Lösung auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest drin steht. Bestimmt. Irgendwo.

Platz 4: Arschlangweilig. Autor*In fängt bei Adam und Eva (oder dem Urknall, nach Gusto) an. Nach einer halben Seite fallen mir die Augen zu. Nach einer Seite lege ich es weg. Wenn der Schluss gut war, werde ich es nie erfahren.

Platz 3: „Wir haben leider keine Frau(TM) gefunden, die was zum Thema sagen wollte.“ Ohne Witz. Deutsche Forschergruppe. Zwanzig Namen. Eine Frau. EINE?!? (Und da geht’s nicht um Kernphysik oder so, sondern um *Trommelwirbel* Ernährung. Das Paper ist auch nicht von 1965, sondern von 2015. Und die Männer heißen zum Großteil sowas wie „Hermann“, „Erwin“ oder „Hans-Georg“.)

Platz 2: „Ich stelle nur Chines*Innen/Japaner*Innen/Inder*Innen ein.“ Zwanzig Namen auf dem Paper, einheitlich klingende Nationalität. Alle einer Universität irgendwo in den… wait, what?… USA! zugehörig. Leiter*In der Gruppe lebt, so ergibt kurzes stalken googeln, seit 25 Jahren dort. Genau wie Platz 3 macht das natürlich das Paper nicht inhaltlich schlechter (oder besser), aber mit bis zum Anschlag hochgezogener Augenbraue liest es sich so schlecht.

Platz 1: Der/Die emeritierte Professor*In schreibt über sein/ihr Lebenswerk. Das ganze Ding trieft vor Selbstverliebtheit. Andere Gruppen, deren Irrtümer, Irrwege und Irrelevanz werden gnadenlos durch den Kakao gezogen. Eigene Verfehlungen werden unter den Tisch gekehrt. Selbstbeweihräucherung bis mir nach ca. einer Seite davon schlecht ist und ich das Ding angewidert in den Papierkorb pfeffere aus meiner App lösche.
Es gibt natürlich auch gute Paper. Es gibt auch sehr gute Paper und dann gibt es noch die Kategorie, an die ich in meiner App kleine Herzchen male.

3 Gedanken zu “Tag 694 – Meine (total objektiven) Top Fünf der schrecklichsten Paper.

  1. Jule schreibt:

    Super Beschreibung 🙂

    Sag Mal, was ist denn das für eine App die Du benutzt (oder habe ich das beim durch zu viele Papier antrainierte querlesen irgendwo übersehen?)

    LG
    Jule

    Gefällt 1 Person

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