Tag 723 – The day I got scooped. 

Tag kann weg. Komplett. 

Heute morgen las ich den Anhang einer Mail, die wir (mein Chef, meine Kollegin und ich) gestern schon von einem Collaborator mit den Worten „I guess you have noticed this article, if not, here it is“ bekommen hatten. Im Anhang ein Artikel einer Gruppe, vom 29.6., in dem unsere bahnbrechenden Ergebnisse stehen. Also, die haben das natürlich nicht geklaut, die sind da schon selbst drauf gekommen, aber jetzt sind unsere Ergebnisse eben nicht mehr bahnbrechend, sondern… ein müder Pups. Blockflöte statt Fanfare. Das wäre ja alles schon scheiße genug, wenn nicht auch noch zwei ärgerliche Randbedingungen dazu kämen:

  1. Unser Artikel dazu sollte schon Ende letzten Jahres eingereicht werden, es fehlten nur noch zwei Bilder. Die fehlen bis heute und das ist nicht meine Schuld, sondern ne Mischung aus „der einzige Typ DER WELT, der das kann, hat wenig Zeit“ und „der priorisiert uns aber auch nicht, weil, ach, es eilt ja nicht“. 
  2. Einer der Co-Autoren war auf der Konferenz in den USA an meinem Poster und tat ganz interessiert. Der jetzt publizierte Artikel wirkt sehr wie „Oha, das muss schnell raus, sonst sind die Norweger schneller“. 

Wenn es irgendwas gebraucht hat, um meine Entscheidung gegen Academia zu zementieren, war’s das. Ich hab so die Schnauze voll. 

(Bevor sie fragen: natürlich geht’s weiter. Krönchen richten und so. Aber es ist so SO SO!!! ärgerlich, ich finde eine Runde heulen und eine Runde Schnaps da durchaus legitim.)

8 Gedanken zu “Tag 723 – The day I got scooped. 

  1. Ich hab es heute den Tag über auf Twitter mitgelesen, konnte aber schlecht antworten. Fühlen Sie gedrückt und überhaupt! Elendiger Mist das alles!
    Ach so und nur weil ich das schon häufiger gedacht habe, mich aber nie getraut habe das nochmal zu schreiben (nicht, dass Sie mich für bekloppt erklären) die Idee mit der Rindergensequenzierung war nur so ein halber Scherz. Da ist ein Markt vorhanden. Ich kann aber auch verstehen wenn Sie sagen, dass das absolut nix für Sie ist.
    Liebe Grüße

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  2. Sandra schreibt:

    Das ist verdammt ärgerlich. Bei Ph.D. Comics gibt es einen, der zeigt die Motivation des Doktoranden als Funktion der Dauer der Dissertation. Da fällt die Motivation bei „feststellen, dass ein anderer die Ergebnisse bereits publiziert hat“ ins Bodenlose.
    Aber: anscheinend haben zwei Gruppen unabhängig voneinander dasselbe Ergebnis erreicht. Heutzutage, wo viele Ergebnisse die publiziert werden eher fragwürdig sind, finde ich das echt gut. Mal ehrlich, es gibt soviel Schrott in den Journalen, der entweder keinen wissenschaftlichen Wert hat (offensichtlich falsche Interpretation der Ergebnisse) oder einfach nicht reproduzierbar ist.

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  3. Frau Em schreibt:

    So ein Mist, das tut mir echt Leid.

    Ich hab bei Twitter mal ein bisschen mitgelesen – also bei uns (kein MINT-Fach) kann man auch ohne Proceedings/Communications einen Konferenzbeitrag zitieren. Natürlich hat das keinen riesigen Stellenwert, aber wenn’s nur darum geht zu beweisen, dass man die Ergebnisse als erstes präsentiert hat ist das durchaus machbar. Vielleicht das Poster mal bei ResearchGate hochladen, natürlich mit entsprechendem Datum?

    Ansonsten: big hugs, auch unbekannterweise.

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