Tag 829 – Schockfaliept. Ägän.

Ich bin in Stockholm. Und ich muss diesen Job kriegen, sonst kette ich mich doch noch an den Globen.

Zur Erklärung sollte ich vielleicht dazu sagen, dass ich hier mal acht Monate lang studiert habe. Das Ganze stand nicht so richtig unter einem guten Stern, damals kannte ich Herrn Rabe grade mal ein Jahr, war aber schon mit ihm verlobt. Ich vermisste ihn fürchterlich und der einzige (ja, wirklich) Grund, weshalb ich nicht einfach hiergebliebem bin, war er. Denn obwohl ich sogar im abgeschiedensten Studentenwohnheim aller Zeiten (googeln sie mal „Tyresö“) untergebracht war und jeden Tag pro Weg ne Stunde zur Uni brauchte und auch wirklich, wirklich, wirklich viel lernte, war das doch einfach toll damals. So viel Kultur! So viel Leben! So viele Möglichkeiten!

Aber heute stieg ich aus dem Arlanda-Express und ging durch T-Centralen zur T-bana und es war, wie nach Hause zu kommen. Acht Monate, vor 9 Jahren, und ich fühle mich hier normaler als in Trondheim. Um mir den Rest zu geben, stieg ich auch nach zwei Haltestellen schon wieder aus, um von Slussen über die Götgatan nach Skanstull zu laufen. Das war in sofern nicht besonders schlau, dass ich jetzt eine Blase habe, aber der Anblick des rot beleuchteten Globen (erstes Mal Pipi in den Augen) war das allemal wert. Und so spazierte ich quer durch Söder. Bei Tully’s Caffee konnte ich mich grad noch am Riemen reißen, beim Medis und als ich entdeckte, dass es das Debaser noch gibt, dann nicht mehr.

Morgen muss ich das rocken. Mit Blasen, aber wozu hat man jahrelang getanzt, wenn nicht dazu, sich allerlei Fußaua* nicht anmerken zu lassen.

Um es mit Farin Urlaubs Worten zu sagen:

JAG ÄLSKAR SVERIGE!

___

*eine meiner Teampartnerinnen in der ersten Formationstruppe hat sich mal beim Aufstellen (also bevor die Musik startet) eine Reißzwecke eingetreten. Nach der Runde hat sie Rotz und Wasser geheult und für die Endrunde musste ihr Ersatz einspringen, aber die Choreografie hat sie mit vollem Einsatz durchgezogen. Und das Turnier haben wir gewonnen.

12 Gedanken zu “Tag 829 – Schockfaliept. Ägän.

  1. Bea schreibt:

    Auch von hier ganz viel Erfolg. Stockholm ist eine sooo grandiose, tolle Stadt, dass wäre toll, wenn da was ginge.
    Sind sich denn norwegisch und schwedisch ähnlich? Ich meine der Kinder wegen. Ich plane in Gedanken schon ihren Umzug.
    Grüße und meine Daumen sind fest gedrückt.

    Gefällt 1 Person

    • Ja, das ist sehr ähnlich. Schweden haben eine stärkere Satzmelodie und speziell Stockholmer quietschen gerne auf dem i. Und die Schweden haben ein labiales sj, das ist wie ne Mischung aus ch und f, das gibt es im Norwegischen nicht. Wobei die Norweger ja 400 Dialekte haben, wer weiß, vielleicht gibt’s das doch irgendwo 😂

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  2. Ingrid schreibt:

    Hallo Frau Rabe,
    ha en bra dag!
    Du kannst das, du willst das, du schaffst das!! (Motivationsspruch meines Rhetorik Lehrers für Bewerbungsgespräche!
    Viel Glück, ich halte alle Daumen
    Liebe Grüße
    Ingrid

    Gefällt 1 Person

  3. Ich drücke ebenfalls die Daumen und kann die Stockholm-Sehnsucht total verstehen. Habe damals (vor glaube ich inzwischen 11 Jahren!) auch mein Auslandssemester in Stockholm verbracht (in Södertörns) und werde jedes Mal von oben bis unten glückselig, wenn ich mal wieder dort bin.
    (Und im Debaser haben wir damals sehr denkwürdig Silvester gefeiert :-)).
    Liebe Grüße und viel Glück!!

    Gefällt 1 Person

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