Tag 939 – Durchwachsen.

Mein Tag war heute… puh. Im Prinzip gut. Trotzdem habe ich eine halbe Stunde alleine in einem Gruppenraum gesessen und geheult, weil gefühlt niemand versteht, dass meine Situation grad echt scheiße ist. Ich kann das „der Traumjob kommt bestimmt“ nicht mehr hören, denn: was, wenn nicht? Nach über 40 erfolglosen Bewerbungen finde ich, diese Frage ist doch durchaus berechtigt. Sollen wir dann trotzdem hier in Trondheim bleiben? Und bei dem Gedanken kamen mir die Tränen.

Ansonsten war heute alles super gut. Weshalb ich mal wieder Hormone vermute, die machen, dass ich alles schwarz sehe. Das Thema für die Probevorlesung ist gut. Die Druckfahne der Diss kam an und ist gut. Der Vortrag ist jetzt nur noch 27 Minuten lang – gut! Lippenstift gut, Frauentag… ok, Sport gemacht, alles gut. Trotzdem möchte ich hier einfach weg und habe schlichtweg Panik davor, dass ich, sollte ich wirklich eine auf 1 Jahr befristete Vertretungsstelle bekommen, es mir und vor allem den Familienmitgliedern allzu häuslich einrichte. Weil ich nicht will, dass die hier Wurzeln schlagen. Fertig aus. Ich hasse diese Stadt und wäre besser nie hergekommen. So.

Aber wenn man eh schon schlechte Laune hat, kann man auch unliebsame Dinge tun.

Mehr Foto gibt’s (noch) nicht. Ich muss an allen Ecken und Enden nochmal von Hand ran. Aber immerhin, vermutlich muss ich doch nicht nackt disputieren.

9 Gedanken zu “Tag 939 – Durchwachsen.

  1. Bea schreibt:

    Den Frust und die Zukunftsangst kann ich sehr gut verstehen. Ich lese ja schon recht lange hier und da fühle ich schon mit und eine mir ja eigentlich komplett fremde Person scheint vertraut zu sein. Und jetzt möchte ich mal meinen Senf zu dieser ganzen komplett besch…. Situation dazu geben.
    Ich sehe dass Sie an einem Ort leben, an dem es Ihnen nicht gefällt. Milde ausgedrückt. Und ich habe Ihren Blogbeiträgen entnommen, dass es ihren Beruf in Norwegen nicht gibt. Weiterhin drängt die Zeit, da Michels Einschulung ansteht. Wohnung ist auch nicht das Wahre und müsste ja auch neu gelöst werden, im Falle Sie bleiben würden ( müssten). Also auf ganzer Linie schlecht, sehr schlecht. Das einzig „positive“: Das Arbeitslosengeld. Aber auch das gibt es ja nicht bedingungslos. Darum habe ich überlegt, ob es wohl Sinn machte, alles von der anderen Seite her anzugehen. Das heißt, Sie denken über einen zukünftigen Standort nach, an dem die Chancen auf Arbeit größer sind, als in Norwegen. Weil da sind sie gleich null. Ein Umzug ist für die Kinder sowieso sehr einschneidend. Mit Schulwechsel verbunden wäre es nicht einfacher. Aber ein anderes Land (und auch Deutschland wäre für die Kinder Ausland) wird ja anscheinend sowieso anstehen. Da für Herrn Rabe ja ein Arbeitsplatzwechsel kein großes Problem darstellt, würde ich meine Familie schnappen, an einen Standort ziehen, der angenehmer ist. Da wäre Herr Rabe zwar ersteinmal auch Alleinverdiener, aber das ist er jetzt ja auch (abgesehen vom AL-Geld). Vorteil: sie könnten die Kinder beim Eingewöhnen begleiten. Und Arbeitssuche in einer Region in der es in ihrem Gebiet Arbeit gäbe, wäre evtl. Auch einfacher. Nachteil: Umzug ohne Unterstützung vom Arbeitgeber (evtl. Unterstützt der von Herrn Rabe). Aber sie haben eine Wohnung, das müsste vom Umfang her machbar sein.
    Nachteil: auch am neuen Wohnort vorerst arbeitslos.
    Vorteil: Umgebung die man mag.
    Vielleicht klingt das alles sehr blöde, vielleicht haben Sie das ja auch schon überlegt. Aber manchmal verlangen radikale Probleme radikale Lösungen.
    Nichts für Ungut und liebe Grüße
    Bea

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  2. Sunni schreibt:

    1. Die Kirschfrau ist toll. Riecht nach Sommer!
    2. Sie schreiben mir mal eine mail an:sunni_schmidt@gmx.de, denn wenn ich Sie anschreibe, kommt das offenbar nicht an. Und dann schaun wir mal. Ja, ist Ka…., aber nichts ist immer Ka…wir tun uns mal um…:-) Herzlich, Sunni

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  3. Irene schreibt:

    Mach dir nicht so viele Gedanken darum, deine Kinder zu verpflanzen. Sie sind noch jung, ihr „Universumsmittelpunkt“ seid noch ein ganzes Weilchen ihr Eltern.
    Ich „wurde umgezogen“, als ich gerade in die 2. Klasse gekommen war. In eine Gegend, die so was ähnliches wie Deutsch spricht *g* (sorry, Berner!). Es war nicht einfach, aber ich kenne viele mit ähnlichen Erfahrungen, und die, die ich kenne haben es gut weggesteckt, sind daran gewachsen und ich glaube, dass bei vielen die Weltoffenheit dadurch gestiegen ist.
    Also: Man kann auch angewurzelte Kinder umtopfen, um es als Gärtnerstochter zu sagen :-)

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  4. Simone schreibt:

    Liebe Frau Rabe, manchmal denkt das Leben, man müsse erstmal komplett mit einem Thema abschließen, bevor man das neue angehen kann. Und ja, vielleicht wird es tatsächlich nicht auf Anhieb der Traumjob. Und nein, das heißt nicht, dass man einen Sch…job annehmen muss. Es gibt eine Menge dazwischen. Tolle Bluse! Und sehr geniales Projekt, sich für den Anlass selbst einzukleiden …

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  5. PaulineM schreibt:

    Ich bin auch genau dieser Meinung. Wenn man unglücklich ist, dann sollte man was ändern. Wenn Sie diese Stadt nicht mögen, setzen Sie sich mit Herrn Rabe hin und überlegen Sie, wo es schöner, besser, einfacher für Sie beide wäre. Suchen Sie ein Land und eine Stadt, die Ihnen und den Kindern (nach einer Eingewöhnungszeit) gefallen würde, die Arbeitsaussichten in Ihrem Beruf bieten würde, die schulisch gute Möglichkeiten bietet und die bezahlbar wäre (damit Herr Rabe nicht die Bank überfallen muss). Arbeitslosigkeit lässt sich in einer Umgebung, in der man sich wohlfühlt, besser aushalten.

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  6. Amara schreibt:

    Schließe mich den vielen Stimmen an.
    Wenn Trondheim doof ist, zieht um. Das kostet Kraft in einer Stadt zu wohnen, die man nicht mag. Kenn ich.
    Ja, die Situation ist total sch****! Aber Sie haben auch die verdammte Diss geschafft!
    Trotzdem dürfen Sie wütend und frustriert sein und Angst haben.
    Es wird eine Lösung geben. Vielleicht nicht optimal, aber wenigstens ein Übergang. Und dann geht es weiter.
    Ich drücke alle Daumen!Sie machen das super!

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