Tag 1112 – Witzisch.

Heute war ich auf einer Disputation. Eine meiner zwei Freundinnen hier in Oslo hat heute erfolgreich ihren PhD verteidigt und zur Verteidigung selbst habe ich es zwar nicht geschafft, aber immerhin zur Feier. Die wieder ganz anders war als alle, auf denen ich bisher war. Aber das ist Nebensache, ich habe nämlich was an mir beobachtet. Ich habe das Bedürfnis, meine berufliche Situation* gegenüber Fremden zu beschönigen. Erzähle, wie cool das Projekt ist**, aber nicht, wie absurd sich da alles entwickelt und dass ich wechselnd das Gefühl habe ich wäre in der Hölle oder bei Verstehen Sie Spaß. Und einerseits geht das ja auch keinen was an, andererseits kann es mir ja wirklich völlig wurscht sein, was irgendwelche Masterstudenten, die ich das erste und vermutlich auch letzte mal sehe, von mir halten. Aber zugeben, dass ich eine wirklich richtig schlechte berufliche Wahl getroffen habe, das… geht nur gegenüber wirklichen Freunden. Und selbst dann nur in lustig. Dabei ist es das wirklich leider nicht. Klassenclownsyndrom halt, schätze ich jedenfalls. Hmm. Ich muss darüber nachdenken, ob ich das gut oder schlecht finde.

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Auto-Lobhudelei: weiter durch Absurdistan navigiert.

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*die heute eine neue, ungeahnte Absurditätsstufe erreicht hat

**ist es ja auch, wird nur so nicht passieren

3 Gedanken zu “Tag 1112 – Witzisch.

  1. Sunni schreibt:

    Durchaus übliches Verhalten, gesellschafltich heute bedingt. Keine Sorge, kein Syndrom, einfach das alltagliche Schauspiel…Wir hier:Heulen, Zähneklappern, ein Zusammenbruch nach dem anderen, aber wenn es klingelt:Alles fein…Ist so.GlG Sunni

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  2. Irene schreibt:

    Ich halte es für sehr vernünftig, nicht zu sehr aus dem Nähkästchen zu plaudern. Man weiss nie, in welchem Kontext man wieder aufeinander trifft. Wenn du dich irgendwo bewirbst wäre es nicht förderlich, wenn dann einer weiss „ach, das ist doch die, die sich total negativ über ihr laufendes Projekt in Firma XY ausgelassen hat“.

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  3. Mehr als „es ist abwechslungsreicher als erwartet“ würde ich da auch nicht rauslassen. Wer Sie kennt, liest darin genug Metaebene, um bei Interesse im kleinen Kreis nachzufragen.
    Begründung siehe Irene.

    Ansonsten: lächeln und winken, die Queen machts vor.

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