Tag 1116 – GÄNSEFÜSSCHEN Vereinbarkeit GÄNSEFÜSSCHEN.

Heute mal kein Gemecker über meinen aktuellen oder generell Arbeitgeber. Sondern Gemecker über Kraftgrenzen und Elternakkus und Geduldsfäden.

Ich bin hundemüde. Ich weiß, vier Wochen sind noch nicht genug, um darüber eine definitive Aussage zu treffen, aber das Pendeln und die Vollzeit und die dadurch langen Tage, das ist für mich tierisch anstrengend. Ich bin kein Morgenmensch, das ist ja nun auch kein Geheimnis, aber wenn ich um acht bei der Arbeit sein will, müssen Pippi und ich eigentlich um zehn nach sieben das Haus verlassen. 3 Minuten um alles im Auto und angeschnallt zu haben, 25 Minuten zum Kindergarten, 10 Minuten um Pippi abzuliefern, 12 Minuten zur Arbeit. Um das zu schaffen, weil ich morgens die lahmste Ente der Welt bin, muss ich eigentlich um viertel vor sechs aufstehen. Sechs würde auch nich reichen, wenn ich dann denn auch echt sofort aufstehen würde. Was ich nie tue. Was scheiße ist, aber der Geist und das Fleisch und überhaupt alles ist morgens sehr schwach. Ich mache mich dann fertig, Herr Rabe macht die Kinder fertig, einer von uns macht Kaffee und zum ersten Mal seit wir sie haben, finde ich, die Kaffeemaschine frisst morgens zu viel Zeit. Jedenfalls reichen die anderthalb Stunden nie. Irgendwas fällt immer hinten rüber. Ich muss mein Make-up mitnehmen, weil ich es nicht mehr schaffe, mich zu schminken. Ich kriege kein Frühstück. Der zweite Kaffee wird halt nicht im Auto getrunken, weil ich nicht mehr schaffe, einen weiteren Kaffee zu machen. Oder ich komme halt zu spät. Und muss dann eben länger bleiben, was ja kein großes Problem ist, der Kindergarten hat ja bis viertel nach fünf auf. ABER. Pippi schläft immer auf dem Rückweg ein. Je später das ist, je schwieriger wird es, sie noch mal aufzuwecken, wenn wir dann irgendwann zwischen viertel vor fünf (gut!) und viertel vor sechs (richtig schlecht) wieder zu Hause sind. Dann ist irgendwie kochen und Essen und dann müssen die Kinder eigentlich auch schon wieder ins Bett, weil sie sonst nämlich morgens nicht aus den Federn kommen, weshalb wir dann morgens wieder alle extra gestresst sind und… arrrrgh. Jedenfalls sehen die Kinder das meist gar nicht ein und es wird immer zu spät. Wir Erwachsenen sind nach dem Tag auch so platt, dass außer vielleicht noch ne Maschine Wäsche anstellen und die Spülmaschine versorgen nicht mehr viel geht. Meist ist es sogar zu spät für Netflix. Oder wäre es, wenn wir vernünftig wären. Und ach ja, bald kommt ja abends noch das Bewerbungen schreiben dazu. Wie schön.

Und dann ist Wochenende. Und so viel Haushalt ist liegen geblieben. Ab und an muss man auch Einkaufen. Vier Menschen leben auch hier und die brauchen irgendwie dauernd irgendwas, von Unterhosen bis Blumenerde, für das man halt dank neuem Dorfleben irgendwo hingurken muss. Die Kinder finden aber (zurecht), dass sie uns unter der Woche kaum gesehen haben und drehen frei. Alle drehen dann frei. Am Ende heulen die Kinder weil wir gesagt haben, sie dürfen zum Einkaufen nicht mehr mitkommen, wenn sie so UNGLAUBLICH RUMNERVEN. Die Kinder finden das und generell uns dann natürlich gemein. Aber herrje. Morgen stehen schon wieder 2 Brote und der Haushalt* an, wir wollen zum Bauernhof und eventuell nochmal zum Gartencenter, weil das so hübsche Gartenmöbel zu gar nicht mal so absurden Preisen (und morgen auf) hat, wir alle wollen schlafen und ich würd auch gern in Frieden einen Podcast hören, ohne dass neben mir lautstark bis 366 gezählt wird. Ich mag nicht die Kinder noch mehr abschieben, aber es geht echt nicht, die zum Einkaufen mitzunehmen, dann zerfleischen wir uns alle am Ende.

Ohne Witz: die Aussicht darauf, vielleicht bald wieder sehr viel Zeit zu Hause zu verbringen, finde ich grad ganz verlockend. Dann kann ich wenigstens schon unter der Woche Backen, oder auch putzen, oder den Wocheneinkauf machen. Alternativ wäre ein ausreichend gut bezahlter Job auch eine Hilfe, denn dann könnten wir immerhin eine Putzhilfe engagieren und müssten nicht beim Einkaufen drauf achten, im günstigen Supermarkt die günstigen Sachen zu kaufen, sondern könnten halt mal was vom Weg mitbringen, auch wenn da halt nur ein Meny ist und da die Milch 22 Kronen kostet.

Aber eigentlich kann’s das doch auch nicht sein, dass man halt entweder Vollzeit arbeitet, um genug Geld zu verdienen, damit man sich dann Personal und Dienstleistungen kaufen kann, damit man neben der Vollzeit-Erwerbsarbeit noch irgendwas anderes als Essenputzenschlafen schafft, oder es kann halt nur einer pro Paar arbeiten, pendeln, müde sein usw.

Ich jedenfalls finde das kacke. Aber vielleicht** ist es ja einfach nur die blöde Situation bei der Arbeit, die mich grad alles kacke finden lässt. Hoffen wir’s.

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Auto-Lobhudelei: weder Gartensitzgruppe, noch Gewächshaus spontan gekauft. Und auch nur die zwei Paar Schuhe***, die die zwei Paar Schuhe ersetzen werden, die nach diesem Sommer leider aber eindeutig ein Fall für die Mülltonne sind.

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*wenigstens nicht so schlimm wie letzte Woche, weil es recht aufgeräumt ist und wir letzte Woche wirklich gründlich waren. Außerdem habe ich Rexto Plexto heute endlich ausgepackt und werde sie jetzt gleich noch durchs Wohnzimmer rödeln lassen.

**gaaaaaanz bestimmt. Nicht.

***im „50% noch mal auf den Sale-Preis, echt, wir schmeißen die sonst weg, komm, du kriegst noch Schuhcreme und nen Lolli dazu, ich Schenk dir sogar die Tüte, Hauptsache du nimmst diese Schuhe mit!“-Sale. Sonst ist der Geiz grad sehr stark in mir.

7 Gedanken zu “Tag 1116 – GÄNSEFÜSSCHEN Vereinbarkeit GÄNSEFÜSSCHEN.

  1. Annie schreibt:

    Kann ich gut verstehen, an schlechten Tagen hadere ich auch mit zu wenig Zeit. Trotz beiden nur 30 Stunden. Morgens Kinder versorgen, losschicken und bringen, arbeiten, nachmittags dann in bis zu drei Klone teilen, fahren /bringen, abholen, und schon ist wieder Zeit zum Essen und schlafen. An guten Tagen ist es der Job wert und gibt es zurück, und wenn die Kinder älter und selbständiger werden, wird es leichter. Unbedingt mit zum Einkaufen wollen verkehrt sich in das Gegenteil.
    Alles Gute und weiterhin starke Nerven!

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  2. Mamamaj schreibt:

    Als unsere großen Kinder im Alter von euren waren ist immer einer allein einkaufen gegangen, denn jedes Mal wenn wir doch alle zusammen los waren haben wir danach geschworen das nie wieder zu tun… jetzt will meistens nur noch ab und zu die achtjährige mit und das ist sehr entspannt…

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  3. virtuellesgluecksbuero schreibt:

    Sie haben genau. die. Situation. beschrieben.
    Diese Zwickmühle war mal mein Leben mit Job und zwei Kindern. Das zweite Gehalt ging genau für Putzfrau, zweites Auto, Kinderversorgung usw. drauf, die Situation war trotzdem „unentspannt“. ( von der steuerlichen Belastung will ich gar nicht reden). Es wird besser, wenn die Kinder größer sind, aber man will ja auch was von Ihnen haben, solange sie noch klein sind.

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    • Wir haben beide Gleitzeit, aber der Kindergarten liegt auf meinem Arbeitsweg, 25 km von zu Hause entfernt, eine Stunde Zugfahrt von Herrn Rabes Arbeitsplatz entfernt und wir haben ja nur ein Auto. Also bringt und holt Herr Rabe das große Kind zur Schule am Wohnort, ich bringe und hole das kleine Kind auf meinen Arbeitswegen. Wenn Herr Rabe nach der Arbeit zum Sport geht, muss ich das große Kind bis 5 abgeholt haben und habe die Zeit bisher ein mal ganz und zwei mal fast gerissen. In vier Wochen. Dass ich unangekündigt mal länger als bis 5 arbeite geht einfach nicht, fertig aus.

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  4. Sunni schreibt:

    Kenn ich alles, supermistig. Und noch schöner wird es, wenn die Frage nach Putzhilfe nicht steht, weil man allein für 2 Kinder sorgen muss (und 10 Jahre um Unterhalt kämpfen) und froh sein kann, wenn am Sonntagabend alle Wäsche gewaschen und verräumt ist und die Bude einmal durch sauber ist und am anderen Ende nicht schon wieder halbdreckig. Und dazu noch nachts gestrickt, damit ich den Kindern auch mal Schuhe extra oder eine bessere Hose kaufen konnte. War wohl 14 Jahre durchweg immer unter Oberstress. Danach wurde es etwas besser…Da konnte ich 2 Nebenjobs annehmen neben dem vollen, damit beide Töchter (die wohlgemekrt auch arbeiteten) ihre langen Studien fertig bekamen und auch mal ein Urlaub drin war. Man glaubt nicht, was man übersteht. Kopf hoch, es wird besser werden! Immer von einem zum anderen Tag hangeln! Mehr geht nicht! GlG

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  5. Zweimal Vollzeit plus zwei Kinder ist schon viel. Dann noch Fahrwege und finanzielles Kuckenmüssen (siehe Putzfrau oder zweites Auto) machen das Ganze echt stressig.
    So blöd wie’s ist: Ich würde momentan keine Energie in Veränderungen investieren. Nach allem, was Sie über den Chipsmann andeuten, steht da eh kurzfristig ein Klimawechsel an. Und erst wenn der da ist, kann man neu planen.

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Ich freue mich über jeden Kommentar, außer er ist blöd, dann nicht. Außerdem ist jetzt wohl der richtige Zeitpunkt, um Ihnen mitzuteilen, dass WordPress bei jedem Kommentar eine mail an mich schickt, in der die Mailadresse, die Sie angegeben haben und auch ihre IP-Adresse stehen. Müssen Sie halt selbst wissen, ob Sie mir vertrauen, dass ich diese mails von meinen Devices alle sofort lösche, und ob Sie damit leben können, dass WordPress diese Daten auch speichert (damit Sie nämlich beim nächsten Mal hier einfacher kommentieren können).

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