Tag 1117 – Sachen machen.

Heute haben wir tatsächlich alles erledigt, was anstand. Bis auf putzen, aber tjanun. Dann putzen wir halt morgen (haha).

Was wir aber heute gemacht haben:

  • Den Anteils-Bauernhof besichtigt. Da hab es ganz viel frische Landluft, glückliche Schweine, Schafe, Hühner, Puten, Enten, Gänse und einen nicht ganz so glücklichen aber dafür ordentlich aggressiven Gänserich mit gebrochenem Bein. Ich kann ihn verstehen, wenn ich morgen dem „Tierarzt“ (also Schlachter) vorgestellt würde, würd ich auch beißen. Es gab auch ein bisschen Gemüse zu sehen, allerdings gab es dieses Jahr einfach viel zu wenig Wasser, weshalb ganze Felder einfach komplett vertrocknet sind. Macht nix, wir machen trotzdem ab nächstem Jahr mit und sobald die super netten Betreiber weitere Hühner erworben haben, werden wir da die Eier beziehen. Vermutlich werden wir auch ein halbes Lamm oder viertel Schwein kaufen, mal sehen, was wir uns leisten können.
  • Zum Hageland gefahren und Gartenmöbel ausprobiert und vermessen und am Ende habe dann ich frustriert bei Finn geguckt und wen angeschrieben und dann ist Herr Rabe noch losgefahren und hat für 1200 Kronen ein Set mit Tisch und vier Stühlen gebraucht gekauft. Das ist nichts berauschend schönes und die eine Lehne am einen Stuhl braucht mal ne Runde Peroxid wegen Stockflecken, aber wir haben erstmal was und können im Zweifel mal draußen essen. Und sparen auf wirklich schöne Möbel. Dann haben wir im Hageland noch ein paar Sonderangebotspflanzen und eine auf 50% reduzierte Hängematte gekauft und ich bin jetzt endlich wieder Besitzerin einer nennenswerten Sammlung an Küchenkräutern. Das ist vielleicht albern, aber mir bedeutet das viel, wieder Pflanzen zu haben, das heißt nämlich, dass wir hier erstmal bleiben. Als wir nach Norwegen kamen haben wir ja fast alle Pflanzen verschenkt (und wir hatten vorher schon echt viele, vor allem auch in zwei Gärten) und das was wir mitgenommen haben ist eingegangen. Fühlt sich an, als würden wir hier ein Zuhause schaffen. Richtig, richtig schön.
  • Lecker gekocht und zwei Brote gebacken. Das Rezept verlinke ich mal noch nicht, ich fand es schwierig in der Handhabe, weil der Teig erst viel zu weich war und wie es schmeckt weiß ich ja auch noch nicht. Noch nicht mal wie es am Ende aussieht, weil, ähäm, es ist noch im Ofen. Ein anderes Brot wollte ich backen, aber ich Vollprofi habe nur den Sauerteig angesetzt und den Vorteig vergessen. Ich hoffe jetzt, dass der Sauerteig im Kühlschrank bis morgen nicht übersäuert.
  • Drei Bewerbungen geschrieben und zwar alle zwischen 21:12 und 23:47 Uhr. Bei der ersten enorm mit dem Bewerbungsportal gekämpft, inklusive Schreien und fast mein Handy irgendwo gegenwerfen, weil der Datenupload von iCloud zu Dropbox und dann der Download von Dropbox zu Rechner einfach mal NULL funktionierte. Argh! Aber immerhin fristgerecht fertig geworden.
  • So, dann noch ein paar Bilder vom Tag und dann aber ganz fix ab ins Bett!
  • Mein Lavendel. Vor meinem Haus. Hach.
  • Tag 1116 – GÄNSEFÜSSCHEN Vereinbarkeit GÄNSEFÜSSCHEN.

    Heute mal kein Gemecker über meinen aktuellen oder generell Arbeitgeber. Sondern Gemecker über Kraftgrenzen und Elternakkus und Geduldsfäden.

    Ich bin hundemüde. Ich weiß, vier Wochen sind noch nicht genug, um darüber eine definitive Aussage zu treffen, aber das Pendeln und die Vollzeit und die dadurch langen Tage, das ist für mich tierisch anstrengend. Ich bin kein Morgenmensch, das ist ja nun auch kein Geheimnis, aber wenn ich um acht bei der Arbeit sein will, müssen Pippi und ich eigentlich um zehn nach sieben das Haus verlassen. 3 Minuten um alles im Auto und angeschnallt zu haben, 25 Minuten zum Kindergarten, 10 Minuten um Pippi abzuliefern, 12 Minuten zur Arbeit. Um das zu schaffen, weil ich morgens die lahmste Ente der Welt bin, muss ich eigentlich um viertel vor sechs aufstehen. Sechs würde auch nich reichen, wenn ich dann denn auch echt sofort aufstehen würde. Was ich nie tue. Was scheiße ist, aber der Geist und das Fleisch und überhaupt alles ist morgens sehr schwach. Ich mache mich dann fertig, Herr Rabe macht die Kinder fertig, einer von uns macht Kaffee und zum ersten Mal seit wir sie haben, finde ich, die Kaffeemaschine frisst morgens zu viel Zeit. Jedenfalls reichen die anderthalb Stunden nie. Irgendwas fällt immer hinten rüber. Ich muss mein Make-up mitnehmen, weil ich es nicht mehr schaffe, mich zu schminken. Ich kriege kein Frühstück. Der zweite Kaffee wird halt nicht im Auto getrunken, weil ich nicht mehr schaffe, einen weiteren Kaffee zu machen. Oder ich komme halt zu spät. Und muss dann eben länger bleiben, was ja kein großes Problem ist, der Kindergarten hat ja bis viertel nach fünf auf. ABER. Pippi schläft immer auf dem Rückweg ein. Je später das ist, je schwieriger wird es, sie noch mal aufzuwecken, wenn wir dann irgendwann zwischen viertel vor fünf (gut!) und viertel vor sechs (richtig schlecht) wieder zu Hause sind. Dann ist irgendwie kochen und Essen und dann müssen die Kinder eigentlich auch schon wieder ins Bett, weil sie sonst nämlich morgens nicht aus den Federn kommen, weshalb wir dann morgens wieder alle extra gestresst sind und… arrrrgh. Jedenfalls sehen die Kinder das meist gar nicht ein und es wird immer zu spät. Wir Erwachsenen sind nach dem Tag auch so platt, dass außer vielleicht noch ne Maschine Wäsche anstellen und die Spülmaschine versorgen nicht mehr viel geht. Meist ist es sogar zu spät für Netflix. Oder wäre es, wenn wir vernünftig wären. Und ach ja, bald kommt ja abends noch das Bewerbungen schreiben dazu. Wie schön.

    Und dann ist Wochenende. Und so viel Haushalt ist liegen geblieben. Ab und an muss man auch Einkaufen. Vier Menschen leben auch hier und die brauchen irgendwie dauernd irgendwas, von Unterhosen bis Blumenerde, für das man halt dank neuem Dorfleben irgendwo hingurken muss. Die Kinder finden aber (zurecht), dass sie uns unter der Woche kaum gesehen haben und drehen frei. Alle drehen dann frei. Am Ende heulen die Kinder weil wir gesagt haben, sie dürfen zum Einkaufen nicht mehr mitkommen, wenn sie so UNGLAUBLICH RUMNERVEN. Die Kinder finden das und generell uns dann natürlich gemein. Aber herrje. Morgen stehen schon wieder 2 Brote und der Haushalt* an, wir wollen zum Bauernhof und eventuell nochmal zum Gartencenter, weil das so hübsche Gartenmöbel zu gar nicht mal so absurden Preisen (und morgen auf) hat, wir alle wollen schlafen und ich würd auch gern in Frieden einen Podcast hören, ohne dass neben mir lautstark bis 366 gezählt wird. Ich mag nicht die Kinder noch mehr abschieben, aber es geht echt nicht, die zum Einkaufen mitzunehmen, dann zerfleischen wir uns alle am Ende.

    Ohne Witz: die Aussicht darauf, vielleicht bald wieder sehr viel Zeit zu Hause zu verbringen, finde ich grad ganz verlockend. Dann kann ich wenigstens schon unter der Woche Backen, oder auch putzen, oder den Wocheneinkauf machen. Alternativ wäre ein ausreichend gut bezahlter Job auch eine Hilfe, denn dann könnten wir immerhin eine Putzhilfe engagieren und müssten nicht beim Einkaufen drauf achten, im günstigen Supermarkt die günstigen Sachen zu kaufen, sondern könnten halt mal was vom Weg mitbringen, auch wenn da halt nur ein Meny ist und da die Milch 22 Kronen kostet.

    Aber eigentlich kann’s das doch auch nicht sein, dass man halt entweder Vollzeit arbeitet, um genug Geld zu verdienen, damit man sich dann Personal und Dienstleistungen kaufen kann, damit man neben der Vollzeit-Erwerbsarbeit noch irgendwas anderes als Essenputzenschlafen schafft, oder es kann halt nur einer pro Paar arbeiten, pendeln, müde sein usw.

    Ich jedenfalls finde das kacke. Aber vielleicht** ist es ja einfach nur die blöde Situation bei der Arbeit, die mich grad alles kacke finden lässt. Hoffen wir’s.

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    Auto-Lobhudelei: weder Gartensitzgruppe, noch Gewächshaus spontan gekauft. Und auch nur die zwei Paar Schuhe***, die die zwei Paar Schuhe ersetzen werden, die nach diesem Sommer leider aber eindeutig ein Fall für die Mülltonne sind.

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    *wenigstens nicht so schlimm wie letzte Woche, weil es recht aufgeräumt ist und wir letzte Woche wirklich gründlich waren. Außerdem habe ich Rexto Plexto heute endlich ausgepackt und werde sie jetzt gleich noch durchs Wohnzimmer rödeln lassen.

    **gaaaaaanz bestimmt. Nicht.

    ***im „50% noch mal auf den Sale-Preis, echt, wir schmeißen die sonst weg, komm, du kriegst noch Schuhcreme und nen Lolli dazu, ich Schenk dir sogar die Tüte, Hauptsache du nimmst diese Schuhe mit!“-Sale. Sonst ist der Geiz grad sehr stark in mir.