Tag 1150 – WmDedgT im Oktober ‘18.

Heute ist wieder der 5. des Monats und es ist schon Oktober, das ist schockierend, aber wie dem auch sei – Frau Brüllen fragt: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Stichwort: Freizeitstress. Aber ironisch, weil es eigentlich ein ganz wunderbarer Tag war.

Nach dem Aufstehen – Pippi weckte mich um halb acht – machte ich gemütlich die Kinder fertig und mich so halb, also ich duschte, zog mich an und machte alles außer schminken. Wir übergingen gekonnt das „Aber ich hab noch Croissants*!“ meines Schwiegervaters und gingen Brötchen holen. Wir frühstückten dann frische, knusprige, duftende, raumtemperierte Brötchen, und die Kinder aßen auch noch die Croissants auf. Dann machte ich einen Haufen Farbe in mein Gesicht und dann war es auch schon an der Zeit, Flavius und Brutus, J., N. und deren bezaubernd wonneproppiges K3 auf dem Spielplatz zu treffen. Flavius und Brutus brauchten etwas Anlaufzeit, dafür war Michel so stürmischforderndbefehlend drauf, dass Flavius das mit „Der Michel ist ganz schön unhöflich!“ quittierte. Tjanun. Sie freundeten sich dann doch noch an und kletterten allesamt (ok, das Baby nicht) drülfzig mal auf das Klettergerüst. Auch Pippi, die dann aber nicht mehr runter kam und deshalb kletterte ich auch drülfzig mal halb auf das Klettergerüst, um Pippis Abstieg zu begleiten (hier achtsames Flöten vorstellen). Pippi verschlürte auch zwei mal einen Elefanten und ein Kaninchen, winzige Plastikkleinteile, die sie eigentlich gar nicht dabei haben sollte, aber im Endeffekt suche ich lieber drei Minuten lang zwei hässliche Plastikteile, als zwei Stunden lang Geheul zu begleiten, weil sie weg sind. Pick your battles. Jedenfalls war es herrlich entspannt mit Familie Jenni und ich bin froh, dass Michel sich am Ende doch noch einigermaßen benommen hat und nicht die Jungs verschreckt hat wie beim letzten mal.

Als ich irgendwann ordentlich Hunger hatte, gingen wir wieder zum Opa zurück und ich aß ein paar Reibekuchen. Die Kinder hatten keinen Hunger. Pippi schlief ein. Ich disponierte kurz um, schulterte Pippi und dann gingen wir drei zur Bahn statt zu Fuß zum Siggi, wo wir mit unseren Freunden M. und A. Und deren Tochter I. verabredet waren. Am Hauptbahnhof wurde Pippi beim Umsteigen wach und ich war einigermaßen irritiert, dass jetzt zwei Linien zur Uni fahren, nämlich eine nur bis zur Uni und eine nach Lohmannshof. Weird. Wir stiegen dann auch spontan in die Falsche, die nämlich drei Minuten nach der anderen fuhr.

Treffen mit Familie M., das war auch ganz toll. Erst spielten die Kinder auf dem Siggi-Spielplatz und wir Erwachsenen tranken Kaffee, bis Michel ankam und meinte „Mama, Pippi hat Scheiß gemacht.“ und M. gleichzeitig meinte „Ist das dein Kind da, das keine Hose anhat?“. Da musste ich Pippi dann die Hose wieder anziehen und ihr erklären, dass bloß weil ein anderes Kind eine kurze Hose anhat, das nicht heißt, dass sie gar keine Hose mehr anhaben muss. Wir beschlossen, Hosen-Gate durch Eis und Rückzug zu entschärfen und holten uns ein Eis beim Koch (auch wieder keine Werbung sondern eine Empfehlung, gehen Sie alle zum Koch, das ist da sehr sehr gut). Glückliche drei Erwachsene und drei Kinder aßen Eis und wir schlenderten zu M. und A.s Wohnung. Pippis Eis fiel runter und ich rettete es grade so vorm totalen Ungenießbarwerden, indem ich es aufhob und die Boden-Seite beherzt mit dem Finger abwischte. Tag für Pippi gerettet. M. und A. Zeigten uns ihre neue Wohnung und ich war geschockt, was da im Viertel inzwischen für Preise aufgerufen werden. Über 900 Euro kalt für eine Wohnung, die außer der Lage und einer relativen Größe nicht unbedingt der Knüller ist, finde ich schon happig. Aber es war sehr schön, einen längeren Plausch mit M. Und A. Zu halten, während die Kinder drinnen spielten. Ich bin jetzt Up-to-date, was Teile der alten Impro-Crew angeht und, ach, man sieht die ja auch viel zu selten. Und auch zu kurz, denn wir mussten um halb sieben schon wieder weiter, unsere ehemaligen Nachbarn im Koch treffen.

Dort: super Essen, nette Gespräche, lustiges Kindergequatsche bis… echt spät, nämlich bis Herr Rabe auch noch kam und mich auslöste. Ein toller Abend. Pippi schlief am Ende auf meinem Arm ein und Herr Rabe trug sie dann nach Hause, während Michel tapfer selbst lief, den ganzen Weg vom Siggi bis zum Nordpark. Beim Opa angekommen brachte ich Pippi ins Bett, schminkte mich ab und dann schlief unten Michel auch noch auf meinem Arm ein und das war alles so gemütlich, fast hätte es diesen Beitrag gar nicht gegeben. Aber, phew, noch geschafft.

Wirklich ein voller, voll toller Tag.

___

*Von vorgestern, aus einer Tupperdose im Kühlschrank, das mag ja Zeit und Mühe am Morgen sparen aber für mich tötet es auch all das schöne an frischen Brötchen.

2 Gedanken zu “Tag 1150 – WmDedgT im Oktober ‘18.

  1. Ich wollte mich Mal bedanken dafür, dass ich durch Ihr Blog auf die #WMDEDGT Aktion aufmerksam geworden bin. Diesen Monat habe ich es das erste Mal geschafft, auch dabei zu sein, und so einen Tag komplett im Detail zu notieren, das war schon … aufschlussreich. Meine Schwester hat vor Jahren auch mal in Bielefeld studiert und ihren Doktor gemacht (Biologie), so ein bisschen kenne ich das deswegen ja, aber den Koch kenne ich nicht. Arme Studenten die wir waren, haben wir immer selber gekocht.

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