Tag 1210 – #WmDedgT im Dezember ‘18.

Der letzte 5. dieses Jahr, das heißt, das Jahr ist quasi rum, ahhahahaha. Egal, jedenfalls fragt Frau Brüllen auch heute: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Nun. Nicht soo viel. Ist aber auch mal schön.

Herr Rabe steht wegen seines Programmier-Adventskalenders im Moment immer super früh auf. Damit er als erster von seiner Firma fertig ist. Ja, auch Herr Rabe hat so seine liebenswerten Macken. Jedenfalls steht er super früh auf, aktiviert dadurch meinen Wecker, und weil das grad mit Projekt Lerche einfach mal gar nicht läuft bei mir, mache ich ihn aus und schlafe noch eine Stunde, bis Herr Rabe mit Kaffee vor mir steht. Da ist es dann aber schon so spät, dass wir uns alle beeilen müssen. Mein Auge tut weh wie sau. Nach Kinder anziehen, abfrühstücken und aus der Tür bugsieren bringe ich Michel und Herrn Rabe zur Schule (Herr Rabe geht von da zum Bahnhof) und dann Pippi in den Kindergarten. Pippi zieht sich direkt wieder bis auf Unterhemd aus, weil auf dem Unterhemd Peppa Wutz ist. Kannste dir nicht ausdenken. Es ist draußen so kalt, dass ich beschließe, nicht zu Fuß nach Hause zu gehen. Ich fahre in den Ort und schaue bei meiner Hausarztpraxis vorbei, zeige auf mein Auge und kriege einen Termin um zwanzig nach elf.

Zu Hause frühstücke ich (Griechischen Joghurt mit Walnüssen und Honig, beste Grundlage) und mache dann nach ein wenig Prokrastination ein ziemlich langes und super anstrengendes Workout. Danach brauche ich erst mal 15 Minuten, um zu schwitzen aufzuhören. Die verbringe ich auf Twitter, wo grad viel über einen, wie ich finde, überaus bedenklichen Account gesprochen wird. Da nennt sich einer DeinTherapeut, ist aber kein Therapeut, sondern haut bestenfalls Feel-Good-Plattitüden raus im Stile von „Jeder ist wertvoll. Auch Du!“. Das wär ja noch nicht so tragisch, aber er hat auch einen Discord, also eine Art Forum, betrieben, den er Gruppentherapie nannte, in dem sich hauptsächlich psychisch belastete Jugendliche tummelten, die da weitestgehend unbetreut sich gegenseitig stützen sollten. In der Praxis sah das wohl eher so aus, dass es reichlich Möglichkeiten gab, sich gegenseitig mit seinen psychischen Problemen (zum Beispiel selbstverletzendem Verhalten) zu triggern. Außerdem gab es Berichte, dass auf sehr konkrete Selbstmordgedanken nicht adäquat reagiert wurde. Wer das nachlesen mag, kann das in dieser Serie* tun. Inzwischen ist der Discord geschlossen, allerdings nimmt sich der Betreiber (augenscheinlich, sein Account ist nun geschützt und da ich ihm nicht folge, kann ich das entsprechend auch nicht lesen) keinerlei Kritik, möge sie noch so sachlich formuliert sein, an, sondern fühlt sich nun von allen übel gemobbt. Sie sehen, es ist kompliziert und da kann man schnell in seltsame Diskussionen geraten.

Ich dusche, öffne meinen Adventskalender und freue mich wegen des Matschauges, aber auch so, über einen wunderschönen Lipgloss. Ich „schminke“ mich, also, ich sorge für einen etwas frischeren Teint und die Augen müssen halt mal Schminkpause haben. Mit dem neuen Lipgloss drauf geht es los zum Arzt. Da gehe ich zu Fuß hin.

„Sie haben eine Augenlidentzündung und ich überweise Sie dann mal in die Endokrinologie im Krankenhaus, damit die den Stoffwechselkram übernehmen.“ ist die ganz schnelle Zusammenfassung des Arzttermins. Der neue Vertretungsarzt für meine eigentliche Hausärztin (die in Elternzeit ist) ist sehr nett und viel älter, als ich angenommen hatte, warum auch immer ich angenommen hatte, dass der grad aus dem Studium kommt, kann natürlich trotzdem sein wenn er einfach erst spät oder sehr sehr lange Medizin studiert hat, wer weiß das schon.

Ich gehe also in die Apotheke und hole antibiotische Augensalbe ab und gleich meine Dosis Grippeimpfstoff für nächste Woche. Irgendwie ist nicht durchgegangen, dass ich für den Rest des Jahres von der Zuzahlung befreit bin, aber ich glaube, das bekomme ich zurück, wird ja alles elektronisch gemeldet. Ich versuche noch, akzeptablen Schokokram oder ein kleines Geschenk** für Nikolaus zu bekommen, aber es haut mich nichts vom Hocker. Also gehe ich nach Hause.

Dort weiter absurde Diskussionen. Ich mache direkt die Augensalbe rein. Dann esse ich einen kleinen Happen Rest von gestern (Käsespätzle), räume die Spülmaschine aus und ein, hänge Wäsche ab und auf, absurde Diskussionen, aber auch ein paar sehr nette Gespräche über Make-Up, chatte mit dem Techniker der Chipsfabrik über die Unmöglichkeit, den Insolvenzverwalter zu erreichen, pinsle Schokolade auf die erste Hälfte Grümmel-Nuss-Kekse, will irgendwas von oben holen, sehe Socken, die im Bad herumliegen, will sie in die Wäsche bringen und erblicke den Haufen unorganisierte Weihnachtsdeko im Lagerraum. Folgerichtig räume und sortiere ich da erstmal eine halbe Stunde. Jetzt kann man wieder Boden sehen.

Was ich von oben holen wollte, weiß ich danach nicht mehr. Ich merke, dass ein ganz großes Müdigkeitsloch im Anmarsch ist und mache mir einen Kaffee. Den trinke ich, während ich übel über die Verpackung des gestern gekauften Raffrollo-Sets fluche und dann, nachdem ich die Anleitung aus der Verpackung geprokelt und gelesen habe, während ich den Stoff zurechtreiße. Verräume alles und dann ist es Zeit, die Kinder abzuholen.

Zuerst kaufe ich aber in einem anderen Laden zwei Schokonikoläuse mit Schokolinsen drin und verstecke sie ganz professionell in einer braunen Papiertüte im Kofferraum. Michel hat in der Schule ganz viel Weihnachtsdeko gebastelt. Das werfe ich alles auf die Tüte und dann holen wir Pippi ab. DIe hat immer noch nur ihr Unterhemd an. Tjanun. Zwei Minuten vor Herr Rabes Zug sind wir alle am Bahnhof. Ich schreibe Herrn Rabe, dass die Tüte unbedingt im Kofferraum bleiben soll.

Zu Hause dann Brotdosen auspacken, zweite Hälfte Kekse mit Schokolade versehen, Kindergeschrei kaum ertragen, Michel aber putzt freudig seine Stiefel, neue Zwiebelringe anbraten und dann gibt es den Rest vom Käsespätzle-Rest. Pippi ist hundemüde, besteht aber auf Peppa Wutz. Nach einer Folge darf Herr Rabe sie ins Bett bringen, Michel und ich gucken noch „Kråkeslottet“, eine Edutainment-Sendung im norwegischen Kinderfernsehen, die mich vor lauter „Oiiiii, das ist ja GANZ ERSTAUNLICH!“-„Ja, NICHT WAHR?“-„JA, das habe ich NOCH NIEEE GESEHEN!“ immer sehr sehr sehr nervt. Koksen die da alle? Vermutlich.

Ich bringe danach Michel ins Bett, absurde Diskussionen, und schwups, sitze ich auch schon auf der Couch und blogge. Der Techniker und ich chatten weiter, konspirativ ist es, Mission „den Chipsmann stoppen“ ist noch nicht ganz begraben. Das Auge tut sehr weh und wir gucken nun noch eine Folge „Wer zuletzt kocht“*** und dann ist es Zeit fürs Bett.

___

*Nein, das ist natürlich auch keine neutrale Quelle. Aber es ist vieles mit Screenshots belegt.

**Michel hat sich einen Orca gewünscht. Ich dachte, vielleicht gäbe es einen mit großen Glitzer-Glubschaugen, aber nee.

***Immer diese beknackten Übersetzungen von Titeln. Im Original heißt es „The Final Table“.

3 Gedanken zu “Tag 1210 – #WmDedgT im Dezember ‘18.

  1. Über die Darstellung des norwegischen Kinderfernsehens habe ich schallend gelacht. Geht mir genau so, die sind ganz bestimmt alle auf Drogen. Und immer die gleichen schlechten Sprecher, die sicher alle auf der Schauspielschule durchgefallen sind.

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