Tag 1247 – Im kalten Wasser.

Mir fiel heute auf, wie viele seltsame Redensarten es rund um das Thema Wasser gibt. Der Auslöser war, dass ich von meiner Chefin mitgeteilt bekam, dass sie mich in einer neuen Gruppe haben will, die ein noch recht junges Unternehmen hinsichtlich Herstellerlaubnis und (später dann) Zulassung für ein Produkt aus dem Bereich „Advanced Therapies“ begleiten und beraten soll. Advanced Therapies sind Therapien, die Gentherapie, Zelltherapie oder künstliche* Gewebe beinhalten. Das ist heißer Scheiß und genau das, wofür man eine junge, moderne und andere Inspektørin gut gebrauchen kann und zufällig auch genau das, was diese junge, moderne und andere Inspektørin auch sehr gerne machen möchte, weil es heißer Scheiß ist.

Ich sagte meiner Chefin, dass ich da gerne ins kalte Wasser springe.

Sie fragte, ob ich Angst hätte? Ich antwortete, nein, ich sei nur überrascht, dass es so schnell ginge. Außerdem freue ich mich über das mir entgegengebrachte Vertrauen und auf die Aufgabe**.

Seitdem denke ich darüber nach, ob ich da wohl ins Schwimmen geraten werde? Ist das dünnes Eis***? Auch unter dünnem Eis ist das Wasser kalt und dann schwimmt man. Kommt halt drauf an, ob man den Kopf über Wasser halten kann.

Ich freue mich so! Hach, hach. Und jetzt lese ich dann noch mal ein wenig in den Advanced Therapies Guidelines, damit das Eis wirklich richtig fest ist. Dann brauche ich auch keine Angst haben, ins Schwimmen zu geraten.

___

*hmmhmmhmm. Künstlich klingt so nach Plastik. Das sind schon echte Zellen bzw. Gewebe. Aber „engineered“ halt. Tissue engineering. Man entnimmt einem Patienten einige Zellen und lässt diese um ein Gerüst oder ähnliches wachsen. So kann man ganze Gewebe, zum Beispiel Darmzotten oder eine Aorta, nachwachsen lassen, die dann am Ende dem Patienten transplantiert werden können.

**Jupp, ich klinge immer noch, als lebte ich in einem dauernden Vorstellungsgespräch.

***Ich hab die total vertraulichen Dokumente aus der Anfrage kurz überflogen und das Eis fühlt sich schon recht solide an.

7 Gedanken zu “Tag 1247 – Im kalten Wasser.

  1. soonnii schreibt:

    Ich denke, die junge, moderne Inspektørin wird sich schnell freischwimmen, so dass ihr keiner das Wasser abgraben kann und sie selbiges anderen wird reichen können. :-) Ja, ich glaube, so wird es weiter gehen.

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    • Nee, eben nicht, weil man körpereigene Zellen dafür nimmt und vermehrt. Die kennt der Körper ja schon. Und das Stützmaterial ist medizinisches Plastik, Silikon oder ähnliches, da reagiert das Immunsystem nicht drauf. Da gibts dann keine Abstoßungsreaktion.

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      • Kann ich mir vorstellen, aber ganze Organe sind das auch (noch) nicht, jedenfalls nicht, wie man sich das so vorstellt. Es wird für Hauttransplantationen eingesetzt beispielsweise, wenn jemand großflächige Brandverletzungen hat, oder größere Hautkrebstumore entfernt wurden.

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