Tag 1320 – Tom, die Schildkröte.

Michel und ich waren heute bei der Java Zone Kids, einer Veranstaltung, in der Herr Rabe über eine Ecke seine Finger drin hat. Es gibt da verschiedene Workshops zum Programmieren für Kinder und Jugendliche von ca. 8 bis ca. 16 Jahre. Nun ist Michel ja grad mal Sechseinhalb, es musste also ein Elter mit. Und Herr Rabe kann ja programmieren. Kurz gesagt: ich habe heute ein bisschen programmieren gelernt.

Es ging um ein simples Grafik-Programm. Ein Dreieck (Tom, die Schildkröte) „malt“ Dinge auf den Bildschirm. Vorwärts, 90 Grad links, vorwärts, 90 Grad links, nach vier mal hat man ein Quadrat. Sowas halt.

Bildschirm nach vorne, damit die Kinder nicht drauf gucken.

Mit Tom kann man natürlich noch viel mehr machen. Logischerweise. Es ging aber für die Kinder in einem guten, weil langsamem Tempo voran und so hatten wir nach einer Stunde einen Stern gezeichnet. Michel brauchte ein bisschen Hilfe beim Eintippen, aber zum Beispiel die richtige Gradzahl durch Rantasten finden hat er sehr gut hinbekommen.

Danach war eine Pause dringend nötig und zum Glück gab es auch Pizza für alle. Und Cola, was ich bei 8-Jährigen mit einer bis zum Anschlag hochgezogen Augenbraue betrachtete, Michel bekam Fanta.

Eigentlich hätte es für Michel damit auch gereicht, aber er wollte unbedingt weitermachen und so malten wir noch weiter: durch Einbringen verschiedener Random-Variablen und Schleifen einen ganzen Sternenhimmel mit unterschiedlich großen Sternen.

Genau genommen war das dann eher ich als er.

Und ganz genau genommen kostete es mich recht viel Selbstbeherrschung, Michel den Rechner nicht wegzunehmen, als er anfing, in die Variablen für Abstand und Größe und Anzahl der Sterne Zahlen wie 1234567890 einzugeben, was natürlich zu absurden Prozesslängen führte, sowie dazu, dass man nichts sah, weil die 100 m großen Sterne halt 1 km voneinander entfernt waren, das sieht man auf einem handelsüblichen Notebook schlecht.

Mit ein wenig Lenken von meiner Seite malte Michel dann aber noch ein paar richtige Sternenhimmel. Und dann noch mal ein paar mit extra vielen Sternen.

Mehr so ne Supernova.

Das hat wirklich Spaß gemacht, mir eh und Michel auch, nächstes Jahr kann er dann bestimmt schon viel mehr selbst. Dann muss ich so teilnehmen.

___

Ansonsten heute traurig gewesen.

3 Gedanken zu “Tag 1320 – Tom, die Schildkröte.

  1. Ich mache ja an meinen Wochenenden Veileder für „Lær Kidsa Koding“: http://www.kodeklubben.no/

    Das deckt sich hier mit meiner Erfahrung. Texte schreiben geht langsam, Aufmerksamkeitsspanne ist eher niedrig, und es ist immer schön, wenn ein Elter dabei ist, der das Kind dazu ermuntert, den von uns vorgedruckten Aufgabenzettel erst einmal zu lesen, ehe es die Hand hebt, um uns zu fragen, wie es denn jetzt weiter geht (Antwort: mit dem nächsten Absatz auf dem Zettel, lies den mal).

    Unsere Lösung für das mit dem Tippen und der Lästigkeit von syntaxfehlern ist, dass wir den Kindern erst einmal Scratch beibringen: https://scratch.mit.edu/ Das ist eine „Programmiersprache“ vom MIT, in der man wie bei Lego Mindstorms die Programme aus Bauklötzen zusammenbaut, und nur noch Zahlen von Hand einfügen muss (drehe um 90 Grad, gehe 50 Schritte vorwärts, usw. Dass die Kinder da die Grenzen ausloten, und mal gucken, was passiert, wenn man „drehe 2000000 Grad“ eingibt, ist normal, und eine Gelegenheit, mal mit ihnen über Grade, Pixel, und Koordinaten zu sprechen.

    Man kann damit nach einer Weile relativ einfach so ein typisches Vogel-Mobilspiel im Stiel von Angry Birds oder Flappy Bird bauen, und nicht nur Sterne zeichnen, aber weit drüber hinaus kommt man nicht. Wenn die Kinder mich fragen, ob man damit auch „richtige“ Spiele machen kann, macht mich das immer ein wenig unglücklich, denn als ich in dem Alter war, wäre das absolut genial gewesen, auch wenn es nicht Fortnite ist. Den foortgeschrittenen Kindern bringen wir dann Python bei, oder versuchen es jedenfalls. Damit kann man auch Schildkröten bewegen.

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