Tag 1445 – Das Ende des Geduldsfadens.

30 Minuten Einschlafbegleitung von halb elf bis elf und danach schläft kein Kind. Ich hasse es so. Einschlafbegleitung ist eh son Euphemismus. Im Endeffekt sitzt man halt jahrelang, bei mehreren Kindern auch ein Jahrzehnt oder anderthalb, abends an oder auf Bettkanten oder liegt in Betten, man liest vor und singt und summt, liest das Internet durch, kämpft gegen den eigenen Schlaf, verpasst unzählige soziale Zusammenkünfte mit Erwachsenen und währenddessen halten sich die Kinder vom Schlafen ab. Je nach Temperament platzt man halt irgendwann und überlässt den Scheiß dem Partner, so man einen hat, oder man schläft ein, ich finde beides zum Kotzen aber ich muss morgen um halb sechs aufstehen, liebe Kinder, ihr ja nicht und deshalb hab ich jetzt aber die Schnauze voll.

Das muss aufhören. Dreckscheißeinschlafkacke.

8 Gedanken zu “Tag 1445 – Das Ende des Geduldsfadens.

  1. Daniela schreibt:

    Jetzt hier kein Ratschlag à la gucken Sie doch mal bei “kein Kind muss schlafen lernen” und so weiter. Nur meine 5cents: unserer ist drei. Dem hab ich erklärt, dass ich nicht mehr ewig rumliegen kann. Wenn er jammert, weil ich rausgehe, dann ist das nach 30Sekunden erledigt und in ein Geplauder übergegangen. Wenn er weint, weil was nicht geht, gehe ich hin. Auch 20mal. Aber ich schreie nicht mehr rum, weil mich diese Rumliegerei im dunklen Zimmer so fertig macht. Es ist aus meiner Sicht schon ein Unterschied, ob man ein 12wöchiges Baby schreien lässt. Oder nen Dreijährigen. Deswegen haben wir das Rausgehen dann doch gegen meinen inneren Widerstand durchgezogen. Weil der Protestschrei, den gibt es am Anfang eben doch. Aber im Verhältnis zu meinem inneren und manchmal auch äußeren Schrei war der nichts. “Bedürfnisorientierung ist keine Einbahnstraße” hab ich mir immer vorgesagt. Ich wünsche alles Gute und ruhige Nerven!

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    • FrauC schreibt:

      Schließe mich Daniela an. Warum nicht rausgehen? Offensichtlich sind meine den entscheidenden Tick älter, sodass ich den Begriff „Einschlafbegleitung“ gar nicht kannte. Wir hatten hier immer Geschichte vorlesen, Lied singen, gute Nacht, rausgehen. So wie bei mir als Kind. Klar gab’s immer mal Durst, Pipi, sag meinem Bär noch gute Nacht, oder es wurde nach dem anderen Elternteil gefragt. Aber ein energisches „Schluss jetzt!“ hat doch meistens gewirkt.
      Probieren Sie es aus.
      Hierzu noch ein weiser Spruch einer Freundin: „Wenn du alles so lässt, wie es ist, nervt es dich noch nicht genug. Wenn es dich genug nervt, dann änderst du was!“ Also los.

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  2. Sunni schreibt:

    Mhm, ich kann mich nicht erinnern, dass meine Eltern das je praktiziert hätte, dazu lag eben immer zu viel noch an ohne jegliche Hilfen wie Waschmaschine und Co.Man wurde ins bett gebracht oder ging und dann war es auch gut. Ich selbst bei meinen Töchtern nur, wenn sie krank waren oder Absonderliches anlag. Das heißt natürlich nicht, dass es nicht Abende mit 10 mal „Ich muss nochmal Pippi…und jetzt hab ich soooo Durst“ gab. Hielt sich in Grenzen. Das Problem ist jetzt wahrscheinlich, eine jahrelange Selbstverständlichkeit (aus Sicht der Kinder) zu verändern. Erstmal mit offenen Türen probieren? LG und gute Nerven, denn die braucht man als Elternteil da besonders, Sunni

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    • Bobbie schreibt:

      Hallo Frau Rabe, in ihrem Bericht ist soviel Unlust und Gereiztheit ihren Kindern gegenüber zu spüren. Aber: Die Kinder hängen von Ihnen ab. Seien sie konsequent, sprechen sie am Tag mit den Kindern, dass Sie abends z.B. eine Geschichte vorlesen und kuscheln oder was auch immer ihr Ritual ist und setzen sie Grenzen. Nicht genervt oder böse, sondern ganz klar und mit einer liebevollen Sicherheit. Nehmen Sie ihre eigenen Interessen mehr wahr, nicht gegen die Kinder sondern um wieder mehr Freude an ihren Kindern zu bekommen. Sorry, das soll kein Ratschlag sein. Ich kann mich selbst noch gut an die Zeit mit Kleinkindern erinnern und wie man sich da manchmal im Kreis dreht. Vor allem, wenn man keine Oma um die Ecke hat, die schnell mal einspringt, sondern man immer aus sich selbst gestellt ist. Alles Gute

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  3. Bei meinem Großen (jetzt 17, schläft inzwischen sehr gut alleine ein 😉) war ich auch genauso genervt.
    Hört sich jetzt albern an, aber ich spannte ein Band von seinem Bett bis zur Couch im Wohnzimmer. Er zog oben am Band, ich gab ein Antwortziehen von unten. Und zweimal durfte er mich rufen. Einmal rief er mich jeden Abend, das zweite Mal hob er sich auf für einen ernsthaften Notfall. Nach einer Weile reichte es, dass das Band da war. Es funktionierte bei ihm ganz wunderbar (er war 4). Ich möchte aber nicht verhehlen, dass es bei meiner Kleinen so etwas von ganz und gar nicht klappte. Da war ich aber so etwas von mega genervt, wo ich doch dachte, ich hätte ein Patentrezept gefunden.
    Bei ihr klappte es dann über Bestechung. fünfzigmal alleine einschlafen (auf einem Kalender markiert) und es gab ein Trampolin.
    Ich blieb nach der Abmachung immer ohne Murren bei ihr. Sie fragte immer mal nach dem Trampolin und irgendwann schickte sie mich aus dem Zimmer (sie war damals 5).

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  4. wir sind hier mit dem Thema auch noch nicht ganz durch, weil ich fälschlicherweise darauf spekuliert habe, dass das Kind mich irgendwann von selber raus schickt. Jetzt ist sie 6,5 Jahre alt und denkt gar nicht daran. Hat mir erklärt, sie möchte das, bis sie 18 ist /o\ ich habe abends wirklich Aggressionen bekommen. Und jetzt fangen wir langsam mit der Entwöhnung an,nach dem Vorlesen wird noch 10 Minuten gekuschelt und dann zumindest kurz rausgegangen. Sie hasst es. Interessanterweise schläft sie aber so meist viel schneller ein.
    Ich wollte damit eigentlich noch ein bisschen warten, weil sie jetzt auch eingeschult wird und ihre Schwester vor ein paar Monaten auf die Welt gekommen ist, ich also eigentlich verstehe, wenn sie noch ein bisschen Betüterung braucht. Aber dieses Verständnis ist immer komplett verschwunden, wenn ich neben ihr im Bett lag. Es ging einfach nicht mehr.
    Der langen Rede kurzer Sinn, ich fühle mit!

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