Tag 1559 – Schrecklich erwachsen.

Neulich sagte unsere Finanzfrau aus Deutschland, beim jährlichen „Check-Up“, wir sollten mal wieder ein ausführlichere Gespräch führen, nach Hauskauf und mit wahrscheinlichem Verbleib in Norwegen sei das mal ratsam. Bis dahin solle ich mal ein paar Dinge herausfinden, nämlich was in Norwegen passiert, wenn

  • man arbeitslos wird
  • man krank wird
  • man krank bleibt oder sonstwie einer nicht mehr arbeiten kann
  • einer stirbt
  • wir uns trennen

Erquickliche Themen also.

Gott sei Dank habe ich über Twitter jemanden kennen gelernt, die das norwegische Sozialsystem sehr gut kennt. Und die wohnt gar nicht mal so weit von uns entfernt! Also hatten wir heute äußerst netten Kaffeebesuch und jetzt sind wir ein bisschen schlauer, was in welchen Fällen passiert. (Was ich zum Beispiel nicht wusste: wir müssten im Zweifel in Deutschland nach deutschem Recht geschieden werden, die „Kinderverteilung“ würde aber norwegische Behörden involvieren. Alles sehr interessant, solange es hypothetisch bleibt.) Ausgang des Gespräches war, dass ich erstmal recht beruhigt bin. Allein dass wir uns mit diesen Themen befassen ist ja schon was, was nicht viele machen, dann haben wir auch unsere deutschen Altersvorsorge-Verträge und diverse Versicherungen noch, damit sind wir schon besser abgesichert als ein Großteil der Norweger und, was am Wichtigsten ist: abgesehen von Arbeitslosigkeit* lässt einen der norwegische Staat nicht hängen. Bei Arbeitsunfähigkeit, längerer Krankheit, Pflegezeiten usw. ist das soziale Netz da und hält.

Und wenn man jetzt genau hinhört, kann man hören, wie mir diverse Steine vom Herzen fallen.

Vielen Dank, liebes Eplefrøken!

___

*Da ist man ja quasi selbst schuld dran**.

**NICHT! Aber es ist die einzige Erklärung, die mir für die deutlich schlechtere Behandlung von Arbeitslosen gegenüber Kranken einfällt.

3 Gedanken zu “Tag 1559 – Schrecklich erwachsen.

  1. Sunni schreibt:

    Sich mit diese Themen zu befassen, ist immer sehr unerquicklich, aber sowas von sinnvoll, weil das Leben so viele Wuntertüten mit sehr unterschiedlichem Inhalt versteckt hat, wie man sich gar nicht vorstellen kann.Und ja, Ehen werden immer in dem Land geschieden, in dem sie geschlossen wurden. Und wenn man jetzt noch Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Testament hinter sich bringt, ist man in etwa aus „dem Schneider“…Muss mal sein und alle paar Jahre neu mit Datum unterschreiben. Gut ist es. Hofft man zumindest. GlG

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  2. Rina schreibt:

    Nur eine Verstaendnisfrage: das norwegische Recht verweist also auf Heimatrecht von Auslaendetn bzw auf das Recht am Ort der Eheschliessung und nicht auf den gemeinsamen Lebensmittelpunkt? Das finde ich interessant, in der EU (wozu Norwegen nicht gehoert, ich weiss) ist es ja gerade umgekehrt.

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