Tag 1578 – Zu aufregend.

Es ist ja einigermaßen faszinierend, dass ich am einen Tag noch voll Businessmäßig mit vielen sehr seriösen Leuten rede und über Zertifikate für Fabriken am anderen Ende der Welt fachsimple und am nächsten Tag sitze ich erst fluchend im Auto weil Google Maps mit den ganzen Baustellen nicht klar kommt und fange dann in der Röhre vor lauter Angst an zu weinen.

Im Ernst, das ist nichts für mich. Erst der Stress mit dem Piercing, dann der Stress mit der Fahrt, dann weiter Stress mit Piercing und ohgottogott da ist ja auch ein Draht hinter meine Zähne geklebt, ohgott! und am Ende fixieren sie einen auf einem Dings, montieren einen Käfig um den Schädel und schieben einen in ein weiteres Dings, das eng ist und hell und laut und überhaupt, man kann nicht raus und was ist wenn das Piercing doch magnetisch ist, oder der Draht, hab ich wirklich den BH ausgezogen, hab ich wirklich die Ringe abgemacht, die Uhr abgelegt, bestimmt hab ich was vergessen und bin gleich sofort tot, oder es bricht ein Feuer aus und ich kann nicht aus diesem Dings raus, Hilfe ich will bitte sofort raus aber ich will auch das die Bilder gemacht werden, Hilfe Hilfe.

War scheiße.

Ja.

Und ach so: das ABS am Auto piept wenn man in einer Kurve einfach wegrutscht, das wusste ich noch gar nicht. Das war auch scheiße.

8 Gedanken zu “Tag 1578 – Zu aufregend.

  1. Sunni schreibt:

    Sie haben es überstanden, ich schon 12 mal. Und jedes Mal plane ich einen inneren Film, den ich mir sozusagen anschaue, damit ich nicht durchdrehe. Es ist immer der gleiche Film, mit kleinen Erweiterungen, denn wenn Kopf und Bauch gemacht werden, liegt man da auch 1,5 Std. drin. Es gibt übrigens zweierlei Röhren, eine ist größer im Durchmesser und daher gibt es nicht ganz so schlimm das Engegefühl. Schön ist echt anders. Und trotz Kopfhörern und Stöpseln denke ich jedes Mal es dong-dong-krack-krack-dondondongt mich weg.Ein wenig hat mir ein Vortrag über den Mechanismus geholfen, was es im Körper macht, aber letztlich setzt die Panik ein, wenn der Käfig über das Gesicht klackt.( „Atmen Sie ruhig weiter…Halten Sie die Luft an (bis Sie denken, Sie sterben gleich…)“. Ne, schön ist anders. Glückwunsch zum Überstehen!

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  2. Irene schreibt:

    Ups, wollte ich das lesen? Ich „darf“ am 30.12. zum ersten Mal mit dem Kopf in die Röhre. Einziger Vorteil dir gegenüber: ich habe keine Piercings (dafür war ich schon immer zu feige – nicht mal Ohrlöcher).
    Liest sich wie ein Tag, auf den du stolz sein kannst: du hast die Röhre überstanden und nicht gekniffen, du hast ganz offensichtlich das Auto wieder in den Griff bekommen (unserer piepst übrigens nicht, rat mal, warum ich das weiss…)
    An Sunni Dank für den Tipp mit dem inneren Film, das könnte bei mir funktionieren.

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  3. Barbara Kerecz schreibt:

    Ich muss jedes Jahr in die Röhre, Kopf + HWS, jedes zweite Jahr auch die LWS dazu. Mit und ohne Kontrastmittel. 3 Stunden alles zusammen. Ohne heftige Beruhigungsmittel geht da bei mir nix, ich find das viel zu beklemmend. Am schlimmsten ist der Kopfkäfig, ich halt ja schon nicht mal Rollkragen aus und dann das …

    Wenn man nachfragen darf: wie wurde die Zungenpiercing Situation gelöst und lassen Sie es jetzt draussen?

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  4. Das klingt nach MRI? An die Panik beim ersten Mal (was ist mit Zahnimplantat, Platte im Kopf von der OP, etc?) erinnere ich mich noch gut. Ich muss auch immer noch jedes Jahr mindestens einmal da rein, man gewöhnt sich mit der Zeit daran, weil man das Prozedere, und die ganzen Fragen nach Piercings und so schon auswendig kennt, und die Antworten auch. Einzig die Frage, ob ich Musik möchte, hängt von der Tagesform ab. Letztes Mal haben sie Vic Chesnutt gespielt, den ich ja eigentlich mag, aber ob so eine Depri-Mucke jetzt allgemein die richtige Kost für Krebspatienten ist, weiß ich ja nicht so recht.

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