Tag 1914 – Vorfr… dingens.

Jetzt so um diese Zeit vor 8 Jahren ist meine Fruchtblase geplatzt. Im Bett. War nass. In etwa einer Stunde standen dann die Sanitäter vorm Bett, ausgerüstet für eine Not-Hausgeburt, weil Herr Rabe so aufgeregt gewesen war, als er den Krankenwagen rief, dass es da zu Missverständnissen kam. Ich hatte nämlich zu dem Zeitpunkt nur ganz sporadisch überhaupt Wehen, aber das Baby hatte sich nicht ins Becken gesenkt und deshalb hatte mir der Frauenarzt eingeschärft, dass ich bei Blasensprung unbedingt den Krankenwagen rufen und liegend ins Krankenhaus transportiert werden solle.

Heute habe ich mit der kleinen Schwester des damals störrisch unter meinen Rippen klemmenden Babys Pokémonkarten, Ballons und tonnenweise Glitzer gekauft. Ich habe die kleine Schwester nicht im Einkaufszentrum „vergessen“, das war meine größte Leistung heute.

Das Geburtstagskind bekommt eine Minecraft-Torte, die sieht super aus, weil obwohl und ist nicht von mir gemacht oder von Herrn Rabe, sondern von einer Bekannten, die das hobbymäßig macht. Damit wir nicht eine ganze Schokotorte selbst essen müssen, haben wir ein paar Jungs vom Sporthort eingeladen. Ich bin ein wenig gespannt auf die Feier, ich kenne nämlich nur einen von dreien, die zugesagt haben. Wir werden coronabedingt draußen feiern und ich nehme alle Daumen der Welt dafür, dass es bis dahin zu schütten aufhört.

Apropos Corona: unser Zwangshomeoffice wurde noch mal um mindestens zwei Wochen verlängert. Eigentlich habe ich Mittwoch einen Präsenztermin im Büro (und ich würde auch gerne mal wieder Papiere austauschen), aber wir dürfen AUF GAR KEINEN FALL mit dem ÖPNV fahren. Wie ich das löse, weiß ich noch nicht. Ich hoffe, der Präsenztermin wird verschoben, wichtig ist der nämlich eher nicht.

Ebenfalls zu spannend für meine Nerven: die Verhandlungen meiner „Gewerkschaft“ mit dem Staat laufen ungut. Die Sache liegt jetzt beim „Reichsmakler“, einer Schlichtungsstelle, und wenn da bis Mittwoch um Mitternacht nichts bei rum gekommen ist, kann es sein, dass wir streiken. Ich muss dann streiken, das ist keine Wahl, die ich habe, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber wie streikt man denn im Homeoffice? Streikstände wird es vermutlich wegen Corona eher nicht geben, und ich komme da ja auch gar nicht hin weil ich ja AUF GAR KEINEN FALL mit dem ÖPNV fahren darf. Sehe mich schon in Warnweste und mit Trillerpfeife vorm Computer sitzen. Und anschließend drei Tage lang weinen, weil die Arbeit zum größten Teil bei so einem Streik ja nicht weg geht, sondern nur aufgeschoben wird. Die emails stapeln sich eh schon im Postfach, weil ich die letzten 4 Arbeitstage nur abends kurz geguckt habe, ob irgendwas so lichterloh brennt, dass ich es irgendwem weiterleiten muss.

Ich muss mich auch noch informieren, was denn nun das Problem ist. Wenn ich schon streike, sollte ich wenigstens wissen, wofür.

(Ganz generell habe ich keine Ahnung, wie die Norweger*Innen überhaupt streiken. Die sind ja so konfliktfähig wie Seife und machen alles mit sich allein im Wald aus. Ansprüche stellen ist auch nicht so ihres. Das passt irgendwie alles nicht so richtig zusammen.)

Tag 1912 – Nicht wirklich weniger müde.

Wirklich einfach platt wie ein Brötchen. Aber mit Bloc Party-Ohrwurm.

Manchmal vermisse ich es, 22 und relativ sorglos zu sein. Sehr.

Wenn ich jetzt auf nem Mittwoch Abend in die Disco gehen und bis 3 Uhr feiern würde, wäre ich vermutlich anschließend drei Tage lang im Eimer.

Ich finde Inspektionen rund um Oslo langsam echt doof. Dann lieber irgendwo anders sein und im Hotel übernachten, aber nicht noch täglich stundenlang Auto fahren. Abgesehen von der Gelegenheit, sehr laut Musik zu hören, finde ich am Konzept „mit dem Auto zur Arbeit“ bisher nichts ansprechend.

Tag 1910 – Uffzi.

Wie ich immer wieder vergesse, dass Inspektionen ganz schön anstrengend sind. Jøss, wie man auf Norwegisch sagt. Dabei natürlich auch spannend, keine Frage, und ich lerne wieder ganz viel und bin gleichzeitig ein bisschen in meinem Element, was das Produkt angeht, auf das ich mich fokussiere.

Aber abends ist dann eben nicht mehr so viel los mit mir. Essen, Bett. Dem verschnupften Meerschwein seine Dosis Antibiotikum verabreicht und geduscht habe ich auch noch, aber jetzt fallen meine Augen auch schon fast zu.

Seltsamstes Kompliment: ich sähe gar nicht aus wie eine Inspektørin. Wegen der Haarfarbe, die sei „stilig“. Vielleicht muss ich doch endlich mal so einen Inspektørausweis bekommen.

Bester Tipp: Regenjacke mitnehmen wegen langem Weg auf dem Gelände. Danke, Kollegin! Es hat nämlich den ganzen Tag geregnet und wird das wohl den Rest der Woche weiter tun.

Schnellste Gesundung: Pippi. Wegen gestern war sie heute noch zu Hause, aber topfit ohne Halsschmerzen. Morgen geht sie wieder in den Kindergarten.

Tag 1909 – Wo ist die Zeit geblieben?

Der Montag war irgendwie nur drei Stunden lang glaube ich. Irgendwas hat zwischenzeitlich das Raum-Zeit-Kontinuum gestört und einem Dreiviertel Tag verschwinden lassen. Ich glaube, es geschah irgendwann während stundenlanger Meetings, zu denen Leute ernsthaft für Tagesordnungspunkt 5 von 8 eine Präsentation mit 24 Slides vorbereitet hatten. Dicht mit Text. Gesetzestexte. Geschlafen habe ich nicht, aber irgendwas muss da passiert sein, plötzlich war der Tag rum.

Ach ja, was passierte:

a) der Kindergarten rief an, weil Pippi Halsschmerzen habe und sie 38 Grad an der Stirn gemessen haben. Wir haben noch zwei mal in jedem Ohr gemessen und nie mehr als 36,6 Grad gemessen, mit der ganzen Familie als Negativkontrolle können wir Fieber wohl ausschließen (eine Positivkontrolle hatten wir leider nicht). Aber Halsschmerzen reichen ja auch schon für einen Tag zu Hause. Immer wenn ich auf Inspektion bin, wie macht dieses Kind das denn nur?

b) tadaaaaa!

So viel Platz!

Schon sieht das Bad viel luftiger aus. Der Installateur war ganz begeistert, „Leute in kleineren Wohnungen haben ja oft ein Platzproblem, das ist ja genial! So klein! Was hat das denn gekostet?“, vielleicht werden wir jetzt Durchlauferhitzer-Influencer. Auch wenn ich mir ein Lorioteskes „Ach.“ kaum verkneifen konnte. Ich liebe es jedenfalls jetzt schon und außer dass weniger Wasser kommt, wenn eine zweite Entnahmestelle geöffnet wird, habe ich noch keinen Unterschied festgestellt, man steht also nicht schlagartig unter der kalten Dusche, weil sich jemand die Hände wäscht. So sollte es sein! Hach! Nie mehr leergeduschten oder -gebadeten Wassertank und der Rest der Familie geht für die nächsten Stunden eben leer aus (zuletzt Freitag so passiert). Hach, hach! Dass ich das noch erleben darf. So schnell der Montag rum war, so lange haben sich die letzten 9 Monate hingezogen, was für eine schwere Geburt.

Kein Grummeln mehr. Blick nach vorn.

Tag 1907 – Aberglaube.

Ich würde mich als einen überaus rationalen Menschen bezeichnen, der nicht abergläubisch ist, aber eine Sache lässt mich immer noch zucken: Geburtstage vorfeiern. Das geht einfach gar nicht, macht man nicht und ich erinnere mich noch, dass ich als relativ kleines Kind, vielleicht so mit 5 oder 6, meine Oma gefragt habe, warum man das denn nicht macht und sie sagte „nä, nachher erlebste den Geburtstach dann gar nicht mehr!“.

Problem ist nur, dass die Norweger*Innen damit überhaupt kein Problem haben. Wenn man zum Beispiel in den Ferien Geburtstag hat, kann man entweder nachfeiern oder man feiert eben vor. Da machen die sich gar keine Gedanken drum, das ist ganz normal.

Deshalb war es auch kein Frevel, dass die Eltern von Michels Freund M. letzte Woche fragten, ob wir nicht heute mit M. feiern wollen, im Garten, es sollen eh alle Jungs aus der Klasse eingeladen werden. Ich schluckte kurz, aber dann dachte ich: so what. Sei norwegisch. Einfache Lösung vieler Herausforderungen (wen einladen? 12 Jungs hier… nein!) auf einmal, Arbeit auf 4 Erwachsene aufgeteilt!

Also feierten wir heute und es war auch gut, Fotos… gibt’s dann nächste Woche. Zum Geburtstag, denn ich bin ja nicht abergläubisch, aber.

Tag 1906 – Gar nicht müde (leider).

Familie Eule meldet sich wieder zum Dienst. Heute immerhin produktiver. Memo an mich: normalen Alltag simulieren durch Schminken steigert das Wohlbefinden und damit auch die Produktivität bei der Arbeit ungemein. Auch im Homeoffice. Nicht rumschlunzen, das ist nicht gut.

In einem Monat habe ich die erste Inspektion seit März mit Übernachtung in einem Hotel. Abgefahren! Wir haben deshalb heute das Hotel gebucht, und eine Verkettung unglücklicher Umstände führte am Ende dazu, dass ich versehentlich ein Zimmer in einem Hotel buchte, gegen das wir uns eigentlich schon entschieden hatten. Geschickt von dem Hotel, die Seite so seltsam zu gestalten, dass man sich kaum darauf zurecht findet, und dann sofort eine Buchungsbestätigung zu verschicken, wenn man seine E-Mail-Adresse irgendwo eingetragen hat, z.B. um zu erfahren, wie denn so die Zahlungsmodalitäten sind.

Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass die Inspektion auch stattfindet und nicht aus irgendwelchen Gründen verschoben werden muss. Das Hotel sieht nämlich schon ganz schick aus! Wer weiß, vielleicht ein Glückstreffer?

Pippi mag kein Apfelmus. Ich glaube, sie wurde bei der Geburt vertauscht. Ich hätte am liebsten meinen ganzen Kopf in den Topf gesteckt, wie Pu der Bär. Herr Rabe sagte, das müssen meine westfälischen Gene sein. Aber Kartoffelpuffer mit Apfelmus sind doch einfach eine grandiose Kombination, wie kann man das denn nicht mögen??? Immerhin fand sie Kartoffelpuffer an sich gut, und mit Räucherlachs noch besser. Vielleicht doch wenigstens verwandt. (Michel hatte bei seinem Freund E. schon Pizza gegessen.)

Ein Abend in der Twitterkneipe, heute besonders tröstlich. Hach, hach! <345

Tag 1906 – Gar nicht müde (leider).

Familie Eule meldet sich wieder zum Dienst. Heute immerhin produktiver. Memo an mich: normalen Alltag simulieren durch Schminken steigert das Wohlbefinden und damit auch die Produktivität bei der Arbeit ungemein. Auch im Homeoffice. Nicht rumschlunzen, das ist nicht gut.

In einem Monat habe ich die erste Inspektion seit März mit Übernachtung in einem Hotel. Abgefahren! Wir haben deshalb heute das Hotel gebucht, und eine Verkettung unglücklicher Umstände führte am Ende dazu, dass ich versehentlich ein Zimmer in einem Hotel buchte, gegen das wir uns eigentlich schon entschieden hatten. Geschickt von dem Hotel, die Seite so seltsam zu gestalten, dass man sich kaum darauf zurecht findet, und dann sofort eine Buchungsbestätigung zu verschicken, wenn man seine E-Mail-Adresse irgendwo eingetragen hat, z.B. um zu erfahren, wie denn so die Zahlungsmodalitäten sind.

Jetzt müssen wir nur noch hoffen, dass die Inspektion auch stattfindet und nicht aus irgendwelchen Gründen verschoben werden muss. Das Hotel sieht nämlich schon ganz schick aus! Wer weiß, vielleicht ein Glückstreffer?

Pippi mag kein Apfelmus. Ich glaube, sie wurde bei der Geburt vertauscht. Ich hätte am liebsten meinen ganzen Kopf in den Topf gesteckt, wie Pu der Bär. Herr Rabe sagte, das müssen meine westfälischen Gene sein. Aber Kartoffelpuffer mit Apfelmus sind doch einfach eine grandiose Kombination, wie kann man das denn nicht mögen??? Immerhin fand sie Kartoffelpuffer an sich gut, und mit Räucherlachs noch besser. Vielleicht doch wenigstens verwandt. (Michel hatte bei seinem Freund E. schon Pizza gegessen.)

Ein Abend in der Twitterkneipe, heute besonders tröstlich. Hach, hach! <345