Tag 2189 – Vorbereitungen und so weiter.

Nein, ich koche nicht vor, bevor ich operiert werde.

Aber ich entferne schon mal alles Metall aus meinem Körper*.

Ich brauchte schnell einen Platz, wo ich es nicht aus Versehen vom Tisch fege…

Morgen habe ich den HNO-Termin zur Kontrolle, und ich dachte, FALLS das Zungenpiercing nicht rausgeht, könnte ich im Notfall nach dem Termin in Oslo zu einem Piercingstudio gehen und es dort entfernen lassen. Aber ging ja, mit zwei Zangen und Herrn Rabes Fingerspitzengefühl. Angeblich wächst das ja super schnell zu, ich bin gespannt, ob das stimmt. Auch wenn ich nach 18 Jahren denke, es ist jetzt auch mal gut gewesen damit. Irgendwann muss eine ja erwachsen werden.

Ansonsten passierten heute diverse Dinge hier zu Hause. Ich habe das darüber äußerst empörte Langhaarschwein mit dem Langhaarschneider traktiert, damit seine Haare nicht im Draußengehege über den Boden schleifen. Immer wieder faszinierend, dass man sich aus den abgeschnittenen Haaren fast ein zweites Meerschwein häkeln könnte. Kaum war ich damit fertig, als plötzlich, zusätzlich zu Pippis Spielbesuch, zwei weitere Kinder bei uns waren, die Herr Rabe ins Haus scheuchte während er mir zurief, er fahre jetzt deren Vater (unseren Nachbarn) zur Legevakt, der von einer Wespe in die Nase gestochen wurde und eine allergische Reaktion vermutete. „Mir wird ein bisschen schwindelig!“ hörte ich den Nachbarn sagen. Es ging alles gut, es gab Adrenalin und Antihistaminika für den Nachbarn, der jetzt Allergiediagnostik gewonnen hat. Der Schwindel kam vermutlich von den Herzrhythmusstörungen, die der Wespenstich ausgelöst hatte und es war gut, dass er gleich gekommen ist. Die Kinder trugen es mit Fassung, vielleicht auch, weil wir ein neues Switch-Spiel haben. Spannend an Pippis Spielbesuch war, dass ich, getrieben von der bekannten, heftigen Wespenallergie des Kindes (das ist das, was immer einen EPI-Pen dabei hat) und diesem Schreck mit dem Nachbarn leicht hektisch werdend die sich plötzlich im Haus materialisierenden Wespen rausscheuchte und dann alles verrammelte, als wäre nicht Sommer und 26 Grad und Durchzug wegen Pandemie eigentlich sinnvoll. Aber man kann nicht alles haben, und ich will echt nicht diesen Pen benutzen müssen.

Dann machten wir einen kleinen Ausflug zum Bauernhof, wo ich das Besuchskind erfolgreich in Socken, in die auch die langen Hosenbeine gesteckt wurden, quatschte, wie es mir seine Mutter geheißen hatte. Keine nackten Knöchel, während man im hohen Gras rumstapft. Wir ernteten Rhabarber und Salat und es gab keine Eier. Tjanun. Aber Rhabarber, morgen gibt es also Kuchen und der Rest wird eingefroren und wartet darauf, dass norwegische Erdbeeren irgendwann vielleicht bezahlbarer werden. Was möglicherweise nicht passiert, weil die Erdbeerbauern nicht so leicht die üblichen Billiglohnpflücker*Innen importieren konnten und sich (angeblich) die Norweger*Innen für sowas zu fein sind. Aber das ist dann halt so und ein Kilo Erdbeeren (plus Zucker und Geliermittel) ist immer noch wesentlich billiger, als die Marmelade zu kaufen, die man daraus kochen kann und es schmeckt auch besser (weil wir die norwegischen Erdbeeren reintun und Rhabarber haben).

Medienmäßig ist Sommerloch, man merkt es deutlich. „Überraschend“ wurden im ersten Halbjahr 2021 weit mehr Kinder geboren, als der Trend der letzten Jahre anzeigte. „Überraschend“ nehmen norwegische Hoteliers und Leihwagenfirmen die in Norwegen urlaubenden Norweger*Innen schamlos aus, Angebot (zum Teil künstlich) klein, Nachfrage groß, Kapitalismus ist so schön simpel. „Überraschend“ sind die Freizeitparks alle auf Wochen ausgebucht. Es ist alles ein großes „Nein! Doch! Oh!“-Fest.

Ich werde morgen „überrschend“ müde sein, wenn ich um sieben hier los fahre zu dem HNO-Termin…

___

*abgesehen vom Draht, der meine Schneidezähne an ihrem Platz hält

3 Gedanken zu “Tag 2189 – Vorbereitungen und so weiter.

  1. Sunni schreibt:

    Oh, Allergie ist ganz doof. Besonders solche mit eklatanten Reaktionen. Ihnen alles erdenklich Gute für die OP und dass es 200% besser wird danach! Sunni

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  2. Mila schreibt:

    Den draht kann man auch entfernen, zähne haben sich nicht bewegt. Beziehungsweise wurde er immer schön brav von kontrolliert bei den zahnarzt besuchen, nichts sichtbar wohl und auch nie ein kommentar dazu. Als ich mal drauf angesprochen habe und um eine entfernung gebeten habe (gestört hat das ding immer) hat sich dann karies herausgestellt. Die zahnärztin meinte dann auch nur, ja keine überraschung, deswegen versucht man ja auch den zeitraum der brackets als als so kurz als möglich zu halten, da halt immer etwas ein wenig länger am zahn bleibt, als wenn man den draht halt nicht haben würde. Mir stösst es halt etwas auf, da ich als minderjährige zu dem Zeitpunkt kein wirkliches Mitspracherecht bei der kieferorthopädischen Behandlung hatte und auch nie aufgeklärt wurde, bzw es kein abschlussgespräch gab oder auch nur über zuküftige verhaltsmassnahmen. Nur ein hier wisch für die krankenkasse für die eltern zur Kostenerstattung und geh mit gott, behandlung ist abgeschlossen, komm nie wieder. Mir konnte bisher noch kein zahnarzt mitteilen wie lange es angedacht ist diesen draht drinnenzubehalten, bzw warum so sehr von den glitzersteinen abgeraten wird, aber das unbegrenzt ok ist, und es nur auf nachfrage mal untersucht wurde.

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    • Mein Draht ist erst seit 10 Jahren da. Ich musste nämlich, nach Abschluss meiner eigentlichen Kieferorthopädischen Behandlung nach langen Jahren mit allem, was es da so zu bieten hat, ein paar Jahre später noch mal die oberen Schneidezähne richten lassen, die sich sehr schnell wieder verschoben hatten, eben weil kein Draht geklebt worden war.

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