Tag 2521 – Mit nichts so richtig fertig.

Trotzdem halbwegs zufrieden. Halbwegs. Es wird schon schief gehen, ne?

Michels neue Brille war heute endlich fertig und wir haben sie abgeholt. Michel ist mäßig zufrieden, weil sie nicht so schön ausgeleiert ist wie die alte, aber es schon ganz schön ist, was sehen zu können. Als die SMS kam, dass die Brille fertig sei, fragte ich kurz bei Herrn Rabe an, wann der denn nach Hause käme (hoffend, er könne vielleicht mit Michel zum Optiker fahren). Herr Rabe war zwar theoretisch auf dem Heimweg, aber es war totales Zugchaos in Oslo, es fuhr gar nichts. Kein einziger Zug. Er nahm dann schlussendlich eine T-Bane an die Nähe vom Stadtrand, von da einen Bummelzug in einen Vorort und von da den Zug nach Hause. Selbiges tat der Mann der Optikerin, die, offenbar ungeplant, deshalb keine Betreuung für ihren etwa drei Jahre alten Sohn hatte. Die arme Frau versuchte also gleichzeitig Michels Brille anzupassen und ihr eigenes Kind davon abzuhalten, das ausgestellte Teleskop umzuschmeißen (erfolgreich, also das Abhalten) oder sämtliche für ihn erreichbaren Brillen aus den Aufstellern zu räumen und fein säuberlich auf dem Tresen aufzureihen (erfolglos). Sie war dann sehr dankbar, als eine Kollegin die Brillenanpassung übernahm und sicher noch dankbarer, als der Laden schloss. Ich war dankbar, dass meine Kinder schon so groß sind, dass sie immerhin diese Art Mist nicht mehr machen. Yeah. (Als Außenstehende war das niedlich und lustig. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es das für sie sicher nicht war.)

Tag 2519 – Stillarbeit.

Ich kann eigentlich leider gar nicht mehr sprechen, sondern nur noch flüstern. Ach wäre doch nur ein Tag gewesen, an dem ich nicht hätte reden müssen. Haha.

Testen läuft so lala, gestern ok, heute scheiße, weil die Umgebung erst nicht fertig war, dann hatte ich Meetings, dann musste ich erst mal Gedön ins System legen, damit meine Kolleginnen eine Grundlage zum Testen haben, und dann war 14 Uhr und die Umgebung wieder nicht fertig (weil dann deployed wird. Fragen Sie mich nicht, was dabei genau passiert oder warum wir in der Zeit nicht testen können, aber es klingt doch, als hätte ich voll Ahnung, oder? „Wir können nicht testen, die Entwickler deployen in die Testumgebung.“).

Alles andere bleibt grad liegen und ist so viel und so dringend, dass ich gar nicht drüber nachdenken darf, sonst lähmt mich die schiere Masse.

Wegen keiner Stimme ließ ich den Sport heute ausfallen. Ansonsten bin ich zwar recht fit, aber das kann nicht gut sein, denke ich mir.

Seit heute Nachmittag hab ich auch einen sehr nervigen Ohrwurm, von „Und es regnet“ von Die Ärzte. „Vertrocknet ist die rote Rose, ich huste rote Brocken aus. Ich glaub ich hab Tuberkulose, doch ich will nicht ins Krankenhaus. Ich will bei dir sein, ich bin so allein, ich will bei dir sein, immer bei dir sein.“

Tag 2518 – Röchel.

Herr Rabe hat letzte Woche aus Barcelona eine Erkältung mitgebracht, die laut diverser Tests an diversen Leuten kein Covid ist, und jetzt ist sie bei mir angekommen. Immer noch kein Covid. Aber ich höre mich an, als hätte ich die letzten 20 Jahre täglich eine Packung Rothändle geraucht und zwischendurch gegen den Teerbelag im Hals mit Whisky gegurgelt.

Nach der Arbeit fühle ich mich auch einigermaßen zerschlagen (kein Fieber, einfach Matsche) und bin jetzt im Bett.

(Ich bin eine wirklich unangenehme Kranke, ungeduldig mit mir und allen drum herum und während ich mich nicht mal zum Geige spielen aufraffen kann, möchte ich Geigenyoutube ein saftiges „NORMALE LEUTE MACHEN KEINE DEZIMEN ZUM AUFWÄRMEN!!!“ entgegenschreien. Wäre halt nur eher ein Entgegenkrächzen.)

Dezimen. Echt mal.

Tag 2515 und 2516 – Rödel-Pfingsten.

Gestern bin ich eingeschlafen, bevor ich zum Bloggen kam.

Pfingsten werden in diesem hochkristlichen (das war Ironie) Land die Bürgersteige hochgeklappt. Darauf sind wir schon ein paar mal reingefallen, trotzdem war ich gestern überrascht, als Herr Rabe schrieb, die Läden machen um vier zu. Wir machten deshalb alle Einkäufe vor vier, was etwas herausfordern war.

Dieses Pfingsten wird hier im hochkristlichen (das war Ironie) Haushalt gerödelt. Gestern zogen erst mal die Schweinchen nach draußen. Weil wir immer noch kein Drittschwein aufgetrieben haben, muss Michel den zweien so lange Gesellschaft leisten.

Das war natürlich Quatsch. Er hat sich da irgendwie mit rein gelegt. Die Schweinchen waren eh nicht zu sehen, die waren viel zu sehr damit beschäftigt, sich vor all dem Platz und den ungewohnten Geräuschen zu fürchten.

Natürlich haben wir den Deckel noch festgeschraubt, eine Trinkflasche angebracht und eine Treppe vors Haus gelegt.

Weiteres Wochenendgerödel: Gartenarbeit, Schnecken sauber machen, Rasen mähen, Kinderklamotten (aus-)sortieren, Sommersachen in den Schrank räumen, Fenster putzen. Vorher Fensterkreuze entfernen. Sich darüber freuen, dass es ohne die Kreuze wesentlich heller ist.

Und Grillen, weil endlich ein neuer Gasschlauch für den Grill beschafft wurde und es auch genug geregnet hat, dass Grillen wieder erlaubt ist (solange man es nicht auf dem offenen Feuer im Wald tut).

Tag 2514 – Das IT-Projekt…

… droht vollends zu eskalieren, es ist schon wieder verspätet und Teile davon werden halt auch einfach nicht so richtig gut. Ich arbeite dran, mich selbst nicht dafür verantwortlich zu fühlen, aber das ist gar nicht mal so leicht.

Das einzige gute ist, dass sich tatsächlich mal was „von selbst“ gelöst hat. Dadurch, dass das Projekt verspätet ist, muss ich keine Vertretung organisieren, die für mich in wichtigen Meetings sitzt, während ich in einem Interkontinentalflug sitze. Weil die Meetings ebenfalls verschoben wurden. Tadaa.

Tag 2512 – Kleiner Lichtblick.

Es war ein Scheißtag, ganz einfach. Von vorne bis hinten. Gut: bei der Arbeit im Büro mehrere Stunden konzentriert an was gearbeitet (wieder 1,5 Überstunden) und das gut hinbekommen. Auch gut: abends zum Tanzen gegangen, da ist jetzt das Semester eigentlich vorbei, dafür machen sie Sommerkurse und ich habe mich zu einem Kraft- und Flexibilitätstraining angemeldet. Das war schei*e anstrengend, aber gut.