Tag 3261 – Indoktrination.

Gestern habe ich die Kinder vor die Wahl gestellt, entweder sie gehen heute zur Hochzeit der Dirigentin des Korps, um vor der Kirche Spalier zu stehen, oder sie gehen mit mir auf die Oslo Pride Parade. Pippi wollte lieber auf die Hochzeit, Michel sagte aber sofort, dass er auf die Pride Parade will. Also machten sich heute die geräuschempfindlichen Raben, die nicht so gern sozial sind, auf, um die Pride Parade anzuschauen. Allerdings in fein gemacht, Michel wollte gerne dafür seine Fingernägel lackiert bekommen und sagte auch zum angebotenen Glitzer ins Gesicht (davon hatte ich viel drauf, Make-Up-mäßig habe ich heute nach langer Zeit mal wieder geklotzt statt gekleckert) sofort ja.

Das wurde ein richtig schöner Ausflug. Den Erziehungsauftrag, nach Möglichkeit zuzusehen, dass die Kinder tolerante, weltoffene Menschen werden, die sowohl selbst so leben, wie sie halt sind, als auch alle anderen so leben lassen, wie die halt sind, nehme ich ja durchaus ernst. Man muss nicht mit allen Freund sein, aber alle verdienen Respekt als Mensch. Man selbst kann auch nur wenig für die Ausrüstung, die einem für’s Leben zugeteilt wird, und solange es niemand anderem schadet, kann man mit der Ausrüstung doch sehr gut sein bestes Leben leben. Ich finde es deshalb gut, wenn die Kinder mal mehr gelebte Vielfalt sehen als wir hier so im Dorf zu bieten haben. Familien, die nicht aus Mutter-Vater-Kind bestehen. Männer mit Glitzer im Bart, lesbische Pärchen, Menschen, die nach außen hin kein eindeutiges Geschlecht präsentieren.

Und all das und noch viel mehr gab es zu sehen, in der Parade und im Publikum. Michel konnte nicht gut still stehen, deshalb sind wir quasi neben der Parade her bis zu deren Ende gelaufen und haben uns dann da im Pride Park noch was zu trinken und Fähnchen gekauft (da hatte ich neulich was zu gelesen, was auch schlüssig ist, nämlich dass man nach Möglichkeit Pride-Flaggen etc. nicht im Discounter kaufen sollte, sondern bei einer queeren Organisation oder einer, wo das Geld dann auch queeren Zwecken zugute kommt und nicht einfach nur kommerzialisiertes Regenbogenwashing irgendeiner ohnehin gut verdienenden Kette ist). Michel ließ die ganze Zeit dann doch lieber die Kopfhörer auf, weil es zum Teil wirklich laut war. Voll war es auch, man musste sich teilweise ganz schön eng an Leuten vorbei quetschen. Nun ist Michel ja ein Hänfling und neurodivers noch dazu, er kam viel schneller voran als ich und wartete auch nicht, weshalb ich mehr so ein Stopptanzen aufführte, um ihn immer zwischen den Menschenpfropfen wieder einzuholen.

Ich habe auch Fotos gemacht, da sind aber natürlich überall Leute drauf, die ich nicht alle gefragt habe, ob sie ihre Teilnahme an der Pride auf einem random Blog im Internet haben wollen.

Michel hatte jedenfalls großen Spaß, wedelte begeistert sein Fähnchen und will nächstes Jahr wieder hin. Obwohl es laut und hell war, was, oh Wunder, für ihn auch schwierig ist.

Hach.

Tag 3260 – Geschafft!

Habe jetzt Urlaub. Für lange. Und 2/3 davon sind abspazierte Flexizeit.

Pippi hatte heute Vorstellung von ihrem Dance Camp, das war echt beeindruckend, wie viel die in einer Woche gelernt haben und was die so auf die Beine stellen. Ich bin auch sehr stolz auf meine kleine Tanzmaus, die macht das super und hat eine tolle Bühnenpräsenz.

Ich hab leider keine Fotos gemacht, das hat Herr Rabe alles gemacht, aber der sitzt noch zockend auf dem Sofa.

Aber ein Foto von Monty hab ich gemacht. Monty ist nach den regelmäßigen Rattenfütterungen sichtbar mehr chonky, und immer noch so hübsch gezeichnet. Ich denke, ich werde mal die nächste Rattengröße bestellen.

Hurra, Urlaub!

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Tag 3260 – Geschafft!

Habe jetzt Urlaub. Für lange. Und 2/3 davon sind abspazierte Flexizeit.

Pippi hatte heute Vorstellung von ihrem Dance Camp, das war echt beeindruckend, wie viel die in einer Woche gelernt haben und was die so auf die Beine stellen. Ich bin auch sehr stolz auf meine kleine Tanzmaus, die macht das super und hat eine tolle Bühnenpräsenz.

Ich hab leider keine Fotos gemacht, das hat Herr Rabe alles gemacht, aber der sitzt noch zockend auf dem Sofa.

Aber ein Foto von Monty hab ich gemacht. Monty ist nach den regelmäßigen Rattenfütterungen sichtbar mehr chonky, und immer noch so hübsch gezeichnet. Ich denke, ich werde mal die nächste Rattengröße bestellen.

Hurra, Urlaub!

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Tag 3258 und 3259 – Endspurt!

Alles muss fertig werden, man (ich und mehrere meiner Kolleginnen und Kollegen) arbeitet sich also den Hintern ab. Auf uns alle warten absurd viele Wochen Ferien, weil die ganze „Flexizeit“ (die eigentlich Überstunden hätten sein sollen) ja irgendwo hin muss. Am 1.9. verfällt sie sonst. Angeblich ist das legal. Aber da habe ich mich sicher schon mal drüber aufgeregt.

An sich ist Arbeiten aber recht entspannt zu dieser Jahreszeit, man muss ja ständig Eis essen, und alle freuen sich auf frei haben.

Getier-Updates: Das Wespennest ist noch da. Greg hat sich erfolgreich und problemlos an einem Stück gehäutet. Eine Hummel (nehme ich an, denn die summen gerne um den Klee im Rasen herum) hat Pippi in den Fuß gestochen.

Ansonsten gibt es nicht so viel zu erzählen, Michel hängt viel zu Hause rum, schläft ewig und hat von ein paar Ausflügen in die Sonne ganz bezaubernde Sommersprossen bekommen. Pippi hängt hauptsächlich draußen rum (wenn sie nicht beim Dance Camp ist) und ist schon wieder ordentlich braun. Sie schläft auch wieder im Zelt, aber das mussten wir heute abbauen, da für die Nacht starker Regen angekündigt ist.

Vielleicht saufen die Wespen ja ab, ganz natürlich, ähäm.

Tag 3256 und 3257 – Bsssbssss.

Oh toll, in 7 Stunden muss ich im Zug sitzen. Naja, Kaffee wird’s schon richten, ne?

Dafür hab ich Geige gespielt, statt es sein zu lassen, und das ist auch gut. Schlafen wäre sicher besser, aber mir macht das Spielen grad sehr viel Freude. Also noch mehr als sonst irgendwie. Ich weiß auch nicht, woran das liegt, außer dass ich merke, wie viel besser ich geworden bin. Gestern habe ich geschafft, dass ich selber Gänsehaut beim Spielen bekommen habe. Nun ist das Accolay Violin Concerto in a Moll da auch dankbar, aber da habe ich mir vor zwei Jahren einigermaßen einen dran abgebrochen und jetzt habe ich so viel mehr Kontrolle und kann dann auch viel mehr loslassen und Spaß haben. Ich habe auch eine Etüde von vor zwei Jahren wieder ausgegraben und auch da – viel besser und dann auch mehr Spaß.

Ansonsten war auch nur eine Sache: wir haben gestern ein Wespennest unter der Terrasse gefunden. Das ist nicht akzeptabel. Bei aller Liebe zu Insekten und Natur und all dem. Jetzt geht es sogar noch, es sind wenige und sie sind friedlich, aber bis zum Ende des Sommers sind sie dann viele und Wespen haben nun mal die Tendenz, ziemlich aggro zu werden, wenn die Pflaumenkuchensaison losgeht. Früher hatte ich panische Angst vor Wespen, das haben aber zwei Jahre Arbeit im Biergarten kuriert. Gestern dachte ich tatsächlich an die armen Tiere und ob es wohl möglich wäre, sich mit einem Haufen Wespen unter der Terrasse (genau unterm Esstisch) zu arrangieren. Aber nein. Kammerjäger ist bereits kontaktiert, die Wespen sind angezählt. Keine Ahnung, wie die die da weg kriegen wollen, ich habe geschrieben, dass das Nest unter den Terrassenplanken ist und wir das nicht weg kriegen (selbst, aber ganz ehrlich: als ob ich freiwillig da selbst Hand anlegen würde!) ohne Planken zu entfernen. Der aufgerufene Preis ist aber dafür echt ok und es ist auch kein Kostenvoranschlag, sondern ein „das kostet soundosviel“-Preis.

Unter der Terrasse wohnt sicher noch anderes Gruselzeug, unter anderem die dicken Hausspinnen wohnen da ganz sicher, die sieht man nämlich oft, wenn sie sich auf den Terrassenplanken sonnen. Aber draußen können die von mir aus sein, da gilt für mich eigentlich leben und leben lassen. Mit der Einschränkung: keine aggressiven Stechinsekten dort, wo ich und Pippi gerne und häufig barfuß laufen. Und wo wir gerne essen würden, wenn das Wetter es zulässt.

Tag 3255 – Garten und Küche.

Whoopsiedaisies, so spät schon. Potzblitz.

Heute aber ungefähr alles gemacht, was anstand. Vor allem im Garten. Und dann in der Küche. Denn was man erntet, das muss man auch verarbeiten.

Der Strauch nach dem Ernten. Es sind definitiv noch genug Blüten für die Hummeln und Bienen da.

Schon länger keinen Schmetterling mehr gesehen. Tjaja, wir schaffen es noch, alles Getier auszurotten.

Aus den Holunderblüten mache ich Sirup.

Rhabarber muss man vor Sankthans ernten und das ist morgen. Nach 5 Jahren hat der Rhabarber endlich richtige Rhabarbergröße.

Aus dem Rhabarber wurde ein Kuchen. Einiges an Rhabarber ist auch noch an der Pflanze, vielleicht ernte ich den doch noch später und mache mit Erdbeeren Marmelade draus.

Herr Rabe hat auch geerntet. Die haben wir aber einfach gleich gegessen.

Ansonsten habe ich Unkraut in diversen Beeten gejätet und Himbeeren aus dem Hochbeet gerupft, wo sie nicht hingehören. Das ist aber alles sehr schön und freut mich sehr, dass alles so grün ist und wächst und gedeiht, größtenteils ohne dass man irgendwas machen muss. Halt ab und an mal Unkraut jäten, weil sonst irgendwann nur noch Disteln und Huflattich und Hahnenkraut (?) überall wachsen. Und Himbeeren, Oregano und Estragon, aber das ist ja unsere eigene Schuld.

Herr Rabe hat Lupinen und anderes Unkraut an der Straßenseite der Hecke gerodet. Mülltrennung bei Unkraut: die Lupinen dürfen nicht in den Gartenabfall, die sind eine invasive Art und auf einer schwarzen Liste. Also hat Herr Rabe die fein säuberlich in Säcke verpackt und wir müssen die in den Verbrennungsabfall bringen. Lupinen sind ja hübsch, aber echt eine Pest, die alles andere verdrängt. Auch wenn ich auf einen epic battle zwischen Himbeeren und Lupinen gespannt wäre, entfernen wir beides einfach rigoros. Himbeeren eben überall AUSSER in der einen Ecke vom einem Beet, wo sie sein dürfen, Lupinen tatsächlich überall. In den 80ern hatte wohl Statens vegvesen die brillante Idee, Autobahnhänge mit (importierten) Lupinen zu bepflanzen, gegen Bodenerosion, und seither haben die sich hier überall ausgebreitet, sind für heimische Insekten unnütz und für andere Pflanzen ein ziemlich mächtiger Konkurrent. Weg damit. Da kann man auch nichts essbares draus machen, also doppelt weg damit.

Tag 3254 – Mojo Dojo Casa House.

Wochenende in der Sommerferien(vorbereitungs)version. Michel übernachtet bei seinem besten Freund, angeblich kommt er morgen zurück, wir werden sehen, ob das dann auch passiert. aber er hat ja Ferien und im Gegensatz zu Pippi nächste Woche auch nichts vor.

Pippi hat nächste Woche Dance Camp (ohne Übernachten) und brauchte dafür, und auch ganz generell, Schuhe. Sie wächst zur Zeit wie Unkraut, auch an den Füßen, und Schuhe aus dem letzten Jahr konnten wir eigentlich vergessen. Pippi hat eins der Paare trotzdem weiter angezogen, nur quasi als Schlappen, mit runter getretener Hacke. Gestern haben wir schon Sandalen und „Schuhe in denen man HipHop tanzen kann“ besorgt, heute dann noch günstige, leichte Sommerturnschuhe, die auch in die Waschmaschine können. Ich habe jetzt auch ein solches Paar in neu, optisch sind die kein Highlight (milde ausgedrückt), aber sie sind bequem, vorne breit genug, super elastisch, super leicht, super biegsam und können in die Waschmaschine, wenn ich mal wieder 20 km durch Seoul laufe oder so. Meine alten, mit denen ich durch Seoul, New York und Hyderabad gelaufen bin, geben langsam den Geist auf, in Form von von innen durchgeschubberter Ferse. Die waren auch schon wirklich oft in der Waschmaschine. Es sei ihnen verziehen, dass sie langsam hinüber sind.

Apropos Pippi wächst: im Auto klagte sie mir gestern ihr Leid, sie würde so schnell wachsen, sie sähe ja schon aus wie 10! Das sagte sie in einem Ton, der sich sehr danach anhörte, wie wenn ich sage, ich fühle mich wie 80. Jedenfalls geht all mein Mitleid an meine schrecklich alt aussehende Tochter. 10. Quasi steinalt.

Abends guckten wir dann zu dritt den Barbie-Film und amüsierten uns köstlich. Pippi über komplett andere Sachen als wir Erwachsenen, aber Spaß hatten wir alle. Der Film ist so ein großes Fest an bewusst schlecht über Gesellschaftskritik drapiertem, pinken Blödsinn. Tanzszenen! Gesang! Beach! Es ist alles dabei!

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Nach dem Film ging Pippi ins Bett und ich fütterte Monty. Greg liegt seit Tagen unter der Kokosnuss und was ich heute von Greg’s Körper sehen konnte, war sehr matt. Ich holte hen daraufhin kurz raus, konstatierte, dass die Augen auch komplett trüb sind und das arme Tier vermutlich gar nichts sieht, setzte hen zurück und fütterte nur Monty. Monty zog sich eine ziemlich große Ratte ohne großes Gewese und erstaunlich schnell rein und verzog sich dann wieder in die von hen bevorzugte Höhle. Schon beruhigend irgendwie, dass Monty jetzt so gut frisst.

Tag 3253 – Mittsommer!

Muss ein bisschen angeben mit Norwegen. Selbst hier im Süden. Das war um 22:20:

Und das um Mitternacht:

Wenn man im ersten Bild zoomt, sieht man übrigens einen „Geisterbaum“. Der ist von so Raupen befallen und komplett, wirklich von oben bis unten der ganze enorme Baum, eingesponnen. Die Raupen haben alles grün aufgefressen und unter der weißen Raupenseide sieht der Baum wirklich aus wie tot und vertrocknet. Er ist wahrscheinlich aber keins von beidem und treibt spätestens nächstes Jahr wieder aus. Wird jedenfalls so behauptet. Dieses Jahr gibt es echt viele solche Geisterbäume, überall. Scheinbar ist es ein gutes Jahr für diese Raupen.

Tag 3252 – Krampf.

Heute ist Pippi beim Sport-Hort sozusagen ausgezogen. Morgen geht sie zwar noch mal hin, aber da machen sie direkt nach der Schule (es ist letzter Schultag) einen Ausflug. Heute hat sie deshalb schon mal alles mitgenommen, nur war da gar nichts mehr. Und nach den Ferien geht sie nicht mehr hin. Dann haben wir gar kein Kind mehr in irgendeiner Betreuung, wie konnte das denn so schnell passieren? Die waren neulich doch noch so klein.

Unter dem nächsten Bild ist ein Bild von Monty. Ich habe heute in den Terrarien Blumen gegossen und dabei auch allerlei Reste gefunden, verdaute Reste von Wasser, verdaute Reste von Ratte und eine Haut. Kein Wunder, dass sich Monty tagelang nicht aus der Höhle rausbewegt hat. Ich finde auch, Monty ist ganz schön groß geworden. Muss die zwei mal wieder wiegen.

Diese (im Bild folgende) Etüde macht, dass meine Hand verkrampft. Meine Güte, ich dachte, 17 sei schlimm, aber das hier nimmt den Kuchen, wie man auf Englisch so schön sagt. Da hilft auch das langsame Tempo nicht. (Das ist aus „Melodious Double Stops“ von Josephine Trott. Ich mag das Buch an sich sehr, das ist sehr pädagogisch aufgebaut und ich kann das Üben von Doppelgriffen echt nur empfehlen, das verbessert links die Technik auch in anderen Bereichen erheblich. Wahrscheinlich weil man für Doppelgriffe Koordination üben muss, die kommt einem dann anderswo auch zugute.) Aber auch bei diesem Stück gilt: üben hilft. Inzwischen, nach einer Woche dran rum üben und viel fluchen und Hand ausschütteln ist es nur noch schlimm, nicht mehr unmöglich. Ich schaffe sogar mitunter, mich in jedem zweiten Takt ein klein bisschen zu erholen und die Hand wieder zu entspannen. So bis zur Hälfte. Da muss ich wieder fluchen.

Wie gesagt, wer kein Bild von Wechselwarmen sehen will, scrollt nach den Noten nicht weiter.

Liegt da rum und guckt.

Tag 3250 und 3251 – Platzwechsel.

Gestern war Nix.

Heute war erst eine Schulung in KI in GxP, die so naja war. Meiner Einschätzung nach waren die meisten Zuhörenden nach 20 Minuten abgehängt. Es war sehr technisch und sehr sehr wenig (eigentlich gar nicht) Inspektions-relatiert. Wie meine Chefin nach der Schulung zum Schluss kommt, dass jetzt demnächst überall KI aufploppt und wir dem gegenüber hilflos mit den Armen rudern, erschließt sich mir auch nicht. Die Vortragenden hatten mehrmals gesagt, dass ihnen nur eine einzige konkrete Anwendung bekannt ist, die in Betrieb ist, und dass die Vorgaben in Pharma es auch nicht einfach machen, mal eben irgendwas einzuführen und es deshalb kaum was gibt, was über Entwicklungsstadien hinausgeht.

Danach waren wir mit den Inspekteur*innen sozial aus, das war meine Idee gewesen und auf meine Initiative hin passiert* und dann hat meine Chefin das gekapert und zu ihrem Ding gemacht, ich bin deshalb etwas pissig, muss ich sagen. Also, kann sie ja machen, aber das ändert in meinem Kopf den Rahmen komplett. Anyway, weil ich ja aus Schaden doch manchmal klüger werde, fuhr ich nicht zusammen mit den anderen zu der Location, sondern ging zu Fuß. Das war eine knappe Stunde und sehr schön, ich allein mit Musik auf den Ohren, flott gehend durch ein endlich wieder sommerliches Oslo.

Die Location war so ein „Food hub“, wie man das jetzt so hat, in einer früheren Lagerhalle am Kai sind da einige verschiedene Essensbuden und es gibt eine Bar. Man bestellt per App und holt sein Essen und Getränke selbst ab, wenn es fertig ist. Man kann da auch draußen sitzen und das machten wir. Es war SEHR WARM in der Sonne und manchen konnte man dabei zusehen, wie sie leicht rötlich wurden. Überraschender Weise ich nicht. Ich hab jetzt nur mehr Sommersprossen. Ich bestellte mir indisches Essen, ein ordentlich scharfes Kichererbsengericht, das war schon echt lecker. Das Essen war auch schnell fertig und es gab allerlei fancy Getränke, wenn man bereit war, für irgendeine Fruchtsaftschorle 6-8 Euro zu bezahlen. Für alle anderen gab es kostenlos Wasser. Ich gönnte mir trotzdem eine Rhabarberschorle, aus Rhabarberliebe.

Wir unterhielten uns ein bisschen, aßen, es war warm und dann fing es leider an zu regnen. Also gingen wir nach drinnen. Da war es SEHR LAUT. Ich wollte schreiend weglaufen. Im Endeffekt saßen wir da dann aber auch nicht lange, weil der einzige freie Tisch ab 19 Uhr reserviert war. Es regnete auch nur noch ein ganz bisschen, also gingen wir wieder raus, aber auf die nicht so sonnige Seite. Da saßen wir noch eine Weile, immer mal wieder die Regenschirme auspackend, weil wieder ein paar Tropfen kamen. Aber wir hatten Spaß. Die ersten gingen nach Hause und es wurde im Schatten dann doch etwas kalt, also wechselten wir Verbliebenen zum dritten Mal am Abend den Platz, zurück auf die Sonnenseite. Mehr Rhabarberschorle wurde getrunken und etwas weniger oberflächliche Gespräche geführt, was ja auch einfacher ist, wenn nicht mehr 15 Leute da sind, sondern nur noch 6. Um halb neun löste sich aber auch der Rest der Gesellschaft auf. Leider verpasste ich um eine Minute den Zug. Tjanun, da musste ich noch ein Eis kaufen gehen. Es ist ja Sommer. Da ist das quasi eine Pflicht.

Es war ein schöner Nachmittag und Abend, jedenfalls für mich. Ich mag die seltsame Inspektionsgang. Trotzdem bin ich jetzt echt platt und habe Kopfschmerzen, es war ein langer Tag und viele Leute und viel Sonne direkt ins Gesicht. Gehe jetzt ins Bett, morgen ist ja auch schon wieder ein normaler Wochentag.

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*Ich bin nämlich eigentlich nicht antisozial. Ich möchte so gerne, es strengt mich nur an.