Tag 3853 – 3855 – Ewig müde.

Wir gehen hier alle zu spät ins Bett. Das ist nicht so gut. Unter der Woche klingelt der Wecker ja trotzdem (der Arsch!).

Ich melde mich deshalb hier auch nur kurz. Heute war ich auf einem „Hauskonzert“, das ist eine Konzertreihe, die mein Geigenlehrer betreibt und die in den Wohnungen von Leuten stattfindet, die sich dazu bereit erklären. Ich kannte dort außer meinem Lehrer niemanden, und wusste nichts über das Konzert, außer dass es Violine und Piano sein würde. Und es war sehr schön. Auch sehr Osloer-Hipster-Treffen und ein definitives Übergewicht an ehemaligen und aktiven Musikern. Gut, da fühle ich mich jetzt nicht so ganz richtig am Platz, aber die Leute sind trotzdem nett gewesen. Das Repertoire der zwei Musikerinnen war sehr divers und handelte so grob vom Thema „Nacht“. Da war von Bach bis zu einem freakigen neoklassizistischen Stück, das von einer Verfolgungsjagd durch Athen handelte, alles dabei. Und meine Güte, waren die gut.

Alles in allem hat sich das sehr gelohnt. Hach.

Tag 3851 und 3852 – Arbeit, Arbeit.

Zu viel Arbeit. Bei der Arbeit alle bekloppt. Chefin verfechtet Dinge, die mehrere von uns absolut nicht wollen, und unsere Argumente gehen einfach gar nicht rein bei ihr. Kurz sagt sie dann, sie habe es verstanden und dann dreht sie sich um und fängt von vorne an mit dem Lobbyieren für bekloppte Ideen.

Heute war dann zu allem Überfluss fast den ganzen Tag Remote-Schulung zu Radiopharmaka, aber das war so Basic, dass es für mich nur sehr wenig Sinn hatte. Andere Chefin wird das aber als unglaublich nützlich abfeiern und nicht verstehen, dass das alles für uns, die wir so 2-3 mal im Jahr Radiopharmaka inspizieren wirklich nicht mal ein Fitzelchen neu war.

Momentan ist der Frust mit meinem Arbeitgeber groß, ja.

Was völlig anderes: hier waren heute +8 Grad und Sonnenschein und es ist sehr viel Schnee geschmolzen, das finde ich sehr gut. Ich brauche jetzt echt keinen Schnee mehr, sondern Frühling. Was aber daran nicht schön war: mir kam im Schlafzimmer direkt eine fette Spinne entgegengetorkelt. Die muss irgendwo aufgetaut sein. Eine von denen, die so laut knacken wenn man sie… Sie wissen schon. Und bei denen man auch mehrere Versuche braucht. Brrrrr mich schüttelt es immer noch.

Tag 3850 – Gut.

Geigenstunde war richtig gut. Also, ich hab gut gespielt von Anfang an (das ist ja schon mal was. Nach nur zwei oder drei? Jahren oder so habe ich aufgehört, mich jedes Mal vor meinem Lehrer halb einzupullern vor Angst). Dann habe ich Tipps bekommen und dann habe ich tatsächlich direkt noch besser gespielt und dann noch mal besser und das war alles sehr sehr gut fürs Selbstwertgefühl. Dann haben wir noch kurz die neuen Stücke fürs Orchester angeschaut, das ist moderner Folk, was ich einfach noch nie, überhaupt gar nicht, gespielt habe. Habe ein paar Tipps fürs Feeling bekommen und bin dann sehr zufrieden nach Hause gefahren.

Da habe ich Michel beim Aufräumen und Staubsaugen ein Stück weit geholfen (das war anstrengend) und dann hab ich kurz mit dem Lieblingskollegen telefoniert, was sehr nett war. Wir haben beide nämlich bis zur letzten Minute prokrastiniert, zu den angekündigten Organisationsänderungen unseren Senf dazu zu geben. Also haben wir kurz darüber gesprochen und dann… über alles mögliche andere. Musik, zum Beispiel.

Abends habe ich gekocht, sehr leckeres Curry mit Lachs, und dann versucht, Pippi ins Bett zu bringen. Das hat nicht so funktioniert, weil sie wieder nicht schlafen kann. Aber immerhin konnte ich bei dem Versuch Folge 5 von Heated Rivalry gucken (mit Kopfhörern und so, dass Pippi auf keinen Fall was davon zu sehen bekommt). Und Folge 6, nachdem Herr Rabe mich abgelöst hat. Hach, das war so schön. Wenn man einer Serie über schwule Icehockeystars nicht abgeneigt ist, in der es auch sehr viele sehr explizite Szenen gibt, ist das eine sehr schöne und romantische Serie. Der Hype ist wirklich gerechtfertigt.

Tag 3848 und 3849 – Wichtige Dinge weitergeben.

(Gestern habe ich viel zu lange gearbeitet, das war unspannend und doof aber der China-Bericht ist jetzt fertig.)

Von gestern auf heute hatte Pippi Übernachtungsbesuch, von T., mit der sie auch mittwochs beim Tanzen und dann bei der Band ist. Die Mädels hatten viel Spaß und haben mir seit gestern Nachmittag schon ein Ohr abgekaut, dass sie was nähen wollen. Aber gestern war ja dann zu viel Arbeit. Also haben wir das heute gemacht. Und die Mädels haben das super gemacht, mit Anleitung und ein bisschen Hilfe (aber echt nicht soooo viel).

Pippi hat sich die kleine Handytasche gemacht, T. den Einkaufsbeutel.

Das einzige, was ich komplett übernommen habe, war, die Riemen anzunähen. Ansonsten haben die Mädels das selbst gemacht und auch ohne zu murren zwischendurch immer wieder gebügelt.

Ich bin jetzt einen kleinen Teil meiner Stoffreste los. Das ist auch sehr gut. Ich hab echt zu viel Stoff. Und nach ein bisschen Gesuche ist auch mein Tunnel-Umdreh-Dingsi wieder aufgetaucht. Bei diesen ganzen Riemen wäre das sonst echt ätzend geworden. Das Teil war irgendwie aus der Schublade gefallen und unter der Schublade liegen geblieben. Herr Rabe hat es glücklicherweise gefunden, bevor ich irgendwelche Kinder wegen Diebstahlverdachts enterben konnte.

Abends waren wir Erwachsenen in der örtlichen Kneipe, das war auch echt nett. Ein bisschen Freunde treffen und bei einem Bier loses Zeug schnacken. Also nach dem ersten halben Bier fand ich das auch nett, bis dahin war es mir zu laut und zu anstrengend alles. (Ja, das ist sicher nur so semi-gut, das so zu handhaben, aber zum Ausgleich mache ich das maximal alle paar Monate.)

So, morgen ist relativ früh Geigenstunde, deshalb muss ich jetzt schlafen. Gute Nacht.