Wir gucken hier im Haus eigentlich gar kein lineares Fernsehen mehr, aber heute lief gleich auf zwei Endgeräten NRK und das auch noch mitten am Tag, nämlich: die Beerdigung(TM). Das war ein massives Spektakel und deshalb hatten wir auch beide Homeoffice, in Oslo war totaler Ausnahmezustand. Da wollte man heute eigentlich nicht freiwillig sein, es sei denn, man wollte unbedingt da rumstehen und der Prozession zugucken. Laut Medien war das der größte Polizeieinsatz seit immer, und der größte Militäreinsatz in Friedenszeiten. Und es war… eigentlich sogar ganz schön. Ein volksnaher König wurde volksnah beerdigt, kann man sagen. Also, es ist natürlich alles relativ, auch mit der Volksnähe, aber so gemessen an der Beerdigung der Queen zum Beispiel war das alles sehr entspannt irgendwie. Normale Leute sagten normale Dinge. Ich mag die Bischöfin von Oslo auch echt gerne, mit ihren Dreadlocks und ihrem Nasenring. Auch das halt irgendwie normaler als anderswo. Der Hofmarschall hatte seinen Markenzeichen-Man-Bun und einen lustigen Hut (gut, letzterer gehört sicher zu seiner Uniform). Und von der Stimmung her war das eher wie die Beerdigung eines sehr lieben Opas als eines Königs(TM)(R)(C). Ein bisschen gerührt war ich vom Kranz von Königin Sonja, auf dem nur „Danke für ein gutes Leben“ stand.
Jetzt wehen die Fahnen wieder oben. Die Volkstrauer ist offiziell vorbei. Alle Staatsoberhäuper und Königsfamilien sind wieder zu Hause oder auf dem Weg dahin. Haakon ist König, Mette-Marit Königin, Ingrid Alexandra Kronprinzessin. Sonja bleibt Königin (aber ohne Majestätstitel). König Harald wartet darauf, dass sein Sarkophag im Mausoleum fertig wird und zieht dann ein letztes Mal um, wenn ich das richtig verstanden habe.
Und Norwegen kann endlich mal wieder was anderes machen, als sich mit dem Begräbnis(TM) zu beschäftigen.