Tag 3362 – So lala, so lala.

Aus Gründen, die ich hier nicht kundtun kann, weil dann Personen, die einen kack Job machen, identifiziert werden könnten, war mein Arbeitstag in weiten Strecken scheiße. Mein Lieblingskollege weiß jetzt dann auch, dass ich nicht aus Stein bin, sondern ein Mensch mit Gefühlen, die hin und wieder mal raus kommen. Er ist dann lieb, auch wenn er nicht so ganz damit umgehen kann. Ich hatte heute, ebenfalls aus Gründen, echt viele Gefühle.

Beim Kurs waren auch Gefühle. Nicht bei mir, sondern bei der Kursleiterin. Zwei Freundinnen von ihr sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen und das hat sie (total verständlicher Weise) sehr mitgenommen. Weil sie aber unbedingt den Kurs machen wollte, haben wir das gemacht (auch wenn wirklich alle gesagt haben, es sei kein Problem, heute ausfallen zu lassen). Und dann war es sehr lustig und ein bisschen emotional, alles durcheinander.

Insgesamt ein sehr durchwachsener Tag.

Tag 3354 – Ein paar Tage frei.

Yeah, Herr Rabe und ich haben den Rest der Woche frei. Für mich war das heute mit einem Endspurt verbunden, der vor allem daraus bestand, noch schnell 194 Änderungswünsche ins IT-Projekt einzutöckeln. Das muss ja alles immer nach Schema F ausgiebigst aufgeschrieben werden, für besonders dumme Dummies, deshalb dauert das selbst für die simpelsten Dinge („mach mit Dings exakt das gleiche wie du schon mit Bumms machst“) ewig.

Ansonsten war hier nur ein bisschen Mädchendrama. Neunjährige sind so lala groß und da kann es sich erst mal ganz toll anhören, bei der Freundin zu übernachten, aber ist dann doch ein bisschen viel, wenn es erst mal spät und die Gefühle groß sind.

Dass endlich neue und weitere Fische im Aquarium eingezogen sind, ist da ein kleiner Trost, aber echt nur ein kleiner. Viele kleine Tröste, eigentlich. Babyfisch geht es auch gut, und das Wasser ist endlich, endlich optimal. Das Nitrat und Nitrit ist endlich unten, Wasserhärte ist gut, alles gut. Hoffentlich überleben die neuen Fische länger. Erste Feststellung: Guppys sind, gemessen an Platys, total hektisch. (Vor allem Babyfisch. Der ist mega hektisch und flitzt nur rum. Aber der hat auch echt Mühe, gegen den Pumpenstrom anzukommen, der ist ja noch Miniklein.)

Hatte ich von Babyfisch eigentlich erzählt? Ich glaube nicht. Babyfisch ist neulich einfach im Aquarium entstanden, dabei war ich sicher, dass wir keine Männchen mehr haben. Das kam etwas überraschend, in dem Aquarium mit immer noch schlechten Wasserwerten und in dem dauernd Guppys starben, erwartete ich alles, nur keinen Nachwuchs.

Tag 3348 – Müdes piep.

Dass halt auch noch dauernd alles schief geht, macht meine Woche nicht einfacher. Gestern war in der Bahnhaltestelle Feueralarm, alle mussten raus, unter Sirenengeheul. Heute war auf der Strecke wo ich lang muss Signalstörung und ich habe dann aus lauter Verzweiflung ein Taxi genommen. Wunderschön, das ganze.

Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, hab ich gestern Abend meiner Chefin eine patzige Antwort auf eine behämmerte Mail geschrieben. Leider versehentlich mit Reply to all. Die Mail war (auch wenn es dafür gar keinen Grund gab, das zu tun) an so ungefähr alle im Haus geschickt worden. Tjanun, bin ich jetzt also die patzige Idiotin, die keine Mailprogramme bedienen kann. Cool.

Tag 3346 und 3347 – Es tut mir ja leid.

Ich bin im Inspektionstunnel. Inspizieren und dabei inspiziert werden ist nochmal anders seltsam und auch anstrengend, wobei es heute weniger schlimm war als gestern. Gestern musste ich dem französischen Inspektor Rede und Antwort stehen und zwar geschlagene drei Stunden lang. Das war wie ein Kreuzverhör. Danach war ich komplett Pudding, ganz haarscharf kurz vorm Meltdown und aggressiv wie ein angepisster Terrier. Dagegen war heute quasi Urlaub, da haben wir nämlich was gemacht, was ich kann, nämlich inspiziert. Gut, der französische Inspektor atmete mir dabei quasi die ganze Zeit in den Nacken, aber was will man machen.

Ich denke, es läuft schon so ganz ok. Das wird schon gehen. Irgendwie. Auch noch den Rest der Woche. Aber ich fühle jetzt wesentlich mehr mit den armen Opfern Objekten unserer Inspektionen.

Tag 3342 – Alle bekloppt.

Wegen nächster Woche rennen alle so dermaßen schreiend im Kreis, dass ich inmitten dieses Hühnerhaufens total tiefenentspannt wirke. Jetzt hat eine Kollegin sich auch noch im Urlaub COVID geholt, was natürlich echt ungünstig ist, aber das ist zufällig eine von zweien, die nächste Woche nicht direkt involviert sind in den Wahnsinn (sonst hätte sie diese Woche auch keinen Urlaub bekommen). Ich sehe das pragmatisch und denke, besser diese als nächste Woche und gehe mich morgen impfen lassen, zur Sicherheit und zur Gewissensberuhigung, ich fahre das Wochenende über ja weg.

Was bin ich froh, wenn die nächste Woche rum ist. Ehrlich.

Tag 3332 und 3333 – Schnaps!

Es passiert irgendwie hauptsächlich Arbeit, was soll man da Bloggen. Heute echt nur Arbeit, gestern abends immerhin noch Ballett. Das war, obwohl ich wirklich keinerlei Lust hatte und den ganzen Tag schon Kopfschmerzen mit mir rumgeschleppt hatte, wieder super. Ich mag die Vertretungslehrerin, die ist sehr unnorwegisch und macht auch auf Fehler und Unsauberkeiten aufmerksam, die lässt kein Schummeln durchgehen. Und sein wir mal ehrlich – man sieht die eigenen Fehler dann eben doch nicht genauso gut und korrigiert auch nicht so konsequent.

Spät abends habe ich, gestern und auch heute, Geige gespielt. Selbes Thema, der Geigenlehrer hat mir Etüden (arschlangweilige) zum Üben von Artikulation gegeben. Weil mein Bogen gerne mal macht was er will. Vorwiegend will er wischiwaschi rumschrubben oder (seltener) unkontrolliert hopsen. Dass sich alles irgendwie gleich anhört und ich wenig Kontrolle über Akzente habe nervt und bremst mich schon länger. Also muss ich es üben, konsequent, und der Lehrer lässt mir da auch nichts durchgehen. Aber von mindestens der einen Etüde werde ich sicher träumen, das macht nur minimalen Spaß, immer wieder die selbe halbe Seite mit Sechzehnteln zu spielen, nur mit verschiedenen Rhythmen, Stricharten und Akzenten. Als Nebeneffekt einer anderen Etüde voller Akzente lerne ich auch noch Aufstrich-Stakkato, davor habe ich mich bisher auch erfolgreich gedrückt. Von nichts kommt halt nichts.

Tag 3325 – Einfach schw…arbeiten.

Nun ja, ich bin ja doch zur Arbeit gefahren, habe da drölfzig Meetings gehabt und bin dann wieder nach Hause. Morgens vorher hab ich noch einen Blazer zur Reinigung gebracht (eine Tätigkeit, bei der ich mich immer unfassbar erwachsen fühle) und nachmittags nach der Arbeit habe ich mein Piercing im Ohr (Rook) wieder einsetzen lassen (eine Tätigkeit, bei der ich mich immer wie so eine flippige Jugendliche fühle).

Abends war endlich wieder Ballett, das war toll, obwohl oder vielleicht weil unsere Lehrerin eine Schwangerschaftsvertretung hat. Die zieht nämlich ein ganz gutes Tempo durch, das Hirn und Körper fordert. Hach Hach.

Fun fact: jede Menge Kraft- und Konditionstraining hilft auch beim besser Tanzen, ich muss nur echt dran denken, vorher die tägliche Magnesiumtablette* zu nehmen, sonst gibt’s Wadenkrämpfe. Aber die Körpermitte und die Fußgelenke sind jetzt wesentlich stabiler, springen geht länger ohne röchelnd zusammenzubrechen** und ganz davon ab ist es auch viel angenehmer, wenn man seinen Körper im Spiegel auch angucken mag und beim Springen nicht irgendwelche Ex-Muskeln*** unkontrolliert herum-boingsen.

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*Hilft vor allem bei besserem Schlaf und etwas besser zu managenden PMDS-Symptomen, nehme ich schon sehr lange

**Achtung TMI: der Beckenboden leider trotzdem so „hahaha, ham wa wieder Tränen gelacht, ne?“

***Das ist was, was mir früher nicht so klar war, aber eigentlich logisch ist: wenn man mal viel Muskelmasse hatte und die dann nicht mehr so viel benutzt, lösen sich die Muskeln nicht einfach auf oder werden schlagartig zu Fett, die werden einfach schlapp und unbrauchbar. Selbst wenn man sie anspannt, sind sie irgendwann, also so nach 3-4 Jahren nur seltener sportlicher Benutzung, zwar noch da, aber etwa so stark und definiert wie ein nasses Handtuch. Und diese Masse an Muskelfasern macht dann so Sachen wie Winkeärmchen, „dicke“ Knie und nen „dicken“ Hintern. Und bei Bewegung bewegt sich das auch alles unkontrolliert mit. Schwabbeln trifft es nicht so ganz, es ist eher so ein gummiartiges Hüpfen. Und ich mag es ganz und gar nicht an mir. (Generell möchte ich nicht, dass mein Körper sich einfach so, ohne dass ich das angestrengt habe, verändert, ich finde das inakzeptabel vom Körper, pfui, böser Körper!)

Tag 3321 – Bald ist es geschafft.

Morgen noch. Heute haben die Lieblingskollegin und ich eine kleine Futzelinspektion eingeschoben, bevor es morgen wieder zu dem alle Zeit des Tages fressenden Hersteller geht. Ich mag nicht mehr, ich mag schlafen und ein Leben haben.

(Man muss den Job schon sehr heiß und innig lieben, um nach einer Woche mit an die 70 Arbeitsstunden nicht zu wünschen, man hätte irgendwas schönes als Job, sowas wie Blumenkränze binden oder aufs Meer starren.)

Tag 3320 – Der helle W…

Es entgleist hier mit der Arbeit, ich bin völlig gar. Um überhaupt noch sowas wie Kontrolle über einen kleinen Teil zu haben, bin ich die letzten drei Tage außerdem eine Stunde eher aufgestanden, um Sport zu machen. Morgen werde ich das nicht tun, weil ich finde, 6 Stunden Schlaf müssen schon auch drin sein. Aber mit ein bisschen Glück und Daumen drücken sind ich und die Lieblingskollegin morgen vor dem Lieblingskollegen wieder im Hotel und dann werde ich einfach in Windeseile rausrennen und Sport machen, bevor irgendwer auf die Idee kommt, dass wir entweder essen oder arbeiten könnten.

Essen, apropos: heute gab es für mich Heilbutt im Restaurant, das ist einfach immer sehr lecker. Beim Hersteller müssen alle zusammen mit mir Blumen (und Fisch) essen, weil der Einfachheit halber halt für alle Pesco-vegetarisches Essen bestellt wurde. Hehe.