Tag 3332 und 3333 – Schnaps!

Es passiert irgendwie hauptsächlich Arbeit, was soll man da Bloggen. Heute echt nur Arbeit, gestern abends immerhin noch Ballett. Das war, obwohl ich wirklich keinerlei Lust hatte und den ganzen Tag schon Kopfschmerzen mit mir rumgeschleppt hatte, wieder super. Ich mag die Vertretungslehrerin, die ist sehr unnorwegisch und macht auch auf Fehler und Unsauberkeiten aufmerksam, die lässt kein Schummeln durchgehen. Und sein wir mal ehrlich – man sieht die eigenen Fehler dann eben doch nicht genauso gut und korrigiert auch nicht so konsequent.

Spät abends habe ich, gestern und auch heute, Geige gespielt. Selbes Thema, der Geigenlehrer hat mir Etüden (arschlangweilige) zum Üben von Artikulation gegeben. Weil mein Bogen gerne mal macht was er will. Vorwiegend will er wischiwaschi rumschrubben oder (seltener) unkontrolliert hopsen. Dass sich alles irgendwie gleich anhört und ich wenig Kontrolle über Akzente habe nervt und bremst mich schon länger. Also muss ich es üben, konsequent, und der Lehrer lässt mir da auch nichts durchgehen. Aber von mindestens der einen Etüde werde ich sicher träumen, das macht nur minimalen Spaß, immer wieder die selbe halbe Seite mit Sechzehnteln zu spielen, nur mit verschiedenen Rhythmen, Stricharten und Akzenten. Als Nebeneffekt einer anderen Etüde voller Akzente lerne ich auch noch Aufstrich-Stakkato, davor habe ich mich bisher auch erfolgreich gedrückt. Von nichts kommt halt nichts.

Tag 3325 – Einfach schw…arbeiten.

Nun ja, ich bin ja doch zur Arbeit gefahren, habe da drölfzig Meetings gehabt und bin dann wieder nach Hause. Morgens vorher hab ich noch einen Blazer zur Reinigung gebracht (eine Tätigkeit, bei der ich mich immer unfassbar erwachsen fühle) und nachmittags nach der Arbeit habe ich mein Piercing im Ohr (Rook) wieder einsetzen lassen (eine Tätigkeit, bei der ich mich immer wie so eine flippige Jugendliche fühle).

Abends war endlich wieder Ballett, das war toll, obwohl oder vielleicht weil unsere Lehrerin eine Schwangerschaftsvertretung hat. Die zieht nämlich ein ganz gutes Tempo durch, das Hirn und Körper fordert. Hach Hach.

Fun fact: jede Menge Kraft- und Konditionstraining hilft auch beim besser Tanzen, ich muss nur echt dran denken, vorher die tägliche Magnesiumtablette* zu nehmen, sonst gibt’s Wadenkrämpfe. Aber die Körpermitte und die Fußgelenke sind jetzt wesentlich stabiler, springen geht länger ohne röchelnd zusammenzubrechen** und ganz davon ab ist es auch viel angenehmer, wenn man seinen Körper im Spiegel auch angucken mag und beim Springen nicht irgendwelche Ex-Muskeln*** unkontrolliert herum-boingsen.

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*Hilft vor allem bei besserem Schlaf und etwas besser zu managenden PMDS-Symptomen, nehme ich schon sehr lange

**Achtung TMI: der Beckenboden leider trotzdem so „hahaha, ham wa wieder Tränen gelacht, ne?“

***Das ist was, was mir früher nicht so klar war, aber eigentlich logisch ist: wenn man mal viel Muskelmasse hatte und die dann nicht mehr so viel benutzt, lösen sich die Muskeln nicht einfach auf oder werden schlagartig zu Fett, die werden einfach schlapp und unbrauchbar. Selbst wenn man sie anspannt, sind sie irgendwann, also so nach 3-4 Jahren nur seltener sportlicher Benutzung, zwar noch da, aber etwa so stark und definiert wie ein nasses Handtuch. Und diese Masse an Muskelfasern macht dann so Sachen wie Winkeärmchen, „dicke“ Knie und nen „dicken“ Hintern. Und bei Bewegung bewegt sich das auch alles unkontrolliert mit. Schwabbeln trifft es nicht so ganz, es ist eher so ein gummiartiges Hüpfen. Und ich mag es ganz und gar nicht an mir. (Generell möchte ich nicht, dass mein Körper sich einfach so, ohne dass ich das angestrengt habe, verändert, ich finde das inakzeptabel vom Körper, pfui, böser Körper!)

Tag 3321 – Bald ist es geschafft.

Morgen noch. Heute haben die Lieblingskollegin und ich eine kleine Futzelinspektion eingeschoben, bevor es morgen wieder zu dem alle Zeit des Tages fressenden Hersteller geht. Ich mag nicht mehr, ich mag schlafen und ein Leben haben.

(Man muss den Job schon sehr heiß und innig lieben, um nach einer Woche mit an die 70 Arbeitsstunden nicht zu wünschen, man hätte irgendwas schönes als Job, sowas wie Blumenkränze binden oder aufs Meer starren.)

Tag 3320 – Der helle W…

Es entgleist hier mit der Arbeit, ich bin völlig gar. Um überhaupt noch sowas wie Kontrolle über einen kleinen Teil zu haben, bin ich die letzten drei Tage außerdem eine Stunde eher aufgestanden, um Sport zu machen. Morgen werde ich das nicht tun, weil ich finde, 6 Stunden Schlaf müssen schon auch drin sein. Aber mit ein bisschen Glück und Daumen drücken sind ich und die Lieblingskollegin morgen vor dem Lieblingskollegen wieder im Hotel und dann werde ich einfach in Windeseile rausrennen und Sport machen, bevor irgendwer auf die Idee kommt, dass wir entweder essen oder arbeiten könnten.

Essen, apropos: heute gab es für mich Heilbutt im Restaurant, das ist einfach immer sehr lecker. Beim Hersteller müssen alle zusammen mit mir Blumen (und Fisch) essen, weil der Einfachheit halber halt für alle Pesco-vegetarisches Essen bestellt wurde. Hehe.

Tag 3318 – Im Inspektionstunnel.

Es ist schön, aber auch sauanstrengend und nicht zuletzt sauspät. Deshalb nur eine kurze Meldung, in der ich damit angebe, dass 8 Wochen Sport wirklich was bringen, nämlich

  • 4 Sekunden pro Kilometer schnelleres Gehen (da ist langsam auch einfach ne Grenze erreicht, wo ich so Schnellgehtechniken können müsste, um noch schneller gehen zu können. ansonsten müsste ich joggen, aber das möchte ich nicht, man erinnert sich vielleicht hier an meine letzte Joggingerfahrung, nach der ich zwei Tage krank war, 2018 müsste das gewesen sein)
  • Verdopplung der Liegestütze, die ich machen kann
  • 50% mehr Kniebeugen, die ich machen kann bevor ich aus Langeweile aufhöre, weil ich keinen Bock mehr zu zählen habe. Außerdem dabei wesentlich bessere Ausführung
  • 50% längere Plank
  • Flexibilität muss ich nachmessen, wenn ich zu Hause bin, ich habe hier kein Maßband mitgenommen. Nach dem Papier her zu urteilen, auf das ich Striche gemalt habe, ist das aber auch besser geworden (auch da – Klappmesserdehnung – ist irgendwann bald eine physiologische Grenze erreicht, wenn mir da nicht plötzlich die Arme wachsen, kann ich nicht noch weiter am Fuß vorbei schieben, da sind sich einfach Beine und Oberkörper gegenseitig im Weg)

Insgesamt sehr zufrieden damit. Morgen stehe ich wieder etwas früher auf, als ich müsste, um mich morgens wenigstens ein bisschen bewegen zu können, vor einem 13 Stunden Arbeitstag.

Tag 3317 – Im Wald.

Nördlich von Trondheim bin ich im Hotelzimmer angekommen. Hier ist nix außer Wald (und einer Pharmafirma halt, ne?). Hier werde ich jetzt also ne Woche sein.

Die Reise startete etwas holprig, weil mein Taxi einfach mal nicht kam. Nach 10 Minuten rief ich an und durfte mir allerlei… Unverschämtheiten anhören, die alle darauf hinausliefen, dass ich selber schuld dran bin, dass ein vier Stunden zuvor für diesen Zeitpunkt bestelltes Taxi nicht pünktlich bei mir ist. Inklusive, dass 15 Minuten von zu Hause zum Bahnhof ja eh viel zu knapp kalkuliert seien. Das ist ein Weg von 3 km, an einem Sonntagnachmittag, in Eidsvoll, einem Kaff. Ich fragte die Dame, ob sie schon mal in Eidsvoll gewesen sei, weil ich den Vorwurf so dermaßen lächerlich fand. Dochdoch, sie hätten da in Eidsvoll grade sehr viel Verkehr. Fast hätte ich gelacht, was für ein Blödsinn. Leider brauchte ich dieses Taxi einfach sehr dringend, das war nicht so lustig.

Irgendwann kam dann tatsächlich das Taxi, und der Taxifahrer erklärte mir dann auch, warum sie viel Betrieb (nicht Verkehr) haben: es war Schienenersatzverkehr zum Flughafen. Ähhhh, damit hatte ich nun zusätzlich zum verspäteten Taxi nicht gerechnet und war einigermaßen ratlos, was der Taxifahrer wohl merkte, und dann anbot, dass ich bis zum Bahnhof bezahle, und dann fährt er eh zum Flughafen und kann mich einfach mitnehmen, ohne dass ich dafür bezahle. Das war sehr lieb und rettete meinen Glauben an das Taxiunternehmen und die Menschheit ein wenig.

Durch die Verspätung (30 Minuten dann insgesamt) hatte ich grad noch so Zeit für einen Haarschnitt, das war mein Plan gewesen und deshalb bin ich überhaupt nur so früh los. Wollte so früh los. Aber dann war der laut App bis 18 Uhr offene Salon nicht offen und bis ich durch die Sicherheitskontolle beim anderen Salon war, war es 17:55. In fünf Minuten ist nicht mal mein Haar geschnitten. Hrmpf. Aber Hauptsache pünktlich am Flughafen und am Gate.

Note to self: in Trondheim am Flughafen macht um 8 das meiste zu und man bekommt dann knapp noch ein Sandwich.

Von Trondheim ging es weiter mit einem Bus-großen Propellerflugzeug, das ist nach wie vor nicht mein Ding. Aber die Lieblingskollegin hat sich netter Weise neben mich gesetzt und dann war es auch nur halb so schlimm.

Tag 3316 – Uffz.

Die gute Nachricht: heute war ganz ok. Lustlos vor den Rechner geschleppt, aber dann den ganzen Tag tatsächlich produktive Meetings gehabt.

Interessanter Nebenquest: die Lieblingskollegin wird bald 60, der Lieblingskollege und ich sollen 1. singen (hahahahahahhaaaaa nein.) und 2. was über sie sagen, was privates, wir kennen sie doch so gut. Das Ding ist: ja und nein. Sie erzählt nicht so viel aus ihrem Privatleben und ich finde, dann sollte man das auch so lassen und nicht die wenigen Dinge, die wir eben wissen, weil wir sie tatsächlich am besten kennen, vor allen breit treten. Aber dann kam der Lieblingskollege auf das Thema „Geschenk“ und war da etwas ratlos, während ich ganz stumpf gesagt habe, dann müssen wir sie fragen, kann ich auch machen, ich hab da kein Problem mit. Ihm ist das unangenehm, plump zu fragen, was sie sich wünscht. Man könnte ja zum Beispiel auch fragen, ob sie sich über einen Gutschein für einen neuen Rucksack freuen würde, weil ihrer nur noch von Hoffnung und einem Kabelbinder (!) zusammengehalten wird. Und wir sie damit aufziehen, dass sie sich davon nicht trennen kann. Vielleicht braucht sie da einen Stups in Form eines Gutscheins, vielleicht wäre sie auch tödlich beleidigt, fragen hilft. Als jemand, der in der Vergangenheit schon öfter mal bei Geschenken tief ins Klo gegriffen hat, bin ich großer Fan von Fragen. Unsere Aufgabe in der nächsten Woche ist also, ein bisschen nachzuforschen, was die Lieblingskollegin eigentlich macht, wenn sie nicht arbeitet (und es dann für uns zu behalten, aber einfach aus Neugier und um zu zementieren, dass wir alle drei eine gute Truppe sind, die sich auch ansonsten gern hat) und über was sie sich zum Geburtstag freuen würde. Normalerweise bekommen Frauen bei uns Schmuck, ich glaube, das wäre besagter Griff ins Klo bei ihr. Das ist jetzt meine Mission, was zu finden, über das sie sich ehrlich freut.

Abends habe ich erst mit Pippi ein Auto voll Kram zum Flohmarkt gebracht, damit es da am Wochenende verkauft werden kann. Da ist einiges an Ballast weggekommen, weil Teile des Krams unseren Lagerraum vollstellten, und andere, vornehmlich teure und noch sehr gute Kinderklamotten, mir seit vielen Monaten im Hinterkopf rumnerven, weil ich sie echt nicht in die Altkleidersammlung tun wollte, verkaufen oder an Freunde vererben aber auch nicht geschissen gekriegt habe. Als Resultat sammelten sie dann einfach Staub in einer Kiste mit den anderen aussortierten Klamotten, weil weder Altkleidersammlung noch sonstwie weitergeben passierte. Logischerweise konnte ich den tatsächlichen Altkleidersammlungs-Anteil in der Kiste dann auch nicht wegbringen. Es ist kompliziert. Aber jetzt sind die ganzen guten Sachen weg, den Rest kann ich dann morgen in die Altkleidertonne tun. UFF.

Danach habe ich ein 96-Minuten-Training durchgezogen und bin jetzt wirklich im Eimer und gehe ins Bett. Morgen Flohmarktdienst, Zeug verkaufen.

Tag 3313 und 3314 – Nix passiert.

Gestern war Nix, nur Arbeit und ein bisschen Hormone und dadurch Laune irgendwann am Abend. Deshalb auch kein Bloggen, ich war mit allem unzufrieden.

Heute auch Arbeit, eigentlich wollte ich ins Büro, aber dann wurde gestern verkündet, dass da heute ganz viele Leute sein würden, die lustige Kennenlernspielchen in den Büroräumen spielen, und daraufhin sind alle, nicht nur ich, zu Hause geblieben. Da habe ich sehr effektiv gearbeitet und mich nach 6 Stunden und 56 Minuten ausgeloggt, also 4 Minuten früher als ich im Sommer arbeiten muss. Wow.

Ich bin dann trotzdem ins Übungshotel gefahren, wo ich mir immer vor mein neues Hobby einen Raum gebucht habe, damit ich nicht bis sieben Uhr abends im Büro hocke. Im Übungshotel habe ich 2 Stunden Geige gespielt, das war schön, aber ich muss echt dringend ne Stunde mit meinem Lehrer abmachen, ich langweile mich ein bisschen und beiße mich dann an Kleinigkeiten so sehr fest, dass ich sie übe, bis sie schlechter klingen als vorher. Das ist Käse.

Danach neues Hobby, das war wieder sehr lustig, noch lustiger als letztes Mal, und auch mehr Trainingsartig. Mein Einkauf erwies sich als semi gut geeignet, aber das lässt sich überspielen. Es macht jedenfalls sehr viel Spaß und ist auch sehr albern.

Tag 3312 – Platt.

Michel ist direkt erst mal krank und früher aus der Schule nach Hause gekommen. Erkältung, nichts schlimmeres, Covid-Test negativ.

Arbeit heute zu lang und einigermaßen absurd. Wofür bei uns, vor allem auf der Personalseite, Geld rausgehauen wird und wofür nicht, ist schon echt… [ungläubige Stille]. Noch 20 Stunden, dann ist mein Flexiarbeitszeitkonto voll und ich werde dann immer schön nach meiner Arbeitszeit nach Hause gehen/den Computer ausmachen oder bezahlte Überstunden machen. Sonst sieht es ja niemand, dass es nicht tragbar ist.

Nach der Arbeit war es aber immerhin so spät, dass ich mein Sportprogramm im Trainingsraum komplett alleine machen konnte. Wenn ich alleine bin, mache ich das gerne total selbstverliebt nur in Trainingshose und Sport-BH (der ja mehr verdeckt als die meisten Bikinis) und erfreue mich daran, den Muskeln beim wachsen zuzugucken. so langsam sieht man nämlich auch echte Muskeldefinition überall. Mit meinen Beinen bin ich soweit schon zufrieden, an den Armen geht noch ein bisschen was, Bauch geht noch einiges, aber ist auch schon viel besser als vor 6 Wochen noch. Ein bisschen lustig finde ich, dass ich früher immer Angst hatte, zu viele Muskeln speziell an den Armen zu kriegen, und heute denke ich darüber komplett anders und finde ein Preisboxerinnenaussehen durchaus erstrebenswert. Lieber Preisboxerin als Marathonläuferin jedenfalls. Vielleicht spielt da auch die Erkenntnis mit rein, dass ich deutlich eher die Preisboxerinnengene habe. Früher fand ich immer furchtbar, dass ich so schnell Muskeln aufbaue, heute denke ich HURR HURR HER MIT DEN GRÖẞEREN HANTELN, EINMAL GEHT NOCH, NO PAIN NO GAIN!!! Und es zahlt sich ja auch aus, ich kann jetzt deutlich schwerer heben (aus Ober- und Unterkörper) als vor sechs Wochen noch. Das ständige Cardiotraining hilft auch, ich sterbe nicht mehr ganz so doll und kann meistens die Übungen voll durchziehen, auch das war, das ist ein bisschen unangenehm zuzugeben, vor ein paar Wochen noch anders. Ich war echt nicht fit Anfang Juli, wesentlich weniger fit als ich sein will jedenfalls, und das mochte ich ganz und gar nicht. Ich möchte nicht nach einer Stunde Krafttraining für Tänzer*innen anschließend krank sein, weil ich eigentlich nicht mithalten konnte und weit über meine Grenzen gegangen bin. Lieber wieder eine bessere Grundfitness erreichen, dann gehen auch solche Sondertrainings wieder.

Trotzdem bin ich natürlich nach einem Tag mit 90 Trainingsminuten platt, sehr, aber das ist auch ganz nett eigentlich, es schläft sich nämlich dann viel besser.