Tag 3205 – Hmm okay.

Elterngespräch Nummer 2, mit Michel, und es war… okay? Ich bin einigermaßen irritiert, ehrlich gesagt. Vielleicht hat die Lehrerin aber auch inzwischen eingesehen, dass, wenn plötzlich 2/3 der Klasse irgendwelche Probleme haben, eventuell gar nicht die individuellen Kinder alle individuelle Ursachen dafür mitbringen. Jedenfalls ist Michel (ausgerechnet) in Mathe inzwischen weiter als alle anderen in der Klasse, behauptet aber weiterhin, das nicht zu können. Alle anderen Fächer waren ja noch nie ein Problem und sind es auch weiter nicht. Faszinierende Erkenntnis, die aber ungefähr alles erklärt, was mir seit 6,5 Schuljahren regelmäßig Augenzucken beschert: in Norwegen werden Rechtschreibfehler nicht mehr korrigiert und Rechtschreibung nicht bewertet. Es ist egal, man hat eh immer ein Autokorrekturwerkzeug dabei, es kommt mit der Zeit oft eh von allein (und wenn nicht, ist es ja egal, weil wir jederzeit Hilfsmittel zur Hand haben) und es ist wichtiger, einen sinnvollen Fließtext schreiben zu können, als dass dieser fehlerfrei ist. Ich bin echt fasziniert davon. Ich frage mich auch, ob das schon bis zu Arbeitgebern etc. durchgedrungen ist. Aber egal. Jedenfalls ist Michel gut in der Schule und eckt scheinbar auch nicht mehr so viel mit der Lehrerin an. Das ist gut, auch wenn ich dem Braten noch nicht zu 100% traue.

Abends waren wir alle klettern, woran selbst Michel einigermaßen Spaß hat, seit er weiß, dass er besser als seine Eltern darin ist. Er wiegt halt nichts und hat lange Gräten, das ist ein echter Vorteil. Herr Rabe und ich wiegen schon was. Ich bin geschmeidiger, er hat mehr Kraft. Insgesamt sind wir so ca. gleich schlecht gut. Allerdings habe ich mir an einem Boulder einen ganz enorm dicken Splitter unter den Fingernagel des rechten Zeigefingers gerammt und erst als ich am vorletzten Griff aufgeben musste, weil keine Kraft mehr irgendwo war, gemerkt, dass das ordentlich blutete. Nachdem ich den Splitter rausgezogen hatte, blutete es noch mehr und ich musste mir ein Plaster holen, was ich wenig später an einem anderen Boulder verlor. Das war dann aber auch der letzte, da waren meine Arme schon nur noch unbenutzbarer Pudding.

Ich kann übrigens nicht empfehlen, mit Post-Kletter-Nudelarmen Geige zu spielen. Ich konnte knapp die Saiten runter drücken und hatte auch etwa gar keine Koordination mehr. Also das war in seiner Lächerlichkeit schon fast wieder lustig.

Anyway. Morgen habe ich dann selbst „Elterngespräch“ (Mitarbeitergespräch), nur muss ich da, zu Michels Bestürzung, ganz alleine hingehen. Ich hatte überlegt, ob ich wohl einen emotional support husband dabei haben kann, aber ich will ja auch nicht komischer erscheinen als unbedingt nötig. Ich nehme Daumen für das Gespräch, echt, weil ich eine ganze Reihe unangenehmer Dinge ansprechen muss, damit sie endlich besser werden, und ein Teil dieser Dinge ist direkte Kritik an meiner Chefin. Hurra.

Tag 3199 – Voll.

Mein Kopf. So voll. So. Viel. Information.

Ich liebe es.

Minus den Part, wo ich jedes Mal, wenn ich eine „doofe“ Frage stelle, was ich gerne tue, bereits drei mal (die meisten haben sich bisher exakt null mal irgendwie geäußert), auf dem Video bin. Vor 30 physisch Anwesenden und 562 (!) Teilnehmenden online, von denen ich ein paar sogar kenne.

Das Niveau von Fancyness des Hotels: da sind kleine Schonerchen im Badmülleimer.

Tag 3198 – Grüße aus Brüssel!

Bisher immer nur mal durchgefahren und das letzte Mal ist auch das schon knappe 14 Jahre her. Und jetzt gleich drei Tage Schulung bei der Europäischen Kommission. Es ist alles sehr seltsam, irgendwie. Bestimmt merkt bald wer, dass ich nur so tue als wäre ich Inspekteurin. Und erwachsen.

Brüssel hat bisher bei mir einen so lala Eindruck hinterlassen. Ich glaube, es gibt schönere Städte. Könnte aber auch am Regen liegen. Auf jeden Fall ist es sehr grün, das ist ja für uns aus dem Norden grad eine reine Augenweide.

Fun fact: die Schilder der EWR-Staaten standen zu Anfang nicht auf dem Tisch, sondern auf einem Schrank. Wir waren aber so früh, dass wir uns einfach irgendwo hin gequetscht haben, zufällig sogar alphabetisch passend zwischen den Niederlanden und Österreich.

Was allerdings ein bisschen abgefahren ist, ist das Hotel. Mein Zimmer geht über zwei Etagen*:

Und wären wir essen waren, war jemand da, hat das Bett fertig gemacht, Schokotäfelchen auf die Kissen gelegt und die Gardine zugezogen. Wären nicht alle verfügbaren Hotels in der gleichen Preiskategorie gewesen, würde ich mich für diese Dekadenz schämen, aber so finde ich es für zwei Nächte schon auch mal ganz nett.

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*sehr passend, da ich seit gestern Abend als ich ins Bett wollte sehr aua in meinem linken Knie habe. Treppe steigen geht aber, was nicht so gut geht sind die ersten Schritte nach längerem Sitzen. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt dafür als eine Woche vor der Tanzaufführung. Möchte meinen Körper manchmal gerne reklamieren, fürchte aber, die Garantie ist schon lange abgelaufen.

Tag 3182 und 3183 – Nope.

Körper tut überall weh, gestern Ballett, heute Bouldern (die Kinder haben jetzt beide Mittwochs Kletterkurs, irgendwas muss eine ja tun, wenn sie da schon zwei Stunden in der Hanne abhängen muss). Immer noch an Erkältung sterbend, die tötet mich aber so langsam, dass ich Ballett und sowas alles noch machen kann, es ist nur die Nase, die betroffen ist. Die dafür nervend. Gestern Abend herrschte mich Michel an, als ich ihn ins Bett bringen wollte: „Lass das!“ Es war meine Nebenhöhle, die wegen irgendwelcher Druckausgleichsgeschichten knackte. Nichts, was ich irgendwie bewusst steuern und sein lassen könnte.

Bei der Arbeit sehr viel nein gesagt. Verstehe aber tatsächlich nicht, dass meine Chefin, nachdem ich zu zwei Sachen wegen keine Zeit Nein gesagt habe, trotzdem noch mit der dritten und vierten Sache ankommt. Da fühle ich mich nicht sonderlich ernst genommen. Speziell finde ich auch, dass sie mich, nachdem ich meine Teilnahme an einem (Entschuldigung, aber Bullshit-)Ganztagsmeeting abgesagt habe, fragt, warum ich das mache. Weil ich da im Ausland bin, auf einer Inspektion, das steht seit vor Weihnachten in meinem Kalender. Der für alle zugänglich ist. Gestern habe ich auch einmal sehr laut und sehr deutlich gesagt, dass mein Nein nicht an mangelnden Interesse liegt, sondern daran, dass meine Arbeitszeit bis Ende September in weiten Teilen komplett verplant ist. Es ist für mich ein erstaunlich großer Stressfaktor, wenn ich ständig „geht nicht“ zu allem sagen muss, und dann auch noch erklären muss, warum es nicht geht, VOR ALLEM wenn ich das Leuten wiederholt erklären muss und VOR ALLEM wenn ich das meiner personalverantwortlichen Chefin erklären muss, immer wieder, ohne dass sie es irgendwie zu verstehen scheint. Der Frau, deren Job es ist, meine Arbeitsbelastung zu kennen.

Was ich außerdem heute für die Zukunft gecancelt habe, ist, meine Reiseabrechnungen zu „attestieren“. Ich muss da in so einem furchtbaren System eigentlich nur bestätigen, dass ich eine Reise bestellt und/oder getan habe, dass ich in einem Hotel gewohnt und mit einem Flugzeug geflogen bin, etc. In der Praxis muss ich aber drölfzig Buchhaltungsaufgaben machen, zum Beispiel das Frühstück vom Hotel aus der Hotelrechnung extrahieren und dann für die einzelnen Posten die richtigen Steuercodes angeben (ungleich Steuersätze, das wäre ja einfach, aber wir haben zum Beispiel 2 Codes für „12% Umsatzsteuer“, und es ist sehr wichtig den richtigen zu nehmen, aber es ist nicht ersichtlich und auch nicht logisch, welchen man nehmen muss. Zu bedenken außerdem: wir sind jetzt ein Papierfreies Büro mit Clean desk und free seating und können nicht mehr wie früher Listen mit Kostenstellen und Projektnummern und effing Steuercodes am Arbeitsplatz an die Pinnwand pinnen. Die Pinnwand ist noch da, die ist nur leer. Leere, graue Cubicles, was könnte es schöneres geben?). Und ich scheitere daran JE.DES. MAL. Jede einzelne meiner Attestierungen kommt zurück, weil ich irgendwas falsch gemacht habe. Literally jede und manche mehrmals. Ich gebe mir wirklich Mühe und mache trotzdem immer irgendwas falsch, und statt dass unsere Buchhaltung das alles so fertig macht, dass ich nur noch auf „bestätigen“ drücken muss, schreibt sie mir so Sachen wie „der Betrag ist falsch“ oder „falscher Steuercode, Hotelfrühstück ist 00“ (es ist nicht 00, weil es 0% Steuern sind. Es sind 25% Steuern. Code 7 ist auch 25% Steuern, aber scheinbar ein anderer) und dann darf ich wieder 5-10 Minuten mit steigendem Puls versuchen, ob ich es dieses Mal schaffe. Heute kam eine Rechnung zurück, bei der ein Betrag falsch war, den ich gestern aber nicht ändern konnte. Ich habe es extra meiner Kollegin gezeigt, und gefragt, ob ich irgendwie zu doof bin, diesen Betrag zu ändern. Heute kam es also wegen was zurück, das sich gestern technisch nicht lösen ließ und dann löste ich das total erwachsen und schrieb meiner Chefin, der ich auch schon vor 4 Wochen geschrieben hatte, dass ich mich von unserer Buchhaltung wegen diesem Rotz langsam gemobbt fühle und dass man Ressourcen sicher sinnvoller einsetzen kann als so, dass ich jetzt aufgebe. Ich mache das nicht mehr. Fertig. Ich kann ihnen gerne in anderer Form bestätigen, dass ich das war, die eine Reise gebucht hat. Aber nicht in diesem System, und definitiv nicht nachdem ich erst mal einen Haufen anderer, zum Teil technisch nicht möglicher Dinge machen muss. Einfach nein. Morgen richte ich mir ne Outlook-Regel ein, dass alles schön gesammelt und als gelesen markiert wird, und Ende. Und nein, ich will auch nicht noch ne Schulung in dem System, ich will, dass alle im Haus ihre Arbeit tun, die Buchhaltung ihre und ich meine. Ende.

Tag 3169 – 3171 – So viel los.

Mittwoch: wir alle waren bei Pippis letztem Kletterkurstermin zum Familienklettern eingeladen. Da waren wir auch alle, sogar Michel (unter Protest) und sind geklettert. Pippi natürlich allen voran. Pippi hat mich auch sehr süß im Hochseildings da angefeuert, als ich mir in vier Metern Höhe fast in die Hose machte vor Angst. Aber wenn man so mitten drin ist, kann man ja auch nirgends hin außer weiter auf dem Kurs. Gestern und heute hatte ich Muskelkater aus der Hölle. Michel auch, der ist dann nämlich doch erstaunlich viel geklettert.

Gestern war Inspektion. Das war viel. Und viel Chaos, das war es auch. Langer Tag.

Heute war weiter Inspektion, aber aus dem Homeoffice heraus, das ist schon wesentlich besser und da muss ich auch nicht um halb acht in Zügen sitzen.

Abends haben wir den Schlangen das erste mal Futter gegeben. Also, effektiv nur Greg, aber angeboten haben wir eine köstliche TK-Maus, wohltemperiert, natürlich beiden. Greg schnappte quasi sofort nach der Maus und erwürgte sie dann auch brav. Fast hätte hen die Pinzette gleich noch mit erwürgt. Ich hab mich bei dem Schnapper auch nur ein bisschen erschreckt, ähäm. Im Anschluss an die „Erwürgung“ schnupperte Greg einigermaßen aufgeregt an hens Beute herum, fand dann aber doch irgendwann raus, wo vorne ist und verschlang das Tier in der ca. Fünffachen Dicke seines Halses mit allem, Kopf voran. Das war faszinierend anzusehen. Und etwas morbide.

Monty bekam auch eine Maus angeboten, schnappte auch danach, aber ich erschreckte mich so, dass ich die Maus fallen ließ. Dann legte sich Monty drauf und machte mit dem Körper das federnde S, immer auf meine Hand fokussierend. Das war mir dann zu heikel, mit einem hastig gesuchten Plastikschwert stupste ich Monty weg und holte die Maus wieder raus. Monty fand die Maus dann aber nicht mehr essbar und verzog sich wieder in sein unerreichbares Loch. Greg verdaut. Morgen oder übermorgen probieren wir es dann nochmal, mit Monty und einer frischen Maus.

Tag 3168 – Nichts zu erzählen.

Es gibt nicht so mega viel zu erzählen, es war halt so ein Homeoffice-Tag mit erstaunlich vielen Meetings. Gut daran: ich habe mich kaum aufgeregt, obwohl es Grund genug gegeben hätte und auch immer noch gibt. Auch gut: ich habe angefangen, nein zu sagen. Mein Vorsatz ist, dass in den nächsten 12 Wochen nichts weiteres in meinen Kalender kommt, was da nicht jetzt schon steht oder direkt mit dem, was da schon steht, zusammen hängt. Weil es schlicht nicht möglich ist, da noch irgendwas anderes reinzuquetschen. Eins der Dinge, über das ich mich kaum aufgeregt habe, ist, dass eine Kollegin sich weigert, ihre Arbeit zu machen, mit der Begründung, dass ich die ja zum Teil schon gemacht habe (ja, weil sie nicht in die Pötte kam und alles bis zur völligen Unverständlichkeit verkompliziert hat, habe ich irgendwann das Ruder an mich gerissen). Und das mache ich dann jetzt eben weiter, in meinem Tempo, und ich werde auch kein Geheimnis draus machen, wer es gemacht hat. Es ist eine der Sachen, die in meinem Kalender stehen. Wenn die Kollegin versucht (vermutlich unbewusst), das so weit zu verschleppen, bis es zeitlich nicht mehr hinhaut, und leider, leider ausfallen muss, scheitert der Plan halt an mir. Wenn ich da in diesem Laden in zwei Jahren noch sein will, was ich eigentlich schon ganz gerne würde, dann muss ich langsam mal anfangen, weniger ja zu sagen und mehr dafür einzustehen, was ich erreichen will. Dazu gehört in dem Laden (leider) auch, dass ich sehr selbst dafür sorgen muss, dass ich kriege, was ich brauche, um das zu erreichen, was ich will. Und in dieser Sache brauche ich grad einen gewissen Fortgang, sonst rege ich mich nämlich auf und das will ja niemand.

Aber wie gesagt: ich habe mich erstaunlich wenig aufgeregt.

Lustige Anekdote: mein erster Kontakt mit der EU-Kommission* war heute. Es war eine höfliche (aber halt schon auch) Mecker-Mail, warum wir zu einem Kurs, der in nicht mal einem Monat stattfinden soll, eigentlich noch gar keine Info bekommen haben. Exakt 10 Minuten später hatte ich eine Kursbestätigung, Registrierungsunterlagen, und eine eigene (im Sinne von persönliche) Mail mit Travel Details. Nach Ende der eigentlichen Arbeitszeit, wohlgemerkt. Geht doch.

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*naja ok nicht mit der Kommission selbst, aber mit einem Unterorgan davon.

Tag 3163 und 3164 – Kurzes Update.

Gestern ist nicht viel passiert. Morgens war ich mit Michel beim Kieferorthopäden, er soll seine Spange noch eine Weile tragen und wir sollen sie jetzt auch wieder weiter aufdrehen, damit der Rest vom Überbiss noch weggeht. Der ist aber auch schon fast halbiert, also es passiert schon was.

Der Rest vom Tag ging arbeitend drauf.

Heute war auch eigentlich nur Arbeit. Im Büro, mit morgens Sport, weil meine Schulter echt wieder… nicht so sehr angenehm drauf ist. Dann hatten wir ein Training in „Validierung von Computersystemen“. 20 Minuten Mittagspause. Gespräch mit Entwickler zum Thema „wie kriege ich $Daten aus dem IT-Projekt-System in die Dokumentenvorlage“, wo wir uns beide einen abbrachen mit „conditional fields“ und weiß nicht was, und am Ende das Projekt pausierten, weil wir in diesem Sprint was entwickelt bekommen, dass das ganze Ding viel einfacher machen wird, also warum jetzt Zeit damit verschwenden. Gespräch mit zwei Masterstudentinnen zum Thema „wie agile war die Entwicklung des IT-Projektes?“ (Spoiler: nicht sonderlich, teilweise eher im Gegenteil). Eine ganze halbe Stunde Schreibtischarbeit. Nach Hause fahren.

Erfreuliche Nachricht des Tages: meine Heißkleber-Brandblase ist verheilt! Nach nicht mal zwei Wochen, ich finde das wirklich schnell. Und es ist quasi nichts mehr zu sehen, außer, dass die Haut da noch dünner ist als rundrum. Ich habe dieses Mal konsequent „feuchte Heilung“ probiert, sobald die Blase sich geöffnet hatte, und schiebe es jetzt darauf, dass das so problemlos ging. Es hat nicht mal gejuckt oder so. Zur Info (die niemand braucht) habe ich am Schienenbein einen heftigen Kratzer seit genauso langer Zeit, und der ist noch nicht verheilt, da ist immer noch Schorf drauf, weil es auch immer mal juckt und ich dann nicht dran denke und kratze und… tja. Die Brandblase (mit der Haut noch drauf) habe ich mit einem zurechtgeschnittenen Blasenpflaster abgedeckt und das wiederum mit einem Fingerpflaster, später einfach nur dem Narbentape, was ich noch von der Schilddrüsen-OP habe, abgeklebt. Das Fingerpflaster/Tape habe ich täglich gewechselt, das Blasenpflaster soweit möglich nur zurückgeschnitten. Das Blasenpflaster habe ich insgesamt vielleicht so 2 mal ganz gewechselt, und schlau war das nicht, weil ich natürlich die Haut von der Blase mit abgezogen habe. Aber irgendwann lösen sich diese Blasenpflaster ja in Wohlgefallen auf. Ich wasche mir ja auch ständig die Hände, und diese Pflaster können Wasser nicht so gut ab. Naja, irgendwann im Prozess hatte ich den Eindruck, das Pflaster sei einfach mit meinem Finger verwachsen. Heute Morgen stellte ich dann aber beim Abzuppeln des Tapes fest, dass ich den letzten Rest Blasenpflaster mit abgezogen hatte und der Finger wieder mit (dünner und rosaner, aber immerhin!) Haut bedeckt war. Hurra!

Jetzt bloß keine neuen Unfälle mit Heißkleber.

Tag 3160 – Schlau und nicht ganz so schlau.

Bei der Arbeit haben wir heute einen Ausflug gemacht, der Lieblingskollege, die Lieblingskollegin und ich. Wir waren bei einer Fabrik, die ihre Produktionslokale erweitern wollen, und die unsere Meinung dazu hören wollten, bevor sie was dummes tun und dann nicht mehr zurück können. Wir mögen das und kommen dann auch, wenn es sich irgendwie einrichten lässt. Und dann gucken wir uns bunte PowerPoint-Präsentationen an, und heute, und das war mal was Neues: auf den Boden geklebte Linien und diverse Pappkartons, die Maschinen und dergleichen repräsentieren sollten. So konnten wir von den Räumlichkeiten einen etwas räumlicheren Eindruck bekommen. Es war an alles gedacht, sogar an Stühle.

Achtung, unter dem „Stuhl“bild gibt es ein Bild von einem langen, wechselwarmen Tier ohne Beine.

Heute morgen hatten wir einen Vorfall von „neues Haustier mit kleinem Gehirn erkundet sein neues Zuhause“. Genau genommen haben wir das seither durchgehend, dazu später.

Schön auf die nicht mehr benötigte, aber fest verbaute Wandhalterung geklettert.

Es ist Blödsinn, das Tieren so zuzuschreiben, das weiß ich aber hen sah ein bisschen schuldbewusst aus, als ich hen heute Morgen so vorfand. Ich war auch erst nicht sicher, ob hen da ohne Hilfe wieder runter kommt, aber irgendwann war hen wieder auf dem Boden, ob der Vorgang elegant und/oder kontrolliert war, kann ich nicht beurteilen, da war ich nicht bei.

Danach wollte Monty direkt zu Greg rüber, da ist ein kleiner Raum um die Leuchtstoffröhre rum in der Trennwand ausgespart, eben wegen der Leuchtstoffröhre. Der Plan schien aber recht fix wieder verworfen worden zu sein, und ich fuhr halbwegs beruhigt und kopfschüttelnd zur Arbeit.

Tja. Nachmittags schickte mir Herr Rabe ein Video, wie Monty sich, auf Greg’s Seite, in (!) das Lüftungsloch gequetscht hat. Ganz oben in der Ecke des Terrariums, auf beiden Seiten, ist eine ovale Aussparung in der Wand und von außen ist da ein Lüftungsgitter. Der Terrariumsvorbesitzer hat dazu auch noch Treibholzstücke in diese Ecke geklebt, sodass man da auch garantiert keine Hand reinbekommt, und eine da chillende Schlange einfach chillen lassen muss. Da oben scheint es sehr gemütlich zu sein, Monty kam zwar immer mal wieder runter, aber klettert auch immer wieder da hoch. Greg hat das ein Mal versucht und hing dann etwas ratlos vom Baumstamm herunter, kam scheinbar nicht wieder runter und verzog sich, nachdem hen ein Holzstück als Leiter dargeboten worden war, lieber wieder in die Kokosnusshöhle.

Wir haben also eine Trennwand, die zumindest eine Schlange an nichts hindert (Monty wurde dabei beobachtet: hen geht oben drüber. Da sind so 15 mm Platz gelassen, bewusst, wegen der Luftzirkulation) und mindestens eine kletterwütige Schlange, die auf das Lüftungsloch steht. Das werden wir wohl noch verbessern müssen, Monty kann auch gerne einen Kletterbaum haben, solange hen auf hens Seite bleibt. Ich mache mir nicht viel Sorgen um Rivalität und auch nicht um Fortpflanzung, sie sind ja noch recht klein und da sollte beides noch kein Thema sein (vor allem, wenn es tatsächlich beides Weibchen sind) aber aus Prinzip hätte ich schon gern gewusst, dass es möglich ist, eine Schlange davon abzuhalten, irgendwo hinzugehen, wo sie nicht hin soll. Wenn sie Futter kriegen, müssen sie eh getrennt werden, das ist zwar noch nicht akut aber das Problem kommt ja sehr bald auf uns zu.

Das nächste Haustier wird ein Delphin, Rabe, Tintenfisch oder Schwein, irgendwas, das nicht so doof ist jedenfalls.

Tag 3153 – An der Küste.

Ab morgen drei Tage Inspektion, heute schon angereist, auch sehr ok so. Aus irgendeinem Grund habe ich ein rollstuhlgerechtes Zimmer bekommen, mit für mich natürlich viel zu großer Dusche, das ist mal was Neues. Das Hotel scheint bisher aber ganz ok zu sein, hier waren wir vorher noch nicht. Ich muss nur irgendwie hinbekommen, die Lüftung im Bad auszustellen. Den Kühlschrank habe ich bereits ausgestöpselt, weil der so einen Lärm gemacht hat, aber die Lüftung im Bad nervt noch.