Tag 2996 – Alles machen.

Der erste Inspektionstag war noch nicht so schlimm und ich war um sieben zu Hause. Quasi Luxus. Totaler Luxus: abends was vernünftiges essen (von Herrn Rabe zubereitet), Pippi ins Bett bringen, einen Spaziergang machen und noch ein bisschen Geige spielen. Sogar duschen war ich. Fast wie so jemand mit einem normalen Job. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass ich zur Site nur 30 Minuten mit dem Auto fahre, ich habe also die für mich kürzest mögliche Anreise und muss dadurch auch erst um viertel nach acht los. Morgen auch noch ungeschminkt, da spare ich noch mal 10 Minuten vor dem Spiegel. Wie im Urlaub, ey.

Leider liegt jetzt ein Schniefnasenmichel hier in unserem Bett. Also leider sowohl weil er schnieft (armer Zwerg) und weil er in unserem Bett liegt (arme wir). Ich werde wohl gleich in sein Bett umziehen. Meh.

Tag 2992 und 2993 – Geheim geheim.

Heute haben wir bei der Arbeit was lustiges gemacht (oder was Leute wie wir halt so lustig finden, ne?), aber ich darf nicht drüber sprechen.

Ansonsten habe ich zwar die letzten Tage viel (viel viel VIIIIIEEEEL) zu viel gearbeitet, bin aber jetzt on Track mit allem. Also auf sowas wie null. Näher an Null komme ich nicht mehr.

Uff, das war saumäßig anstrengend. Dagegen wird mir die nächste Woche (Inspektion) wahrscheinlich wie Urlaub vorkommen.

Tag 2991 – Auf und ab.

Arbeit war wie erwartet. Beste drei Stunden Arbeit des Tages: als ich mich, nachdem ich nach eigentlich erledigtem Arbeitstag, mich zu Hause noch mal an den Schreibtisch gesetzt habe und da endlich in Frieden ein paar Dinge wegarbeiten konnte. Ohne Unterbrechungen. Hurra!

Michel hatte gestern einen handfesten Meltdown und war heute überaus friedlich und ausgeglichen. Hausaufgaben hat er zwar auch heute nicht gemacht, aber nach gestern bin ich fast so weit, durchzuboxen, dass er gar keine Hausaufgaben mehr machen muss. Ich habe zwar das Gefühl, dass das neue ADHS-Präparat besser ist als das alte, aber das gestern war nicht schön. Für keinen. Es sind halt keine Wunderpillen.

Apropos Wunderpillen: der Lieblingskollege hat seit zwei Wochen Probleme mit dem Ischias und furchtbare Schmerzen. Ich überhörte heute unbeabsichtigt was, und weiß jetzt, dass ich zum Heulen aufs Klo gehe, andere gehen zum laut Stöhnen aufs Klo. Genau wie bei Michel mit seinen Hausaufgaben würd ich echt gern was machen können, weil er mir so leid tut. Aber seit heute Mittag hat er immerhin Schmerzmittel, die helfen.

Beim Strategiebullshitzeitverschwendungsseminar haben wir „alterndes Inspektorat“ halb scherzhaft als Risiko identifiziert. Lieblingskollege war not amused, aber musste dann zum Arzt, sich große Mengen Schmerzmittel verschreiben lassen. Q.e.d.

Tag 2989 und 2990 – Weiter Hass.

Habe also heute

– 12 Stunden gearbeitet und in denen alles mögliche gemacht, was ich nicht vorhatte, die meiste Zeit 2 oder mehr Dinge gleichzeitig

– „Ärger“ bekommen, weil meine Reports im Schnitt 54 Tage brauchen, Frist sind 30*

– Lob bekommen, wie toll ich im IT-Projekt bin

– einen neuen Computer bekommen und darauf fast nichts ans Laufen bekommen

Eigentlich habe ich außer Ballett nur gearbeitet und wurde dann noch für verspätete Reports und dass ich nicht vorhatte, morgen zum **Strategieseminar** zu gehen, wo wir so konkrete Fragen wie „Was ist mit GMP?“ beantworten sollen, zu gehen, schräg angemacht.

Ich sollte dringend einen neuen Job suchen, glaube ich.

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*nicht meine Schuld und das habe ich auch sehr deutlich gesagt. Ich reiße mir den fucking Arsch auf damit Sachen pünktlich rausgehen. Für Ostern kann ich nichts, für allgemeine Überlastung auch nicht. Außerdem stimmt die Zahl nicht und man muss auch ein bisschen in Betracht ziehen, wie umfangreich ein Report ist. Ich lass mir nicht an den Karren fahren, wenn ein Report von mir mit 60 Findings 6 Wochen braucht, während andere mit 6 Findings das doppelte bis dreifache brauchen.

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Edit: OH ACH JA, jetzt kann ich deshalb nicht schlafen und muss in 5 Stunden schon wieder aufstehen um meine Arbeitszeit im **Strategieseminar** zu verschwenden.

Morgen also auch Hass.

Tag 2983 – Hackt alles zu grünem Smoothie.

Heute ging’s weiter mit der Politik und ich packe mir nur noch an den Kopf. Aber wenigstens bin ich meinen Senf losgeworden.

Ansonsten Inspektion, langer Tag, aber nur einer. Morgen Büro, übermorgen Kopenhagen (ab nachmittags).

Laune eigentlich weiter zum was zerhacken, aber besser kontrollierbar als gestern. Vielleicht lags auch an vielen Meetingraum-Keksen. Inspektion macht dick.

Tag 2981 und 2982 – Laune hoch 10.

Es tut mir leid, es geht mir wirklich nicht gut. Es ist bald vorbei, wie jeden Monat, aber jetzt grad ist es wirklich nicht auszuhalten mit mir, nicht mal für mich. Da macht es auch nicht besser, dass

  • Bei der Arbeit alle Lack saufen, inklusive meiner direkten Chefin, die ernsthaft enttäuscht war, dass ich morgen wirklich kein Meeting wahrnehmen kann, weil ich auf einer Inspektion bin. Und die heute morgen auch, nachdem ich auf eine Chatnachricht „hast du kurz Zeit?“ mit „Nein, ich bereite grad eine Inspektion vor“ geantwortet hatte, einfach munter weiter Screenshots vom IT-Projekt schickte und fragte, ob das so soll oder nicht.
  • „Wir“ gestern bei der Kommunalwahl leider echt nicht so gut abgeschnitten haben und „Wir“ (ich habe meine Meinung dazu schon SEHR deutlich gesagt) jetzt unsere Handlungsoptionen ausloten müssen und „Wir“, oder in dem Fall besser „Die“ auch eine Zusammenarbeit in der Position mit unserem Pendant zur AfD nicht per se ausschließen mögen. Ich renne seither innerlich laut schreiend und alles klein hackend im Kreis und möchte, dass es Rückgrat und Integrität vom Himmel regnet.

Tag 2971 – Platt.

Hab’s übertrieben diese Woche, Dienstag tanzen (erstes Mal nach den Ferien, neuer Kurs, neue Leute usw.), Mittwoch „Abschied“ eines hochprofilierten Mitarbeiters des Werkes (1,5 Stunden Vorlesung plus Reden und Kuchen) in den Ruhestand, anschließend weiter Arbeit bis viel zu spät, Donnerstag Vortrag, heute Geigenstunde. Vier mal im Büro gewesen. Vier mal in der Kantine gegessen. Vier mal hin und her Zug gefahren, keiner der Züge war pünktlich außer dem einen, den ich verpasst habe, weil die T-Bane zu spät kam. Einmal musste ich Bus ab Eidsvoll Verk fahren. Einmal musste ich ab Lillestrøm stehen, weil der Zug so bumsvoll war (Freitag Nachmittag im Zug nach Lillehammer, wenn gutes Wetter angekündigt ist, ist für Hartgesottene oder die mit Platzreservierung). Es ist immer noch Wasser im Bahnhof und wir kommen nur ein Mal pro Stunde nach Hause.

All das war ein bisschen zu viel, das merke ich aber erst seit es vorbei ist. Bin einfach hundemüde und noch näher am Wasser gebaut, als eh schon*. Gestern habe ich ja offenbar schon vergessen, den Beitrag zu veröffentlichen, dabei ist das ein Klick und fertig.

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*und dann gucke ich noch die letzte Folge der zweiten Staffel von The Bear, das war keine so gute Idee, schon allein weil es nicht vorbei sein soll. Das ist echt eine der besten Serien seit… immer, vermutlich. Obwohl oder gerade weil einzelne Folgen echt hart anzuschauen sind und zwar nicht, weil sie auf die Tränendrüse drücken oder irgendwie brutal sind, sondern aus anderen Gründen. Unter anderem die erste Folge ist so, wenn Sie die Serie also nicht kennen, lassen Sie sich nicht von der ersten Folge abschrecken.

Tag 2960 – Hrrm!

Morgen wird super anstrengend. Heute war auch schon anstrengend, unter anderem hatte ich für meinen Geschmack schon wieder viel zu viel mit dem IT-Projekt zu tun. Das IT-Projekt ist inzwischen direkt aus Absurdistan importiert, heute haben wir eine Dreiviertelstunde damit zugebracht, herauszufinden, dass bis auf mich niemand die richtige Lizenz hat, um etwas wichtiges tun zu können. Dass alle diese Leute Lizenzen brauchen, habe ich Anfang des Jahres (oder vielleicht war es auch tatsächlich noch vor Weihnachten), noch mal im April und noch mal, mit dringend und sechs Ausrufezeichen, am Freitag angemeldet. Es ist einfach GAR NICHTS passiert. Nichts. Im Gegenteil, ich bekam heute die gleiche Nachricht wie vor ein paar Monaten schon: wir haben 8 Lizenzen, 4 davon sind frei. Ja Herrschaftszeiten warum sind dann nicht die 4 freien vor Monaten schon zugeteilt worden, und die fehlenden dann bestellt??? Arrrgh. Ich raufe mir noch alle Haare deshalb aus.

Abends konnte ich immerhin mit beiden Kindern (nacheinander) kuscheln, mich dann von Pippi anschnarchen lassen und von Michel Fragen zum Thema Haare in den Bauch gefragt bekommen. Michel findet sein „Mushroom Cloud Hair“ doof, und hätte es lieber glatt nach hinten gekämmt. Gleichzeitig empfindet er täglich duschen aber als Zumutung, Gel kommt also auch nicht in Frage. Auf meine Aussage, dass ich seine Haare super finde und das ganz sicher ganz viele andere auch tun, kam nur das Michel-typische „Hrrm!“, aber mit einem kleinen Grinsen. Ich kann außerdem vermelden, dass ich Michel erfolgreich beigebracht habe, auf „Ich hab dich lieb“ mit „Ich hab dich auch lieb“ zu antworten (sofern er das so meint), statt, wie früher, mit „Ich weiß, warum sagst du mir das?“. Ich hab den ja schon sehr lieb, den inzwischen sehr großen und schlacksigen Zwerg mit seinem Lockenkopf.

Tag 2959 – Wochenende im Schnelldurchlauf.

So schnell ist ein ganzes Wochenende rum. Ich bin darüber nur mäßig glücklich, vor allem, weil ich Idiotin (sorry, aber anders kann man das nicht sagen) heute gearbeitet habe (bezahlt, mit Überstundenzuschlag, ABER TROTZDEM!) und mich dafür runter mache weil das so nicht sollte und so weiter und so fort und mein Arbeitgeber spürt ja so keine Konsequenzen yada yada. Aber ich sag Ihnen mal was: mein Arbeitgeber spürt so oder so keine Konsequenzen. Der kriegt nicht die Mails mit „wann kommt mein Report?“ „warum habe ich noch keine Antwort auf diese Frage?“ „ist meine Mail mit sechs Tonnen Dokumentation angekommen, hab gar nichts mehr gehört?“ und so weiter. Die kriege ich/wir und selbst wenn wir die nach oben weiterleiten, kommt von oben nur „ja, schlimm, machste nix“, wenn überhaupt. Vielleicht, wenn sie nen guten Tag haben, drei Sätze über die schlimmschlimme Ressourcensituation und dass „wir“ besser priorisieren müssen, wobei das wir sie selbst nur scheinbar mit einschließt. Und damit sind wir wieder mit der unmöglichen Aufgabe allein, 150% Arbeit in 100% Zeit zu erledigen.

Tschuldigung, ich bin darüber grad sehr frustriert, das dankt mir keine Sau, dass ich heute 4,5 Stunden meines kostbaren Wochenendes vorm Rechner gehockt habe. Und selbst schuld bin ich auch noch, ich könnte ja einfach was liegen lassen und damit leben lernen, dass Dinge liegen bleiben. Genau das fällt mir aber extra schwer, schwerer als vielen anderen, und eigentlich finde ich, dass das ebenfalls nicht meine Aufgabe sein kann, mich selbst zu fixen, damit ich diesen Stapel besser ignorieren kann.

Aber nun zu etwas erfreulicherem. Gestern habe ich nicht gearbeitet. Gestern haben wir unsere „Bod“ (Lagerräume, aber auch Schuppen, es gibt Innebod [drinnen, Abstellkammer], Utebod/Redskapsbod [draußen, oft (Werkzeug-)Schuppen] und Sportsbod [draußen, für Skier, Fahrräder und so weiter]) aufgeräumt. Das war sehr nötig, denn man kam weder in den Schuppen noch in den Utebod der nicht der Schuppen ist, hiernach „Bod“ noch rein, da stand und lag so viel… Zeug einfach im Weg, dass man sich und die Dinge darin nur noch wie so ein Schiebespiel, wo man nur ein freies Feld hat, bewegen konnte. Das hat alles Gründe, Teile der Gründe sind aber auch nur Ausreden und eigentlich ist das ja auch egal. Jedenfalls räumten wir erst mal alles auf den Hof und unter das Carport, sortierten dann nach „Müll“, „Flohmarkt“ und „behalten“ und räumten dann den „behalten“ Teil wieder rein, nur in ordentlich und, zumindest teilweise und zumindest hoffen wir das, besser durchdacht, weil man jetzt an Sachen, an die man schnell mal ranmuss, auch ran kommt, ohne erst den Rasenmäher ausparken zu müssen oder ähnliches. Der Flohmarkt-Teil wanderte bis Donnerstag erst mal wieder ins Bod, aber ordentlich in einer Kiste(+) gesammelt. Donnerstag sammelt der Korps das für den Flohmarkt am Wochenende zusammen. Der Müll steht erst mal unterm Carport, damit muss bei nächster Gelegenheit jemand zum Entsorgungshof fahren. Es ist viel Müll, von Pappe, Styropor, kaputten Koffern, Elektroschrott bis zu alten Bratpfannen mit sich lösender Beschichtung ist alles dabei. Plus ein bisschen Gartenabfall. Es lohnt sich also, mit der Tour zum Entsorgungshof. Bonus: ich weiß genau, wo im Schuppen die Plane fürs Auto ist, und man kommt da auch dran. Ich frage mich nur, ob wir exorbitant viel Müll produzieren, weil wir ca. 2-3 mal im Jahr regulär zum Entsorgungshof fahren, und da ist das Auto immer voll. Nicht mitgerechnet irgendwelche Extratouren, weil wir zum Beispiel mehrere große Ikeamöbel gekauft haben und die Pappe wegfahren müssen oder im Garten 264 Pflanzen beschnitten haben.

Aber, nachdem da im Schuppen jetzt wieder Platz ist, konnten wir ja erst mal was neues anschaffen. Scherz. Aber nur ein halber. Denn Michel brauchte ein neues Fahrrad, Pippi kann eigentlich dann Michels altes Fahrrad erben und Pippis Fahrrad können wir dann verkaufen, dann stehen netto die selbe Anzahl Fahrräder im Schuppen. Wir waren deshalb sehr spontan mit Michel im Dorf ein neues Fahrrad kaufen und die überholen jetzt auch das alte, damit Pippi es erben kann. Der Fahrradkauf ging recht fix, ein Vorteil (für so Menschen wie Michel und mich, die schnell Entscheidungsparalyse bekommen) an Dorfläden ist eine sehr begrenzte Auswahl, in seiner Größe gab es exakt 2 Mountainbikeähnliche Modelle. Es wurde das etwas günstigere, wobei Fahrräder generell ja nicht gerade billig sind. Außerdem brauchte Michel auch einen neuen Helm, der ebenfalls dort besorgt wurde (und den alten haben wir direkt danach auf den Müll-Haufen getan). Ich hoffe ein bisschen, dass Michel realisiert hat, was der Helm und das Rad gekostet haben, ich habe nämlich wenig Interesse daran, öfter solche Ausgaben zu tätigen. Michel ist jedenfalls happy mit seinem neuen Fahrrad und dem neuen Helm und dem neuen Fahrradschloss und das neue Rad hat auch wieder einen funktionierenden Ständer, Hurra. Keine Ausrede mehr, warum man das Rad einfach auf den Rasen schmeißen muss.

Offen gestanden war ich danach trotzdem gar, das war sehr spontan und viel Interaktion mit dem Fahrradverkäufer. Aber jetzt ist es erledigt.

Abends versetzten wir, nachdem die Schweinchen noch eine halbe Stunde Unterhaltungsprogramm für einen ganz bezaubernden Anderthalbjährigen waren, noch den Meerschweinchenkäfig, auf dass sie das andere Feld abfressen mögen. Die Speckels selbst waren davon nahezu unbeeindruckt, aber die sind, wenn sie draußen wohnen, eh recht entspannt. Ich werde natürlich trotzdem immer gierig angequiekt, wenn ich zum Käfig komme, aber ich habe dann ja auch meistens leckere Dinge dabei. Aber die Katze, die gerne vorm Käfig hockt, wird kaum noch beachtet, Schwein hat wichtigeres zu tun. Auch Anderthalbjährige sind ok, solange sie ne Handvoll Löwenzahn rein werfen (von mir in die Hand gedrückt). Und morgens kann man wunderbar mit der Nase in der Morgensonne im Eingang des Häuschens dösen, das sieht immer sehr entspannt aus. Hach ja.