Ach ja, Wochenende. Heute passierte so ca. gar nichts, das des Festhaltens würdig wäre. Das ist auch mal ganz schön. Leider reichte ausgiebig schlafen, essen, Geige spielen und Lego bauen nicht aus, um mein linkes unteres Augenlid vom Zucken abzubringen. Seit Mittwoch zuckt es ständig (mit Pausen) und lässt mich wesentlich gestresster wirken, als ich mich fühle. Ich nehme eh schon täglich Magnesium und dürfte da eigentlich keinen Mangel haben. Wenn ich mehr nehme, muss ich an anderen Stellen durch Ernährung den Nebenwirkungen entgegenwirken, was auch keine richtige Option ist. Es nervt jedenfalls kolossal. Langsam überlege ich, ob das ein Teufelskreis sein könnte: durch Stress und Nerv fängt das Auge an zu zucken, was nervt, was wiederum zu Zucken führt. Ein positiver Feedback-Loop. Nur halt einer, den eigentlich keine braucht.
So, Licht aus. Dank Normalzeit bin ich immerhin zu einer halbwegs normalen Zeit müde. Hurra!
Die Kinder hatten heute Korpsseminar, das war natürlich im Vorhinein Kinderfolter und hinterher aber super gut. Ich beantworte Michels Fragen „warum muss ich [Aktivität] machen?“ inzwischen meist nur noch mit „weil wir Monster sind“ und hoffe, dass er es bevorzugt zeitnah, spätestens aber so in 20 Jahren versteht. Über was soll er denn auch sonst in seiner Therapie reden?
Pippi ging nach dem Korpsseminar zur Halloweenparty der Tanzschule. Ich schminkte sie dafür, sie wollte das Gesicht weiß und die Augen schwarz, aber „nur so Striche, wie Erwachsenenschminke“, und die Lippen schwarz. Wann ist mein Baby denn so groß geworden? Aber dafür hier noch eine Perle, die sie im Schminkprozess äußerte: „Mama, das ist nicht schlimm, wenn du was falsch machst, dann sieht man, dass es selbst gemacht ist.“*
Kann man im Internet posten, da Kind nicht wirklich erkennbar.
Die Party war super und Pippi sehr zufrieden mit ihrem Tag.
Ich war, nachdem ich Pippi bei der Party abgeliefert hatte, noch kurz einkaufen und habe gruselige Gemüsepreise gefunden.
72 Kronen für ein Kilo Sellerieknolle?!?
Das sind über 6€ für… Sellerie. Ich dachte bisher immer, Sellerie sei eins dieser Wurzelgemüse, die sich auch in Norwegen gut anbauen lassen und deshalb quasi nichts kosten. Der hier ist ja auch von hier. Verkniffen hab ich ihn mir dann trotzdem, so dringend muss der dann doch nicht in die Bolognesesauce.
Ansonsten habe ich die traurige Nachricht zu vermelden, dass Pølse heute abgeholt wurde. Das war nicht so einfach für mich, weshalb ich es bis fünf Minuten vorher ignorierte und hinterher ziemlich durch den Wind war. Jetzt haben wir also gar keine Haustiere mehr.
Am Vormittag habe ich außerdem sichtbar gedacht und muss jetzt Michel schonend beibringen, dass wir keine Schildkröte(n) anschaffen werden. Auch wenn die cool sind. Ich kann und will nicht leisten, was Schildkröten brauchen und die haben es in Griechenland wesentlich besser als hier, selbst wenn wir uns ein Bein dafür ausreißen. Es ist ja immer noch Norwegen hier, wir können kein Tier haben, das zwar draußen wohnen soll, aber bei unter 15 Grad in Winterruhe geht. Das würde ja von spätestens Ende September bis frühestens Anfang Mai im Kühlschrank wohnen müssen. Neenee. Nope. Einfach nein.
All das… ein bisschen viel. Eine muss viel Lego bauen um das auszugleichen.
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*jaha, nämlich nicht wie so Industrieschminke, die man am Fließband ins Gesicht gestempelt kriegt! Bei der sind zwar die Augen symmetrisch, aber dafür war meins mit Liebe gemacht!
Ich bin diffus angepisst von allem. Vermutlich einfach zu viel durch die Gegend gerödelt, zu viel gemacht, zu wenig für mich getan, das nicht daddeln am Handy war. Bügeln zähle ich nicht als „für mich“, ich hasse Bügeln und bügele meine Sachen echt nur, weil ich muss. Heute musste ich, ich hatte keine einzige gebügelte Business-Hose mehr und morgen ist Inspektion, hoppala. Ich würde niemals auf die Idee kommen, beispielsweise und total hypothetisch versteht sich, Sweatjacken oder T-Shirts zu bügeln. Ich finde auch daran nichts entspannend, ich habe mühsam unterdrückte Angst vor allem dem heißen Bügeleisen, besonders in Verbindung mit Kabeln und dergleichen, die nun mal dazu gehören. SHE-mäßig müsste Bügeln ein untragbares Risiko darstellen. Ich argwöhne, dass das Patriarchat irgendwie dran schuld ist, dass Bügeln immer noch nicht sicherer ist als 1970 und nicht wesentlich sicherer als 1870 (immerhin müssen wir das Bügeleisen nicht mehr mit glühenden Kohlen füllen, voll der Gewinn).
Anyway. Schlechte Laune. Im Werk alle bekloppt.
Aber beste Kinder, vor allem Michel, der heute sehr erwachsen und ganz ohne Rumschreien seinen Missmut über die Schule einerseits (Grund und Anlass für einen Teil der schlechten Laune auch da, leider) und andererseits die von ihm wahrgenommene Untätigkeit seiner Eltern in Haustierfragen an mich kommunizierte. Punkt für Punkt aufgezählt und dargelegt, mit Lösungsvorschlägen. Vielleicht haben wir doch einiges richtig gemacht, auch wenn wir offenbar für ihn nicht deutlich genug über seine Haustierpläne nachdenken.
… für Winterschlaf. Jedenfalls nicht für das hier:
Und auch nicht für Arbeit und routinemäßiges Lunch zu Hause vergessen:
Und auch nicht für Tschüss zu Pølse sagen, auch wenn ich für sie heute ein neues Zuhause gefunden habe, wo sie zwei neue Freundinnen bekommt (wenn sie sich mit ihnen verträgt). Sie wird wohl Freitag oder Samstag abgeholt. Seufz.
Das hier war ihr Bewerbungsfoto, eingewickelt in ein Handtuch, damit sie sitzen bleibt. Die Hupe ist sonst nämlich schneller weg als das Handy zoomen kann und dann hat man nur einen unscharfen Po auf dem Bild.
Ansonsten habe ich dieses Wochenende eigentlich nur Lego gebaut*. Das war auch mal nötig.
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* und Haushalt, Einkaufen, Wäsche waschen und so. Das übliche.
… der Besserung, aber furchtbar müde. Es ist Zeit fürs Bett, ich wäre vorhin schon fast bei Pippi eingeschlafen. Es ist aber auch sehr gemütlich in ihrem Bett, vor allem wenn sie dann leise schnarcht.
Auch wenn man sich echt ganz gut fühlt, sollte man, wenn man morgens eine Impfung bekommen hat, abends keinen Sport machen. Einfach nein. Es sei denn natürlich, man legt Wert darauf, sich komplett zermanscht und als hätte man 40 Grad Fieber* zu fühlen.
Leberwurst ist ja so etwa eins der ekligsten Nahrungsmittel überhaupt. Farbe, Konsistenz, Geruch – wäh. Grob oder fein, egal – wäh. Da lasse ich auch nicht mit mir diskutieren, wäh. In Norwegen erfreut sich die Leberwurst größter Beliebtheit, vor allem als Eisenquelle für Kleinkinder. Was sicherlich überhaupt nichts damit zu tun hat, dass die mit einem fröhlichen Kindergesicht von anno AlsAllesNochWieFrüherWar und in großen Lettern den grandiosen Eisengehalt anpreisend beworben wird. Neulich dann aber Skandal! Leberwurst für Kinder (ja, es gibt offenbar noch mal extra Kinderleberwurst, auf der nicht das fröhliche Kind ist! Oder vielleicht ein noch fröhlicheres Kind? Man weiß es nicht) enthält voll viel „Müll“, Wasser und Gewürze! Und sowas gibt man Kindern!!! Große Aufregung. Währenddessen waren Herr Rabe und ich einigermaßen verwirrt, denken die denn echt, Leberwurst sei nur pürierte Leber in Dosen? Ist das nicht allgemein bekannt, dass das in erster Linie zur Unkenntlichkeit vermantschte Schlachtabfälle mit eben Gewürzen sind, also (billige) Wurst generell, aber Leberwurst besonders? Mal abgesehen davon, dass Leber ja nun auch nicht sonderlich gesund ist. Hmm lecker, die Müllhalde des Körpers essen, in der sich all die unausscheidbaren Stoffe sammeln. Ich mag übrigens Leber generell auch nicht. Merkt man kaum, ne? Meine Kinder sind glücklicherweise auch ohne Leberwurst beide über 1,30 m groß geworden. Bisher, Trend weiter steigend.
Was ich aber eigentlich erzählen wollte: der Lieblingskollege macht seit nunmehr einer Woche einen auf beleidigte Leberwurst und benimmt sich wie ein Kleinkind, dem man seine Grinsekinddosen-Leberwurst-Stulle weggenommen hat. So langsam fällt mir nichts mehr dazu ein, als hart mit den Augen zu rollen. Ich fürchte, Erziehungstipps fruchten bei Ü50-Jährigen auch nicht mehr, auch nicht, wenn die sich benehmen, als wären sie höchstens 1/10 so alt. Lebensziel: den Kindern ein vernünftiges Konfliktverhalten beibringen.