Tag 2770 – In der Weihnachtsbäckerei…

Wer sagt, dass man nur zu Weihnachten Kekse essen kann? Außerdem haben wir zu Weihnachten gar keine Kekse gebacken, wegen StressKrankPlatt, und jetzt mussten Haselnüsse weg, bevor sie ranzig werden. Morgen werde ich also eine Dose Grümmel-Nuss-Kekse mit zur Arbeit nehmen und dann freuen sich alle und ein Gespräch am frühen Nachmittag wird vielleicht nicht grauenvoll schlimm, Hurra.

Es geht heute schon besser als gestern mit dem Antrieb, ich war sogar flott spazieren. Die selbe Runde wie letzte Woche Samstag, nur 5 Minuten schneller. Und glatter. Meine Uhr sagt, ich nähere mich wieder einer durchschnittlichen Cardiofitness an, was auch immer das heißt, jedenfalls war sie bis Mitte 2020 überdurchschnittlich und ging dann stetig runter wegen Faulheit. Da der Durchschnitt eine Linie ist, gibt es nur unter- oder überdurchschnittlich, was auch irgendwie nicht sehr wissenschaftlich erscheint. Aber ich erfreue mich am Aufwärtstrend. Mein faules Rumhänge-Ich kann ich nämlich gar nicht mal so gut leiden, aus vielen Gründen. Einer davon ist, dass Sport sich bei mir positiv auf die Psyche auswirkt. Insofern könnte man mich, wenn ich schlechte Laune hab, auch fragen, ob ich mich heute schon bewegt hab, aber dann riskiert man, den Kopf abgebissen zu bekommen… es ist kompliziert.

Sport und Kekse machen das Leben besser. Und Geige, das auch, das hab ich heute auch knappe 2 Stunden lang gemacht.

Tag 2769 – Grummelig.

Hab wenig Antrieb, schlechte Laune und Schmerzen. PMDS halt. Immerhin habe ich heute diverse Dinge getan, die Spülmaschine sauber gemacht zum Beispiel (ich sage es nochmal, da sind überall Dichtungen, zum Beispiel am Spülmittelfach, man kann und sollte die ab und zu mal abmachen und den Schmodder darunter beseitigen) und auch was für mich, nämlich Geige gespielt und mit Herrn Rabe auf dem Sofa abgehangen. Michel hab ich auch ins Bett gebracht, das war schön, der ist so niedlich, wenn er schläft. Vor allem, wenn es in seinem Bett ist.

Sollte zufrieden sein, aber heute ist alles irgendwie nur so lauwarm.

Tag 2767 – Abgekühlt.

Draußen taut es, alles ist mit Eis und einer Schicht Wasser drauf bedeckt.

Ich habe mich beruhigt. Wir haben die Inspektion heute beendet, die meisten Beteiligten dürften relativ zufrieden sein. Ich bin froh, zu Hause zu sein und morgen etwas länger schlafen zu können. Heute früh war relativ brutal, muss ich sagen. Es fällt mir nach Inspektionen manchmal schwer, runter zu kommen, deshalb bin ich gestern dann nicht sofort wie ein Stein eingeschlafen, sondern hab mich noch ne Weile rumgewälzt und geärgert. Lustiger Weise traf ich heute morgen auf dem Weg zur Inspektion die Lieblingskollegin, der es gestern genau so ergangen war und die heute auch nicht gut aus den Federn kam. Dabei ist sie eigentlich ein Morgenmensch. Aber für sie war es halt gestern viel zu spät.

Nachdem ich aber heute auf dem Rückweg im Zug einschlief (nicht schlimm, der endet hier) cancelled ich im Kopf alle halb ausgedachten Pläne für den Abend, brachte Pippi ins Bett und ging dann in die Badewanne. Mehr als ein bisschen Abspülen und die Spülmaschine starten war nicht mehr drin, aber es gibt auch schlimmeres, zum Beispiel zu wenig Schlaf.

Es war aber sehr schön, von Pippi ein bisschen angeschnarcht zu werden. Die ist wirklich süß, wenn sie schläft. Immer noch. (Sie ist auch wach süß, aber schnarcht da nicht.)

Tag 2765 – Verdauen.

Herr Rabe hat sehr lecker gekocht und ich habe das so spät gegessen, ich verdaue noch. Im übertragenen Sinne auch, nämlich die Inspektion heute (nichts schlimmes… eigentlich) und angekündigte Budgetkürzungen im eh schon unterbesetzten und überarbeiteten Werk. Die uns dann auch noch als „Chancen“ verkauft wurden. Verarschen kann ich mich auch allein, ehrlich gesagt.

Tag 2763 – Grusel.

Heute waren Herr Rabe, Pippi und ich Schlittschuh laufen. Michel hatte keine Lust, aber der Rest von uns wollte frische Luft und Tageslicht kombinieren. Es herrschte auch morgens noch strahlender Sonnenschein, bis wir loskamen war es etwas bewölkt aber immer noch gut und dann fuhren wir zur Eisbahn. Die liegt so 5 Meter höher als zu Hause, und wir fuhren gefühlt einfach in eine Wolke hinein, die da auf dem Boden festgeklebt war. „Eisbahn“ klingt so fancy, da kippt halt der Sportverein, der auch den Sport-Hort anbietet, im Winter sehr viele Kubikmeter Wasser auf den Sportplatz und dann hat man da einen Eisring, auf dem auch Eisschnelllauf trainiert wird. Aber es ist immer nett im Winter da ein bisschen zu laufen, es kostet nichts und ist halt ums Eck. Normalerweise wird ja auch auf dem Schulhof eine Eisbahn gemacht, aber da stehen jetzt Containerbauten herum, weil die Schule aus allen Nähten platzt. Die Schule wäre noch näher als der Sport-Hort-Sportplatz. Aber dafür wäre da heute nicht so ein Nebel gewesen. Endlich mal Nebelschlussleuchten- und Nebelscheinwerferwetter! Man konnte vom einem Ende der Eisbahn das andere Ende nicht mehr sehen und es war alles ein bisschen gruselig, aber sehr angenehme weil sehr feuchte Luft für frisch coronagenesene Lungen. Ich ließ es weiter ruhig angehen und fuhr in Pippi-Tempo entspannt ein paar Ründchen. Als der Nebel bei Pippi dazu geführt hatte, dass alle aus dem Helm (der eine eingebaute Mütze hat) herausguckenden Haare zu steifen Eiszapfen gefroren waren, fuhren wir nach Hause und tauten Pippi in der Badewanne auf und uns von innen mit Kaffee. Ach ja, das war mal wieder sehr schön.

P.S. auch sehr inklusiv das ganze, heute waren vier Einwanderinnen mit uns auf der Eisbahn, wohl alle aus der selben Familie, zwischen ca. Pippis Alter und etwas älter als ich, die eine seltsame Sprache sprachen, die ich nicht zuordnen konnte (vielleicht Indonesisch?) und die zum Teil sehr deutlich zum ersten Mal auf Schlittschuhen liefen. Das war ein bisschen drollig, aber es hatten alle Beteiligten sehr viel Spaß und zumindest wir waren auch sehr ermutigend. (Norweger reden ja nicht freiwillig mit Fremden, aber Einwanderer finden sich immer schnell.) Es gibt da so Pinguine, an denen man sich festhalten kann, wenn man noch nicht so sicher auf den Schlittschuhen ist, aber eigentlich sind die für Kinder und das machte die Mutter der Familie mit dem Pinguin nicht weniger drollig. Ich bin ziemlich sicher, dass ich so auf Skiern aussehe, es ist also wirklich nicht böse gemeint, das drollig. Schlittschuh laufen gehört hier halt dazu, Kinder lernen das allerspätestens in der Grundschule und manche Mütter machen dann gerne mit, mich freut das immer sehr.

Tag 2762 – Überschätzt.

Habe heute eine kleine Spazierrunde gemacht, in ruhigem Tempo. Eine knappe halbe Stunde, weil das Tempo wirklich nicht hoch war (ich schaffe die Runde im Sommer auch in der Hälfte der Zeit, das ist dann aber schon ein kurz-vor-Laufen-Tempo). Mein Puls war im Schnitt ungefähr 100 bpm und ging nicht über 122 bpm hinaus. Frische Luft und alles war auch echt gut und dringend nötig, aber oh Boy, war ich hinterher platt. Schon mittendrin dachte ich, hmm, blöd, dass man sich jetzt nicht von hier aufs Sofa beamen kann. Zu Hause wollte ich eigentlich was anderes machen, legte mich aber dann tatsächlich hin und wäre fast auf dem Sofa eingepennt. Mit den Nachwirkungen einer fiesen Viruserkrankung wie Covid, egal wie easy peasy man da scheinbar durchgeschippert ist, ist echt nicht zu spaßen. Andererseits ist sich vorsichtig bewegen ja auch empfohlen für alles und tralala und ich fand spazieren gehen jetzt eigentlich nicht überambitioniert. Hoffen wir einfach mal, dass das jetzt nicht lange so bleibt.

Dazu passend hatte ich heute Nacht einen schlimmen Albtraum, in dem ich an einem Flughafen war, sehr viele Treppen laufen musste, sehr viele Rolltreppen kaputt waren, und ich überhaupt keine Kraft in den Beinmuskeln hatte. Gar keine. Es war wie damals, als ich das erste mal Schilddrüse hatte und meine Muskeln nicht ansprechbar waren. Treppen laufen unmöglich, aber ich musste ja dringend meinen Flug bekommen und mich irgendwie diese ganzen Treppen hochhieven. Dann fiel mir auch noch auf, dass ich sämtliche Badezimmersachen, von Zahnbürste bis Make-Up, zu Hause vergessen hatte und ich musste unter Zeitdruck alles neu kaufen. Am Flughafen den richtigen Bronzer aussuchen ist im Stress echt schlimm, auch im Traum. Und danach mehr Treppen und das ständige Gefühl, meinen Flug zu verpassen. Ich hasse diese Stressträume. Kann ich „nackt zur Schule fahren“ noch mal sehen?

Tag 2759 – Fertig.

Habe wieder nur einen Strich auf dem Test. Das ist gut. Ich fühle mich auch einigermaßen dem entsprechend, bis auf sehr trockenen Hals bin ich eigentlich wieder hergestellt. Ich lasse es noch ein paar Tage ruhig angehen, was Sport betrifft, aber ansonsten kann ich, denke ich, wieder normal mein Leben leben.

Michel hat auch nur einen Strich auf dem Test, was ich kaum glauben kann, weil der sich ziemlich kacke fühlt. Der lebt sein Leben erst mal nicht normal. Wenn man ihn fragt, ist er sogar kurz davor, selbiges auszuhauchen. Ich würde aber so von außen betrachtet sagen, dass es vor Weihnachten schlimmer war. Auch das Leiden.

Ich bin gespannt, was das noch gibt, vielleicht habe ich ja echt keinen so angesteckt, dass die Schnelltests ausschlagen. PCR gibt es hier nicht mehr, es sei denn, man wird ins Krankenhaus eingeliefert.