Tag 1665 – Apfelviereck die 2.

Pippi hat heute den Sehtest wiederholt. Wir hatten alle drei viel Spaß, also Pippi, die Helsesøster und ich.

Pippi hat wieder nicht so super gut gesehen, wenn die Vierecke und Kreise und Häuser und Äpfel etwas kleiner wurden und nun haben wir einen Termin beim Augenarzt gewonnen.

Das Aussuchen der Prämie nach dem Sehtest dauerte länger als der Sehtest selbst, Pippi war da sehr gründlich und musste auch alles kommentieren, was in der Box lag.

Ach ja. Die kleine, überaus niedliche, Rübennase.

(Ich hatte danach auch noch ein positives Erlebnis bei der Blutabnahme bei der Hausärztin, da kommt es wohl sehr drauf an, an wen man hinsichtlich Terminvergabe und auch Blutentnahme selbst gerät und heute hatte ich Glück.)

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Vielen Dank für all Ihre guten Wünsche. Ich stand heute zwar noch etwas neben mir (unter anderem habe ich mein Mittagessen verloren) aber es ging schon viel besser als gestern. Insgesamt ist das Gefühl so etwa wie nach einem langen Tag im Freizeitpark: Adrenalinkater. (Minus die Freizeitparkeuphorie, leider.)

Tag 1650 – Strategisch unklug.

Im Kinderzimmer liegt noch die Gästematratze, beide Kinder drauf, ich in der Mitte. Michel kann nicht einschlafen, es ist warm und gemütlich und ich bin soooo müde, nachdem Michel ab vier Uhr morgens im Elternbett rumwühlte. Mal gucken ob das gleich gut geht oder ich hier einschlafe.

Herr Rabe hat gestern ein Yenga-Spiel gekauft und ich könnte jetzt rumposaunen wie toll kreativ die Kinder mit unbehandelten Holzklötzchen spielen und Loblieder auf Naturspielzeug und freies Spiel singen, aber dann würden Sie sich alle wahrscheinlich sehr wundern und deshalb hab ich auch nicht so fotografiert, dass man den Chaoshaufen im Hintergrund nicht mehr sieht und Michels Tankstellensüßigkeit (wir mussten eine neue Scheinwerferbirne kaufen) durfte auch mit drauf.

Tag 1649 – Nicht Sonntag.

Wir hatten heute Urlaub (aber nur heute) und deshalb denke ich die ganze Zeit, heute sei Sonntag und morgen dann Montag.

Wir haben heute den Besuch bis nach Oslo gebracht, haben da eine kleine Handyspiel-Runde gedreht und sind Eis essen gegangen. Das war ein schöner Ausklang eines schönen Wochenendes mit M. und H. Schade, dass ich, wenn ich beruflich in Trondheim bin, null Zeit für Privates hab.

Michel hat den Abschied nicht so gut vertragen. Erst war er voll cool. Dann war alles schlimm und wir liefen mit einem permanent weinenden Kind zurück zum Bahnhof (was aber gaaaar nicht damit zusammen hing, dass der Besuch nun weg war). Jetzt kann er nicht schlafen und liegt neben mir im Elternbett. Da schläft er zwar auch nicht, aber wenigstens bleibt er da liegen.

Die einzige Spinne, die ich mag:

Heute kurz im Garten geschaut: es ist noch sehr vieles grün. Erdbeeren, Thymian, Lavendel und Stockrosen und ein bisschen vom Oregano ist grün. Es ist Mitte Februar und sollte eigentlich die kälteste und Schneereichste Zeit sein, stattdessen sind 7 Grad (plus) und es regnet dauernd. Das wird ein Fest in den kommenden 20-30 Jahren mit den Klimaveränderungen.

Muss ich wenigstens keine Ski kaufen. Ein Teil von mir freut sich auch auf früheren Frühling, aber echt nur ein Teil, weil das halt auch bedeutet, dass anderswo der Permafrostboden taut und die Gletscher schmelzen.

Tag 1646 – Doppel-Homeoffice.

Huh, neue Schriftart im WordPress-Editor. Was ist das für eine Zermürbungstechnik hier? Das macht mich doch jetzt wieder drei Wochen lang wuschig. Das komische Absatzgehampel nervt mich ja auch noch. (Jaja, dochdoch, ich bin total technikaffin.)

Herr Rabe und ich haben heute beide Homeoffice gehabt, ich, weil ich um halb zehn eine Blutentnahme hatte und es Quatsch fand, danach dann noch ins Büro zu fahren, Herr Rabe weil ich auch Homeoffice hatte. Und so saß ich dann am Esstisch und Herr Rabe im Arbeitszimmer und wir homeofficeten halt so rum, aber immerhin mit gemeinsamer Mittags- und Kaffeepause (und wem, bei dem man sich über #alleirre auskotzen kann). Das war sehr nett, vielleicht können wir das hin und wieder so einschieben, zumindest die Blutentnahmen, wurde mir heute gesagt, finden nicht früher statt, weil ich ja nicht nüchtern kommen muss, wen interessiert da schon, ob Leute vielleicht auch noch andere Dinge zu tun haben, als sich um halb zehn („Das ist aber wirklich das allerfrüheste!“) Blut abnehmen zu lassen. Alle zwei Wochen.

Ich bin darüber so sauer, und es stimmt auch einfach nicht, weil ich nämlich auch schon um halb neun Termine zur (nicht nüchternen) Blutentnahme dort hatte und dann um acht da auflief und um fünf nach acht mit zwei Röhrchen Blut weniger rausspazierte. Dieses Aus-Prinzip-Macht-Demonstrieren-Weil-Du-Bist-Patientin-Und-Von-Uns-Abhängig-Ätsch nervt mich sehr.

Sonst war heute nicht viel. Michel hatte drei mal sehr herausfordernde Laune, nämlich

  • Direkt nach dem Aufstehen
  • Beim Abholen aus dem Hort und
  • Beim/nach dem Abendessen

Und da ich gestern die steile These las, dass Kinder grundsätzlich immer kooperieren wollen, aber manchmal (sic!) nicht können, weil sie entweder schon zu viel kooperiert haben oder „ihre Integrität verletzt wurde“, frage ich mich halt jetzt schon, was genau Michels Kooperationsbereitschaft heute so in Mitleidenschaft gezogen haben soll bzw. inwiefern ich seine Integrität verletzte. „Geld kann man immer nur ein Mal ausgeben“ war’s wahrscheinlich.

Geld ist an allem schuld und ich las heute, dass meine Einstellung zum Kapitalismus zum linksextremen Antikapitalismus gezählt wird. Tscha, dann ist das wohl so. Gleich mal nen schwarzen Hoodie kaufen einem Kapitalistenschwein rauben.

Tag 1645 – Aber!

Herr Rabe und Pippi haben mich heute vom Zug abgeholt (man gewöhnt sich ja an alles, ne? Sogar ans Fliegen in kleinen Propellermaschinen) und Pippi erzählte gleich eine Geschichte. Sie erzählt ja generell sehr lebhaft und mit großen Gesten und viel Mimik und es ist sehr schön anzusehen und auch anzuhören. Hier die heutige Geschichte.

Es war einmal eine kleine Maus. Die ging ganz alleine in den Wald, ooooohne die Mama. Dann probierte sie einen Käse. Einen SCHIMMELIGEN Käse! Der schmeckte eklig. ABER! dann passierte etwas. PLÖTZLICH! war die Maus tot.

Ende.

Tag 1633 – Erfolglos die 2.

Ich habe weitere viereinhalb Stunden meines Lebens an Minecraft verschwendet und möchte einfach nur noch Minecraft in Schutt und Asche legen. Was für eine unfassbare Rotze. Alles war besser, damals, als man einen Datenträger oder von mir aus auch vier bis zwanzig Floppy Disks kaufen konnte und dann saß man halt einen halben Tag davor und tauschte Floppy Disks aber am Ende lief alles. Heute lädt man das Spiel und dann lädt man noch ein extra Dings mit dem man die Extensions abspielen kann und dann lädt man die Extension und es läuft einfach mal gar nichts, weil irgendwelche Versionen nicht zusammen passen. Am Ende schickt man wütende Mails mit wüsten Beschimpfungen („schlimmer als Word“) an die Spielevertreibenden und will sein Geld zurück und es dauert weitere viereinhalb Stunden, bis einer nicht mehr kochend heißer Dampf aus den Ohren schießt.

Ich hasse Minecraft und es hat nichts mit dem Spiel an sich zu tun. Yeah.

Abends wütete dann verständlicherweise Michel herum, weil „einfach gar nichts geht, wie es soll“ und zur allgemeinen Gemütsberuhigung habe ich ihm dann eine Hülle für sein Schul-Tablet genäht. Eine zu kaufen gestaltete sich nämlich schwierig, weil da schon so ein dicker Bumper drum ist. Innen ist wasserdichter Stoff, aus Gründen, und gefüttert ist es, damit es etwas stoßfester ist. Den Stoff hat er sich aus meinem Fundus ausgesucht und der ist von der lieben Tanja <3.

Tag 1626 – Orange.

„Wie siehst du denn aus, was hast du am Mund???“ fragte ich Michel heute Abend. „Nichts!“ sagte Michel. „Möhre.“ sagte Herr Rabe. Ich habe nun also zwei Kinder, die selbst Möhren schälen können. Ich habe sechs* Schnecken, davon fünf zur Zeit wach, die demnächst viele orangene Häufchen machen werden. Und ich habe zwei Kinder, 7 und 4,5 Jahre alt, die aussehen wie Babies in der besten Karottenbreiphase.

Ca. so.

Dann muss Herr Rabe wohl morgen neue Möhren kaufen.

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*ein Haus habe ich gestern nahezu leer ausgegraben. Seufz.

Tag 1625 – Ein bisschen Drama.

Nicht, dass sie denken, ich hätte das Bloggen wieder vergessen, ich bin nur total vorm Fernseher versackt. Ich gucke eine erstaunlich spannende Dokumentation über Cheerleading. Sie heißt Cheerleading (kreativ, jaja) und ich möchte jetzt mit Cheerleading anfangen alle meine Kinder zum Cheerleading anmelden weiter gucken.

Passend zum Drama im Fernsehen hat Michel gestern eine Impfung bekommen. In der Schule. So wie alle seine Klassenkameraden und -kameradinnen. Und meine Güte. Wie man leiden kann. Ja, sein Arm ist dick, aber sein demonstratives Leiden veranlasste mich dann doch während des Abendessens zu einem kleinen Vortrag über Kinderlähmung.

Danach ging es dann. Kleine Drama-Queen.

Tag 1622 – Approved!

Heute war Homeoffice-unterbrochen-von-Kinder-TÜV-Tag. Erst mit Pippi zur Helsestasjon, dann mit Michel zum Entwicklungsgespräch in der Schule.

Pippi ist eine kleine Rübennase und hat viel Quatsch gemacht, zum Beispiel „schreibt“ sie ihren Namen in erfundenen Buchstaben und sagte aus Jux und Dollerei grundsätzlich die falschen Farben. Sie hört super und sieht vielleicht nicht ganz so gut, das testen wir dann in ein paar Wochen nochmal, weil es ja auch gut sein könnte, dass sie einfach aus Jux und Dollerei irgendwann anfing, Häuser, Vierecke, Kreise und Äpfel eher random zu benennen. Und ich vorher noch so „Pippi ist sehr schlau.“ (Wozu Pippi übrigens reinkrähte „Ja, ich bin ein Geni!“ und ich leider vor Lachen fast vom Stuhl fiel.) Zählen, Reden, Motorik ist alles prima, sie wiegt exakt durchschnittlich viel und ist exakt durchschnittlich groß für ihr Alter und zum Abschied gab sie der Helsesøster eine dicke Umarmung, das war schon sehr niedlich. Jedenfalls hab ich da eine kleine schlaue Quatschnase, eventuell halt bald mit Brille. Mal, haha, sehen.

Zum Abschied im Kindergarten sagte ich dann „Ha det, lille venn.“, wie immer, und sie sagte „Ha det, lille Mamma-Rübennase!“ und ja, ich hab die schrecklich doll lieb.

Intermezzo

Dann ging ich zum Optiker und jetzt kriege ich bald eine neue Brille, die hoffentlich dagegen hilft, dass ich nachts offenbar weniger kurzsichtig bin als tagsüber, was mit der Pupillenweite zusammenhängt, wenn ich das richtig verstanden habe. In your Face, Oma, die immer gesagt hat, vom Lesen im Dunkeln bekäme man schlechte Augen! Jedenfalls gebe ich jetzt viel Geld aus und kriege dann eine Brille mit supertollen Gläsern die „das berücksichtigen“, ich will nicht wissen, wie geschliffenes Glas das tun soll, ist mir egal, lalala, ich will einfach nur im Winter Auto fahren ohne mich wie ein Verkehrsrisiko zu fühlen.

Intermezzo Ende

Etwas Arbeit

Korrektur: Herr Rabe war ab hier dabei, das heißt, er wollte eigentlich den Schultermin allein machen und ich war dann nur mit wegen der Brillensache.

Entwicklungsgespräch in der Schule und Michel wollte unbedingt mit. Und ich muss echt sagen: ich liebe Michels Klassenlehrerin. Hach! Michel war während des ganzen Gesprächs (und vorher) total aufgekratzt und, wie man so schön sagt, „all over the place“. Hampelte rum, fummelte rum, grinste unpassend rum und antwortete erstmal auf alles mit „weiß nicht, hihi!“. Puh ey. (Und ich noch beim letzten Gespräch „Michel ist so klug!“) Aber ein klarer Satz von der Lehrerin, gar nicht scharf oder unfreundlich, sondern ganz ruhig und Zack – Hampeln um 50% reduziert und Michel antwortet vernünftig. Halleloo. Die Lehrerin hat auch total viel Verständnis für all die Dinge, die in einer Gruppe von 23 Siebenjährigen eben total normal sind. Ich möchte bitte, dass Pippi auch so eine Lehrerin bekommt. Jedenfalls ist Michel in der Schule in allem gut, erzählt viel und will alles immer ganz genau wissen, er will immer noch Erfinder werden und wenn er jemanden auf der „Freundschaftsbank“ sitzen sieht, fragt er, ob derjenige (ich fürchte auf Mädchen erstreckt es sich nicht, die findet er im Moment ganz doof) mitspielen will. Das ist nämlich eine Bank, da kann man sich hinsetzen, wenn man niemanden zum Spielen hat, aber sich jemanden wünscht. Hach! Mein großer, toller Sohn mit seinem großen Herz. Auch den habe ich ganz furchtbar doll lieb.