Tag 1646 – Doppel-Homeoffice.

Huh, neue Schriftart im WordPress-Editor. Was ist das für eine Zermürbungstechnik hier? Das macht mich doch jetzt wieder drei Wochen lang wuschig. Das komische Absatzgehampel nervt mich ja auch noch. (Jaja, dochdoch, ich bin total technikaffin.)

Herr Rabe und ich haben heute beide Homeoffice gehabt, ich, weil ich um halb zehn eine Blutentnahme hatte und es Quatsch fand, danach dann noch ins Büro zu fahren, Herr Rabe weil ich auch Homeoffice hatte. Und so saß ich dann am Esstisch und Herr Rabe im Arbeitszimmer und wir homeofficeten halt so rum, aber immerhin mit gemeinsamer Mittags- und Kaffeepause (und wem, bei dem man sich über #alleirre auskotzen kann). Das war sehr nett, vielleicht können wir das hin und wieder so einschieben, zumindest die Blutentnahmen, wurde mir heute gesagt, finden nicht früher statt, weil ich ja nicht nüchtern kommen muss, wen interessiert da schon, ob Leute vielleicht auch noch andere Dinge zu tun haben, als sich um halb zehn („Das ist aber wirklich das allerfrüheste!“) Blut abnehmen zu lassen. Alle zwei Wochen.

Ich bin darüber so sauer, und es stimmt auch einfach nicht, weil ich nämlich auch schon um halb neun Termine zur (nicht nüchternen) Blutentnahme dort hatte und dann um acht da auflief und um fünf nach acht mit zwei Röhrchen Blut weniger rausspazierte. Dieses Aus-Prinzip-Macht-Demonstrieren-Weil-Du-Bist-Patientin-Und-Von-Uns-Abhängig-Ätsch nervt mich sehr.

Sonst war heute nicht viel. Michel hatte drei mal sehr herausfordernde Laune, nämlich

  • Direkt nach dem Aufstehen
  • Beim Abholen aus dem Hort und
  • Beim/nach dem Abendessen

Und da ich gestern die steile These las, dass Kinder grundsätzlich immer kooperieren wollen, aber manchmal (sic!) nicht können, weil sie entweder schon zu viel kooperiert haben oder „ihre Integrität verletzt wurde“, frage ich mich halt jetzt schon, was genau Michels Kooperationsbereitschaft heute so in Mitleidenschaft gezogen haben soll bzw. inwiefern ich seine Integrität verletzte. „Geld kann man immer nur ein Mal ausgeben“ war’s wahrscheinlich.

Geld ist an allem schuld und ich las heute, dass meine Einstellung zum Kapitalismus zum linksextremen Antikapitalismus gezählt wird. Tscha, dann ist das wohl so. Gleich mal nen schwarzen Hoodie kaufen einem Kapitalistenschwein rauben.

Tag 1526 – Kindkrankhomeoffice die 2.

Die guten Nachrichten vorweg: Michel geht es prima, nach einem weiteren halben Tag auf dem Sofa hopste er die zweite Tageshälfte rastlos darauf herum. Das muss ein komischer Kindervirus sein, der einen Tag Fieber und Abgeschlagenheit macht und das war’s dann auch. Aber besser so als drei Tage Fieber und dann noch zwei Wochen Schleimröchelhusten, was Kinder ja sonst auch gerne mal anschleppen. Jedenfalls freut sich Michel sehr auf die Schule und hat heute Abend „ssswei Sämuitsches“ gegessen „weil, Mama, morgen ist Schule und Sport und da muss ich Kraft haben und gestern hab ich ja auch nicht viel gegessen“. Ach, so große Kinder sind schon schön.

Ich freue mich auch auf Kindergarten Arbeit, in einem richtigen Büro, Hurra! Mein Skype-Meeting heute lief nämlich nur so lala, ich muss da mal eine kleine Schulung in online-Meeting-Tools anstoßen glaube ich. *Hüstel* nicht für mich *hüstel*. Dieses Homeoffice, selbst mit krankem Kind, muss ich weiter üben, es gefällt mir eigentlich gut, aber ich muss dann echt mein Handy weit weg legen und auch irgendwann das Ende finden. So habe ich die letzten zwei Tage halt mein normales Pensum durchgezogen, nur langsamer (das Handy). Und dann abends noch Guidelines im Bett lesen oder Spezifikationen am Küchentisch bis die Augen schon ganz klein werden – das ist nix. Das ist bestimmt auch total ungesund. Aber ich mag halt auch nicht morgens um neun unvorbereitet zum Meeting, ob on- oder offline, erscheinen und all die anderen Dinge müssen ja auch erledigt werden. Immerhin habe ich mir angewöhnt, Aufgaben, die mir so zugeworfen werden und die ich nicht sofort (also wirklich SOFORT) erledigen kann, in Outlook zu speichern. So habe ich den Überblick und habe (hoffentlich) am Ende des Tages eine hübsche Liste erledigten Kleinscheißes und kann mir auf die Schulter klopfen.

(Und weil ich halt ich bin, setze ich mich mit Fristen selbst unter Druck. Es ist schwierig in meinem Kopf.)

Aber ich sag Ihnen auch mal was: ich liebe diesen Job. Auch nach neuneinhalb Monaten noch. (Bin ich eigentlich inzwischen fertig eingearbeitet? Njaaaa. Inzwischen bin ich in der Phase angekommen, wo man denkt, man sei nie „fertig“ eingearbeitet, weil immer noch wie Karl aus der Kiste irgendwas neues springt.)

Tag 1508 – Scheitern mit Ansage.

Wenig überraschend war meine To-Do-Liste zu lang für einen Arbeitstag, selbst bei einer extra Stunde. Ich werde also wohl am Wochenende irgendwann noch Dokumente lesen müssen (weil ich das Mäppchen bis Montag früh um neun halt bearbeitet haben muss) und nächste Woche im Flugzeug irgendwelches Zeug zum Brexit lesen, weil aus Gründen und hoffentlich breche ich nicht weinend in den Armen meiner Kollegin zusammen, weil ich doch auch keine Ahnung habe wie die das da alles lösen können, herrje, da schlagen sich seit Jahren ganze Gremien mit rum!

Den Rest hab ich aber weggearbeitet, ganz nach Plan.

Abends dann mit der Babysittermama telefoniert, das eskalierte ein bisschen (ich hätte einfach hinfahren sollen) und jetzt stehen hier Fragen im Raum herum, keine schlimmen, keine Sorge, aber halt Fragen, die man sich stellen muss (?) wenn man so Superkinder hat wie wir. Die halt einfach die supersten sind, eh, alle beide. Aber immerhin sind die nächsten Babysittertermine geklärt und ich muss keine Kinder mit zum Schulelternabend schleppen, während der Mann in Kopenhagen weilt, puh. Wir alten Businesskasper, wir.