Tag 1633 – Erfolglos die 2.

Ich habe weitere viereinhalb Stunden meines Lebens an Minecraft verschwendet und möchte einfach nur noch Minecraft in Schutt und Asche legen. Was für eine unfassbare Rotze. Alles war besser, damals, als man einen Datenträger oder von mir aus auch vier bis zwanzig Floppy Disks kaufen konnte und dann saß man halt einen halben Tag davor und tauschte Floppy Disks aber am Ende lief alles. Heute lädt man das Spiel und dann lädt man noch ein extra Dings mit dem man die Extensions abspielen kann und dann lädt man die Extension und es läuft einfach mal gar nichts, weil irgendwelche Versionen nicht zusammen passen. Am Ende schickt man wütende Mails mit wüsten Beschimpfungen („schlimmer als Word“) an die Spielevertreibenden und will sein Geld zurück und es dauert weitere viereinhalb Stunden, bis einer nicht mehr kochend heißer Dampf aus den Ohren schießt.

Ich hasse Minecraft und es hat nichts mit dem Spiel an sich zu tun. Yeah.

Abends wütete dann verständlicherweise Michel herum, weil „einfach gar nichts geht, wie es soll“ und zur allgemeinen Gemütsberuhigung habe ich ihm dann eine Hülle für sein Schul-Tablet genäht. Eine zu kaufen gestaltete sich nämlich schwierig, weil da schon so ein dicker Bumper drum ist. Innen ist wasserdichter Stoff, aus Gründen, und gefüttert ist es, damit es etwas stoßfester ist. Den Stoff hat er sich aus meinem Fundus ausgesucht und der ist von der lieben Tanja <3.

Tag 1626 – Orange.

„Wie siehst du denn aus, was hast du am Mund???“ fragte ich Michel heute Abend. „Nichts!“ sagte Michel. „Möhre.“ sagte Herr Rabe. Ich habe nun also zwei Kinder, die selbst Möhren schälen können. Ich habe sechs* Schnecken, davon fünf zur Zeit wach, die demnächst viele orangene Häufchen machen werden. Und ich habe zwei Kinder, 7 und 4,5 Jahre alt, die aussehen wie Babies in der besten Karottenbreiphase.

Ca. so.

Dann muss Herr Rabe wohl morgen neue Möhren kaufen.

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*ein Haus habe ich gestern nahezu leer ausgegraben. Seufz.

Tag 1625 – Ein bisschen Drama.

Nicht, dass sie denken, ich hätte das Bloggen wieder vergessen, ich bin nur total vorm Fernseher versackt. Ich gucke eine erstaunlich spannende Dokumentation über Cheerleading. Sie heißt Cheerleading (kreativ, jaja) und ich möchte jetzt mit Cheerleading anfangen alle meine Kinder zum Cheerleading anmelden weiter gucken.

Passend zum Drama im Fernsehen hat Michel gestern eine Impfung bekommen. In der Schule. So wie alle seine Klassenkameraden und -kameradinnen. Und meine Güte. Wie man leiden kann. Ja, sein Arm ist dick, aber sein demonstratives Leiden veranlasste mich dann doch während des Abendessens zu einem kleinen Vortrag über Kinderlähmung.

Danach ging es dann. Kleine Drama-Queen.

Tag 1622 – Approved!

Heute war Homeoffice-unterbrochen-von-Kinder-TÜV-Tag. Erst mit Pippi zur Helsestasjon, dann mit Michel zum Entwicklungsgespräch in der Schule.

Pippi ist eine kleine Rübennase und hat viel Quatsch gemacht, zum Beispiel „schreibt“ sie ihren Namen in erfundenen Buchstaben und sagte aus Jux und Dollerei grundsätzlich die falschen Farben. Sie hört super und sieht vielleicht nicht ganz so gut, das testen wir dann in ein paar Wochen nochmal, weil es ja auch gut sein könnte, dass sie einfach aus Jux und Dollerei irgendwann anfing, Häuser, Vierecke, Kreise und Äpfel eher random zu benennen. Und ich vorher noch so „Pippi ist sehr schlau.“ (Wozu Pippi übrigens reinkrähte „Ja, ich bin ein Geni!“ und ich leider vor Lachen fast vom Stuhl fiel.) Zählen, Reden, Motorik ist alles prima, sie wiegt exakt durchschnittlich viel und ist exakt durchschnittlich groß für ihr Alter und zum Abschied gab sie der Helsesøster eine dicke Umarmung, das war schon sehr niedlich. Jedenfalls hab ich da eine kleine schlaue Quatschnase, eventuell halt bald mit Brille. Mal, haha, sehen.

Zum Abschied im Kindergarten sagte ich dann „Ha det, lille venn.“, wie immer, und sie sagte „Ha det, lille Mamma-Rübennase!“ und ja, ich hab die schrecklich doll lieb.

Intermezzo

Dann ging ich zum Optiker und jetzt kriege ich bald eine neue Brille, die hoffentlich dagegen hilft, dass ich nachts offenbar weniger kurzsichtig bin als tagsüber, was mit der Pupillenweite zusammenhängt, wenn ich das richtig verstanden habe. In your Face, Oma, die immer gesagt hat, vom Lesen im Dunkeln bekäme man schlechte Augen! Jedenfalls gebe ich jetzt viel Geld aus und kriege dann eine Brille mit supertollen Gläsern die „das berücksichtigen“, ich will nicht wissen, wie geschliffenes Glas das tun soll, ist mir egal, lalala, ich will einfach nur im Winter Auto fahren ohne mich wie ein Verkehrsrisiko zu fühlen.

Intermezzo Ende

Etwas Arbeit

Korrektur: Herr Rabe war ab hier dabei, das heißt, er wollte eigentlich den Schultermin allein machen und ich war dann nur mit wegen der Brillensache.

Entwicklungsgespräch in der Schule und Michel wollte unbedingt mit. Und ich muss echt sagen: ich liebe Michels Klassenlehrerin. Hach! Michel war während des ganzen Gesprächs (und vorher) total aufgekratzt und, wie man so schön sagt, „all over the place“. Hampelte rum, fummelte rum, grinste unpassend rum und antwortete erstmal auf alles mit „weiß nicht, hihi!“. Puh ey. (Und ich noch beim letzten Gespräch „Michel ist so klug!“) Aber ein klarer Satz von der Lehrerin, gar nicht scharf oder unfreundlich, sondern ganz ruhig und Zack – Hampeln um 50% reduziert und Michel antwortet vernünftig. Halleloo. Die Lehrerin hat auch total viel Verständnis für all die Dinge, die in einer Gruppe von 23 Siebenjährigen eben total normal sind. Ich möchte bitte, dass Pippi auch so eine Lehrerin bekommt. Jedenfalls ist Michel in der Schule in allem gut, erzählt viel und will alles immer ganz genau wissen, er will immer noch Erfinder werden und wenn er jemanden auf der „Freundschaftsbank“ sitzen sieht, fragt er, ob derjenige (ich fürchte auf Mädchen erstreckt es sich nicht, die findet er im Moment ganz doof) mitspielen will. Das ist nämlich eine Bank, da kann man sich hinsetzen, wenn man niemanden zum Spielen hat, aber sich jemanden wünscht. Hach! Mein großer, toller Sohn mit seinem großen Herz. Auch den habe ich ganz furchtbar doll lieb.

Tag 1614 – An der Zeit.

Halb zehn, es ist wohl Zeit, mir einzugestehen, dass keine Inspiration für’s Bloggen mehr kommt.

Das spannendste, das heute passiert ist, war, dass wir für einen halben Tag bei der Arbeit das Wasser abkochen mussten, bis Entwarnung vom Wasserwerk kam. Ich habe also einen halben Tag lang heißes bis pipiwarmes Wasser getrunken und das soll ja gesund sein, ich fand’s aber gewöhnungsbedürftig.

Die Kinder haben Salto auf dem Sofa geübt und das war sehr lustig anzusehen und im Hinblick auf solche Aktionen haben wir uns ja gegen ein teures, schickes Sofa und für eins mit komplett abnehmbaren und waschbaren Bezügen entschieden, da kann man auch mal drauf hopsen.

Fehler
Dieses Video existiert nicht
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Dieses Video existiert nicht

Tag 1608 – Nicht getraut.

Tja, also heute habe ich nicht geschrieben, während die Kinder einschliefen. Ich habe nachgedacht und prokrastiniert, indem ich mit meiner Kollegin geschrieben habe, ob wir morgen zusammen noch was essen vor unserem, äh, Werksausflug. Wir gehen nämlich in eine Stand-Up-Comedy-Show und wäre das nicht mit Atle Antonsen würd ich mir das wohl schenken aber na gut. Socializing. Aber eigentlich ist das auch eine ganz andere Geschichte, die ich dann morgen erzählen kann.

Jedenfalls konnte ich heute keine Mutterschaftszweifeltexte schreiben, weil mein Fuß festgehalten wurde.

Wir probieren zum x-ten Male körperkontaktloses Einschlafen.

Ach ja. Der Zwerg. Die Maus. So tolle Kinder.

(Nein, auch Fuß festhalten macht nicht alles gut. Das Vertragen nach einem gepflegten Anranzer meinerseits heute Nacht macht auch nicht alles gut. Das ist es ja nicht. Es ist… ach. Vielleicht bald.)

Tag 1594 – Litt av hvert.

(Ein bisschen von allem.)

Der Tag begann mit Allergiedrama, weil Michel schlecht Luft bekam und bellend hustete. Es hörte sich an wie Pseudokrupp und war insgesamt wirklich schlimm.

Gut dass wir mit Little B. verabredet waren, das war eine willkommene Abwechslung und ein gutes Ziel außerhalb des Hauses.

Und, hach. Es gibt Leute, die trifft man zu selten in echt und Little B. (und Scott) gehören für mich einfach inzwischen dazu. So schön. Hach, hach!

Leider war das Treffen zeitlich eingeschränkt durch Programmpunkt 2: Stadttheater, Weihnachtsmärchen, Der Zauberer von Oz.

Da hatte der Opa zu eingeladen und auch das war schön, vor allem zu sehen, wie Pippi da mitgeht. Da steht sie auf dem Theatersitz und ruft laut die „Zaubersprüche“ mit und tanzt den „Wir gehen auf eine Reise“-Tanz. Herrlich!

Zwischen Theater und weiterem Programm erledigte ich ein paar Besorgungen und die Kinder hopsten in eine Pfütze und mussten dann leider mit Opa und Tante nach Hause und verpassten Programmpunkt 3: Standesamt, der Trauung von M. und C. beiwohnen.

(Die Deko hat’s schon ziemlich hinter sich…)

Hach, Hochzeiten finde ich ja immer schön! Zugegebener Maßen krähte mein Hirn schon beim ersten Satz der Standesbeamtin „Mein Name ist Adelheid Müller-Lüdenscheid“ [Name von der Redaktion geändert] UND SIE HABEN IMMER DAS RECHT EINEN DOPPELNAMEN ZU FÜHREN, JEDERZEIT, DA MÜSSEN SIE IHREN EHEMANN NICHT MAL VON UNTERRICHTEN!!!, weil das die Standesbeamtin bei der Eheanmeldung bei Herrn Rabe und mir damals etwa drei mal gesagt hat. Aber es war eine wirklich schöne, ungezwungene Trauung. Alles Gute auch an dieser Stelle noch mal, M. und C.!

Danach Kinder einsammeln und auf zur Party im neuen Haus des Bräutigampaares, das noch nicht fertig renoviert ist, aber Lage, Lage, Lage und uhhhh, das Potential! Das wird sicher richtig schick, wenn es fertig ist.

Michel und später Michel und Pippi halfen dem Bräutigampaar dabei, geschenktes Geld aus einer Sandmuschel auszubuddeln. Unermüdlich. Und als sie fertig waren, warfen sie es wieder rein und buddelten es wieder aus. Das war schon sehr niedlich anzuschauen und beste, pädagogisch wertvolle Kinderbeschäftigung obendrein. Bald schreibe ich Elternratgeber: Kinder zu Großkapitalisten erziehen von Anfang an.

Das war ein voller und voll toller Tag. Hach, hach.

Tag 1593 – Warum hast du so ein‘ dicken Bauch?

Wir haben heute Freunde von Herrn Rabe aus Schulzeiten besucht. Genau genommen trafen wir uns da mit insgesamt drei Familien und dann sechs Kindern zwischen eins und sieben. Das war ziemlich wuselig aber auch sehr lustig und wir sind zwar nicht zum Kekse backen gekommen, haben dafür aber sehr viel gequatscht und die Kinder hatten auch alle Spaß. Pippi hat jetzt eine neue Freundin, die sie zwar nicht versteht aber yolo! Ich hatte ein fast-noch-Baby auf dem Arm und bin ganz beglückt, niedlich sind die ja schon immer, ich will nur kein eigenes mehr. Ich und das fast-noch-Baby haben etwa 10 mal die Uhr angeguckt, dann den Baum und dann auch den runden Babybauch, weil das ja fast gleich klingt.

Pippis neue Freundin – die Tochter der Gastgeber – ist ein sehr neugieriges Kind und als ich mit Pippi auf dem Klo war, fragte sie mich, warum ich denn so einen dicken Bauch hätte. Ob da ein Baby drin sei? Mein erster Reflex war irgendwas von „Ich bin gar nicht dick!!1elf!“ zu sagen, aber gemessen an ihrer Mutter bin ich schon deutlich runder und meinen Bauch kann man auch nicht verleugnen auch wenn er nicht ausreicht um Strumpfhosen oben zu halten. „Nee, ich hab nur viel gegessen.“ sagte ich deshalb. „Nein, da ist ein Baby drin!“ sagte das Mädchen und dann führte ich eine einigermaßen absurde Diskussion über Familienplanung mit einer Vierjährigen. Später erklärte ich auch noch, warum ich Glitzer auf den Augen habe („weil es mir gefällt“), warum ich Ohrringe trage („weil es mir gefällt“) und warum ich ein Kleid anhabe („weil es bequem ist und mir gefällt“) und jetzt denkt das Mädchen vielleicht bestimmt hoffentlich, dass man als erwachsene Frau machen kann, was man will und das ist ja auch fast genau so und bis sie erwachsen ist hoffentlich noch mehr.

Den Wichtel haben wir allerdings vergessen mitzunehmen.

Tag 1587 – Diese Kinder.

Große Kinder sind toll, haben sie gesagt. Große Kinder können sich alleine beschäftigen, haben sie gesagt. Die Eltern können dann am Wochenende auch mal länger schlafen, haben sie gesagt.

Da wo ich stümperhaft das Herz hingehalten habe, sitzt Pippi im Schlüpper auf dem Tisch und guckt Elefantenapp auf dem iPad.

So schön.