Tag 3562 – Tanzshow und Rest vom Wochenende.

Heute hatte Pippi ihre Tanzaufführung und meine Güte, ist die groß geworden. Ich habe leider davon kein vernünftiges Foto machen können, weil die Zappelmaus ständig herumhampelt, aber mit so einem strengen Ballett-Dutt und einem Trägertopp mit Strickjäckchen drüber sieht sie einfach aus, wie ein richtiges Ballettmädchen. Da ich ihr außerdem meinen langen Hals vererbt habe und sie alterstypisch eigentlich nur aus Armen und Beinen besteht, nochmal extra doll. Natürlich hat sie auch am allerbesten von allen getanzt, da bin ich selbstverständlich ganz neutral und objektiv.

Was sie tatsächlich ist, ist die größte in ihrer Gruppe. Aber es steht ja auch an, dass sie die Gruppe wechselt, weil sie nach dem Sommer ja schon in die 5. Klasse geht. Meine Güte, wo ist die Zeit geblieben, die war doch neulich noch so (hier Andeutung von irgendwas in Oberschenkelhöhe vorstellen).

Ich sehe schon kommen, dass wir zum nächsten Semester schon wieder neue Ballettsachen kaufen müssen, weil sie da einfach rauswächst.

Auch der Rest der Show war sehr gut. Die haben da schon wirklich gute Tänzerinnen in der Ballettschule. Und eine nicht mal volle Hand Jungs, alle im HipHop und alle noch unter 12. Eine Schande.

Danach machten wir, also Herr Rabe und ich, Wochenenddinge, wie Sport, Bandprobe und Wechseln des Aquarienwassers. Wie immer halt.

Eine weitere wirklich gute Nachricht: der Frühling ist da. Besorgniserregend früh und viel zu trocken, Klimakrise sei dank, aber dass man ohne Winterjacke raus kann und alles wieder grün wird und die Vögel singen kann mich ja trotzdem freuen. Die dicken Hummeln sind auch wieder unterwegs (und sterben unter Linden, das macht mich traurig, warum sind Hummeln so dumm?). Ehrlich gesagt freue ich mich zu dieser Zeit über jedes Zeichen von Leben, selbst über die dicken Spinnen, die sich jetzt wieder auf den Terrassenplanken sonnen. (Solange die draußen bleiben, können die auch unter der Terrasse wohnen, da bin ich ja großzügig. Ich hätte nur gerne so nen Spinnen-Bannkreis etwa auf der Schwelle der Terrassentür.) Gartentechnisch bin ich gespannt, ob ich dieses Jahr die Weide zu starb beschnitten habe, auch wenn Herr Rabe sagt, das sei quasi nicht möglich.

Tag 3560 und 3561 – Yeah!!!

Als ich beim Kindertanz war, vor ganz vielen Jahren, hatten wir eine Choreografie auf Cancan (das One-Hit-Wonder von Offenbach). Die war sehr lustig und wir hatten bunte Röcke und Schlüpper mit Rüschen auf dem Po.

Heute habe ich wieder Cancan getanzt, aber ohne Rüschen auf dem Po. Die wiederum wurden als Burlesque-Kostüm vorgeschlagen. Aber heute war Ballett, ganz seriös also, und sehr wenig Showgirly (schade, aber da sind ja hauptsächlich Kinder, nicht das Moulin-Rouge-Publikum). Es hat sehr viel Spaß gemacht, obwohl das wirklich ein saumäßig anstrengender Tanz ist. Und ein bisschen Showgirl kann man ja trotzdem machen, zum Beispiel mit dem Gesicht. Wir hatten durchgesetzt, dass wir mehr Make-Up tragen durften als sonst so und man sieht zwar (im Gegensatz zum Burlesque) das Publikum nicht, aber das macht ja nichts, man kann ja trotzdem in das schwarze Loch reingucken und ein bisschen breiter lachen als sonst so. Wenn man tatsächlich Spaß hat, ist das auch ganz leicht. Ich weiß nicht, was da passiert ist, aber ich fand heute auf der Bühne stehen gar nicht gruselig schlimm, sondern sehr empowernd. Verrückt.

Allerdings ist mein linkes Bein jetzt echt Matsche und mein Rücken freut sich auch drauf, dass ich das mit dem Radschlagen erst mal wieder lasse.

Übrigens auch total verrückt: ich bin in der Balletttruppe die größte. Ich bin ja gar nicht groß, genau genommen bin ich exakt durchschnittlich groß, in Norwegen einen oder zwei cm unter dem Durchschnitt sogar. Es ist jedenfalls extrem ungewöhnlich, dass ich irgendwo die größte bin. Auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass Leute, die mich nur von Bildern kennen, denken, ich sei sehr groß irgendwie. Bin ich nicht. (Ich bin eine Sitzriesin, mein Oberkörper ist im Verhältnis zu den Beinen sehr lang, aber das ist eine andere Geschichte.)

Apropos groß: nach dieser aufregenden Sache war ich dann noch mit Michel Marschschuhe kaufen. Nachdem Pippi neulich ja schon Größe 37 brauchte, hat Michel jetzt Größe 39. Also meine Schuhgröße. Die wachsen echt wie Unkraut, diese Kinder. Und auch für Michel kommen die Schuhe jetzt aus der Damenabteilung, weil es Kinderschuhe bis maximal Größe 37 gibt (meist nicht mal das), Herrenschuhe aber erst ab 41. Keine Ahnung, was männliche Jugendliche machen sollen. Oder generell Männer mit kleinen Füßen. Gut, dass Füße sich nicht an den als für Frauen(TM) deklarierten Schuhen stören können.

Tag 3553 und 3554 – Alle wieder da.

Herr Rabe und Pippi sind gestern wieder nach Hause gekommen, problemlos, und das ist sehr schön. Es war sehr leise ohne Pippi und sehr komisch ohne Herrn Rabe. Michel und Pippi streiten natürlich direkt wieder, das ist weniger schön.

Ich schlafe schlecht. Also, ich schlafe in erster Linie viel zu spät. Das ist auch nicht so schön. Dabei habe ich mir extra nen Wecker gestellt, damit sich mein Schlafrhythmus nicht zu sehr verschiebt. Hat halt nur nicht geholfen, weil ich trotzdem erst nach dem Mittag in die Gänge komme und dann auch nur im Schneckentempo mache, bis abends. Abends bin ich dann aktiv. Hrmpf.

Heute gab es aus Deutschland importierten Spargel. Ich mag Spargel echt gerne, aber hier gibt es keinen (weißen) Spargel. Ich habe genau ein Mal welchen im Supermarkt gesehen, und der war furztrocken, der hatte sogar die Gummiphase schon hinter sich. Ich wette, gekocht hätte man zwischen dem und irgendeinem Stöckchen aus dem Wald keinen Unterschied gemerkt. Und dafür wollten die Mondpreise. Also nee, nein Danke. Grünen Spargel gibt es, und ab und zu kaufen wir auch welchen (auch da muss man sehr gucken, dass der frisch ist). Der ist lecker vom Grill oder einfach in der Pfanne gebraten, aber ist halt was anderes als weißer Spargel. Also ist die (ungeschriebene) Regel: wenn einer von uns zur Spargelzeit in Deutschland ist, wird Spargel mitgebracht. Da das nur alle drei Jahre (im Schnitt) passiert, ist uns dann der Preis auch egal. Und ich kann sagen: der Bielefelder Spargel war sehr, sehr lecker. Das fand selbst Pippi. Michel hat auch probiert, fand aber, das schmecke wie „Wasser mit Fasern“ und hat dann weiter Kartoffeln mit (leider konsistenzmäßig missglückter) Sauce Hollandaise gegessen. Oder Sosshollidays, wie ich es neulich im Internet las.

Apropos Michel: gestern habe ich gewagt, Fisch statt Pizza zu machen, das missfiel Michel sehr, ich kann doch nicht einfach so von der Freitags-Pizza-Regel abweichen! Aber ich selbst kann auch nicht von der Karfreitags-Fisch-Regel abweichen und mir war kurz entfallen, dass das eventuell einen Konflikt mit sich bringen könnte. Michel hat gestern also nackten Reis gegessen und war allgemein empört. Er hat deshalb auch heute beim Spargel argwöhnisch gefragt, ob das auch „so eine komische deutsche Ostersache“ sei. (Der Fisch war lecker, es war Heilbutt mit selbst gemachtem Pesto und Frischkäse-Parmesan-Creme überbacken. Aber auch da haben wir gestern beschlossen: wir kaufen so selten Heilbutt, das nächste Mal gönnen wir uns das grätenfreie Filet statt Scheiben.)

Apropos Pesto: ich fürchte, wir müssen ein neues Messer für den Blender kaufen. Das hatte gestern echt Probleme mit den Pinienkernen.

Tag 3546 und 3547 – Wieder zu Hause.

Ich bin gestern nach der Inspektion ziemlich problemlos wieder nach Hause gekommen. Trotz Anfang der Osterferien, was meine Kollegin und ich nicht so ganz auf dem Schirm hatten, als wir gebucht haben. Aber abgesehen davon, dass wir ein bisschen länger als üblich auf unser Gepäck warten mussten, lief alles glatt. Ich machte nur am Flughafen den Fehler, in meine Mails zu schauen und regte mich daraufhin sehr über meine Chefin auf. Tja.

Jetzt ist Urlaub. Für alle. Herr Rabe und Pippi fahren morgen nach Deutschland und sind dann da bis Karfreitag. Michel und ich rödeln hier zu Hause vor uns hin. Ich glaube, das ist so gut für alle. Ich hab nach Ostern direkt die nächste Inspektion und verreisen wäre mir grad echt zu viel.

Für Michel ist gut, Ferien von der Lehrerin zu haben. Pippi vermisst ihre Lehrerin und ihre Klassenkameradinnen jetzt schon und war auch kurz neidisch, weil sie dachte, am Dienstag sei Korps, wo Michel dann hin gehen könnte, aber sie nicht. Was aber ja Quatsch ist, in den Ferien ist kein Korps und auch sonst nichts. Lediglich Ostermontag ist Tanzen, weil es das letzte reguläre Training vor der Show ist.

Wir haben gestern noch einiges Haarsträubendes über die Lehrerin von Michel erfahren, das will ich hier gar nicht breittreten, aber das geht zum Teil echt auf keine Kuhhaut mehr. Da sind wir schon im illegalen Bereich, bei manchen Dingen. Und das weiß die Schule auch und trotzdem passiert irgendwie nichts außer Meetings mit einzelnen Eltern und der Schulleitung. Immer wieder in neuen Runden und Konstellationen, zwischendurch kündigt dann noch kurz die Schulleitung. So kann da halt auch nichts bei rum kommen.

Immerhin sagt Michel, die Lehrerin hätte gesagt, an der neuen Schule (die barneskole zieht in den Sommerferien in das neue Gebäude um) würde sie Werken unterrichten. Das heißt, sie bekäme dann keine Klassenleitung. Das wäre sehr schön für Pippi.

Derweil war Herr Rabe heute Abend (zufällig, vorher kannten die sich nicht) mit einem der potentiellen neuen Klassenlehrer von Michel auf einem Konzert und Bier trinken. Das ist hier wirklich ein Dorf.

Tag 3543 und 3544 – Müde af.

Ich habe von gestern auf heute Ultra schlecht geschlafen, war so um drei Uhr wach, konnte bis 5 nicht mehr einschlafen und um halb sechs musste ich aufstehen. Da kriege ich dann auch mal Migräne von, ja. Besonders schön, wenn man irgendwie inspizieren soll, nebenher. Der Hersteller ist jetzt auch nicht unbedingt einer, wo es nicht ganz so schlimm ist, wenn man mal 5 Minuten nicht ganz dabei ist. Solche haben wir durchaus auch, aber hier ist es nicht so.

Gestern Abend hatten wir ein konspiratives Treffen mit anderen Eltern aus Michels Klasse und jetzt sind wir erst recht sauer. Da hat die Schule uns einfach mal allen erzählt, dass nur unser Kind, als allereinzigstes, total schlimm ist. Alle anderen Kinder kommen total supi mit der Lehrerin klar. Alles ist rosig, nur mit unserem Kind stimmt was nicht. Gemacht wird auch nichts, auch für die anderen Kinder werden die hart erkämpften Maßnahmen, die den Kindern den Schulalltag leichter machen sollen, in einer Form umgesetzt, die sich für die Kinder wie Strafen anfühlen. Einer muss immer in Mathe in einem anderen Raum sitzen, weil er weiter ist, als der Rest. So als Beispiel. Michel wird rausgehängt und vor der ganzen Klasse wird betont, dass er den Computer benutzen darf, während die anderen mit der Hand schreiben, WEIL ER JA ADHS HAT UND SO EINE SCHLECHTE HANDSCHRIFT. Ein anderes Kind wird rausgehängt, weil seine Eltern auf regelmäßigen Treffen mit eben jener Lehrerin bestehen. Generell ist bei allen der Eindruck da, dass es für die Kinder immer schlimmer wird, je mehr wir Eltern intervenieren. Der Frust darüber wird dann an den Kindern ausgelassen. Aber nur an den Jungs. Ich bin wirklich keine Männerrechtlerin, die ständig von der schlimmschlimmschrecklichen Benachteiligung von Jungen im Schulsystem erzählt, aber in diesem Fall ist sehr deutlich, dass die Lehrerin Kinder im allgemeinen nicht und Jungs ganz besonders wenig mag. Es tut mir echt leid für das Ranten, aber die Situation ist geprägt von Willkür und Machtdemonstrationen und das alles ist echt Kacke, vor allem für die Kinder. Wie man es macht, ist es jetzt verkehrt. Mein Verständnis für die Lehrerin ist langsam auch am Ende, die letzte Eskalation kann sie sich komplett alleine auf die Fahne schreiben. Wir haben uns wirklich bemüht, zu Hause nicht schlecht über die Schule oder die Lehrerin zu reden, aber das ist langsam nicht mehr möglich, ohne direkt zu lügen.

So, Rant ende.

Falls Pippi diese Lehrerin im nächsten Jahr als Klassenlehrerin bekommen sollte, wechselt sie die Klasse am ersten Schultag. Das tue ich ihr nicht und uns nicht noch mal an.

Tag 3541 und 3542 – Ächz.

Oha, Hormone. Plötzlicher Abfall von irgendwas, quasi ins Bodenlose, und meine Laune geht direkt mit. Ich will nicht mit meiner Kollegin streiten (muss aber, weil sie Quark gemacht hat), ich will nicht mit meinem Arzt streiten (muss aber, wegen Schilddrüse, die nicht mehr da ist, und anderen Hormonen), ich will nicht mit Michels Lehrerin streiten (muss aber, aus Gründen). Speziell letzteres möchte ich nicht, es sind noch 2 Monate an dieser Schule, herrgottnochmal. Kann man da nicht vielleicht einfach sein lassen, wieder alles anzuzünden? Also die Lehrerin. 12-Jährige sind halt 12-Jährige, da ist manchmal nicht so sehr viel Selbstreflexion und nur rudimentäre Impulskontrolle vorhanden, dass die das nicht so raus haben, die Streichhölzer im Rucksack zu lassen, finde ich relativ normal. Wir arbeiten dran, aber das gleiche erwarte ich auch von einer Lehrerin meines Alters.

Außerdem war Tanzen und wir haben die Choreografie gefühlt 35 mal durchgetanzt, davon 4 oder 5 mal im großen Saal (der immer noch kleiner ist, als die Bühne). Jetzt fühlt sich mein linkes Bein an, als würde es heute Nacht einfach abfallen, unter dem großen Zeh hat sich eine richtig miese Blase gebildet und ich bin so platt und weinerlich und generell unpässlich.

Jaja, ich nehm ja meine Pillen schon.

Tag 3538 – 3540 – Viel.

Hier ist ein bisschen viel los und zusammen mit der Zeitumstellung von letzter Woche, die immer noch mit sich bringt, dass ich viel zu spät ins Bett komme, ist das alles nicht so gut.

Donnerstag war ich im Büro, dann da beim Sport und dann wollte ich mir noch kurz die Haare schneiden lassen, was dann aber länger dauerte wegen Wartezeit und dann war es nicht mal gut. Was mir aber erst heute so richtig auffiel, dass zum Beispiel um die Ohren rum nicht richtig geschnitten wurde, sodass da noch lange Haare abstehen. Jedenfalls war es Donnerstag dann am Ende spät.

Gestern habe ich einige Überstunden gemacht, damit ein Report eventuell Montag fertig werden kann. Das ist langweilig für Sie zu hören. Das interessanteste, was passiert ist, war, dass ich bei einem Zuhör-Meeting erfahren habe, dass manche Männer sich Eigenfett an ihren Willy transplantieren lassen, damit der dicker wird. Ja. The more you know.

Heute habe ich Michel und seine Kumpels ins Kino gebracht, die haben den Minecraft-Film angeschaut. Das war wohl gut. Danach bin ich mit Pippi nach Oslo gefahren (wo Herr Rabe heute einen Workshop hatte) und habe viel Geld ausgegeben. Pippi hat jetzt „Marschschuhe“, die ihr passen, also komplett schwarze, bequeme Turnschuhe mit guter Sohle, um damit am 17. Mai den ganzen Tag zu marschieren. Aus der Damenabteilung, weil Pippi für eine Neunjährige enorm große Füße hat. Außerdem hatte die Damenabteilung ein viel größeres Angebot. Ich habe jetzt richtige Laufschuhe, für meine gelegentlichen Joggingtouren. Mit Laufbandanalyse und Fußabdruck-Analyse und allem. Wenn man da hin geht und sagt „Ich hasse laufen, aber ich mache es halt und die Schuhe sollten mich vielleicht nicht auch noch daran hindern“ verstehen die das erstaunlich gut und jetzt habe ich einen soliden Hobbyschuh mit guter Dämpfung, der breit und stabil ist und mit dem man keine Rennen gewinnt, aber der die Gelenke nett behandelt. Das war auch ein relativ günstiges unter all den absurd teuren Modellen.

Pippi hat in Oslo ein Dubai-Eis gegessen, das ihr gar nicht mal so gut geschmeckt hat. Aber wenn man neun ist, muss man das grade trotzdem haben.

Danach war ich ziemlich gar und bin im Zug nach Hause eingeschlafen. Anstrengend, dieses draußen sein.

Tag 3533 – So groß!

Pippi, die kleine Zwergmaus, braucht für die Ballettaufführung ein weißes Spaghettiträgertop. Ein solches zu bekommen ist zur Zeit ein ziemliches Projekt. Denn Mädchen mit Größe (so grob) 140 tragen keine normalen, engen, weißen Spaghettiträgertops. Sie können ganz einfach nicht. Was sie tragen können, laut Läden, sind alle möglichen mehr oder noch mehr gruseligen Varianten von bauchfrei und gleichzeitig extrabreit. Für Mädchen in dem Alter einkaufen ist eh schwer, weil ich nicht finde, dass die rumlaufen müssen wie zu klein geratene 15-Jährige, aber die Läden finden das schon. Wenn man dann noch etwas ganz spezifisches braucht, das zwar simpel aber grad nicht in Mode ist… ja, viel Spaß.

Ich war wirklich drauf und dran, was zu nähen, aber scheue vor den Trägern zurück, die werden bei mir höchstwahrscheinlich ömmelig (sowohl aufgrund von Können als auch aufgrund von technischer Ausstattung, die ich hier habe). Lieber 15 T-Shirts als ein Spaghettiträgertop.

Aber dann fanden wir in exakt einem Laden ein einsames, weißes Spaghettiträgertop in XS für Damen. Das ist ein bisschen lang, weil vor allem die Träger zu lang sind, aber die kann man ja kürzen. Halleluja, Operation weißes Top abgeschlossen.

Pippi freut sich übrigens am meisten darauf, dass sie dann einen Ballettdutt kriegt. Denn dann müssen wir ihr Gel oder Ähnliches kaufen, um die fusseligen Härchen anzukleben. Bei der Ballettaufführung ist Haarspray verboten (ganz einfach weil man sonst in der Umkleide erstickt, wenn da 100 Mädels gleichzeitig ihre Haare mit Haarspray fixieren). Und ich sage es mal so: so lange die Diskussion ist, dass sie unbedingt Haargel haben will, und nicht, dass sie unbedingt rumlaufen will wie Christina Aguilera anno 1999, bin ich zufrieden. Weil letzteres kommt auch noch, ganz bestimmt.

(Ja, ich höre mich an wie meine eigene Mutter und beide Omas. Merke ich selber und finde ich in dem Fall auch gar nicht schlimm.)

Tag 3532 – Nicht viel zu erzählen.

Aber gute Nachricht: Pippi geht es viel besser. Sie quatscht einem wieder drei Schnitzel an die Backe und singt wieder den ganzen Tag. Sie verstreut zwar nach wie vor überall gebrauchte Taschentücher, aber auch das bedeutet immerhin, dass sie Taschentücher benutzt und nicht Ärmel und Ähnliches. Think pink.

Apropos Pippi singt: zur Zeit mag sie sehr gerne das Lied „Willst du“ von Alligatoah. Ich kann das verstehen, ich mag das auch. Allerdings hoffentlich aus ganz anderen Gründen. Weil ich hoffe, dass sie den Text nicht versteht. Ähäm. Generell ist Alligatoah jetzt vielleicht nicht die optimale Musik für eine Neunjährige. Dann doch lieber Nina Chuba.

Tag 3531 – Alltag?

Eigentlich wäre ja heute Sport gewesen, aber seit gestern ist leider Pippi krank und dann hatte ich eben Homeoffice. Pippi hat irgendeine sehr fette Erkältung mit Fieber, Kopfschmerzen und schier unendlichen Mengen Rotz, also nichts, wo man jetzt in Panik geraten muss, aber auch nichts, mit dem sie fröhlich herumspringt oder zur Schule kann.

Homeoffice war auch echt besser so, denn ich habe nach langer Zeit mal wieder IT-Projekt-Dinge getan und bin da schon wieder kurz davor, alles anzuzünden. Neuester Clou, den sich irgendwer ausgedacht hat: nach dem neuen, großen Release, der im Sommer kommt und wegen dem wir, die das System schon seit bald drei Jahren benutzen, seit letztem Sommer nur noch ganz kritische Bugfixes bekommen, sollen wir weiter in unserer kleinen Ömmelecke arbeiten, während der neue Release ein shiny Facelift bekommt, aber halt getrennt von uns. Bei uns ist es ja unaufgeräumt und chaotisch, das will ja niemand. Dass wir User dafür nichts können ist denen, die das ausgedacht haben, egal. Dass es komplett bescheuerte Ressourcenverschwendung ist, zwei verschiedene User Interfaces für das gleiche System zu maintainen, ist auch egal. Hauptsache, wir werden noch mal dafür abgestraft, dass wir die Versuchskaninchen waren.

Immerhin bin ich da inzwischen eiskalt und stelle Inspektorinnenfragen an egal wen, sollen sie mich halt für respektlos halten. Inspektorinnenfragen sind solche, bei denen man nicht locker lässt, bis man eine Erklärung bekommen hat, die man begreift, oder bis das Gegenüber aufgibt und sagt „stimmt, war doof von uns“. „Warum?“ ist ein guter Einstieg für solche Fragen.

Im Homeoffice kann ich auch getrost ungeschminkt rumsitzen. Das ist zur Zeit ein Vorteil, denn meine Haut mag, wie jedes Jahr, den Frühling eher nicht so und blüht Pickelmäßig so richtig schon auf. Das nervt mich sehr, dann friemele ich an den Pickeln rum, weil die mich so nerven und dann wird es natürlich alles noch viel schlimmer. Ein frühlingshafter Teufelskreis.