Tag 209 – Shoppen

Ich habe mir heute einen neuen Bikini gekauft. Mutig trotz Noch-Stillens. Er ist schlicht und schwarz und falls meine Brüste nicht nach der Stillzeit drei Nummern kleiner werden, sollte er auch dann noch passen. Um diesen passenden Bikini zu finden, musste ich allerdings zwei Bikinis in jeweils 4 Größen anprobieren. Gut, dass Pippi die ganze Zeit geschlafen hat, wie ein Stein. Auch gut, dass man mit der besten Freundin so gut einkaufen kann, sie ist immer ehrlich und im Gegensatz zu Herrn Rabe, der mich gerne auch mal zu überaus unvernünftigen Käufen verleitet, überaus sparsam. Wenn was nicht 100% überzeugt, wirds nicht gekauft. Ergo kam bei der dreistündigen Bummeltour durch die Innenstadt außer dem Bikini nur ein Gürtel (braunes Leder, schlichte Schnalle, breit: genau was ich gesucht hatte) bei rum, und das war sehr gut so. Beim Kaffee fragte sie mich dann, was ich denn so machen würde, wenn sie nicht da wäre, ich sagte wahrheitsgemäß ich würde mir ein Kleid nähen und heute Abend nach dem Essen schlug sie mir dann vor, doch damit anzufangen. Die Taschen hab ich jetzt schon fertig und den Stoff habe ich zugeschnitten während wir uns über dies und das unterhielten und Pippi auf ihrem Bauch schlief. Pippi hat jetzt manchmal Albträume, dann weint sie im Schlaf und schlägt um sich, so auch heute auf dem Bauch der Freundin, aber ansonsten war es sehr gemütlich. Überhaupt Pippi so: sitzt jetzt richtig stabil aufrecht, krabbelt ziemlich fix in der Gegend rum und zieht sich an allem hoch. Imitiert Geräusche, die man macht (Schmatzen, Schnalzen, Dadada, Prusten,…). Die große kleine Maus.

Jetzt noch etwas Purity (dieses Buch muss ich ja auch irgendwie mal durchkriegen!) und dann Augen zu. Morgen wird Geburtstagskuchen gebacken und wir gehen ins Schwimmbad, den neuen Bikini auf Badetauglichkeit testen. 

Tag 208 – Hyttetur

Heute haben wir einen wunderwunderwunderbaren Ausflug zur Hütte gemacht, wie die Norweger das halt so machen am Sonntag. Es war sonnig, kalt, Schnee und frische Luft. Ja, der Satz „Es war Schnee.“ ist sehr falsch, das ist mir gerade aber sowas von egal! 

Am Freitag hat Herr Rabe einem Kollegen eine Kraxe abgekauft, er hatte bei der Arbeit erwähnt, dass wir für den Urlaub eine gebrauchte suchen und dann sagte jemand „Ach, ich hab eine, die krieg ich nicht verkauft.“. Tja, und heute wurde sie ausprobiert. Weil ich paranoid bin, dass sie frieren könnte, habe ich Pippi folgendes angezogen:

  • Body
  • Wollstrumpfhose
  • Dünnen Wollanzug
  • Dicke Wollhose
  • Wollsocken
  • Nikijacke
  • Wolljacke
  • Mütze
  • Handschuhe
  • Fellschuhe

Und dann in die Trage. Sie konnte sich zwar kaum bewegen, fand das aber nicht weiter schlimm und guckte den Hinweg über in der Gegend herum. Michel, der tapfere Schneezwerg, lief mit nur wenig Genörgel den Berg hoch. Das dauerte natürlich ein bisschen, auch wenn es nur etwas mehr als ein Kilometer war, mit so kurzen Beinen und stetig bergauf ist das schon auch anstrengend. Wir motivierten ihn mit Eis, das es auf der Hütte sicherlich gäbe. 

Nach einer knappen Stunde waren wir oben auf dem Berg angekommen und suchten uns einen freien Platz in der Hütte. Es gab genau einen freien Tisch. Und kein Eis. Um Katastrophen (also einen Wutanfall ähnlich dem gestrigen) abzuwenden, gestanden wir Michel freie Wahl beim Gebäck zu, in logischer Folge aß er einen kompletten Riesen-Schokomuffin. Pippi aß zwei Maispinns, stillte dann ausgiebig und zog sich als Nachtisch eine komplette Banane rein. Wir tranken Kaffee und aßen Bulle und Käsebrötchen. Dann nochmal alle schnell Pipi (aufm Plumpsklo: ahhhhhh, ist das kalt von unten!!!) und wieder zurück, diesmal den längeren Weg (2,5 km). 

Michel rannte den größten Teil des Weges befeuert durch den Schokomuffin und zwei Gläser Saft den Berg runter, dass mir schon vom Zugucken ganz anders wurde. Ich trabte so gut es ging hinterher, rief ab und an, worauf er auch immer stehen blieb und mit rot leuchtenden Wangen auf mich wartete. Pippi schlief nach wenigen Metern wahrscheinlich wegen des Bananenvollen Magens ein und sah sehr niedlich aus, wie sie so das (extra dafür vorgesehene) Kissen vollsabberte:

  
Noch ein Selfie mit allen am See und dann weiter dem Kind nach den Berg runtergerannt. Im Endeffekt dauerte der Rückweg genauso lange wie der Hinweg und alle kamen rotwangig und aufgeräumt wieder am Auto an.

Zu Hause holten wir uns eine Pizza von dem Restaurant, wo wir am Mittwoch gewesen waren (wieder sehr lecker und nicht sooo teuer!), ich brachte Michel ins Bett, kochte sehr fix Gelee aus dem von der besten Freundin mitgebrachten Holundersaft und schaute dann mit der besten Freundin Tatort. 

Hachz. So könnte es öfter sein. <3

Tag 204 – Da isser. 


 Wegen der krömpeligen Gürtelschlaufen muss ich den jetzt immer mit Gürtel tragen, das macht aber nichts, weil ich grundsätzlich immer einen Gürtel trage. Aber in neue Gürtel könnte man mal investieren.

Michel ist sehr enttäuscht, dass der Stoff jetzt alle ist. Er wollte gerne eine Hose aus dem Stoff haben. Mit Taschen. Nun ja, da seine eine Fleecehose ohnehin bald zu klein ist, habe ich ihm meine Fleecestoffe gezeigt und ihm angeboten, eine Hose zu nähen. Mit Taschen, selbstverständlich. Vorne und hinten auch, wenns sein muss. Natürlich hat er den hässlichen und fusseligen Stoff ausgesucht, aus dem ich Pippi letztens einen Schlafsack genäht habe. Blärgs. Egal, da wird jetzt ne Hose draus, der muss ja auch irgendwie weg. Die Taschen und Bündchen mache ich aber aus einem anderen Stoff, damit es sich auch farblich ein bisschen absetzt. Das wird bestimmt schick. Nun überlege ich noch, ob Kordel oder Gummizug besser ist?

Was anderes: wir kriegen morgen Besuch von der besten Freundin und ich bin ein bisschen aufgeregt, habe deshalb heute die Bude geschrubbt (war ohnehin sehr nötig) und bin heute Abend mit Herrn Rabe und Pippi essen gegangen in ein relativ neu eröffnetes Lokal hier um die Ecke. Das letzte Mal als die beste Freundin hier war eskalierte eine allgemeine Frustsituation meinerseits ziemlich und deshalb wollte ich gerne noch mal bewusst einen Abend in Ruhe mit Herrn Rabe haben, damit nicht wieder irgendwelche aufgestauten Ärgerlichkeiten aus mir raussprudeln, wenn mehr Östrogen im Haus ist. Da Pippi aber ja noch nicht bei der Babysitterin bleiben kann, musste sie mit. Ich glaube, es hat ihr ganz gut gefallen, sie durfte bei uns ein bisschen mitessen und fand großen Gefallen am Kürbispüree des Hauptgangs und am Wasserglas von Herrn Rabe. Herr Rabe und ich fanden großen Gefallen an Allem. Schmack-o-fatz, sage ich nur, aber sehen Sie selbst:


Moah, das war soooo lecker! Herr Rabe hatte noch zwei Bier dazu, davon eins zum Nachtisch, wo der Malz über Erlenholz geräuchert wird, das fand ich ganz furchtbar eklig, aber Herr Rabe fand es lecker und darauf kommts ja an. Ich blieb lieber bei meinem Kakao. Und der ganze Spaß hat uns am Ende nur knapp über 100 € gekostet, das ist für norwegische Verhältnisse und die Qualität des Essens und zweieinhalb alkoholische Getränke (mein Bier war „alcohol free, 0.5% vol.“) echt wenig.

Jetzt zu Hause und selig.

Tag 199 – Mein erstes Mal

Gestern war ich das erste mal im Indoorspielplatz. Oder sagt man auf dem Indoorspielplatz? Ich weiß nicht. Egal. Im Lekeland halt. Anlass war ein beweglicher Ferientag des Kindergartens und dass ich vor Monaten, als die beweglichen Ferientage bekannt gegeben wurden, auf Herrn Rabes Frage „Soll ich dann Urlaub nehmen…?“ leichtsinniger Weise mit „Ach was, das geht schon!“ geantwortet hatte. Dazu kam dann noch kurzfristig „Am 25. ist PayDayDinner und Dartturnier Endrunde, da muss ich spielen, ich komm nach der Arbeit und vor dem Dinner nicht nach Hause.“ . Hurra. Jackpot quasi. Mit zwei wuseligen Kindern allein zu Haus – den ganzen Tag vom Aufstehen bis zum Ins-Bett-bringen. Als wir Michel letzte Woche eröffneten, dass der Kindergarten diese Woche zwei Tage zu haben würde und er die Tage mit mir und Pippi allein verbringen müsse und ich auch noch nicht wüsste, was wir dann machen würden, sagte er zuerst, er wolle zu Brutus. Und dann, als ich sagte, das ginge nicht so einfach, „Splielplatz elleicht… Elleicht Einkaufen…“ Einkaufen, ja, guter Plan, nur leider nicht tagesfüllend. Und dann war das Wetter gestern auch noch Ultra kacke, sodass Spielplatz beim besten Willen auch nicht drin war. Und verrotzt sind die Rübennasen ja auch noch, also auch kein Schwimmbad. Hilfe! Letzter Ausweg: Indoorspielplatz. 

Inzwischen bin ich ja schlau (oder fies, wie mans nimmt) und sagte Michel erstmal gar nichts. Ich packte uns ein bisschen Proviant ein (Michel wunderte das gar nicht groß, dass wir Brotdosen zum Einkaufen mitnahmen. Hauptsache, er durfte die Dose mit den Gurken halten), stopfte heimlich Michels Stoppersocken in meinen Rucksack und dann gingen wir einkaufen. Mit dem Bus zum Shoppingcenter, da in den Supermarkt, Gedön kaufen und für jeden noch einen Snack. Dann setzten wir uns auf ein Sofa und aßen unseren Proviant bis auf zwei Bananen komplett auf, Michel verschüttete meinen Tee auf dem Sofa (Glücklicherweise Fake-Leder) und krümelte alles mit seinem Croissant voll, Pippi kaute glücklich an einem Stück Birne und schluckte vielleicht 1% davon runter, der Rest landete überall und dann war da noch die Sache mit den Lolliverteilenden Werbeheinis, die Michel übersahen, kurz: danach war ich im Eimer. Aber so richtig. Mein Körper schrie nach Kaffee. Also fragte ich Michel, ob er Lust auf Lekeland hätte, so ein ähnliches, wie sie letztens mit dem Kindergarten besucht hatten (und wonach Michel im Kindergarten eingeschlafen ist, hähähä…) gäbe es hier auch. Natürlich war er gleich Feuer und Flamme. Welcher Dreijährige wäre das nicht? Und der Eingang: ein riesiges, aufgerissenes Haifischmaul! Sooooo toll! Innerlich brülle ich „Für Kaffee!!!“, während ich mich in das Haifischmaul stürze. 

Wir sind drin. Es mieft. Nach Turnhalle irgendwie. Käsefuß, Kinderpups und Weichbodenmatte. Nicht nach Kaffee. Aber ich kann eine Café-Nische sehen. Erst noch Schuhe ausziehen. Ich pelle den total zappeligen Michel aus zwei von drei Schichten Kleidung. Die Stoppersocken vergesse ich im Rucksack. Michel rast los. Ich hinterher, den Kinderwagen strategisch günstig direkt an der Caféecke geparkt, nehme Pippi raus, drehe mich zum Café… „MAMA! Daaaa! Boooot mit Kanoooonen! Komm! Komm jetzt, Mama!“. Ich zwinkere der Kaffekanne ein kurzes „Bis gleich!“ zu und schlurfe zu dem Boot. Tatsächlich. Da ist ein halbes Piratenboot. Mit Luftdruckkanonen drauf, mit denen man Schaumstoffbälle abschießen kann. Der innere Pazifist in mir winkt verzweifelt mit seinem weißen Fähnchen aber gegen Michels leuchtende Augen hat er keine Chance. Wir quetschen uns alle drei durch die Lamellenpforte. An den Kanonen angekommen erringt mein innerer Pazifist einen Teilsieg, weil ich nicht rausfinden kann, wie die Dinger funktionieren. Erst als eine andere Mama mir sagt „Das da ist kaputt. Da einfach reinstecken und dann auf den Knopf drücken… Neineinein, DEN Knopf DA!… Ja, so geht’s.“ schaffe ich, was die meisten Vierjährigen intuitiv hinbekommen und schieße einen Ball ab. Michel flippt völlig aus. Pippi setze ich auf den Boden, sie strahlt mich an und kann sich scheinbar nicht entscheiden, welchen der herumliegenden Bälle sie zuerst mit ihrem Schnodder beschmieren soll. Michel schleppt drölfzig Bälle an, mit denen muss ich dann die Kanone beladen, er schießt. Am meisten freut er sich, wenn er mehrere Bälle auf einmal abschießt. So spielen wir, Pippi sabbert Schaumstoffbälle an und fügt deren sicher bereits bunter Keimflora noch ihre eigenen Bazillen hinzu, ich bin Pinky, Michel ist Käpt’n Säbelzahn, dann ist er Pinky und ich bin Käpt’n Säbelzahn, ich habe keine Ahnung worum es geht, aber Michel ist im siebten Himmel. Plötzlich stürzt er los, raus aus dem Lamellenloch, hält sich den Schritt. Ich schnappe mir Pippi, die grad dabei war, mit dem Finger ein Loch in einen Ball zu prökeln, und stürze hinterher. „Mamaaaaa! Klo, SOFORT!“ ruft Michel. Ich dirigiere ihn leicht panisch zum Klo „für kleine Piraten und Prinzessinen“, kotze kurz innerlich ein bisschen als ich das lese, wir schaffen es rechtzeitig und dank niedriger Klos kann Michel sich alleine hinsetzen. Das Klo könnte sauberer sein und weniger nach Kinderpipi riechen. Hände waschen geht fix: Michel will sofort wieder zu den Kanonen. 

Ich will weiterhin Kaffee. Der Kompromiss ist die Babyecke neben dem Café. Hier sitzen schon einige Mamas mit Babys, die allesamt leicht abgeranzte Riesenspielwürfel besabbern. Ein paar etwas größere Kinder beklettern die Minirutsche. Es gibt noch ein etwas miefiges Bällebad, in das stürzt sich Michel direkt. Pippi krabbelt ein bisschen herum, will aber scheinbar nur andere Kinder beobachten. Sie guckt sich förmlich die Augen aus dem Kopf. Ich auch: der Kaffee ist in Sichtweite. Das nimmt Junkiehafte Züge an. Ich überlege, ob ich beide Kinder einfach kurz den anderen Mamas…? „Mama, guck mal!“ Michel hopst vom Rand ins Bällebad. Pippi versucht sich am Rand des Bällebads hochzuziehen. Ich stelle sie hin. Jetzt ist sie im siebten Himmel. Die anderen Muttis versuchen, Konversation mit mir zu betreiben. Pippi fällt um. Michel rutscht einem anderen Kind fast auf den Kopf. „Jaja, sieben Monate.“ Ich stelle Pippi wieder hin. Michel baut einen Turm aus den Riesenwürfeln. „Ja, hm, früh dran… Michel, sei vorsichtig da, hier sind überall Babies!“ Michel schmeißt den Turm um. Das einzige Baby das er trifft, ist Pippi. Sie fällt um. „Komm, Mama!“ Michel will wieder zu den Kanonen. Ich schaffe es, ihn davon zu überzeugen, alleine da hinzugehen, von hier kann ich ihn ja sehen. Die anderen Muttis sind plötzlich sehr in einem Gespräch unter sich vertieft. Auch gut. Mit Konversation hab Ichs nicht so ganz. Pippi krabbelt rum. Guckt die anderen Babies an. Guckt und guckt und guckt. Kommt angekrabbelt, versucht sich an mir hochzuziehen. Sie ist müde. Ich schnappe sie mir und gehe zu Michel, der grad aus dem Boot kommt. 

„Michel, ich muss einmal Pippi wickeln, möchtest du mitkommen?“ Dämliche Frage von mir. Natürlich will er. Ich schnappe meinen Rucksack. Auf dem Weg zum Wickelraum kommen wir am Kino vorbei. Michel gravitiert automatisch ins Kino. Es läuft eine norwegische Fassung von Doc MacStuffins und ich frage mich kurz, woher ich weiß, was das ist. Weiß es nicht. Spreche mit Michel ab, dass ich Pippi wickeln gehe und er so lange Film gucken kann. Gehe Pippi wickeln, auch der Wickelraum könnte sauberer sein und als ich den Windeleimer öffne um die Windel zu entsorgen, schlägt mir ein infernalischer Gestank entgegen. Welchen ich ignoriere und durch sehr flaches Atmen zu verdrängen versuche, schnell mit Pippi auf dem Schoß selbst aufs Klo gehe und dann sehr schnell den Raum verlasse. Puh. Michel sitzt noch im Kino. Ich soll reinkommen, sagt er. Pippi hat Hunger. Ich sage ihm, dass ich keine Lust auf Film habe, dass ich Pippi stillen will und ihn dann abhole. Ok, sagt er. 

Ich suche mir eine Ecke, in der ich mit Pippi sitzen kann, aber den Eingang des Kinos im Blick habe. Beim Stillen schlafe ich fast ein. Pippi schläft nicht nur fast ein. 

Michel kommt aus dem Kino und rennt zum Klo. Hämmert an die Tür. Er denkt, ich sei da drin. Ich rufe, aber er hört mich nicht. Pippi nuckelt noch. Ich tue, was ich mir mal geschworen hatte, niemals in der Öffentlichkeit zu tun und gehe leicht vornübergebeugt mit dem angedockten Baby los um Michel zu retten. Als ich am Kinderwagen angekommen bin (direkt neben dem Café, Sie erinnern sich?), sieht er mich. Ich tarne die Aktion als eine weniger panikartige indem ich souverän Pippi abdocke, blitzschnell die Brust unter dem Shirt verschwinden lasse und Pippi in den Kinderwagen bugsiere. Sie schläft weiter. Michel sieht die Donuts und behauptet, er hätte Hunger. Das ist meine Gelegenheit! Ich kaufe einen Donut, einen Muffin und EINEN KAFFEE! Mir ist völlig egal, dass der Kaffee mal wieder eher schlecht ist. Hauptsache, er wirkt! Das tut er. Der Tag hat einen Sinn. 

Michel will wieder zu den Kanonen. Das kann doch nicht sein, dass er von ca. 10 Sachen hier nur mit einer spielen will. Die große Rutsche vielleicht? Er traut sich nicht. Vom Kaffee beflügelt, biete ich ihm an mit ihm zu rutschen. Das ist ok. Zuerst rutscht er vor mir und ich halte ihn fest. Dann rutschen wir nebeneinander und halten uns an der Hand. Dann rutschen wir nebeneinander ohne festhalten. Und dann rutscht er alleine. Ich bin ganz stolz, dass er sich jetzt traut. Er rutscht ca. eine Million mal. Pippi wird wach und wir sehen Michel beim Rutschen zu. Sein Gesicht ist schon ganz rot vor Anstrengung und Spaß. Ich gehe mit Pippi wieder in die Babyecke. Sie guckt und steht und guckt und krabbelt und guckt und sabbert und guckt. Michel rutscht und rutscht und rutscht. Zwischendurch ruft er zu mir rüber: mit meinem Vornamen! Hat er geschnallt, dass es keinen Sinn macht, zusammen mit 40 anderen Kindern nach „Mama!!!“ zu rufen? Vielleicht. Ich sinniere vor mich hin. Pippi sieht schon recht fertig aus. Zu viel zu gucken. Gleich schmurgelt Ihre Birne durch, statt neue Synapsen zu machen. Michel sieht aus wie ein Feuermelder. Mit einem Mal trägt er Schaumstoffkanonenkugeln zur Rutsche. Ich interveniere. Hauptsächlich daran, dass er überhaupt nicht protestiert mache ich fest: Zeit zu gehen. Michel muss noch kurz den Kanonen Tschüss sagen. Und dann noch mal rutschen. Zum Abschied. 

220 Kronen, plus 70 im Café. Dafür, dass Michel als erstes heute morgen Herrn Rabe vom Boot und den Kanonen und dem großen Hai und so Puffpuff und große Rutsche ganz schnell erzählt hat. 

War ganz ok, glaub ich. 

Tag 197 – Betreff: Verbesserungsvorschläge zum Produkt „Baby“

Guten Tag,

Zunächst einmal möchte Ich sagen, dass ich im Großen und Ganzen mit Ihrem Produkt „Baby2015“ zufrieden bin und es in unserem Haushalt nicht mehr missen möchte. Es handelt sich dementsprechend bei diesem Schreiben mitnichten um eine Reklamation. Trotzdem möchte ich einige Verbesserungsvorschläge zum Produkt „Baby2015“ anbringen, von denen die zukünftigen Erwerber des Nachfolgeproduktes „Baby2016“ möglicherweise profitieren können.

Die Lieferung des Produktes „Baby2015“ verlief weitgehend reibungslos und termingerecht, allerdings war das Produkt leicht verunreinigt und verknittert. Dies würde ich dem Lagerungsbehältnis zuschreiben, in dem es recht eng verpackt war. Überdies reagierte „Baby2015“ auf das Auspacken mit einem lauten und anhaltenden Signalton der sich erst nach mehreren Minuten von selbst abschaltete. Dem Betriebshandbuch konnten wir entnehmen, dass dies normal sei, außerdem erinnerten wir uns, dass auch das Produkt „Baby2012“ schon so auf das Auspacken reagiert hatte. Das Betriebshandbuch schlägt außerdem eine Reihe von Maßnahmen vor, die bei Auftreten weiterer Signaltöne vorzunehmen sind und die diese abstellen sollen. Dazu gehören: Wechsel des Abfallreservoirs, Nachfüllen von Milch oder später anderer geeigneter Nahrung, Nachfüllen von emotionaler Energie durch körperliche Nähe und Entertainment. Ich muss sagen, dass das Produkt „Baby2015“ doch recht schlecht auf die meisten dieser Maßnahmen ansprach und, vor allem in den ersten Monaten nach Lieferung, weiterhin vermehrt Signaltöne von sich gab. Besonders das Wechseln des Abfallreservoirs erwies sich als unerwartet tückisch, da „Baby2015“ im direkten Vergleich zu „Baby2012“ sehr viel mehr auf die Abfallreservoirs an sich reagierte und eine Oberflächenreaktion (Rost?) auftrat. Erst nach Testen der meisten auf dem Markt erhältlichen Abfallreservoirs sowie unter Zuhilfenahme diverser Reinigungs-, Schmier- und Pflegemittel fanden wir einen Weg, diese Oberflächenreaktion zu umgehen. Jedoch, und das möchte ich besonders betonen, änderte dies nichts an den vom Produkt abgegebenen Signaltönen. Lediglich körperliche Nähe, besonders in Kombination mit Herumtragen (hier hat sich das Zubehör „Babytrage“ als sehr nützlich erwiesen) sind verhältnismäßig sichere Schallregulierungsmaßnahmen.

Das Ausstoßen der Signaltöne ist, meiner Meinung nach, der größte Mangel am Produkt „Baby2015“. Es wundert mich ehrlich gesagt auch, dass dieser Mangel seit vielen Generationen der „Baby“-Reihe bekannt ist und trotzdem nicht behoben wurde. Ein einfacher Lautstärkeregler, wie er an jedem iPod zu finden ist, könnte hier für erhebliche Entlastung sorgen. Ebenso wie ein Schalter zum Wechsel des Betriebsmodus oder eine einfache Power-Taste, um den Schlafmodus einzustellen. Es ist mir unvorstellbar, dass diese Beschwerden das erste Mal durch mich an Sie herangetragen werden. Auch von anderen Produkten der Reihe „Baby2015“ weiß ich, dass diese sich gerne in einem Modus aufhängen und dieser teilweise über Stunden nicht gewechselt werden kann. Das mag ja noch angenehm sein, wenn das „Baby2015“ im Modus „Friedliches Spielen mit den eigenen Füßen“ hängt. Wenn allerdings, so wie heute, das Produkt im Modus „Brüllen, Kreischen und ins Gesicht kneifen“ mehrere Stunden festhängt, ist das für den Besitzer doch sehr anstrengend. Lediglich ein Reset des Systems durch Herbeiführen des Schlafmodus konnte „Baby2015“ wieder in einen anderen Modus versetzen. Das wäre alles nicht erwähnenswert, wäre wenigstens das Verfahren zum Reset immer gleich. Dies ist jedoch nicht der Fall und mitunter bedarf es zahlreicher Versuche, bis der Schlafmodus erfolgreich aufgerufen werden kann. Dies ist ärgerlich, besonders wenn „Baby2015“ wieder mal mitten in der Nacht plötzlich aus dem Schlafmodus in einen anderen Modus wechselt und nicht wieder zum Schlafmodus zurückkehrt. Ich denke, dass Sie mit einer entsprechenden Skip-mode-Funktion an „Baby2016“ sehr großen Erfolg bei Ihrer Kundschaft haben würden!

Abschließend möchte ich lobend erwähnen, dass bei „Baby2015“ das Freischalten neuer Features wie „Krabbeln“, „Rollen“ und „Alles Ansabbern“ wesentlich schneller erfolgt, als dies bei „Baby2012“ noch der Fall war. Dies scheint zwar mitunter zu vermehrtem Ausstoßen von Signaltönen zu führen und ist möglicherweise auch nur ein Merkmal unseres Batches, aber es erleichtert doch vieles, wenn das Feature „Selbst Fortbewegen“ endlich freigeschaltet wurde.

Hoffentlich konnte ich Ihnen durch dieses Schreiben einige Anregungen zur Verbesserung der „Baby“-Reihe liefern. Ich bedanke mich für die bisherige Zusammenarbeit und die Produkte „Baby2012“ und „Baby2015“, die unser Leben trotz der offenkundigen Mängel doch sehr bereichert haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen –

Ihre Frau Rabe

Tag 196 – Schon wieder fast alle krank

In der Nacht auf Samstag fing Michel an zu husten. Rasselnd und schleimig und fast so wie bei der Lungenentzündung, aber ohne Fieber. Leider hat ers ja nicht so mit dem Hand-vor-den-Mund-halten,  außerdem gibt er Pippi gerne Küsschen (oder leckt ihr auch mal beim Hund spielen quer durchs Gesicht…) deshalb war es nur eine Frage der Zeit, bis Pippi es haben würde. Die Nacht auf Montag war es dann soweit. Mehr Rotznase als Husten bei ihr, was aber bei einem Stillbaby ja auch nicht so mega spaßig ist.

 Es ist schon fies, wenn man mitbekommt, wie sie fünfmal an- und abdockt, bis sie sich entscheidet, dass das Minibisschen vom einen Nasenloch zum Atmen reichen muss oder dass sie es eben doch sein lässt und hungrig weiterschläft. Oder eben nicht weiterschläft, das ist noch fieser. Und seit heute habe ich es eben auch. Bei mir sind es hauptsächlich Hals- und Gliederschmerzen. Es ist doch zum Heulen. 

Dass ich dazu quasi als erstes nach dem Flugmodus-Abstellen heute morgen eine SMS der Unibibliothek hatte, in der ich aufgefordert wurde, das Statistikkursbuch zurückzugeben, machte es nicht besser. Natürlich habe ich das Buch schon lange zurückgegeben, direkt nach der Klausur sogar, aber trotzdem musste ich eben heute da hin gurken (im dichten, feuchten, waagerecht mit eiskaltem Wind in mein Gesicht gepusteten Schnee) und das klären. Es war gar kein Problem, das Buch wurde einfach als zurückgegeben nachregistriert, das machte mich froh und ich wollte das mit einem Kaffee feiern, aber dann hatte Möglichkeit 1 Inventur und ein Schild „Wir öffnen um 14:00 Uhr“ an der Tür, vor Möglichkeit 2 waren irgendwelche Gehweg-Bauarbeiten und deshalb kam ich mit Kinderwagen da nicht rein und bei Möglichkeit 3 war die Kinderwagen- und Rollstuhlrampe zugeparkt. Da hatte ich dann statt Kaffee in der Tasse den Kaffee schon um viertel nach zehn auf und ich fuhr missmutig nach Hause. Den Rest des Tages habe ich dann mit der kranken und deswegen sehr anhänglichen und missgestimmten Pippi verbracht und meiner eigenen Erkältung beim sich ausbrüten zugeguckt. Ein toller Tag. Nicht. 

(Übrigens hat Michel am Sonntag beim Frühstück gesagt „Noch ssueimal schlafen, dann Pippi Ssähne wachsen!“. Er hat aber nicht recht behalten. Ich bin ganz froh drum, Zahnen obendrauf müsste grade nicht unbedingt sein.) 

Tag 192 – Adieu, rosa Fitnessstudio

Die Tage des Muttisports sind gezählt (für mich). Aus mehreren Gründen. Erstens bin ich quasi austrainiert (Muhahaha), nein, im Ernst jetzt, ich habe schon länger nicht den Eindruck, als hätte das Training irgendeinen Trainingseffekt, weder komme ich großartig aus der Puste noch werden meine Muskeln müde. Heute wurde ich dann auch noch einer Partnerin zugeteilt, die ich da auch schon oft gesehen habe, also auch keine „Neue“, die hätte ich wahrscheinlich einfach umpusten können oder einhändig wegtragen. Und nach den Übungen war die komplett fertig und ich eben mal so gar nicht. 

Zweitens war da heute eine neue Trainerin, ich nehme mal an, die hat selbst keine Kinder, jedenfalls hatte die für 20 Babies ganze fünf Matten ausgelegt, da sollten alle Babies friedlich liegen. Die Babies, allen voran Pippi, hielten sich natürlich nicht daran, Pippi mähte die kleineren und/oder immobileren Babies einfach um und grabschte einem vielleicht 8 Wochen alten Säugling unsanft ins Gesicht, weil der unter einem Spieltrapez liegen durfte.  Um solche Übergriffigkeiten zu verhindern, setzte ich sie deshalb ins Laufgitter, das fand sie aber ziemlich blöd und ich auch, sie sah darin ein bisschen aus wie ein Löwe im Käfig und deshalb nahm ich sie auch da nach ein paar Minuten wieder raus und setzte sie einfach vor mir auf den Boden. Da krabbelte sie dann herum und ich hatte gut zu tun, sie davon abzuhalten, Fitnessequipment anzulutschen. Ich bin ja echt entspannt, was vieles angeht, aber  diese Therabänder und Gymnastikmatten und so, die werden selten saubergemacht und da springen täglich Menschen mit ihren nackten Füßen drauf rum. Bah. Genauso die Spielzeugkiste. Ich nehm immer eigenes Spielzeug mit. Ist wahrscheinlich ne Berufskrankheit. So ein klebrig-schweißiges Theraband oder ein ordentlich durchgelutschter Oball ist doch der ideale Nährboden für Keime aller Gruselstufen. Aber da Pippi jetzt ja ziemlich fix unterwegs ist, wird das deshalb zunehmend unentspannt mit dem Sport. 

Und drittens bin ich ja eh im April weg und ab Mai arbeite ich dann wieder. Bleibt noch der März, in der Woche vor Ostern (also der mit Gründonnerstag und Karfreitag) ist Norwegen aber eh geschlossen, also bleibt der halbe März. Und da hab ich noch Geburtstag und Besuch. Vielleicht sollte ich mir schon mal so YouTube-Fitness-Übungen suchen, weil eigentlich isses  schon ganz geil, so rundum trainiert zu sein, man (also ich) hat dann viel weniger Rücken und auch, aber das kann auch drölfzig andere Gründe haben, weniger Migräne. Und für weniger Migräne würde ich fast alles tun. Sogar zu Hause (womöglich noch im Beisein von Herrn Rabe) alberne Fitnessübungen machen. 

Tag 191 – Der Nachfolger von „DEUTSCHLAND!“

Neulich wurde ich gefragt, ob Michel denn noch diesen DEUTSCHLAND!-Tick hat. Hat er nicht. (Hier minutenlangen Seufzer der Erleichterung vorstellen.) Aber natürlich wird es mit Michel nie langweilig, denn allerlei Quatsch erzählen kann er ja ohnehin gut und das sogar zweisprachig. Manchmal erschreckt es mich ein bisschen, wie gut sein Norwegisch geworden ist, vor allem, wenn er im Kindergarten den Erwachsenen in feinstem Dialekt Familieninterna ausplaudert. 

Interessant ist auch immer, wenn er Wörter benutzt, die auf beiden Sprachen gleich sind, aber minimal unterschiedlich ausgesprochen werden, wie zum Beispiel Löwe. Jedes Mal, wenn ich sein „Löö(e)wä“ höre, wird mir bewusst, wie stark mein deutscher Akzent eben doch noch sein muss. Hier ein kleiner Spaß für Freundin A.: „Liiisäää? Kem er det som kjem? Kossen er det? Kofor? Æ like osså sånn. Itj! Slipp mææææ! Hør dokk tæ! Edvin, sjå hæ, æ e hunnj!!!“ 

Auch beim Singen haben wir unseren Spaß, Michel singt sehr gerne und auch viel, kann aber eben oft nur den halben Text und Melodien werden erst langsam erkennbar. Deshalb haben wir öfter mal Probleme, wenn er irgendwas singt, was sich für uns erstmal so anhört: 

„Lille kattepüs, jör düüdüüü? Æ lele mamma mi!“

Tja, und dann geht das googeln los. „Kinderlied norwegisch kattepus“. Aha! Lille kattepus, die ersten beiden Strophen gehen so:

Lille kattepus, hvor har du vært?

Jeg har vært hos mamman min.

Lille kattepus, hva gjorde du der?

Jeg fikk melk fra mamman min. 

Ohhh, voll süß, eine kleine Katze geht zur Mama und kriegt Milch. Ja, und später wird sie verhauen. Pädagogisch total wertvoll. 

Manchmal kann Michel sogar übersetzen. Manchmal klappt das sogar:

Michel: „Mama, de snööööa?“

Ich: „???“

Michel: „Snöööaa! *denkt nach* Schnee kommt!“

 Meistens greift dann aber doch die Sprachverwirrung, obwohl, vielleicht auch nicht, denn: wenn er ein Wort nicht auf der anderen Sprache weiß, oder es ihm grad nicht einfällt, sagt er das gleiche Wort nochmal in einer anderen Stimmlage. Also in etwa so:

*Michel bekommt Geschenk* 

Ich: „Möchtest du Danke sagen?“

Michel: „Dankeschön!“

Ich: „Du musst mit E. Norwegisch sprechen, die versteht das sonst nicht.“

Michel: *mit ganz tiefer Stimme* „Doonkööschöööön!“

Oder auch

Michel: „Papa, deutsch ist „Hallo“, weißt du? Und noreeeisch ist *ganz tiefe Stimme* „Hoolloooo“.“

Unser Sohn, das Sprachgenie. Direkt den Kern der Gemeinsamkeiten UND der Unterschiede zwischen den beiden Sprachen getroffen. 

Ich geh jetzt mal „Løwe“ sagen üben. 

Tag 190 – Frieden und Liebe!

In Mamabloggerhausen tobt ein erbitterter Grabenkampf* zwischen Alt-, Jung-, Neu-, Kleinst-, Groß- und Glossen-Bloggern. Es geht um, ja, um was eigentlich? Darum, dass die Cool Kids die kleinen nie mitspielen lassen, dass aber auch die Kleinen nicht nur Mimimi machen sollen sondern ausm Quark kommen und aber eigentlich Ist das doch nur Clickbaiting und Rumgeheule überall. Heute wurde entdeckt, dass die Rolle der Habt-euch-doch-bitte-alle-lieb-Mutti noch fehlt. Die mach ich jetzt. Also:

Frieden und Liebe!!!

So. Jetzt trinken wir alle einen lauwarmen, laktosefreien, fettarmen, Low-Carb, fair gehandelten Bio-Kakaoblättertee aus Reismilch und dann haben wir uns wieder lieb, nech? Wir wollen ja schließlich alle das Beste für unsere Kinder, äh, Blogs. 

Was ganz anderes: Pippi nervt mich grad kolossal wegen Schub und Schreien und Nichtschlafen und Dauertrinken und ich bin schon ganz leergelutscht aber ist das hier nicht mal total süß?

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Motzmotzmotz. Motz. ❤️

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Und dann nochmal zum Vergleich ein Video von vor ein paar Tagen, so geht es schneller, scheint aber weniger cool zu sein. 

(Ich hoffe, das funktioniert so. Die Technik ist ja manchmal tückisch…)

Trotzdem hoffe ich auf baldige Beendigung des Schubs. Meine Nerven sind nämlich kurz vor Ende und so kleine Meckerkrabbelepisoden und der darauf folgende Aaaaawww-Anfall reichen grade mal bis zum nächsten Mal „Is mir egal, dass du auf dem Klo sitzt, Mama, ich will auf jeden Fall auf den Schoß! Rabäääää!“.

Noch was total anderes: der Urlaub ist gebucht! Vier Wochen Korfu, wooohoooo! Haaaach, das wird gut. Bestimmt. (Zweimal umsteigen je Weg wird nicht so cool, ich Flugzeugschisser. Vielleicht lass ich mir doch von meiner Freundin dieses Reisezeugs mitbringen vorher.)
*nun ja, Scharmützelchen. 

Tag 189 – Duschen

Heute habe ich mit Pippi geduscht. Ich hatte mich auf Theater eingestellt, sie findet Baden ja schon nicht so geil, bzw. erst seit den letzten zwei, drei Malen halbwegs ok. Sowohl Pippi als auch ich hatten aber heute eine Grundreinigung nötig und Pippi alleine Baden traue ich mich nach einer ziemlichen Katastrophe vor einigen Monaten nicht mehr so wirklich. Also dachte ich mir, ich dusche erst mich und hole dann Pippi dazu und Dusche sie fix ab, zackzack bisschen Duschgel drauf und wieder abwaschen, fertig. Pippi dazuholen klappte dann im nassen und flutschigen Zustand nur mäßig gut, aber irgendwann hatte ich ihr doch Michels Auto aus der Hand gefriemelt und die Windel abgezuppelt und wir standen unter der Dusche. Und siehe da: Pippi genoss es sichtlich. Kein Geschrei wegen Wasser im Gesicht oder am Kopf (Michel war da ein Experte drin, vor allem nach dem Babyschwimmen brüllte er beim Duschen die ganze Sauna zusammen, und immer der geschockte Gesichtsausdruck: „Oh! Da ist Wasser in meinem Gesicht! Oh! Ich muss ertrinken! Oh!“), kein Gemecker wegen eingeseift werden. Im Gegenteil: sie kuschelte sich an mich an und schaute tiefenentspannt den Wassertropfen zu, die die Duschwand herabliefen. Manchmal sah sie nach oben, wo denn das Wasser herkam. Als ich sie zum Abduschen etwas mehr unter die Brause hielt, reckte sie sich sogar zum Wasser hin. Doof fand sie nur, als ich irgendwann das Duschen für beendet erklärte. Das hinterher mit Massage verbundene Einölen versöhnte uns dann aber auch gleich wieder. Insgesamt war das ein sehr schönes Erlebnis mit Pippi, das können wir gerne öfter so haben.