Tag 3240 – Fortsetzung und wie mir mal Essen ausgegeben wurde.

Ich wollte ja was zu Essen haben und ich war einigermaßen fein gemacht, mit Lippenstift und Kleid und allem. Mit der Subway fuhr ich erst mal wieder zur Ecke vom Central Park und dann… hatte ich keinen großen Plan, also lief ich erst mal ein paar hundert Meter und fragte dann Google Maps. Mir war nach Pizza und ein paar Blöcke vom Lincoln Center entfernt war ein Italiener mit ausgezeichneten Bewertungen. Mir war irgendwie danach, mir was zu gönnen, also war mir auch der Preis fast egal. Ich lief da hin und… es war winzig und bumsvoll. Naja, ich fragte höflich, ob sie nicht vielleicht einen einzelnen Platz haben, und wurde gefragt „Do you mind sitting at the bar?“. Nö, das minde ich gar nicht, also saß ich an der Bar, bekam Wasser, Brot mit Olivenöl und die Karte und studierte die erst mal. Der Laden war laut und voll und sehr lebendig und zur Abwechslung machte mir das überhaupt nichts aus, im Gegenteil, ich saß sehr zufrieden da und genoss das Leben um mich rum, an dem ich nicht weiter teilhaben musste. Wie im Kino, nur mit einer Karte, auf der es alles möglich gab, nur keine Pizza. Ich bestellte mir, nach gründlichem Studium aller Optionen, Ossobucco auf Safranrisotto und, zur Feier des Tages und des Dates mit mir selbst, ein Glas Pinot Grigio. Scheiß auf Vegetarier, Scheiß auf keinen Alkohol, heute wird gegönnt, dachte ich mir. Allzu teuer war es auch nicht, eigentlich okaye Preise – für jemanden, der aus Norwegen kommt. Ich hatte grad bestellt, als mich die Kellnerin bat, etwas zur Seite zu rücken, denn es kamen noch weitere Gäste, die an der Bar sitzen wollten.

Bevor das Essen kam. Vom Essen selbst gibt’s kein Bild, weil das so göttlich war, dass ich es einfach gegessen habe.

„Oh my god, I love your hair!“ sagte der Mann, der sich neben mich setzte. Daran hatte ich mich schon fast gewöhnt, denn das habe ich in 7 Tagen 5 mal gehört. Sie sind da ganz anders, die Amerikaner, die sagen das einfach so. Für die sexuellen Präferenzen des Mannes brauchte man nicht mal nen Gaydar, der Tonfall wie er das sagte, reichte schon aus. Nagellack, akkurat gezupfte und gestylte Augenbrauen und ein sehr weit aufgeknöpftes, ansonsten sehr enges Hemd, sagten alles unnötige auch noch aus. Nun ist es ja so, dass amerikanische Umgangsformen total simpel sind: einfach immer ein mal höflicher und überschwänglicher wie du. Ich bedankte mich also überschwänglich für das Kompliment, er fragte, ob ich auch Essen bestellt habe, sie (er und seine Begleitung) wollten nur Wein trinken „but oh my god the food here is AMAZING, we order here SO OFTEN, you’re not gonna regret it!“ und dann unterhielten sich die zwei erst mal unter sich. Offenbar waren beide unzufrieden mit ihrem Datingleben, das ließ sich nicht überhören, und irgendwann fragte mich der Mann, wo ich herkäme, und wie da das Datinglife so sei. Ich musste gestehen, dass ich da keinerlei Erfahrungen aus erster Hand habe, aber gehört hätte, dass Norweger*innen sich gerne mal vollaufen lassen und dann im Nachhinein erst mal rauszufinden versuchen, wer die andere Person im Bett eigentlich ist und ob man sich da ne Beziehung vorstellen kann. Worauf er sein Herz ausschüttete, wie schrecklich das Dating in New York sei, die Typen wollen alle nur unverpflichtende Situationships, bloß keine Monogamie, und das sei nichts für ihn, er käme aus Frankreich und suche einen Partner, keine Bekanntschaft. Dem schloss sich die Begleiterin an, das sei auch für heterosexuelle Frauen ein Graus in New York, sie habe jetzt aufgegeben, aber sie sei halt auch in Manhattan aufgewachsen und wolle nirgendwo anders hin. Sie hat aber jetzt ein anderes Baby, denn sie hat ihre eigene Praxis eröffnet. Psychologin sei sie, mit Spezialisierung in forensischer Psychologie. Und ja, sie macht auch viele Besuche im Gefängnis. Währenddessen kam übrigens mein Essen und war ganz einfach himmlisch, ich kann es gar nicht beschreiben, ich glaube man würde auch das Fünffache dafür bezahlen können. Das Risotto war auf den Punkt gegart und hatte genau die richtige Säure, um das Fleisch auszubalancieren. Das Fleisch war butterzart und fiel von selbst vom Knochen ab. Ich hatte sogar ein kleines Gäbelchen, um das Mark aus dem Knochen zu pulen. Ich hätte mich da rein legen können, mich dann da drin wälzen und um mich rum essen können. Das sagte ich auch den gesprächigen New Yorkern, dass sie nicht zu viel versprochen hätten, das sei ungefähr das beste, was ich seit langer Zeit gegessen hätte. Das schien sie sichtlich zu freuen, und wir unterhielten uns noch ein bisschen darüber, wie ich New York fände und dass wirklich nicht alle New Yorker falsch und unmöglich seien, es gäbe auch nette, ganz ehrlich. Das hatte ich ja nie bezweifelt. Es war ein wirklich netter Abend, ich bestellte noch einen Espresso (der ebenfalls ausgezeichnet war) und musste dann aber wirklich auch los zu meinem Konzert. Ich bat um die Rechnung, aber als ich dem Barmann (da hatte ich mich inzwischen dran gewöhnt) einfach meine Kreditkarte geben wollte, wurde mir das von dem gesprächigen Mann verwehrt. Er meinte, er lade mich auf das Essen ein, sie hätten sich so nett mit mir unterhalten und ich solle das als Geschenk von New York, nicht von ihm persönlich, betrachten. Ich solle die Stadt in guter Erinnerung behalten. Ehrlich gesagt war ich so perplex, dass ich kaum schaffte, zu protestieren, und ich musste ja auch dann wirklich gehen und konnte mich überhaupt nicht revanchieren, aber andererseits sagte er ja auch er wolle das gerne so und ich hab ihm ja nichts aufgezwungen. Jedenfalls, so war das. Dann ging ich, total verwirrt ob dieses für mich, äh, sagen wir mal, untypischen Ereignisses, zur Philharmonie.

Dort stellte ich fest, dass ich einen Restricted View Platz hatte.

New York Philharmonic beim Aufwärmen.

Ich konnte etwas mehr als die Hälfte der Bühne sehen. Tatsächlich konnte ich beim ersten Stück – Mozart Concerto für Violine und Viola – nur die Violistin sehen. Es war trotzdem schön. Wenn auch etwas unfair, Viola muss sich sehr anstrengen, um gegen eine Solovioline und ein (sparsam besetztes, aber trotzdem) Orchester anzukommen. Ein bisschen schade ist das schon, ich hätte gern mehr Viola gehört.

Nach dem ersten Stück waren etwas rechts von mir auf dem obersten Ring aber mit besserer Sicht 4 Gäste immer noch nicht gekommen. Also setzte ich mich da hin. Das zweite Stück – Shostakovich Konzert für Piano und Trompete – war… interessant. Ganz anders als Mozart und auch ganz anders als das darauf folgende Konzert für Violine und Cello von Brahms. Es war irgendwie sehr jazzig und warum Solotrompete haben und die dann nur sporadisch mal spielen lassen erschließt sich mir nicht. Der Pianist Igor Levit war der einzige Musiker, der nicht zur Philharmonie gehört, das fand ich auch schön. Insgesamt aber sehr lohnenswert. Nur, note to self: nie mehr da in der Pause Weißwein kaufen. 17$ für einen Plastikbecher mit (zugegebener Maßen leckerem) Weißwein, den man dann quasi exen muss, weil man außer Wasser nichts mit in den Saal nehmen darf. Was ja verständlich ist, aber… 17$!

Ein leicht desorientiertes Selfie. Rechts von mir (im Bild rechts) ist übrigens Juilliard.

Auch die Philharmonie hat sich gelohnt, ich hatte einen tollen Abend. Leider stieg ich danach in die falsche Linie der Subway und musste 15 Minuten extra durch das sehr zentrale downtown Manhattan laufen, um halb elf und über Obdachlose stolpernd. Am Times Square. Da sieht man aber auch Super Mario rumfahren.

Fazit des Tages: New York ist einigermaßen verrückt, auf ganz viele Arten. Und Giardino 54, West 54 Street, hat wirklich ausnehmend gutes Essen. Und guten Espresso.

Tag 3239 – WACH!

Jet lag, so schön. Erst steht man um mitten in der Nacht auf, tut den Tag über so, als sei man irgendwie mehr als rein körperlich anwesend, nickt ganz kurz (echt nur ganz ganz kurz) auf dem Sofa ein und dann ist man WACH. Ist ja auch erst halb sieben. Halb acht, wenn man den Worten meines Lieblingskollegen glaubt, der sagt: 1 Stunde pro Tag.

Aber dann kann ich ja erzählen, wie letztes Wochenende war. Ansonsten habe ich ja nur inspiziert, das war für Sie langweilig und für uns vor Ort viel spannender, als wir gedacht hatten. Aber dann war Samstag und wir fuhren nach New York. Es war morgens schon super warm und ich hatte meinen Kram zum Übernachten auf das eingedampft, was in meinen (kleinen) Arbeitsrucksack passt, weil ich den tagsüber rumschleppen musste. Die deutschen Inspektoren wollten sich ja mit „Familie“ treffen, was sich als ein Onkel rausstellte, der vorschlug, eine Hop on, Hop off Bustur zu machen. Das kann ich empfehlen. Wir fuhren erst mal eine Runde durch Downtown Manhattan, bis da hin wo die Fähren nach Ellis Island fahren. Wenn Sie die Freiheitsstatue sehen wollen, lassen Sie das, da hin zu fahren, oder nehmen Sie tatsächlich das Boot. Weil sonst stehen Sie bloß an einem Zaun.

Zaun, mehr Zaun, irgendwann Wasser. Sehr klein die Freiheitsstatue.

Nach einem Kaffee hopten wir wieder on den Bus und machten den Rest der Downtown-Runde. Sehr beeindruckend alles, auch sehr überwältigend. Wenig Fotos, alles nur Hochhäuser. Als wir wieder am Ausgangspunkt waren, wollten die anderen Bier und ich wollte ins Ballett, also trennten sich unsere Wege erst mal. Ich wollte den Uptown-Bus nehmen, aber da war kein Platz mehr frei, also machte ich das un-amerikanischste, was man machen kann und lief knapp 3 Kilometer bis zum Lincoln Center of Performing Arts. In der Mittagshitze, mit meinem Sonnenhut und UV-Jacke an, aber das war immer noch besser als Sonnencremegeschmiere. Ich bin SEHR zufrieden mit dem Kauf von mehr UV-Kleidung. Eigentlich wollte ich mich im Ballett noch umziehen, aber dank schlechtem Orientierungssinn (da hilft auch nicht, dass alles gerade, rechtwinklig und durchnummeriert ist) hatte ich dafür keine Zeit mehr, also erklomm ich den vierten Ring und saß da mit meinem schwitzigen Körper und meinem Übernachtungsrucksack zwischen Omis und Opis und adrett gekleideten Ballettmädchen. Naja. Frischer Schweiß riecht ja (noch) nicht so und unter der UV-Kleidung hatte ich nur Baumwolle an, die stinkt ja auch nicht so schnell.

Das Ballett war GROẞ!

Blick vom Platz, den ich mir leisten konnte.

Aufgeführt wurde „Ein Sommernachtstraum“, also das Stück von Shakespeare mit Musik von Mendelssohn. Es war wirklich ganz wunderbar. Ich konnte erstaunlich gut sehen von meinem Budgetplatz, die Aufführung war toll, lustig und romantisch und die Kinder, die die Elfen und Käfer getanzt haben, waren super niedlich. Das hat sich sehr gelohnt und ich sollte öfter ins Ballett gehen. In der Pause kaufte ich mir Gummibärchen und Cola und bewunderte den Theatersaal weiter.

Danach fuhr ich, mit der Subway, weil ich jetzt entspannt genug für diese Art Abenteuer war, in mein Hotel, mich endlich umziehen. Mein Hotel war direkt am Times Square. Times Square ist mir zu nahezu jeder Zeit viel zu viel, zu laut, zu schrill und zu viele Leute. Sonntag morgens um sieben ging es.

Das Hotel war… stark parfümiert und hellhörig, aber sauber. Ich stöpselte die Klimaanlage aus, weil ich (richtig) vermutete, dass die den Geruch nach Rasierwasser verströmte. Zog mich um, verwarf nach einigem hin und her probieren doch den BH ganz, weil er nicht unterm Kleid unsichtbar werden wollte schmierte stattdessen Cremedeo unter… naja dahin wo Haut auf Haut ist und schrieb den Deutschen, die im gleichen Hotel waren, dass wir uns unten in der Lobby treffen. Spoiler: es gibt mehrere Courtyard by Marriott Hotels am Times Square. Und wir waren nicht im gleichen. Es gab also einige Verwirrung und auch keinen Platz in dem Restaurant, wo wir eigentlich Käsekuchen essen wollten. Mir war das wumpe, ich fand alleine mit mir Essen gehen eh verlockender.

(Jetzt kickt das Melatonin. Ich schreibe morgen weiter. Gute Nacht!)

Tag 3239 – WACH!

Jet lag, so schön. Erst steht man um mitten in der Nacht auf, tut den Tag über so, als sei man irgendwie mehr als rein körperlich anwesend, nickt ganz kurz (echt nur ganz ganz kurz) auf dem Sofa ein und dann ist man WACH. Ist ja auch erst halb sieben. Halb acht, wenn man den Worten meines Lieblingskollegen glaubt, der sagt: 1 Stunde pro Tag.

Aber dann kann ich ja erzählen, wie letztes Wochenende war. Ansonsten habe ich ja nur inspiziert, das war für Sie langweilig und für uns vor Ort viel spannender, als wir gedacht hatten. Aber dann war Samstag und wir fuhren nach New York. Es war morgens schon super warm und ich hatte meinen Kram zum Übernachten auf das eingedampft, was in meinen (kleinen) Arbeitsrucksack passt, weil ich den tagsüber rumschleppen musste. Die deutschen Inspektoren wollten sich ja mit „Familie“ treffen, was sich als ein Onkel rausstellte, der vorschlug, eine Hop on, Hop off Bustur zu machen. Das kann ich empfehlen. Wir fuhren erst mal eine Runde durch Downtown Manhattan, bis da hin wo die Fähren nach Ellis Island fahren. Wenn Sie die Freiheitsstatue sehen wollen, lassen Sie das, da hin zu fahren, oder nehmen Sie tatsächlich das Boot. Weil sonst stehen Sie bloß an einem Zaun.

Zaun, mehr Zaun, irgendwann Wasser. Sehr klein die Freiheitsstatue.

Nach einem Kaffee hopten wir wieder on den Bus und machten den Rest der Downtown-Runde. Sehr beeindruckend alles, auch sehr überwältigend. Wenig Fotos, alles nur Hochhäuser. Als wir wieder am Ausgangspunkt waren, wollten die anderen Bier und ich wollte ins Ballett, also trennten sich unsere Wege erst mal. Ich wollte den Uptown-Bus nehmen, aber da war kein Platz mehr frei, also machte ich das un-amerikanischste, was man machen kann und lief knapp 3 Kilometer bis zum Lincoln Center of Performing Arts. In der Mittagshitze, mit meinem Sonnenhut und UV-Jacke an, aber das war immer noch besser als Sonnencremegeschmiere. Ich bin SEHR zufrieden mit dem Kauf von mehr UV-Kleidung. Eigentlich wollte ich mich im Ballett noch umziehen, aber dank schlechtem Orientierungssinn (da hilft auch nicht, dass alles gerade, rechtwinklig und durchnummeriert ist) hatte ich dafür keine Zeit mehr, also erklomm ich den vierten Ring und saß da mit meinem schwitzigen Körper und meinem Übernachtungsrucksack zwischen Omis und Opis und adrett gekleideten Ballettmädchen. Naja. Frischer Schweiß riecht ja (noch) nicht so und unter der UV-Kleidung hatte ich nur Baumwolle an, die stinkt ja auch nicht so schnell.

Das Ballett war GROẞ!

Blick vom Platz, den ich mir leisten konnte.

Aufgeführt wurde „Ein Sommernachtstraum“, also das Stück von Shakespeare mit Musik von Mendelssohn. Es war wirklich ganz wunderbar. Ich konnte erstaunlich gut sehen von meinem Budgetplatz, die Aufführung war toll, lustig und romantisch und die Kinder, die die Elfen und Käfer getanzt haben, waren super niedlich. Das hat sich sehr gelohnt und ich sollte öfter ins Ballett gehen. In der Pause kaufte ich mir Gummibärchen und Cola und bewunderte den Theatersaal weiter.

Danach fuhr ich, mit der Subway, weil ich jetzt entspannt genug für diese Art Abenteuer war, in mein Hotel, mich endlich umziehen. Mein Hotel war direkt am Times Square. Times Square ist mir zu nahezu jeder Zeit viel zu viel, zu laut, zu schrill und zu viele Leute. Sonntag morgens um sieben ging es.

Das Hotel war… stark parfümiert und hellhörig, aber sauber. Ich stöpselte die Klimaanlage aus, weil ich (richtig) vermutete, dass die den Geruch nach Rasierwasser verströmte. Zog mich um, verwarf nach einigem hin und her probieren doch den BH ganz, weil er nicht unterm Kleid unsichtbar werden wollte schmierte stattdessen Cremedeo unter… naja dahin wo Haut auf Haut ist und schrieb den Deutschen, die im gleichen Hotel waren, dass wir uns unten in der Lobby treffen. Spoiler: es gibt mehrere Courtyard by Marriott Hotels am Times Square. Und wir waren nicht im gleichen. Es gab also einige Verwirrung und auch keinen Platz in dem Restaurant, wo wir eigentlich Käsekuchen essen wollten. Mir war das wumpe, ich fand alleine mit mir Essen gehen eh verlockender.

(Jetzt kickt das Melatonin. Ich schreibe morgen weiter. Gute Nacht!)

Tag 3235 – 3238 – Inspektionstunnel, Heimreise, MÜDE.

Von der Inspektion darf ich ja eh nichts erzählen, aber drum rum gäbe es einiges, theoretisch. Aber dann kam es so dass ich mich in den viel zu kurzen Stunden im Flugzeug nur rumwälzte und gar nicht schlief, praktisch also seit 32 Stunden wach bin, und ich gleich einfach ins Koma falle. Also eigentlich jetzt schon, ich muss nur auf jeden Fall noch dafür sorgen, in mein eigenes Bett zu komme – noch liege ich bei Pippi.

Tag 3233 – Sehr viel los.

Kurzabriss:

  • Sightseeing
  • Ballett
  • Hotel nur zum Umziehen
  • Date mit mir selbst und Abendessen, das mir komplett unerwartet von einem Fremden ausgegeben wurde (der wollte ganz sicher nichts von mir oder irgendeiner anderen Frau)
  • Philharmonie
  • Mit der falschen Subway gefahren und noch mal 15 Minuten gelaufen.
  • Hotel (parfümiert, bah)

Bilanz: trotz Subway und Sightseeing-Bus über 23.000 Schritte. Aber schön war’s, alles daran. Das mit dem Essen war einigermaßen verrückt. Aber dazu bald mehr, ich bin kurz vorm Koma.

Tag 3240 – Bloß nicht hinsetzen.

Es ist 19 Uhr. Ich bin sehr gut hier angekommen, der Flug war problemlos, die Passkontrolle war problemlos. Gut, es gab einen Zwischenfall als wir alle am Gepäckband standen und darauf warteten, dass das Koffer ausspuckt, es gab nämlich einen Feueralarm und das war brutal laut und mit Lichtblitzen. Und natürlich überall, es gab keinen Ort, wo kein Feueralarm war. (Nimm das, Brandschutzschulung der Uni Bielefeld 2004 „Wenn’s brennt, geht erst mal irgendwo hin wo‘s nicht brennt.“) Selbst mit AirPods auf Noise Cancelling war es kaum zu ertragen, so laut war es. Gehen konnten wir aber auch nicht, wurde uns über die Lautsprecher gesagt. Es war am Ende falscher Alarm, aber da 10 Minuten im schrillen Alarm mit Lichtblitzen sitzen, war unschön. Danach ging es immerhin problemlos weiter, ich bekam sofort ein Taxi und war exakt 12 Stunden, nachdem ich zu Hause aufgebrochen war, im Hotel.

Ich habe wieder das gleiche Zimmer wie 2022, das ist etwas kurios. Also auch das Zimmer. Die Klimaanlage darf hier auch nur tagsüber rumlärmen, heute Nacht wird die eiskalt ausgestöpselt.

Ich habe dann ausgepackt, einen Spaziergang zum Supermarkt gemacht, Wasser gekauft, geduscht und mich sogar geschminkt, um meinem Körper zu signalisieren: es ist noch nicht Bettzeit. Es ist TAG! Ich warte auf die deutschen Inspektoren, damit wir Essen gehen können, aber so langsam wird es hart, mich wach zu halten. Das Bett sieht verlockend aus und wäre ich nicht auch furchtbar hungrig, könnte das hier übel ausgehen. Ich will ja auch nicht morgen früh um 4 Uhr senkrecht im Bett stehen.

Die deutschen Inspektoren sind jetzt wohl gerade eingetrudelt, kriegen es gleich mit hungriger und müder Frau Rabe zu tun, naja naja, das werden sie wohl überleben.

Man kann hier Gerolsteiner kaufen. Voll günstig auch. Nur 4 Dollar der Liter, oder 6 Dollar für 2 Liter.

Tag 3239 – Auf gepackten Koffern.

Den Tag über gearbeitet (halbherzig, es ist seltsam im Homeoffice wenn niemand anderes arbeitet) und ein bisschen mit dem Lieblingskollegen gechattet. Weil er direkt aus dem Urlaub in den Streik getreten ist, kommunizieren wir einfach weiter über Facebook Messenger. Mit der Teamleiterin kann ich ja über Teams kommunizieren, mit einigen anderen Kolleginnen schreibe ich SMS und mit einer WhatsApp. Es ist trotzdem komisch.

Danach habe ich gepackt. Zwei Hosen hängen noch im Bad, weil die Hosenbünde noch nicht ganz trocken sind. Bis auf Badezimmersachen, Ladegeräte etc. ist aber alles im Koffer. Und etwas extra im Kabinenkoffer, ich bin ja paranoid und habe alles für den ersten Inspektionstag im Handgepäck, für den Fall der Fälle. Ich hatte sogar (reichlich) Platz für das Reisekissen. Dieses Mal habe ich auch an einen Sonnenhut gedacht. Yeah. Morgen kann es recht entspannt losgehen, denke ich.

Packen beinhaltete das Verräumen von gefühlten 5 Tonnen gewaschener Wäsche, aber das ist jetzt auch endlich erledigt. Außerdem musste ich ein bisschen bügeln. Jetzt sind zwei Wäschekörbe frei und müssen nicht mehr vor dem Kleiderschrank rumstehen, schade, dass ich davon nichts habe.

Abends brachte ich beide Rübennasen ins Bett und beide beschwerten sich, dass es viel zu warm sei und es unmöglich zu schlafen und dann schlief Pippi nach 5 Minuten und Michel nach 15 trotzdem. Es ist tatsächlich relativ warm, aber ich glaube die Kinder reagieren eher darauf, dass es recht feucht ist. Laut Hygrometer in der Küche sind fast 60% Luftfeuchtigkeit, da kann man Pythons halten aber wir Raben sind das gar nicht mehr gewohnt, wir hatten jetzt monatelang furztrockene Luft im Haus (20 bis maximal 40%). Aber bei immer mal wieder Gewittern und ansonsten wegen warm gekippten Fenstern (unsere Fenster kippen nach unten auf, das macht so viel mehr Sinn in Anbetracht von Wetter als das deutsche Standard-Kippfenster) haben wir hier drin halt Termitenbauähnliche Bedingungen und Kinder, die sich wegen der Hitze (22 Grad) beschweren.

Ich werd die drei anderen Raben vermissen. Aber ist ja auch nur 8 Tage.