Tag 3239 – WACH!

Jet lag, so schön. Erst steht man um mitten in der Nacht auf, tut den Tag über so, als sei man irgendwie mehr als rein körperlich anwesend, nickt ganz kurz (echt nur ganz ganz kurz) auf dem Sofa ein und dann ist man WACH. Ist ja auch erst halb sieben. Halb acht, wenn man den Worten meines Lieblingskollegen glaubt, der sagt: 1 Stunde pro Tag.

Aber dann kann ich ja erzählen, wie letztes Wochenende war. Ansonsten habe ich ja nur inspiziert, das war für Sie langweilig und für uns vor Ort viel spannender, als wir gedacht hatten. Aber dann war Samstag und wir fuhren nach New York. Es war morgens schon super warm und ich hatte meinen Kram zum Übernachten auf das eingedampft, was in meinen (kleinen) Arbeitsrucksack passt, weil ich den tagsüber rumschleppen musste. Die deutschen Inspektoren wollten sich ja mit „Familie“ treffen, was sich als ein Onkel rausstellte, der vorschlug, eine Hop on, Hop off Bustur zu machen. Das kann ich empfehlen. Wir fuhren erst mal eine Runde durch Downtown Manhattan, bis da hin wo die Fähren nach Ellis Island fahren. Wenn Sie die Freiheitsstatue sehen wollen, lassen Sie das, da hin zu fahren, oder nehmen Sie tatsächlich das Boot. Weil sonst stehen Sie bloß an einem Zaun.

Zaun, mehr Zaun, irgendwann Wasser. Sehr klein die Freiheitsstatue.

Nach einem Kaffee hopten wir wieder on den Bus und machten den Rest der Downtown-Runde. Sehr beeindruckend alles, auch sehr überwältigend. Wenig Fotos, alles nur Hochhäuser. Als wir wieder am Ausgangspunkt waren, wollten die anderen Bier und ich wollte ins Ballett, also trennten sich unsere Wege erst mal. Ich wollte den Uptown-Bus nehmen, aber da war kein Platz mehr frei, also machte ich das un-amerikanischste, was man machen kann und lief knapp 3 Kilometer bis zum Lincoln Center of Performing Arts. In der Mittagshitze, mit meinem Sonnenhut und UV-Jacke an, aber das war immer noch besser als Sonnencremegeschmiere. Ich bin SEHR zufrieden mit dem Kauf von mehr UV-Kleidung. Eigentlich wollte ich mich im Ballett noch umziehen, aber dank schlechtem Orientierungssinn (da hilft auch nicht, dass alles gerade, rechtwinklig und durchnummeriert ist) hatte ich dafür keine Zeit mehr, also erklomm ich den vierten Ring und saß da mit meinem schwitzigen Körper und meinem Übernachtungsrucksack zwischen Omis und Opis und adrett gekleideten Ballettmädchen. Naja. Frischer Schweiß riecht ja (noch) nicht so und unter der UV-Kleidung hatte ich nur Baumwolle an, die stinkt ja auch nicht so schnell.

Das Ballett war GROẞ!

Blick vom Platz, den ich mir leisten konnte.

Aufgeführt wurde „Ein Sommernachtstraum“, also das Stück von Shakespeare mit Musik von Mendelssohn. Es war wirklich ganz wunderbar. Ich konnte erstaunlich gut sehen von meinem Budgetplatz, die Aufführung war toll, lustig und romantisch und die Kinder, die die Elfen und Käfer getanzt haben, waren super niedlich. Das hat sich sehr gelohnt und ich sollte öfter ins Ballett gehen. In der Pause kaufte ich mir Gummibärchen und Cola und bewunderte den Theatersaal weiter.

Danach fuhr ich, mit der Subway, weil ich jetzt entspannt genug für diese Art Abenteuer war, in mein Hotel, mich endlich umziehen. Mein Hotel war direkt am Times Square. Times Square ist mir zu nahezu jeder Zeit viel zu viel, zu laut, zu schrill und zu viele Leute. Sonntag morgens um sieben ging es.

Das Hotel war… stark parfümiert und hellhörig, aber sauber. Ich stöpselte die Klimaanlage aus, weil ich (richtig) vermutete, dass die den Geruch nach Rasierwasser verströmte. Zog mich um, verwarf nach einigem hin und her probieren doch den BH ganz, weil er nicht unterm Kleid unsichtbar werden wollte schmierte stattdessen Cremedeo unter… naja dahin wo Haut auf Haut ist und schrieb den Deutschen, die im gleichen Hotel waren, dass wir uns unten in der Lobby treffen. Spoiler: es gibt mehrere Courtyard by Marriott Hotels am Times Square. Und wir waren nicht im gleichen. Es gab also einige Verwirrung und auch keinen Platz in dem Restaurant, wo wir eigentlich Käsekuchen essen wollten. Mir war das wumpe, ich fand alleine mit mir Essen gehen eh verlockender.

(Jetzt kickt das Melatonin. Ich schreibe morgen weiter. Gute Nacht!)

Tag 3239 – WACH!

Jet lag, so schön. Erst steht man um mitten in der Nacht auf, tut den Tag über so, als sei man irgendwie mehr als rein körperlich anwesend, nickt ganz kurz (echt nur ganz ganz kurz) auf dem Sofa ein und dann ist man WACH. Ist ja auch erst halb sieben. Halb acht, wenn man den Worten meines Lieblingskollegen glaubt, der sagt: 1 Stunde pro Tag.

Aber dann kann ich ja erzählen, wie letztes Wochenende war. Ansonsten habe ich ja nur inspiziert, das war für Sie langweilig und für uns vor Ort viel spannender, als wir gedacht hatten. Aber dann war Samstag und wir fuhren nach New York. Es war morgens schon super warm und ich hatte meinen Kram zum Übernachten auf das eingedampft, was in meinen (kleinen) Arbeitsrucksack passt, weil ich den tagsüber rumschleppen musste. Die deutschen Inspektoren wollten sich ja mit „Familie“ treffen, was sich als ein Onkel rausstellte, der vorschlug, eine Hop on, Hop off Bustur zu machen. Das kann ich empfehlen. Wir fuhren erst mal eine Runde durch Downtown Manhattan, bis da hin wo die Fähren nach Ellis Island fahren. Wenn Sie die Freiheitsstatue sehen wollen, lassen Sie das, da hin zu fahren, oder nehmen Sie tatsächlich das Boot. Weil sonst stehen Sie bloß an einem Zaun.

Zaun, mehr Zaun, irgendwann Wasser. Sehr klein die Freiheitsstatue.

Nach einem Kaffee hopten wir wieder on den Bus und machten den Rest der Downtown-Runde. Sehr beeindruckend alles, auch sehr überwältigend. Wenig Fotos, alles nur Hochhäuser. Als wir wieder am Ausgangspunkt waren, wollten die anderen Bier und ich wollte ins Ballett, also trennten sich unsere Wege erst mal. Ich wollte den Uptown-Bus nehmen, aber da war kein Platz mehr frei, also machte ich das un-amerikanischste, was man machen kann und lief knapp 3 Kilometer bis zum Lincoln Center of Performing Arts. In der Mittagshitze, mit meinem Sonnenhut und UV-Jacke an, aber das war immer noch besser als Sonnencremegeschmiere. Ich bin SEHR zufrieden mit dem Kauf von mehr UV-Kleidung. Eigentlich wollte ich mich im Ballett noch umziehen, aber dank schlechtem Orientierungssinn (da hilft auch nicht, dass alles gerade, rechtwinklig und durchnummeriert ist) hatte ich dafür keine Zeit mehr, also erklomm ich den vierten Ring und saß da mit meinem schwitzigen Körper und meinem Übernachtungsrucksack zwischen Omis und Opis und adrett gekleideten Ballettmädchen. Naja. Frischer Schweiß riecht ja (noch) nicht so und unter der UV-Kleidung hatte ich nur Baumwolle an, die stinkt ja auch nicht so schnell.

Das Ballett war GROẞ!

Blick vom Platz, den ich mir leisten konnte.

Aufgeführt wurde „Ein Sommernachtstraum“, also das Stück von Shakespeare mit Musik von Mendelssohn. Es war wirklich ganz wunderbar. Ich konnte erstaunlich gut sehen von meinem Budgetplatz, die Aufführung war toll, lustig und romantisch und die Kinder, die die Elfen und Käfer getanzt haben, waren super niedlich. Das hat sich sehr gelohnt und ich sollte öfter ins Ballett gehen. In der Pause kaufte ich mir Gummibärchen und Cola und bewunderte den Theatersaal weiter.

Danach fuhr ich, mit der Subway, weil ich jetzt entspannt genug für diese Art Abenteuer war, in mein Hotel, mich endlich umziehen. Mein Hotel war direkt am Times Square. Times Square ist mir zu nahezu jeder Zeit viel zu viel, zu laut, zu schrill und zu viele Leute. Sonntag morgens um sieben ging es.

Das Hotel war… stark parfümiert und hellhörig, aber sauber. Ich stöpselte die Klimaanlage aus, weil ich (richtig) vermutete, dass die den Geruch nach Rasierwasser verströmte. Zog mich um, verwarf nach einigem hin und her probieren doch den BH ganz, weil er nicht unterm Kleid unsichtbar werden wollte schmierte stattdessen Cremedeo unter… naja dahin wo Haut auf Haut ist und schrieb den Deutschen, die im gleichen Hotel waren, dass wir uns unten in der Lobby treffen. Spoiler: es gibt mehrere Courtyard by Marriott Hotels am Times Square. Und wir waren nicht im gleichen. Es gab also einige Verwirrung und auch keinen Platz in dem Restaurant, wo wir eigentlich Käsekuchen essen wollten. Mir war das wumpe, ich fand alleine mit mir Essen gehen eh verlockender.

(Jetzt kickt das Melatonin. Ich schreibe morgen weiter. Gute Nacht!)

Tag 3235 – 3238 – Inspektionstunnel, Heimreise, MÜDE.

Von der Inspektion darf ich ja eh nichts erzählen, aber drum rum gäbe es einiges, theoretisch. Aber dann kam es so dass ich mich in den viel zu kurzen Stunden im Flugzeug nur rumwälzte und gar nicht schlief, praktisch also seit 32 Stunden wach bin, und ich gleich einfach ins Koma falle. Also eigentlich jetzt schon, ich muss nur auf jeden Fall noch dafür sorgen, in mein eigenes Bett zu komme – noch liege ich bei Pippi.

Tag 3233 – Sehr viel los.

Kurzabriss:

  • Sightseeing
  • Ballett
  • Hotel nur zum Umziehen
  • Date mit mir selbst und Abendessen, das mir komplett unerwartet von einem Fremden ausgegeben wurde (der wollte ganz sicher nichts von mir oder irgendeiner anderen Frau)
  • Philharmonie
  • Mit der falschen Subway gefahren und noch mal 15 Minuten gelaufen.
  • Hotel (parfümiert, bah)

Bilanz: trotz Subway und Sightseeing-Bus über 23.000 Schritte. Aber schön war’s, alles daran. Das mit dem Essen war einigermaßen verrückt. Aber dazu bald mehr, ich bin kurz vorm Koma.

Tag 3240 – Bloß nicht hinsetzen.

Es ist 19 Uhr. Ich bin sehr gut hier angekommen, der Flug war problemlos, die Passkontrolle war problemlos. Gut, es gab einen Zwischenfall als wir alle am Gepäckband standen und darauf warteten, dass das Koffer ausspuckt, es gab nämlich einen Feueralarm und das war brutal laut und mit Lichtblitzen. Und natürlich überall, es gab keinen Ort, wo kein Feueralarm war. (Nimm das, Brandschutzschulung der Uni Bielefeld 2004 „Wenn’s brennt, geht erst mal irgendwo hin wo‘s nicht brennt.“) Selbst mit AirPods auf Noise Cancelling war es kaum zu ertragen, so laut war es. Gehen konnten wir aber auch nicht, wurde uns über die Lautsprecher gesagt. Es war am Ende falscher Alarm, aber da 10 Minuten im schrillen Alarm mit Lichtblitzen sitzen, war unschön. Danach ging es immerhin problemlos weiter, ich bekam sofort ein Taxi und war exakt 12 Stunden, nachdem ich zu Hause aufgebrochen war, im Hotel.

Ich habe wieder das gleiche Zimmer wie 2022, das ist etwas kurios. Also auch das Zimmer. Die Klimaanlage darf hier auch nur tagsüber rumlärmen, heute Nacht wird die eiskalt ausgestöpselt.

Ich habe dann ausgepackt, einen Spaziergang zum Supermarkt gemacht, Wasser gekauft, geduscht und mich sogar geschminkt, um meinem Körper zu signalisieren: es ist noch nicht Bettzeit. Es ist TAG! Ich warte auf die deutschen Inspektoren, damit wir Essen gehen können, aber so langsam wird es hart, mich wach zu halten. Das Bett sieht verlockend aus und wäre ich nicht auch furchtbar hungrig, könnte das hier übel ausgehen. Ich will ja auch nicht morgen früh um 4 Uhr senkrecht im Bett stehen.

Die deutschen Inspektoren sind jetzt wohl gerade eingetrudelt, kriegen es gleich mit hungriger und müder Frau Rabe zu tun, naja naja, das werden sie wohl überleben.

Man kann hier Gerolsteiner kaufen. Voll günstig auch. Nur 4 Dollar der Liter, oder 6 Dollar für 2 Liter.

Tag 3239 – Auf gepackten Koffern.

Den Tag über gearbeitet (halbherzig, es ist seltsam im Homeoffice wenn niemand anderes arbeitet) und ein bisschen mit dem Lieblingskollegen gechattet. Weil er direkt aus dem Urlaub in den Streik getreten ist, kommunizieren wir einfach weiter über Facebook Messenger. Mit der Teamleiterin kann ich ja über Teams kommunizieren, mit einigen anderen Kolleginnen schreibe ich SMS und mit einer WhatsApp. Es ist trotzdem komisch.

Danach habe ich gepackt. Zwei Hosen hängen noch im Bad, weil die Hosenbünde noch nicht ganz trocken sind. Bis auf Badezimmersachen, Ladegeräte etc. ist aber alles im Koffer. Und etwas extra im Kabinenkoffer, ich bin ja paranoid und habe alles für den ersten Inspektionstag im Handgepäck, für den Fall der Fälle. Ich hatte sogar (reichlich) Platz für das Reisekissen. Dieses Mal habe ich auch an einen Sonnenhut gedacht. Yeah. Morgen kann es recht entspannt losgehen, denke ich.

Packen beinhaltete das Verräumen von gefühlten 5 Tonnen gewaschener Wäsche, aber das ist jetzt auch endlich erledigt. Außerdem musste ich ein bisschen bügeln. Jetzt sind zwei Wäschekörbe frei und müssen nicht mehr vor dem Kleiderschrank rumstehen, schade, dass ich davon nichts habe.

Abends brachte ich beide Rübennasen ins Bett und beide beschwerten sich, dass es viel zu warm sei und es unmöglich zu schlafen und dann schlief Pippi nach 5 Minuten und Michel nach 15 trotzdem. Es ist tatsächlich relativ warm, aber ich glaube die Kinder reagieren eher darauf, dass es recht feucht ist. Laut Hygrometer in der Küche sind fast 60% Luftfeuchtigkeit, da kann man Pythons halten aber wir Raben sind das gar nicht mehr gewohnt, wir hatten jetzt monatelang furztrockene Luft im Haus (20 bis maximal 40%). Aber bei immer mal wieder Gewittern und ansonsten wegen warm gekippten Fenstern (unsere Fenster kippen nach unten auf, das macht so viel mehr Sinn in Anbetracht von Wetter als das deutsche Standard-Kippfenster) haben wir hier drin halt Termitenbauähnliche Bedingungen und Kinder, die sich wegen der Hitze (22 Grad) beschweren.

Ich werd die drei anderen Raben vermissen. Aber ist ja auch nur 8 Tage.

Tag 3238 – Dies und das.

War im Büro, dort waren nur absurd wenige Menschen, die meisten streiken ja. Die, die nicht streiken, haben super kritische Funktionen oder sind der Direktor. Oder gehen eh bald in Rente oder sind nicht in einer Gewerkschaft, das sind aber die wenigsten. Draußen waren Kolleg*innen mit Westen und streikten so herum. Es war mir etwas unangenehm, mich da durchzumogeln und normal arbeiten zu gehen. Allerdings taten mir die streikenden Kolleg*Innen auch aufrichtig sehr leid, als wir vom trockenen, kuscheligen Büro aus einem massiven Gewitter mit Wolkenbruch und Hagel zuschauen konnten. In Oslo ist ja dann auch immer sofort ein Problem, dass das Wasser nicht ablaufen kann. Folgerichtig standen die bis zu den Knöcheln im Wasser. Genau, was man sich dann obendrein noch wünscht.

Ansonsten: ich habe freudig feststellen dürfen, dass knappe eineinhalb Jahre Geigenunterricht sich tatsächlich auszahlen. Und wahrscheinlich auch nahezu tägliches Üben. Ein Stück, das ich vor zwei Jahren ziemlich schwer fand, ist… ok. Machbar, gib mir ein paar Wochen und ich krieg die 6 Seiten ansprechend hin. Ein schneller, unaufgeräumter Durchlauf um Fingersätze zu überlegen hörte sich tatsächlich schon echt ok an, ich spiele inzwischen sehr sauber (noch sauberer als vorher und das war nie mein größtes Problem) und mit einem guten, robusten Ton. Ich war selbst überrascht.

Morgen muss ich packen. Und zur Apotheke. Und aufräumen. Und arbeiten. Wahhh!