Tag 3704 – Bett, aber zackig!

Ich bin sehr müde. Das ist aber auch ok, ich liege bereits im Hotelbett. Das ist ein sehr… interessantes Hotel, in einem dieser norwegischen Orte, die im Sommer total überlaufen und außerhalb der Saison total tot sind. Ich muss morgen früh mal die Fliesen im Eingangsbereich/Frühstücksraum fotografieren, dann können Sie auch rätseln, ob das so Absicht ist oder nicht. (Sicher keine Absicht ist, dass wohl seit einiger Zeit niemand mehr mal den Staubsauger in die Richtung der Ventilationsöffnung im Bad gehalten hat, da ist eine kleinere Wollmauszucht im Gange.)

Die nächsten Tage werden potentiell anstrengend, also wünschen Sie mir ruhig Glück. Um das einzuläuten habe ich heute früh auch gleich mal beim Training übertrieben und seither mit Kopfschmerzen zu tun. Derweil gießt es wie aus Eimern. Es ist alles sehr schön.

Tag 3703 – Mrhmpf.

Ich mag nicht, dass morgen schon wieder Montag ist. Was soll denn das. Das macht so keinen Spaß.

Heute haben wir im Wesentlichen drei Dinge getan: das Aquarium umgezogen, weil es jetzt doch wieder leckte, Kuchen gegessen um Michels Geburtstag mit der Schwägerin vorzufeiern und einige Pflanzen umgetopft. Ich habe in der ehemaligen Fundgrube bei Ikea einen Haufen Selbstbewässerungspötte für die Hälfte erstanden und heute dann eine Umtopfungsrunde damit gemacht. Einige Pflanzen hatten das eh nötig. Jetzt bin ich mal gespannt, ob das stressfreier wird, als alle Pflanzen jede Woche zu tauchen – in Aquarienwasser übrigens, das ist ein sehr guter Dünger. Voller Nitrat, diversen Salzen und organischen Verbindungen (aka Fischkacke). Obendrein hat es ca. 28 Grad, da freuen sich die Fikusse, die wollen ja auf keinen Fall „kalte Füße“ haben. Aber das Aquarienwasser kann man ja auch in die Selbstbewässerungspötte tun.

Wieder festgestellt, dass sich „Deko“ bei mir im Wesentlichen aus Pflanzen und Büchern zusammensetzt, mit dem ein oder anderen Legoset dazwischen. Aber zu den Pflanzen und Büchern kann ich Geschichten erzählen. Und Pflanzen kann ich einfach nicht wegtun, solange sie noch leben. Es wird alles gehegt und gepflegt, die an den Blattenden braune Grünlilie genauso wie die krummen und schiefen Kakteen und die „Herzblatt“-Sukkulente, die inzwischen 5 oder 6 mehr oder weniger herzförmige Blätter hat. Nur eine große Wasserkastanie habe ich leider versehentlich umgebracht. Die gehörte Herrn Rabe und ich habe ihm auch schon Ersatz besorgt: eine ganz kleine Wasserkastanie. Vielleicht haben wir damit ja mehr Glück.

Tag 3700 – 3702 – Freie Tage.

Ich habe frei. Also, hatte, jetzt ist ja Wochenende, da ist normalerweise ja eh frei. Donnerstag und Freitag hatte ich mir aber frei genommen. Besuch, Kinder, die Ferien haben, und die kommenden Wochen machten, dass ich dachte, das sei eine gute Idee. Ist es sicher auch, ich bin nur nicht gut im frei haben.

Am Donnerstag haben wir eigentlich unsere neue Dunstabzugshaube installieren wollen. Es ging auch alles verhältnismäßig gut. Der Handwerker war da und sägte ein Loch in die Decke. In die Decke statt in die Wand, weil über der Küche eh nur der Dachboden ist und da auch der Schornstein ist, in dem die Abluft eben ablüftet. Sonst hätten wir zwei Löcher machen müssen, das ist ja Quatsch. Es wurden dann auch Lüftungskanäle gezogen und dann… fehlten am Ende so 20 cm Rohr. Meh. Und weil wir dann auch keinen Nerv mehr auf Kochen in einer halb auseinandergenommenen Küche hatten, waren wir beim Dorfchinesen essen. Ich erfuhr dann auch mal, dass deren Sohn, der in Michels Klasse ist, schon vor drei Jahren oder so seinen chinesischen Namen gegen einen sehr klassisch norwegischen eingetauscht hat. also wirklich, das deutsche Äquivalent zu dem neuen Vornamen wäre Stefan oder Philip. Ich bin davon immer noch irritiert. Aber das Essen war sehr gut.

Gestern waren wir in Oslo, wo wir erst mit Pippi einen neuen Ballettbody gekauft haben (alle Kindergrößen sind ihr jetzt zu klein. Damen-XXS ist auch bereits zu klein. XS it is. Wo will dieses Kind eigentlich noch hin wachsen?) und dann im Munch-Museum waren. Das Munch-Museum ist ein sehr schönes Museum, sehr modern, ähm, ich kann nur mit bildender Kunst nicht so viel anfangen. Vielleicht sollte ich das einfach mal aufgeben. Ich stehe vor den Kunstwerken und bestenfalls denke ich „krass, das ist bestimmt voll schwierig zu machen gewesen“. Meistens denke ich „naja ok Kunst halt“. Mir ist das regelrecht peinlich, wie wenig ich davon verstehe und wie wenig mir das auch gibt. Anyway. Ich habe den Schrei übrigens zwar gesehen (2 von 3 ausgestellten Ausgaben), aber nur ein Foto von den sicher 30 Leuten davor, die es fotografieren. Ist halt auch Kunst. Am besten fand ich die Lithografien.

Als jemand, auf dessen Hochzeit Nietzsche-Zitate fielen, muss ich das fotografieren.
Ein Selbstporträt als Lithografie.

Außer mir fanden alle (die Schwägerin, Herr Rabe und Pippi) das Museum total gut, also liegt es wohl an mir.

Nach dem Museum waren wir dann in Oslo in der Mathallen noch Fårikål essen. Das ist ja sozusagen norwegisches Nationalgericht, und jetzt ist Saison. Aber eigentlich macht man das ja zu Hause… da ist eine funktionierende Dunstabzugshaube aber ein absolutes Must-have, sonst stinkt hinterher die ganze Bude für immer nach Kohl und Schaf. Aber in der Mathallen bei Helt Vilt kann man das wirklich sehr sehr gut essen. Es war auch wirklich ausgezeichnet lecker.

Heute war dann erst mal Extremwetter.

Starkregen und Sturm. Amy gibt alles. Wir mussten trotzdem raus, denn Herr Rabe wollte eine Brille aussuchen. Der Gute ist ja nun über 40 und bekommt jetzt erst mal eine Bildschirmbrille. Kann ja mal sein, dass die Augen schlechter werden, wenn man die 40 passiert hat. Er wird jetzt eine sehr schicke Brille bekommen, bin fast neidisch, dass ich Herrn Rabe nicht von der anderen Seite eines Bildschirms sehe. Im Anschluss hatte ich dann noch eine Geigenstunde in Oslo, wo zu dem Zeitpunkt das Extremwetter schon wieder rum war. Es tobte aber noch sowohl zu Hause als auch weiter südlich. Sehr seltsam. Ich fühlte mich in Oslo mit meinen Gummistiefeln ein bisschen falsch angezogen, aber hier zu Hause brauchte ich die WIRKLICH.

Abends brachte ich eine ganze Weile damit zu, ein „Stacking-Kit“ auf die Waschmaschine zu montieren. Jetzt steht der Trockner auf der Waschmaschine, und zwar wie bei so Erwachsenen mit einer richtigen Stapelplatte dazwischen und nicht einfach aufeinander gestellt. WAS MAN AUCH AUF KEINEN FALL MACHEN SOLL. Nur um das mal gesagt zu haben. Machen Sie das nicht! Nehmen Sie Stapelrahmen.

Tag 3699 – Besuch und das normale sonst so.

Mittwoch. Büro, dann Geige im Übungshotel, dann Burlesquekurs. Wir mussten wieder was improvisieren und das hasse ich ja wie die Pest, auch wenn es ja wirklich sehr gut und sinnvoll ist, aber, ugh. Ahhh. Ich möchte das nicht. Was aber lustig war: wir haben im Stil von Fossy getanzt, also mit Fäustchen und viel Quatsch mit den Handgelenken, wie bei Pulp Fiction. Das hat echt Spaß gemacht.

Während ich weg war, kam unser erster Besuch im neuen Haus, die Schwägerin ist jetzt für ein paar Tage hier. Das ist schon, jetzt wird auch das Gästezimmer mal eingeweiht.

Tag 3697 und 3698 – In der Hauptstadt.

Die Kinder haben Ferien. Das heißt, es ist auch kein Korps, kein Musikunterricht, kein Ballett. Das entzerrt hier zu Hause so einiges. Das ist schön.

Pippi hatte sich gestern gewünscht, mit zu meiner Arbeit kommen zu können. In den Sommerferien war sie ja mal bei Herr Rabes Arbeit, gestern also bei mir. Ich hatte sie gewarnt, dass das furchtbar langweilig sein würde, aber sie fand es ganz gut. Ein bisschen Langeweile ist ja auch mal ganz gesund. Und ich hab jetzt einen viel schöneren Büroplatz.

Unsere Kantine konnte mal so gar nicht punkten (das ist wirklich nicht überraschend), aber unsere Kaffeemaschine, in der man Kakao holen kann, dafür umso mehr.

Nach der Arbeit machte ich Pippi noch glücklicher, indem wir Schuhe kaufen gingen. Ihre herbsttauglichen Schuhe befanden sich in einem unverantwortbaren Zustand der Auflösung. Es sind günstige Wanderschuhe aus der Damenabteilung geworden und Pippi ist überaus zufrieden. So Kindersachen sind nicht mehr ganz so populär. Hach ja.

Michel fuhr heute nicht mit mir zur Arbeit, sondern nachmittags ganz allein nach Oslo. Dort traf ich ihn am Bahnhof. Es hat wirklich gut geklappt, wir haben zwischendurch ein paar mal telefoniert, weil er aufgeregt war, aber er war rechtzeitig (zwanzig Minuten zu früh) am Bahnhof, hat sein Fahrrad ordentlich angeschlossen, saß im richtigen Zug und ist an der richtigen Haltestelle ausgestiegen. Meine Kinder sind jetzt beide so groß, dass man die alleine (mit Hilfestellung per Telefonsupport) auf den ÖPNV loslassen kann! Pippi ist jetzt nämlich auch schon ein paar mal alleine zum Tanzen gefahren – mit dem ÖPNV dauert das, weil wir in einem Kaff wohnen, eine Stunde. Sie hat das super gemacht und ist sicher einen Meter dabei gewachsen. Und heute eben Michel, der ganz allein mit dem großen Zug fährt. Meine Babies…

In Oslo trafen wir uns, weil Michel zum Friseur gehen wollte, die Frisur nachschneiden. Jetzt sieht er wieder sehr fresh aus. Und weil auch dieses Kind Bedarf an Kleidung hatte, waren wir ebenfalls in dem selben Laden wie gestern und kauften eine Jacke für den Herbst und je nachdem wie der so wird vielleicht noch einen guten Teil Winter. Ich möchte es nicht Übergangsjacke nennen, das klingt so nach rausgeschmissenem Geld. Ich suchte Michel zwei wasserfeste, gefütterte, schwarze Jacken raus, er suchte eine aus. Ich fragte, ob er zufrieden sei, oder ob er lieber was anderes hätte, nicht schwarz zum Beispiel, er sagte, „Ja, orange!“, dann lachten wir beide und bezahlten die schwarze Jacke. Michel hat den Tag auch sehr gut gemeistert. Aber es ist schon auch interessant, an welchen Punkten meine Kinder Hilfe brauchen und wo nicht, und wie unterschiedlich das zwischen den beiden ist.

Insgesamt zwei schöne Tage mit den beiden wertvollsten Schätzen.

Tag 3693 und 3694 – Taxi fahren und Rumhängen.

Außer Homeoffice nicht viel gewesen. Homeoffice war, weil ich gestern Michel zum Kieferorthopäden und danach Pippi und ihre Freundin zur Bandprobe fahren musste. Zwischendurch habe ich noch einen sehr Basic IT-Inspektionen-Kurs gemacht. Da habe ich jetzt nicht übermäßig viel gelernt und auch nichts Neues. Ich hoffe wirklich, dass der Kurs, für den ich in zwei Wochen nach Amsterdam fahre, besser ist.

Michels Kieferorthopäde hatte keine neuen Nachrichten. Alles sieht stabil aus, der Überbiss ist jetzt im Rahmen. Weiter die lose Klammer reduzieren. Weiter überlegen, ob wir, auf eigene Kosten, noch mehr machen wollen.

Bei der Arbeit sind weiter alle einigermaßen bekloppt. Aber die Medikamente gegen das PMDS wirken jetzt und dann will ich die wenigstens nicht mehr alle ständig erwürgen. Jedenfalls nicht, wenn ich zusätzlich im Homeoffice meine Ruhe hab. *

Wir haben heute das erste Mal seit… tja, fast drei Monaten? auf dem Sofa vor dem Fernseher gesessen. Den haben wir nämlich letztes Wochenende aufgehängt und Herr Rabe hat ihn heute angeschlossen. Und so saßen wir mit einem freitäglichen Bier und haben eine Folge Wednesday geguckt. Wir sind dermaßen hinten dran mit den wenigen Serien, die wir überhaupt verfolgen, es ist nahezu peinlich. Aber, was auch gut ist, das Sofa (das wir mit dem Haus gekauft haben) riecht nach einer Runde mit sehr viel Febreeze jetzt nicht mehr nach Katze. Katze riecht, wenn man gar keine Katze hat, übrigens sehr stark nach Käsefuß. Und wir wissen wieder, warum wir alle selbst ausgesuchten Sofas auch nach dem Kriterium „waschbarer Bezug“ ausgesucht haben. Wer macht denn bitte nicht waschbare Sofabezüge?

Ich finde, „Wir haben zwei Monate nach dem Umzug den Fernseher ausgepackt und aufgehängt“ illustriert sehr schön, wie es mit diesem Umzug bisher so lief.

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*und so viel Tee trinken kann, wie ich Lust habe, die 5 Meter in die Küche zu laufen, weil ich mir glaube ich irgendwo/irgendwie eine Blasenentzündung geholt habe. Die erste seit vielen, vielen Jahren, vielleicht sogar seit der Schwangerschaft mit Pippi? Da ich das früher und insbesondere in den Schwangerschaften wirklich ständig hatte, beschwere ich mich vorerst nicht, sondern trinke halt sehr viel FAK-Tee. Ein Mal in zehn Jahren kann da ja schon mal passieren.

Tag 3692 – Autsch.

Der Tag war erst nur mit Wohlwollen überhaupt lala, wurde dann aber besser, etwa nachdem die Tür des Werkes sich hinter mir schloss.

Erst habe ich fast zwei Stunden Geige geübt und habe jetzt Eine kleine Nachtmusik ganz ok drauf. Bach geht auch noch. Geht alles. Wird alles.

Dann war ich beim Burlesque und das war sehr schön. Jetzt tut mir aber alles weh, wir haben 184 mal die gleiche Choreo zu unterschiedlichen Musiken getanzt und da war manches von so langsam, dass man seeeeehr viiiieeeeel Zeeeeiiiiit für grooooooßeeeee Beweeeegungen hatte. Das geht ganz schön auf die Muskeln. Die Füße tun jetzt auch ordentlich weh, muss ich sagen. Die haben mit dienstags Ballett und mittwochs High Heels echt einiges zu tun.

Tag 3690 und 3691 – Laune, nicht unberechtigt.

Hoppla, ich hatte vorgestern nicht auf veröffentlichen gedrückt. Das war ja nicht so schlau von mir.

Ich merke die Hormonige Laune kommen. Ich möchte eigentlich nur im Bett liegen und Schokolade essen und Quatsch im Fernsehen gucken. (Wir haben keinen Fernseher im Schlafzimmer.) Mein letzter Besuch bei einer Gynäkologin zum Thema „unregelmäßige Zyklen und schlimmes PMDS, das sich dadurch kaum managen lässt“ endete leider mal wieder in einem Rezept für eine Pille. Ich gebe es einfach auf, glaube ich. Ich hatte gesagt, mehrfach, dass ich hormonelle Verhütung nicht mehr vertrage und davon depressiv werde, aber niemandem fällt was anderes ein, als „den Zyklus neu starten“ indem ich halt drei Monate depressiv im Bett hänge. Oder „den Zyklus abschalten“. Oder sonst irgendwelche glorreichen Ideen. Schon allein meine Angst vor dem jetzt aktuell frisch verschrieben Präparat macht, dass ich garantiert irgendwas an Nebenwirkungen kriegen würde. Entweder echte, oder nocebo-Effekte.

Da macht es nicht besser, dass unsere Chefin den Hirnfurz gehabt hat, uns demnächst nach einem Schema mit Notenvergabe bewerten zu wollen. Ganz oben auf der Liste: „Kleidungsstil und Auftreten“. Ich kann gar nicht ausdrücken, wie sehr mich das anpisst. Als wäre meine Chefin die Modepolizei und gleichzeitig unsere Lehrerin? Was zur Hölle? Außerdem gibt es bei uns keinerlei Richtlinien oder Übereinkünfte, wie man so bekleidet sein müsste, um genehm zu sein. Ich HABE versucht, wenigstens diesen Punkt zu entfernen, aber, Achtung Sarkasmus, in welchem Rahmen soll meine Chefin mir denn sonst sagen, dass sie meine Haare unpassend findet?

Hier ein paar Bilder.

Morgen
Abend
Nicht seriös genug.

Nicht falsch verstehen, ich finde mich gut, wie ich bin, mit bunten Haaren und Meerschweinchenkleid genauso wie mit Bluse und Blazer. Und zu Inspektionen würde ich das Kleid auch nicht anziehen. Ich frag mich nur, wie wir meiner Chefin begreiflich machen sollen, dass die Idee total daneben ist, ohne dass sie das Gesicht völlig verliert. Das mag sie nämlich gar nicht (wer mag das schon) und bosst dann unangenehm rum. Damit würde ich es vermutlich nur schlimmer machen.

Hrmpf. Und das mit Laune.

Tag 3688 und 3689 – Fransig.

Es gäbe einiges zu erzählen, aber. Mir geht es nicht so gut, es ist zu viel zu tun und zu wenig wird zu wenig fertig. Alles dauert zu lange, alles nervt mich und weil Dinge dauern, werden andere Dinge einfach gar nicht gemacht, wichtige Dinge, wie Putzen (ja, Bäder und Küche müsste man meiner Meinung nach wöchentlich putzen, passiert hier aber grad nicht. Nicht mal jede zweite Woche. Und alles, was geputzt wird und dabei das Verwenden von Putzmitteln beinhaltet, muss irgendwie ich machen). Sport kommt zu kurz, Geige auch, dabei hätte ich da was zu erzählen, ich mache mir da auch mit mehr oder weniger viel Gewalt Zeit für frei, aber dann kommt das schlechte Gewissen eben wegen was anderem.

Heute haben wir vier Stunden im Garten gerodet und unsere neuen Pflanzen eingepflanzt. Ich habe sehr viel totes „Wein“gestrüpp entfernt, wir haben ein paar Bäumchen gefällt (also eigentlich nur so auf Hüfthöhe abgeschnitten, weil weiter unten kommt man nicht ohne weiteres ran, sie stehen an unserer hauseigenen Klippe und da rumkraxeln ist ein bisschen gefährlich), ein paar weitere Büsche beschnitten, entdeckt, dass wir an der hauseigenen Klippe auch Hagebutte stehen haben und gelernt, wie fies dornig Hagebutte ist. Hagebutte – lecker, aber gefährlich.

Danach haben wir noch schnell meine Freitag besorgten Pflanzen eingepflanzt, bevor es zu kalt wird. Internet sagt, das geht bis Oktober schon noch. Wir werden es sehen. Die Pflanzen waren bereits stark reduziert. Jedenfalls steht jetzt an der von anderem Zeugs befreiten Klippe ein Fliederbäumchen (noch schnell, bevor der hier verboten wird, weil der ja eine hier fremde Art ist…), an der Garagenwand, wo ich die Rankhilfe von totem Gestrüpp befreit habe, wächst hoffentlich ab nächstem Jahr Clematis und neben dem Haus, quasi vor Michels Zimmerfenster, ist Holunder eingezogen. Wenn wir da noch eine Fichte entfernen, hat der Holunder fast immer volle Sonne. Aber das hat noch Zeit, das können wir bei Gelegenheit mit irgendwelchen Bekannten, die ne Kettensäge haben, machen. Wir haben nämlich mehrere so Fichten, Tannen und Birken, die deutlich zu groß sind, um sie mit ner kleinen Handsäge zu fällen. Bis auf eine kleine Tanne vorm Küchenfenster, die kann vielleicht unser Weihnachtsbaum werden.

Ich ärgere mich immer noch ein bisschen über die Vorbesitzer und die Besitzer vor denen, die hier alles einfach haben wild wuchern lassen. Auf Fotos von 2020 ist der Garten wirklich gepflegt. Jetzt ist hier irgendwas zwischen halb Wald und wilder Wiese, aber nicht die gute Art von wilder Wiese mit Blümchen, die Insekten lieben, sondern die Art von wilder Wiese, wo sich einfach alles ansiedeln durfte, was wollte, inklusive sehr nerviger, sich stark ausbreitender Arten, die alles andere verdrängen. Alle Büsche und Sträucher sind seit Jahren nicht beschnitten worden und davon sind hier viele. Offenbar hat man nicht mal die toten Äste aus dem „Wein“ geschnitten. Oder generell irgendwas beschnitten. Aber dann werden halt Wege unbenutzbar und andere Pflanzen kriegen kein Licht mehr. Insektenfreundlich my ass, wenn sich erst mal überall invasive Arten ausgebreitet haben, mit denen die heimischen Insekten gar nichts anfangen können. Ok. Den „Wein“ finden alle Fluginsekten unwiderstehlich. Der ist ja auch hübsch, jetzt grad, wo das Laub rot wird, auch besonders, und der darf ja auch gerne bleiben. Aber Pflege braucht er trotzdem. Hrmpf.