Ich arbeitete ja erst ab Mittags, weshalb ich… um kurz vor acht aufstand und mit Herrn Rabe die Bude aufräumte, damit die Putzhilfe auch tatsächlich putzen konnte. Danach arbeitete ich viele Stunden, weil ich eigentlich gar keine Zeit habe, halbe Tage „frei“ zu machen (hatte ja nicht frei, hatte Ruhezeit). Spontan fuhr ich außerdem nach Oslo, um mein Piercing wieder einsetzen zu lassen. Hin, Piercing rein, zur… doch nicht, irgendwas brannte an der Strecke und dann hieß es erst, der Zug würde direkt wieder umdrehen, wir müssten alle raus, dann aber doch wieder alle rein, weil der Zug doch weiterfährt, aber über die Bummelstrecke, auf der Bummelstrecke gab es dann auch noch eine Reihe Stops scheinbar ohne Anlass und am Ende war eine extra halbe Stunde für das Hin und Her draufgegangen. Dafür war ich auch nur eine viertel Stunde nach der Schwägerin in Eidsvoll.
Ansonsten laufen die 17. Mai-Vorbereitungen auf Hochtouren. Besagte Schwägerin möchte sich dieses Jahr das Spektakel mal anschauen. Im Hause Rabe wurden Hemden gebügelt, Sterne an Uniformsjacken genäht, Kleider anprobiert (alle durch nicht-Tragen geschrumpft, hrmpf) und Kinder gereinigt. Beide Kinder wollten nach der Reinigung dass ich Dinge mit ihren Haaren tue, Pippi flechten (im Bauernzopf) und Michel föhnen. Michel hat unfair langes, dichtes und dickes Haar und dazu auch noch Locken. Föhnen dauerte so ungefähr ewig und am Ende war es immer noch leicht feucht, aber besser als mit ganz nassen Haaren ins Bett und morgen mit einem Vogelnest auf dem Kopf aufwachen. Pippi hat übrigens meine Haare geerbt. Dünne Fusseln und schnell nachfettende Kopfhaut. Da muss man recht häufig waschen und das macht die Fusseln an den Enden auch nicht stabiler.
Mein Körper fühlt sich an wie zermantscht, alles tut weh. Die Generalprobe für die Tanzshow am Samstag war zusätzlich zu allem anderen eine eher mäßige Idee, aber nicht zur Generalprobe gehen geht ja auch nicht.
Das Elterngespräch mit meiner Chefin war so lala, ehrlich gesagt. Komisch, die ist gar nicht begeistert davon, wenn die jüngste ihrer Angestellten sagt, dass es uncool ist, dass immer nur oben drauf gepackt wird, ohne dass was anderes weggenommen wird, dass das zu Überarbeitung und explodierenden Stundenkonten führt. Dann sagt die, dass man selbst dafür sorgen muss, dass es nicht zu viel wird. Komisch, ich dachte ja irgendwie das sei so etwa im Kern das, was eine Personalverantwortliche tut, so, den Überblick behalten, was die einzelnen so tun und brauchen und nicht brauchen. Aber vielleicht vertue ich mich da und die Aufgabe einer Personalverantwortlichen ist lediglich, alle drei Monate ein Personalgespräch durchzuführen, wo aber ausschließlich darüber gesprochen wird, wie supidupi alles ist und alles andere müssen die Angestellten selbst irgendwie regeln. Oh, wir haben auch noch darüber geredet, inwiefern ich in Übereinstimmung mit den Werten des Direktorates arbeite und handle. Die Werte sind: Teilen, Neugierde, Glaubwürdigkeit und Handlungskraft. Also komplett leere, generische Worthülsen und darüber hinaus ein Verb und drei Nomen, was mich seit dem ersten Tag kirre macht. Ich habe wahrheitsgemäß geantwortet, dass ich den Teil vom Referat bisher immer einfach weggelassen habe, weil ich das sinnlos finde. Wer soll sich denn bitte nicht hinter diese Werte stellen können? „Näää, ich hasse es, Neues zu lernen und lüge wie gedruckt, dazu bin ich faul ohne Ende.“ Oder wie?
Der Rest vom Arbeitstag war auch eher mäßig und involvierte eine weinende Kollegin, womit ich ja super umgehen kann (also quasi gar nicht).
Ich bin müde. Und muss darüber nachdenken, ob es realistisch ist, zu erwarten, dass eine personalverantwortliche Chefin in der Lage ist, die Aufgaben und die Belastung von knapp 20 Menschen (die aber alle im selben Team sind und deren Kalender alle einsehbar sind) im Blick zu behalten, an die Kolleg*innen weiter zu geben, wenn jemand ausfällt und zu priorisieren, was gemacht werden soll und was nicht, wenn die Ressourcen knapp sind. Und was die Chefin von uns erwarten kann. Und weil ich darüber nachdenken muss werde ich noch viel müder.
Elterngespräch Nummer 2, mit Michel, und es war… okay? Ich bin einigermaßen irritiert, ehrlich gesagt. Vielleicht hat die Lehrerin aber auch inzwischen eingesehen, dass, wenn plötzlich 2/3 der Klasse irgendwelche Probleme haben, eventuell gar nicht die individuellen Kinder alle individuelle Ursachen dafür mitbringen. Jedenfalls ist Michel (ausgerechnet) in Mathe inzwischen weiter als alle anderen in der Klasse, behauptet aber weiterhin, das nicht zu können. Alle anderen Fächer waren ja noch nie ein Problem und sind es auch weiter nicht. Faszinierende Erkenntnis, die aber ungefähr alles erklärt, was mir seit 6,5 Schuljahren regelmäßig Augenzucken beschert: in Norwegen werden Rechtschreibfehler nicht mehr korrigiert und Rechtschreibung nicht bewertet. Es ist egal, man hat eh immer ein Autokorrekturwerkzeug dabei, es kommt mit der Zeit oft eh von allein (und wenn nicht, ist es ja egal, weil wir jederzeit Hilfsmittel zur Hand haben) und es ist wichtiger, einen sinnvollen Fließtext schreiben zu können, als dass dieser fehlerfrei ist. Ich bin echt fasziniert davon. Ich frage mich auch, ob das schon bis zu Arbeitgebern etc. durchgedrungen ist. Aber egal. Jedenfalls ist Michel gut in der Schule und eckt scheinbar auch nicht mehr so viel mit der Lehrerin an. Das ist gut, auch wenn ich dem Braten noch nicht zu 100% traue.
Abends waren wir alle klettern, woran selbst Michel einigermaßen Spaß hat, seit er weiß, dass er besser als seine Eltern darin ist. Er wiegt halt nichts und hat lange Gräten, das ist ein echter Vorteil. Herr Rabe und ich wiegen schon was. Ich bin geschmeidiger, er hat mehr Kraft. Insgesamt sind wir so ca. gleich schlecht gut. Allerdings habe ich mir an einem Boulder einen ganz enorm dicken Splitter unter den Fingernagel des rechten Zeigefingers gerammt und erst als ich am vorletzten Griff aufgeben musste, weil keine Kraft mehr irgendwo war, gemerkt, dass das ordentlich blutete. Nachdem ich den Splitter rausgezogen hatte, blutete es noch mehr und ich musste mir ein Plaster holen, was ich wenig später an einem anderen Boulder verlor. Das war dann aber auch der letzte, da waren meine Arme schon nur noch unbenutzbarer Pudding.
Ich kann übrigens nicht empfehlen, mit Post-Kletter-Nudelarmen Geige zu spielen. Ich konnte knapp die Saiten runter drücken und hatte auch etwa gar keine Koordination mehr. Also das war in seiner Lächerlichkeit schon fast wieder lustig.
Anyway. Morgen habe ich dann selbst „Elterngespräch“ (Mitarbeitergespräch), nur muss ich da, zu Michels Bestürzung, ganz alleine hingehen. Ich hatte überlegt, ob ich wohl einen emotional support husband dabei haben kann, aber ich will ja auch nicht komischer erscheinen als unbedingt nötig. Ich nehme Daumen für das Gespräch, echt, weil ich eine ganze Reihe unangenehmer Dinge ansprechen muss, damit sie endlich besser werden, und ein Teil dieser Dinge ist direkte Kritik an meiner Chefin. Hurra.
Körper tut überall weh, gestern Ballett, heute Bouldern (die Kinder haben jetzt beide Mittwochs Kletterkurs, irgendwas muss eine ja tun, wenn sie da schon zwei Stunden in der Hanne abhängen muss). Immer noch an Erkältung sterbend, die tötet mich aber so langsam, dass ich Ballett und sowas alles noch machen kann, es ist nur die Nase, die betroffen ist. Die dafür nervend. Gestern Abend herrschte mich Michel an, als ich ihn ins Bett bringen wollte: „Lass das!“ Es war meine Nebenhöhle, die wegen irgendwelcher Druckausgleichsgeschichten knackte. Nichts, was ich irgendwie bewusst steuern und sein lassen könnte.
Bei der Arbeit sehr viel nein gesagt. Verstehe aber tatsächlich nicht, dass meine Chefin, nachdem ich zu zwei Sachen wegen keine Zeit Nein gesagt habe, trotzdem noch mit der dritten und vierten Sache ankommt. Da fühle ich mich nicht sonderlich ernst genommen. Speziell finde ich auch, dass sie mich, nachdem ich meine Teilnahme an einem (Entschuldigung, aber Bullshit-)Ganztagsmeeting abgesagt habe, fragt, warum ich das mache. Weil ich da im Ausland bin, auf einer Inspektion, das steht seit vor Weihnachten in meinem Kalender. Der für alle zugänglich ist. Gestern habe ich auch einmal sehr laut und sehr deutlich gesagt, dass mein Nein nicht an mangelnden Interesse liegt, sondern daran, dass meine Arbeitszeit bis Ende September in weiten Teilen komplett verplant ist. Es ist für mich ein erstaunlich großer Stressfaktor, wenn ich ständig „geht nicht“ zu allem sagen muss, und dann auch noch erklären muss, warum es nicht geht, VOR ALLEM wenn ich das Leuten wiederholt erklären muss und VOR ALLEM wenn ich das meiner personalverantwortlichen Chefin erklären muss, immer wieder, ohne dass sie es irgendwie zu verstehen scheint. Der Frau, deren Job es ist, meine Arbeitsbelastung zu kennen.
Was ich außerdem heute für die Zukunft gecancelt habe, ist, meine Reiseabrechnungen zu „attestieren“. Ich muss da in so einem furchtbaren System eigentlich nur bestätigen, dass ich eine Reise bestellt und/oder getan habe, dass ich in einem Hotel gewohnt und mit einem Flugzeug geflogen bin, etc. In der Praxis muss ich aber drölfzig Buchhaltungsaufgaben machen, zum Beispiel das Frühstück vom Hotel aus der Hotelrechnung extrahieren und dann für die einzelnen Posten die richtigen Steuercodes angeben (ungleich Steuersätze, das wäre ja einfach, aber wir haben zum Beispiel 2 Codes für „12% Umsatzsteuer“, und es ist sehr wichtig den richtigen zu nehmen, aber es ist nicht ersichtlich und auch nicht logisch, welchen man nehmen muss. Zu bedenken außerdem: wir sind jetzt ein Papierfreies Büro mit Clean desk und free seating und können nicht mehr wie früher Listen mit Kostenstellen und Projektnummern und effing Steuercodes am Arbeitsplatz an die Pinnwand pinnen. Die Pinnwand ist noch da, die ist nur leer. Leere, graue Cubicles, was könnte es schöneres geben?). Und ich scheitere daran JE.DES. MAL. Jede einzelne meiner Attestierungen kommt zurück, weil ich irgendwas falsch gemacht habe. Literally jede und manche mehrmals. Ich gebe mir wirklich Mühe und mache trotzdem immer irgendwas falsch, und statt dass unsere Buchhaltung das alles so fertig macht, dass ich nur noch auf „bestätigen“ drücken muss, schreibt sie mir so Sachen wie „der Betrag ist falsch“ oder „falscher Steuercode, Hotelfrühstück ist 00“ (es ist nicht 00, weil es 0% Steuern sind. Es sind 25% Steuern. Code 7 ist auch 25% Steuern, aber scheinbar ein anderer) und dann darf ich wieder 5-10 Minuten mit steigendem Puls versuchen, ob ich es dieses Mal schaffe. Heute kam eine Rechnung zurück, bei der ein Betrag falsch war, den ich gestern aber nicht ändern konnte. Ich habe es extra meiner Kollegin gezeigt, und gefragt, ob ich irgendwie zu doof bin, diesen Betrag zu ändern. Heute kam es also wegen was zurück, das sich gestern technisch nicht lösen ließ und dann löste ich das total erwachsen und schrieb meiner Chefin, der ich auch schon vor 4 Wochen geschrieben hatte, dass ich mich von unserer Buchhaltung wegen diesem Rotz langsam gemobbt fühle und dass man Ressourcen sicher sinnvoller einsetzen kann als so, dass ich jetzt aufgebe. Ich mache das nicht mehr. Fertig. Ich kann ihnen gerne in anderer Form bestätigen, dass ich das war, die eine Reise gebucht hat. Aber nicht in diesem System, und definitiv nicht nachdem ich erst mal einen Haufen anderer, zum Teil technisch nicht möglicher Dinge machen muss. Einfach nein. Morgen richte ich mir ne Outlook-Regel ein, dass alles schön gesammelt und als gelesen markiert wird, und Ende. Und nein, ich will auch nicht noch ne Schulung in dem System, ich will, dass alle im Haus ihre Arbeit tun, die Buchhaltung ihre und ich meine. Ende.
Es ist ja so: ich kann nicht gut lügen. Eigentlich gar nicht. Bei bewussten Lügen haben ich das Gefühl, mir würde ein großer roter Pfeil über dem Kopf blinken, mit dem Wort LÜGE! dran, wie in einem Comic. Anschließend verfolgt mich das auch ca. für immer, dass ich das eine mal, da, da habe ich nicht die Wahrheit gesagt, Schande über mich, bestimmt fliegt es auch morgen auf und alle hassen mich. Ungefähr so. Was ich kann, ist sehr trockene, lustige Bemerkungen machen, mit vollkommen neutralem Gesichtsausdruck, wo mir die Ironie/der Sarkasmus völlig klar ist, aber andere nehmen das zum Teil doch überraschend ernst (meine Chefin zum Beispiel). Da ist mir aber völlig egal, ehrlich gesagt, meinen Humor werde ich sicher nicht ändern. Meine Umwelt kann sich damit trösten, dass ich keine richtigen Witze erzähle, seit ich aus dem Fritzchen-Witz-Alter raus bin. Das kann ich nämlich wiederum gar nicht, weder kann ich mir Witze merken, noch sie gekonnt rüber bringen. Super schlechte Wortwitze gehen manchmal. Welche von der Sorte, wo in der WG des besten Freundes damals eine Wortwitzkasse für stand.
Was ich aber eigentlich sagen wollte: Aprilscherze und ähnlich gelagerte Puns gehen auch kaum in Persona. Ich möchte dabei auf den Füßen trippeln und gnihihi machend meine Hände reiben, weshalb das sofort auffliegen würde. Das Veräppelungs-Äquivalent zum blinkenden roten Pfeil. Aber schriftlich geht ganz gut, da sieht ja keiner das Gnihihi, das ich dafür auch so ganz in echt hier zu Hause machen kann. So habe ich heute dem Lieblingskollegen weis gemacht, dass ich mich total aufs Büro morgen freue und vorhabe, da jetzt öfter hin zu fahren, weil ja nicht das Büroklima darunter leiden soll, dass ich Inspektionen und Kurse und Gedöns habe. Und er hat es tatsächlich geglaubt, und gedacht, ich sei übergeschnappt. Gnihihi.
Ansonsten heute strahlender Sonnenschein, ich war ohne Mütze, Schal und Handschuhe draußen spazieren, das erste Mal seit mindestens Oktober, und es war warm genug. Hurra, hurra, 8 Grad plus! Kein Aprilscherz, sondern reine, ehrliche Freude.
Mittwoch: wir alle waren bei Pippis letztem Kletterkurstermin zum Familienklettern eingeladen. Da waren wir auch alle, sogar Michel (unter Protest) und sind geklettert. Pippi natürlich allen voran. Pippi hat mich auch sehr süß im Hochseildings da angefeuert, als ich mir in vier Metern Höhe fast in die Hose machte vor Angst. Aber wenn man so mitten drin ist, kann man ja auch nirgends hin außer weiter auf dem Kurs. Gestern und heute hatte ich Muskelkater aus der Hölle. Michel auch, der ist dann nämlich doch erstaunlich viel geklettert.
Gestern war Inspektion. Das war viel. Und viel Chaos, das war es auch. Langer Tag.
Heute war weiter Inspektion, aber aus dem Homeoffice heraus, das ist schon wesentlich besser und da muss ich auch nicht um halb acht in Zügen sitzen.
Abends haben wir den Schlangen das erste mal Futter gegeben. Also, effektiv nur Greg, aber angeboten haben wir eine köstliche TK-Maus, wohltemperiert, natürlich beiden. Greg schnappte quasi sofort nach der Maus und erwürgte sie dann auch brav. Fast hätte hen die Pinzette gleich noch mit erwürgt. Ich hab mich bei dem Schnapper auch nur ein bisschen erschreckt, ähäm. Im Anschluss an die „Erwürgung“ schnupperte Greg einigermaßen aufgeregt an hens Beute herum, fand dann aber doch irgendwann raus, wo vorne ist und verschlang das Tier in der ca. Fünffachen Dicke seines Halses mit allem, Kopf voran. Das war faszinierend anzusehen. Und etwas morbide.
Monty bekam auch eine Maus angeboten, schnappte auch danach, aber ich erschreckte mich so, dass ich die Maus fallen ließ. Dann legte sich Monty drauf und machte mit dem Körper das federnde S, immer auf meine Hand fokussierend. Das war mir dann zu heikel, mit einem hastig gesuchten Plastikschwert stupste ich Monty weg und holte die Maus wieder raus. Monty fand die Maus dann aber nicht mehr essbar und verzog sich wieder in sein unerreichbares Loch. Greg verdaut. Morgen oder übermorgen probieren wir es dann nochmal, mit Monty und einer frischen Maus.
Es gibt nicht so mega viel zu erzählen, es war halt so ein Homeoffice-Tag mit erstaunlich vielen Meetings. Gut daran: ich habe mich kaum aufgeregt, obwohl es Grund genug gegeben hätte und auch immer noch gibt. Auch gut: ich habe angefangen, nein zu sagen. Mein Vorsatz ist, dass in den nächsten 12 Wochen nichts weiteres in meinen Kalender kommt, was da nicht jetzt schon steht oder direkt mit dem, was da schon steht, zusammen hängt. Weil es schlicht nicht möglich ist, da noch irgendwas anderes reinzuquetschen. Eins der Dinge, über das ich mich kaum aufgeregt habe, ist, dass eine Kollegin sich weigert, ihre Arbeit zu machen, mit der Begründung, dass ich die ja zum Teil schon gemacht habe (ja, weil sie nicht in die Pötte kam und alles bis zur völligen Unverständlichkeit verkompliziert hat, habe ich irgendwann das Ruder an mich gerissen). Und das mache ich dann jetzt eben weiter, in meinem Tempo, und ich werde auch kein Geheimnis draus machen, wer es gemacht hat. Es ist eine der Sachen, die in meinem Kalender stehen. Wenn die Kollegin versucht (vermutlich unbewusst), das so weit zu verschleppen, bis es zeitlich nicht mehr hinhaut, und leider, leider ausfallen muss, scheitert der Plan halt an mir. Wenn ich da in diesem Laden in zwei Jahren noch sein will, was ich eigentlich schon ganz gerne würde, dann muss ich langsam mal anfangen, weniger ja zu sagen und mehr dafür einzustehen, was ich erreichen will. Dazu gehört in dem Laden (leider) auch, dass ich sehr selbst dafür sorgen muss, dass ich kriege, was ich brauche, um das zu erreichen, was ich will. Und in dieser Sache brauche ich grad einen gewissen Fortgang, sonst rege ich mich nämlich auf und das will ja niemand.
Aber wie gesagt: ich habe mich erstaunlich wenig aufgeregt.
Lustige Anekdote: mein erster Kontakt mit der EU-Kommission* war heute. Es war eine höfliche (aber halt schon auch) Mecker-Mail, warum wir zu einem Kurs, der in nicht mal einem Monat stattfinden soll, eigentlich noch gar keine Info bekommen haben. Exakt 10 Minuten später hatte ich eine Kursbestätigung, Registrierungsunterlagen, und eine eigene (im Sinne von persönliche) Mail mit Travel Details. Nach Ende der eigentlichen Arbeitszeit, wohlgemerkt. Geht doch.
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*naja ok nicht mit der Kommission selbst, aber mit einem Unterorgan davon.
Gestern ist nicht viel passiert. Morgens war ich mit Michel beim Kieferorthopäden, er soll seine Spange noch eine Weile tragen und wir sollen sie jetzt auch wieder weiter aufdrehen, damit der Rest vom Überbiss noch weggeht. Der ist aber auch schon fast halbiert, also es passiert schon was.
Der Rest vom Tag ging arbeitend drauf.
Heute war auch eigentlich nur Arbeit. Im Büro, mit morgens Sport, weil meine Schulter echt wieder… nicht so sehr angenehm drauf ist. Dann hatten wir ein Training in „Validierung von Computersystemen“. 20 Minuten Mittagspause. Gespräch mit Entwickler zum Thema „wie kriege ich $Daten aus dem IT-Projekt-System in die Dokumentenvorlage“, wo wir uns beide einen abbrachen mit „conditional fields“ und weiß nicht was, und am Ende das Projekt pausierten, weil wir in diesem Sprint was entwickelt bekommen, dass das ganze Ding viel einfacher machen wird, also warum jetzt Zeit damit verschwenden. Gespräch mit zwei Masterstudentinnen zum Thema „wie agile war die Entwicklung des IT-Projektes?“ (Spoiler: nicht sonderlich, teilweise eher im Gegenteil). Eine ganze halbe Stunde Schreibtischarbeit. Nach Hause fahren.
Erfreuliche Nachricht des Tages: meine Heißkleber-Brandblase ist verheilt! Nach nicht mal zwei Wochen, ich finde das wirklich schnell. Und es ist quasi nichts mehr zu sehen, außer, dass die Haut da noch dünner ist als rundrum. Ich habe dieses Mal konsequent „feuchte Heilung“ probiert, sobald die Blase sich geöffnet hatte, und schiebe es jetzt darauf, dass das so problemlos ging. Es hat nicht mal gejuckt oder so. Zur Info (die niemand braucht) habe ich am Schienenbein einen heftigen Kratzer seit genauso langer Zeit, und der ist noch nicht verheilt, da ist immer noch Schorf drauf, weil es auch immer mal juckt und ich dann nicht dran denke und kratze und… tja. Die Brandblase (mit der Haut noch drauf) habe ich mit einem zurechtgeschnittenen Blasenpflaster abgedeckt und das wiederum mit einem Fingerpflaster, später einfach nur dem Narbentape, was ich noch von der Schilddrüsen-OP habe, abgeklebt. Das Fingerpflaster/Tape habe ich täglich gewechselt, das Blasenpflaster soweit möglich nur zurückgeschnitten. Das Blasenpflaster habe ich insgesamt vielleicht so 2 mal ganz gewechselt, und schlau war das nicht, weil ich natürlich die Haut von der Blase mit abgezogen habe. Aber irgendwann lösen sich diese Blasenpflaster ja in Wohlgefallen auf. Ich wasche mir ja auch ständig die Hände, und diese Pflaster können Wasser nicht so gut ab. Naja, irgendwann im Prozess hatte ich den Eindruck, das Pflaster sei einfach mit meinem Finger verwachsen. Heute Morgen stellte ich dann aber beim Abzuppeln des Tapes fest, dass ich den letzten Rest Blasenpflaster mit abgezogen hatte und der Finger wieder mit (dünner und rosaner, aber immerhin!) Haut bedeckt war. Hurra!
Aus Gründen hatte ich heute über weite Strecken einen ordentlichen Scheißtag. Ich möchte bitte verpflichtende Kommunikationskurse für alle, Lektion 1: andere Menschen haben Gefühle, drauf rumtrampeln ist nicht ok.
Die Wechselwarmen machen weiter ihr Ding, Monty ist mal hier mal da, Greg sitzt unter der Kokosnuss und – ich schätze mal – verdaut. Greg hatte zwei Tage bevor wir die beiden geholt haben eine fette Maus und man sah Sonntag die Beule noch. Börps.
Weil Fragen kamen: man darf nicht mehr mit Lebendfutter füttern. Das ist im Tierschutzgesetzt (hüben wie drüben, kann auch eine EU-Regelung sein?) verboten. Das ist auch für die Schlangen so wesentlich sicherer, denn ein totes Futtertier wehrt sich nicht. Da diese hier aus Aufzucht kommen, kennen die auch nichts anderes, vor denen ist noch nie ne Maus weggelaufen. Aus Aufzucht vor allem deshalb, weil wir so die entsprechenden Papiere bekommen haben, dass die nicht illegal importiert sind. Man kauft dann, entsprechend der Größe, tiefgefrorene Futtertiere, die man zur Fütterung auftaut und ein bisschen warm macht, halt so Mäusewarm. Die Schlange „erlegt“ das dann, wenn man es ihr vor die Nase hält, „würgt“ es auch und frisst es dann hoffentlich ohne Tamtam auf. Königspythons können wohl schwierig mit Futter sein. Dafür macht das aber auch nicht viel, wenn die mal eine oder auch vier Mahlzeiten überspringen.
Zum Namen: Monty und R sind Wortspiele die mit „Python“ zusammenhängen. (R ist eine mathematische Programmiersprache, Python ist eine andere mathematische Programmiersprache.) Pudding, weil Vanillepudding und es generell gut ist, wenn man Tiere wie Essen nennt. Es hat auch einen Heimat-Klang, für uns aus Puddingtown.
Bei der Arbeit haben wir heute einen Ausflug gemacht, der Lieblingskollege, die Lieblingskollegin und ich. Wir waren bei einer Fabrik, die ihre Produktionslokale erweitern wollen, und die unsere Meinung dazu hören wollten, bevor sie was dummes tun und dann nicht mehr zurück können. Wir mögen das und kommen dann auch, wenn es sich irgendwie einrichten lässt. Und dann gucken wir uns bunte PowerPoint-Präsentationen an, und heute, und das war mal was Neues: auf den Boden geklebte Linien und diverse Pappkartons, die Maschinen und dergleichen repräsentieren sollten. So konnten wir von den Räumlichkeiten einen etwas räumlicheren Eindruck bekommen. Es war an alles gedacht, sogar an Stühle.
Achtung, unter dem „Stuhl“bild gibt es ein Bild von einem langen, wechselwarmen Tier ohne Beine.
Heute morgen hatten wir einen Vorfall von „neues Haustier mit kleinem Gehirn erkundet sein neues Zuhause“. Genau genommen haben wir das seither durchgehend, dazu später.
Schön auf die nicht mehr benötigte, aber fest verbaute Wandhalterung geklettert.
Es ist Blödsinn, das Tieren so zuzuschreiben, das weiß ich aber hen sah ein bisschen schuldbewusst aus, als ich hen heute Morgen so vorfand. Ich war auch erst nicht sicher, ob hen da ohne Hilfe wieder runter kommt, aber irgendwann war hen wieder auf dem Boden, ob der Vorgang elegant und/oder kontrolliert war, kann ich nicht beurteilen, da war ich nicht bei.
Danach wollte Monty direkt zu Greg rüber, da ist ein kleiner Raum um die Leuchtstoffröhre rum in der Trennwand ausgespart, eben wegen der Leuchtstoffröhre. Der Plan schien aber recht fix wieder verworfen worden zu sein, und ich fuhr halbwegs beruhigt und kopfschüttelnd zur Arbeit.
Tja. Nachmittags schickte mir Herr Rabe ein Video, wie Monty sich, auf Greg’s Seite, in (!) das Lüftungsloch gequetscht hat. Ganz oben in der Ecke des Terrariums, auf beiden Seiten, ist eine ovale Aussparung in der Wand und von außen ist da ein Lüftungsgitter. Der Terrariumsvorbesitzer hat dazu auch noch Treibholzstücke in diese Ecke geklebt, sodass man da auch garantiert keine Hand reinbekommt, und eine da chillende Schlange einfach chillen lassen muss. Da oben scheint es sehr gemütlich zu sein, Monty kam zwar immer mal wieder runter, aber klettert auch immer wieder da hoch. Greg hat das ein Mal versucht und hing dann etwas ratlos vom Baumstamm herunter, kam scheinbar nicht wieder runter und verzog sich, nachdem hen ein Holzstück als Leiter dargeboten worden war, lieber wieder in die Kokosnusshöhle.
Wir haben also eine Trennwand, die zumindest eine Schlange an nichts hindert (Monty wurde dabei beobachtet: hen geht oben drüber. Da sind so 15 mm Platz gelassen, bewusst, wegen der Luftzirkulation) und mindestens eine kletterwütige Schlange, die auf das Lüftungsloch steht. Das werden wir wohl noch verbessern müssen, Monty kann auch gerne einen Kletterbaum haben, solange hen auf hens Seite bleibt. Ich mache mir nicht viel Sorgen um Rivalität und auch nicht um Fortpflanzung, sie sind ja noch recht klein und da sollte beides noch kein Thema sein (vor allem, wenn es tatsächlich beides Weibchen sind) aber aus Prinzip hätte ich schon gern gewusst, dass es möglich ist, eine Schlange davon abzuhalten, irgendwo hinzugehen, wo sie nicht hin soll. Wenn sie Futter kriegen, müssen sie eh getrennt werden, das ist zwar noch nicht akut aber das Problem kommt ja sehr bald auf uns zu.
Das nächste Haustier wird ein Delphin, Rabe, Tintenfisch oder Schwein, irgendwas, das nicht so doof ist jedenfalls.