Tag 1399 – Kinder zu verleihen.

Ich fühle mich ja immer echt schlecht, wenn ich das mache, aber heute Mittag ging mir Michel so auf den Senkel mit seiner zur Schau getragenen Langeweile, dass ich I. schrieb, ob Michel nicht B. besuchen könne, der ginge zu Hause die Wände hoch. Kein Problem, schrieb I., es ist eigentlich nie ein Problem außer sie sind nicht da oder krank, außerdem haben sie das riesige Haus und den noch viel riesigeren Garten umgeben von Äckern weil sie halt einen großen Bauernhof bewirtschaften. Das Haus ist jetzt im Sommer noch viel schöner als im Winter, am liebsten hätte ich mich gleich mit eingeladen, aber ich wollte ja auch nähen und so lieferte ich Michel ab und fuhr… tanken. „Nur“ 15,55 kr/L, zwei Kronen weniger als irgendwann letzte Woche, aber immer noch 2 Kronen mehr als ich zu bezahlen wünsche, also tankte ich nur halb voll.

Zu Hause nähte ich dann den Rock fertig, er hat jetzt ein Bündchen und einen Geradband-eingefassten Saum im Ex-Lieblingshosenstoff, sehr hübsch sieht das aus. Morgen besorge ich einen Reißverschluss und ein bis zwei Knöpfe. Zwischenfall: ich kam in den Rock zwar durch über den Kopf ziehen trotz zugenähter Reißverschluss-Öffnung rein, aber dann nicht wieder raus. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe, aber es war mir nicht möglich, meine Schultern wieder aus dem Ding rauszuwurschteln. Sehr seltsam. Am Ende musste ich, den Rock über den Brüsten hängend wie ein groteskes, trägerloses Zelttop, die Reißverschlussöffnung (die ja dann quasi direkt unter meinem Kinn war) ein Stück auftrennen um mich zu befreien.

Irgendwie ging so der Tag recht fix rum. Pippi ging zwischen hier und den Nachbarn ein und aus, die Nachbarn waren auch immer mal wieder hier, Herr Rabe kämpfte gegen den Löwenzahn und überhaupt kann man ja jetzt eigentlich jede Woche Rasen mähen. Alle zusammen fuhren wir dann Michel wieder abholen, bewunderten die Terrasse, Pippi durfte auch noch Trampolin hüpfen und Herr Rabe das Musikzimmer besichtigen. Sehr schön und sehr entspannt das alles. Michel war nach dem Besuch auch deutlich umgänglicher, Pippi leider nicht, die war danach eigentlich müde, sah das aber nicht ein. Sie musste auch noch baden, denn sie hat sich gestern so einen Kinder-Lippenpflegestift mit (ca.) Marshmallow-Einhornpups-Sugarcookie-Geruch in die Haare geschmiert. Dreimal haben wir seither ihre Haare gewaschen, es riecht nun nicht mehr ganz so streng aber die Haare sehen auch nach dem (mit dem Bad heute Abend) vierten Mal waschen und Spülung einfach total strähnig-fettig aus. Tjanun. Mir fällt dazu nix mehr ein, das muss nun die Zeit regeln. Jedenfalls war Pippi ins Bett bringen eher Kampf als Entspannung, aber es glückte dann doch noch und ich konnte noch Pizzaschnecken für das Sommerfest der Schule (der 1. Klassen) morgen backen. Wer denkt sich denn aus, dass man gemeinsam Picknicken soll, aber Grillen ist verboten? Die Info kam darüber hinaus am Freitag, man hatte also einen ganzen Dreiviertel Tag, sich irgendwas Picknickmäßiges als Grillalternative auszudenken. Mir kam die Idee dann auch erst heute, aber wir haben ja gewisse Dinge immer da: Mehl, Hefe, Zwiebeln, Knoblauch, gehackte Tomaten aus der Dose, dann war noch eine halbe Tüte Veggie-Hack da und eine kleine Dose Mais (von der ich den Rest löffelte und dabei an Twittermenschen dachte) und Käse muss man halt im Zweifel vom Stück runterhobeln, ist aber auch immer da. Morgen also Pizzaschnecken zum vermutlich unorganisierten Picknick. Schade, dass Bier auf solche Events mitbringen hier total verpönt ist.

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Über Twitter wurde mir ein Text von graslutscher.de angespült, der eine „Doku“ auseinandernimmt, die die ARD zum Thema Elektromobilität ausgestrahlt hat. [Disclaimer: ich habe die Doku nicht gesehen wegen des drecksver… Geoblockings.] Da sind eigentlich alle Argumente, die gegen E-Autos von so „besonders gut“ informierten Mitmenschen kommen, ganz gut aufgegriffen und dagegen argumentiert. Etwas länger zu lesen, aber wirklich ein guter Text zum Thema.

„Und jetzt das Schrillste: Selbst wenn es 100.000 km wären, die ein E-Auto fahren müsste, bis es klimafreundlicher ist als die Benzinversion, wäre das immer noch ein großer Schritt in die richtige Richtung, denn die Technik ist sehr robust: Es gibt bereits Teslas mit über 600.000 km Fahrleistung, im Durchschnitt verfügen die Batterien nach 300.000 km noch über 90 Prozent ihrer Leistung und nach 800.000 über 80 Prozent. Es wäre selbst mit diesen sehr pessimistischen Rechnung die deutlich klimaschonendere Technologie. Ich halte kurz mal fest:

  1. Deutsche Elektro-SUV sind ein kleines Nischenprodukt auf dem Markt, die Doku tut jedoch so, als seien sie die Regel

  2. Die zitierte, veraltete Studie setzt zu hohe CO2-Emissionen an und spricht selbst an keiner Stelle von 17 Tonnen CO2 pro Akku

  3. Nur wenige E-Autos haben 100-kWh-Akkus

  4. Diese großen Modelle aus dem Luxussegment vergleicht die Doku mit kleinen, sparsamen 6-Liter-Autos

  5. Selbst mit dem behaupteten 17-Tonnen-CO2-Rucksack wären die Elektroautos insgesamt die klimaschonendere Variante

Übrigens: Das meistverkaufte Elektroauto weltweit, das Tesla Model 3, verfügt im Standard über nur 50 kWh und wird bis Ende 2019 voraussichtlich komplett klimaneutral hergestellt. Vor dem Hintergrund gerät der komplette Abschnitt beginnend mit „Doch die Rechnung geht so nicht auf“ zu peinlichem Fake-News-Mumpitz.“

Im Artikel wird auch genannt, was ich auch gerne anführe: ein heute gebautes Elektroauto kann in 15 Jahren vielleicht komplett mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, auch in Deutschland, wenn da endlich dieser Blödsinn mit dem Kohleabbau sein gelassen wird. Ein Benziner verbrennt auch dann noch Benzin, unweigerlich, genau so viel wie heute. Und wie wird eigentlich so ein SUV recycelt, in der Boardelektronik stecken doch sicher auch da ganz viele seltene Erden.